E-Book, Deutsch, 320 Seiten
St. Aubin Perfect Girl Paradox
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7499-0854-7
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman | Kunstvolle Second-Chance-Romance | Mental Health als zentrales Thema | Friends-to-Lovers | Für Fans von Emily Henry und Carley Fortune | USA Today Bestsellerautorin
E-Book, Deutsch, 320 Seiten
ISBN: 978-3-7499-0854-7
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Kein Durchbruch ohne Zusammenbruch
Lark Woodley hatte alles: In ihrer Heimatstadt Spring Valley war sie Homecomingqueen, Abschiedsrednerin, diejenige mit dem perfekten Lächeln und dem perfekten Leben. Doch eine schicksalshafte Nacht bringt das Kartenhaus zum Einsturz.
Heute hat Lark sich verändert und versucht verzweifelt, an den Trümmern der Vergangenheit festzuhalten und sie wieder zusammenzusetzen.
Um ihrem mittlerweile tristen Leben etwas mehr Farbe zu verleihen, nimmt Lark an einem Kunstkurs teil - doch dieser wird von niemand Geringerem als Nick Hoffman geleitet, dem heißen Typen, den sie noch von der Highschool kennt. Und plötzlich nimmt ihre Welt wieder Gestalt an, alles wird bunter bei nachmittäglichen Margaritas und spätabendlichem Apfelkuchen mit Schokoladeneis. Nick schafft es, sie aus ihrem grauen Alltag zu ziehen. Doch in Larks Leben ist nichts mehr perfekt, und so ist ihr klar, dass das, was sie glaubt, gefunden zu haben, ein Verfallsdatum hat. Oder kommt es dieses Mal anders als sie denkt?
Cynthia St. Aubin schrieb ihr erstes Theaterstück im Alter von acht Jahren und ließ es von ihren Brüdern für den Eintrittspreis von Kaugummipackungen aufführen. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass sie die Verpackungen im Voraus zur Verfügung stellte. Als sie groß genug war, um die oberste Schublade der elterlichen Kommode zu erreichen, begann sie, den Geheimvorrat ihrer Mutter an Liebesromanen zu stehlen, und ist seitdem in die Liebe verliebt. Als eingefleischte Käsesüchtige und aufstrebende Katzendame lebt sie in Texas mit einem gut aussehenden Musiker zusammen.
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Zwei
Er hätte nicht nach Hause zurückkehren sollen.
Dieser Gedanke ging Nick Hoffman nicht mehr aus dem Kopf, seit er mit seinem BMW vor fast einem Monat die Stadtgrenze von Spring Valley passiert hatte.
Womit sich die irrsinnige Vorstellung, dass ihm die Rückkehr in eine Stadt, die er eigentlich hasste, helfen könnte, sich von seinem hektischen Leben in Manhattan zu erholen, umgehend in Luft auflöste.
Und zwar noch bevor seine Mutter ihn dazu überredete, einen Kunstkurs für zwei, oder nein, drei Schülerinnen zu halten.
Eine von ihnen hockte in diesem Moment auf der Parkplatzmauer wie eine Prinzessin, die sich in einen steinernen Wasserspeier verwandelt hatte.
Nick hatte sich so sehr gewünscht, dass sie schon weg wäre.
Sie musste einfach weg sein.
Und genau aus diesem Grund hatte er zehn Minuten länger als nötig im Klassenzimmer herumgewerkelt, bevor er sich auf den Parkplatz wagte.
Ihm war klar gewesen, dass er exakt das tun würde, was er jetzt tat, als er Lark Hockney mit diesem entsetzten Ausdruck auf ihrem blassen, herzförmigen Gesicht sah.
Sich kopfüber in ein Drama stürzen, das ihn nichts anging. Was genau das Gegenteil von dem war, worum es in diesem Sommer gehen sollte.
Hattest du nicht vor, dich hier auf nichts einzulassen?
Er konnte die Stimme seines Vaters so deutlich hören, als säße sein alter Herr wie ein Zeichentrickteufel auf seiner Schulter.
Beunruhigend, wenn man bedachte, dass Pop schon seit zehn Jahren tot war.
Und doch passierte genau das immer wieder, seit er im Haus seiner Mutter wohnte.
Ein toter Mann, der ihm ungefragt Ratschläge zu seiner Karriere gab. Seinem Liebesleben. Seinem Schwur, alles zu vermeiden, was in etwa den Verstrickungen ähneln könnte, die er beim Verlassen der Stadt hinter sich gelassen hatte.
Ein Schwur, den er nun brach.
Nick räusperte sich. »Hey«, sagte er.
»Hey.«
»Wartest du auf jemanden?«, fragte er.
Lark zog ihren übergroßen Kapuzenpulli fester um sich. »Nö. Mir gefällt nur die Aussicht.«
Sie besaß also zumindest noch genug Kampfgeist, um eine neunmalkluge Antwort zu geben. Das war gut.
Was nach allem, was er vorhin beobachtet hatte, nicht unbedingt zu erwarten gewesen war.
Sie zu sehen, hatte ihn schwer schockiert.
Lark Hockney. Die Königin der gesamten verdammten Highschool, hatte sich in ein blasses, dünnes, zittriges Gespenst verwandelt, das auf seinen Skizzenblock starrte, als wäre es von ihm verraten worden. Der Ausblick auf den einsamen Parkplatz war auch nicht viel freundlicher.
»Ich werde jeden Moment abgeholt.«
»Cool.« Er lehnte sich gegen die Wand.
»Ich bin echt okay.« Sie nagte an einer bