Sperling | Die Nebenqueste | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 536 Seiten

Reihe: Chronica Daemonica

Sperling Die Nebenqueste

Wie ich auszog, Manakristalle zu finden und dabei fast von einem Drachen getötet wurde
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-6789-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Wie ich auszog, Manakristalle zu finden und dabei fast von einem Drachen getötet wurde

E-Book, Deutsch, Band 1, 536 Seiten

Reihe: Chronica Daemonica

ISBN: 978-3-6957-6789-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Um dem Dämonenfürsten das Handwerk zu legen, begeben sich der Schreiber Tanniel und die Diabolistin Alekto auf die Suche nach Manakristallen - Eine Aufgabe, die eher eine unfreiwillige Verschnaufpause als ein echtes Abenteuer verspricht. Doch das Schicksal hat andere Pläne mit den ungleichen Helden. Weder mächtige Drachen, noch eingebildete Elfen oder aufdringliche Nekromantinnen vermögen es, Tanniel davon abzuhalten, zur Dame seines Herzens zurückzukehren. Dumm nur, dass sie sich gerade am anderen Ende des Reiches befindet - zusammen mit Tanniels Ziehvater, einem weisen Erzmagus, dem er diesen Schlamassel überhaupt erst zu verdanken hat.

Michael Sperling, geboren 1992, findet Autorenvitas langweilig und hält sich deshalb kurz. Er ist seit über zehn Jahren Buchhändler und liebt seine Frau, seinen Sohn, Gitarren und das Schreiben.
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Autoren/Hrsg.


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Vorwort


Seid gegrüßt, geneigter Leser!

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich dieses Werk beginnen sollte. Da es sich gewissermaßen um eine Autobiografie handelt, wäre es wohl angebracht, die Einleitung einem engen Freund zu überlassen. Er, sie oder es würde in der Vergangenheit schwelgen und Ihnen witzige Gemeinheiten über mich erzählen. Das Ganze würde mich menschlich und nahbar erscheinen lassen und Sie, werter Leser, an die Hand nehmen, um Sie so sanft wie möglich in mein Buch einzuführen. Am Ende hieße es dann, was für eine Ehre es sei, mich zu seinen Freunden zählen zu dürfen und dass man sich meine Geschichte auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Ich gähne schon, wenn ich nur daran denke.

Habe ich, Tanniel Meringoth, dessen Name seit Jahrzehnten in jeder Taverne bis über die Grenzen des Reiches hinaus besungen wird, überhaupt eine Vorstellung nötig? Und wenn ja, warum sollte ich jemand anderem überlassen, was ich selbst so viel besser könnte? Ich mag es nicht, wenn fremde Federn in meinen Büchern herumkratzen. Es kostete mich bereits sämtliche Überwindung, dies der gegenwärtigen Königin Aritanniens zu gestatten und selbst ihr erlaubte ich es bloß, weil dies mindestens ebenso sehr ihre Geschichte ist wie die meine.

So, jetzt ist es mir gelungen. Ich wirke unbequem. Na und? Ich bin unbequem! Das werden Sie auch, wenn Sie in mein Alter kommen. Lesen sollten Sie dieses Buch dennoch. Ich verspreche, es ist zugänglicher als ich.

Entgegen meiner vorangegangenen Feststellung werde ich mich Ihnen dennoch kurz vorstellen. Ich habe nämlich eine Erziehung genossen. Keine besonders gute, wie ich betonen möchte, doch eben auch keine, die so schlecht war, dass ich Fragen der Etikette mit einem halbherzigen Achselzucken abschmettern könnte.

Gestatten Sie mir daher, Ihnen zu offenbaren, was ohnehin jedes vernunftbegabte Wesen über mich weiß, welches die letzten vierzig Jahre nicht in völliger Isolation zugebracht hat. Ich verspreche Ihnen, es ganz einfach zu halten.

Alle Geschichten, die Sie je über mich gehört haben, sind wahr. Ausnahmslos. Die Guten wie die Schlechten. Ich bin dieser Dichter, dieser Scharlatan, Mörder und Säufer, dessen Abenteuer seit Jahrzehnten von jedem verdammten Barden des Reiches zerpflückt werden. Die Zahl der Lieder über mich muss in die Tausende gehen, auch wenn sie nicht alle meinen Namen nennen.

Beschützer der Alten und Armen, ruft man mich im Westen, Räuber der Jungfräulichkeit im Norden, im Süden heißen sie mich Bote des Todes und im Osten einfach Tanniel. Die Menschen dort waren noch nie besonders kreativ. Was einige meiner weniger bekannten Pseudonyme betrifft, bewahre ich lieber Stillschweigen. Viele davon stehen mitdiversen Verbrechen in Verbindung, derer ich nur ungern schuldig gesprochen werden möchte. Mancherorts wird man ja schon als Verbrecher tituliert, wenn man einen Apfel vom Baum pflückt. Wobei ich betonen möchte, dass ebenjener Apfel in gewisser Weise ausschlaggebend für die Rettung der Welt war.

Verzeihen Sie, ich schweife ab.

Bei den genannten Namen handelt es sich im Übrigen nur um ausgewählte Beispiele. Ich könnte noch mehr nennen, schließlich ist Papier geduldig, doch fürchte ich, dass dies nicht auf meine Leser zutrifft. Drachen, Räuber und holde Maiden, davon wollen Sie lesen. Und zwar zu Recht! Solche Geschichten sind mir schließlich auch die liebsten.

Daher will ich Sie beruhigen. All das wartet bereits auf den nächsten Seiten. Schön artig verpackt zwischen zwei soliden Buchdeckeln, und nicht roh, ungewaschen und übellaunig, wie es sich mir auf meinen Abenteuern entgegengeworfen hatte.

Es gibt sicherlich noch einiges über mich zu sagen, beispielsweise, dass ich als Waise aufwuchs oder dass meine Lieblingsfarbe grün ist, doch bin ich der Überzeugung, dass es Ihnen größere Freude bereiten wird, dies selbst herauszufinden. Lesen Sie einfach meine Romane! In jedem einzelnen davon befinden sich Teile meines Selbst, die sich wie ein Puzzle zusammensetzen lassen.

Doch seien Sie gewarnt, das Ergebnis mag Sie schockieren! Mir zumindest erging es so. Ein Schreiber mag wie gedruckt lügen, doch zwischen seinen Zeilen, da versteckt sich stets die Wahrheit.

Eine Aussage, die uns direkt zum Entstehungsgrund dieses Buches katapultiert.

Wo fange ich an?

Wie Ihnen bekannt ist, habe ich vor vielen Jahren ein wahrhaft großartiges Buch verfasst.

Die Chronica Daemonica.

Dieses geschichtsträchtige Machwerk enthält die Mitschriften meiner größten Abenteuer. Auf weit über eintausend Seiten zeichnet es den Werdegang meiner legendären Heldentruppe nach. Von unserem Aufbruch aus der Hauptstadt, über die Vernichtung des Dämonenfürsten durch die Hand meines geliebten Bruders, bis hin zur Wiederherstellung der Ordnung nach dem Eintreten des großen Chaos. Meine Chronica umfasst alle Abenteuer, die wir auf unseren Reisen erlebt haben. Das zumindest habe ich Sie, meine werten Leser, stets glauben lassen.

Wie meine vorangegangene Aussage bereits andeutet, entspricht dies bedauerlicherweise nicht vollständig der Wahrheit.

Ein altes aritannisches Sprichwort besagt, dass es stets der Sieger ist, der die Geschichte schreibt. Er formt das Bild, welches die Zukunft von der Vergangenheit hat. Das, so muss ich zugeben, ist eine große Verantwortung, an der ich vor vielen Jahren gescheitert bin. Es gibt Geschichten und Erlebnisse, die ich der Welt vorenthalten habe, weil ich mich davor fürchtete, nicht als jener Held wahrgenommen zu werden, der ich unbedingt sein wollte.

Was soll ich sagen? Ich war jung und eitel, so wie alle anderen aus meiner Truppe auch. Wir waren davon überzeugt, dass wir den Applaus und die Bewunderung der freien Völker verdient hatten. Und wer konnte es uns verdenken? Wir haben schließlich die gesamte Welt gerettet! Das ist eine Tatsache, an der auch die absolute Wahrheit nichts ändern wird. Wenn Sie jetzt also mit dem Finger auf uns zeigen wollen, dann erinnere ich gern daran, dass weder Sie noch Ihr Finger heute noch existieren würden, wenn wir nicht die Courage aufgebracht hätten, uns der größten Bedrohung aller Zeiten in den Weg zu stellen.

Das einzig Gute am Alter ist, dass es mit zunehmender Weisheit einhergeht. Ihre Bewunderung, werter Leser, bedeutet mir im Grunde genommen nicht viel mehr als eine warme Tasse Milch. Auf die ich im Übrigen allergisch reagiere. Dies sollte wohl zur Einordnung erwähnt werden.

Mein Blick richtet sich mittlerweile voll auf die Zukunft. Ich bin mir sicher, dass sie neue Gefahren und vor allem auch neue Helden bereithalten wird. Diese Recken von morgen sind es, denen ich die volle Wahrheit schulde. Ich würde mich schämen, wenn ich zuließe, dass unser Ruhm einen derart hohen Schatten wirft, dass es der nächsten Generation nicht gelänge, aus diesem herauszutreten.

Wie jedem bekannt sein dürfte, retteten meine Gefährten und ich die Welt vor den schändlichen und wortwörtlich grenzenlosen Ambitionen des Dämonenfürsten. Bisher unbekannt ist jedoch, dass der Erzmagus Dobrint uns vorher mit dem Auftrag aussandte, nichtweniger als zweihundert Manakristalle aufzutreiben, die, wie es das Schicksal wollte, überall im Lande Aritannien verstreut waren. Um den gehörnten Bastard zu besiegen, wurden nämlich verdammt große Mengen Mana benötigt.

Da sechzehn Augen auch nicht mehr sehen als vier, teilte uns der Zauberer in Zweiergruppen auf. Zu meinem anfänglichen Missfallen beorderte mich der alte Gockel an die Seite einer knallharten Söldnerin und obendrein auch diabolistischen Priesterin mit dem klangvollen Namen Alekto Pheles. Ich bin mir sicher, dass sich im gesamten Land kein unpassenderes Paar hätte finden lassen und doch (oder vielleicht gerade deshalb?) bildeten wir eine überraschend kompetente Einheit, der es zwar nicht an außergewöhnlichen Eigenschaften mangelte, dafür jedoch häufig an Konsens. Dies liegt glücklicherweise in der Vergangenheit. Alekto und ich sind enge Freunde geworden. Anfangs allerdings, so muss ich gestehen, erschien mir die okkulte Kriegerin in schwarzer Ledermontur ein wenig suspekt.

Mittlerweile habe ich verstanden, dass der Erzmagus uns nur deshalb auf die Suche nach Manakristallen geschickt hatte, damit wir als Helden über uns hinauswuchsen. Der tausendjährige Zauberer mochte sich zwar nicht mehr der besten Augen rühmen, doch gut genug, um das Grün hinter unseren Ohren zu erkennen, waren sie allemal.

Wie so häufig lag der Erzmagus mit seiner Entscheidung goldrichtig. Das tat er eigentlich immer, bis auf einmal, versteht sich. Doch das ist ein Geheimnis, welches an einem anderen Tag offenbart wird.

Nun denn, ich lade Sie hiermit ein, mich auf eine Reise durch die Vergangenheit zu begleiten, die banaler nicht hätte beginnen und dramatischer nicht hätte enden können.

Ihnen bleibt nur noch eins zu tun. Lehnen Sie sich zurück und gönnen Sie sich ein Glas Wein. Molewschen Roten oder von mir aus auch Weißen Götting aus dem Osten, wenn Sie der Meinung sind, es der Bourgeoisie damit so richtig zu zeigen. Lüge und Wahrheit hin oder her, die...



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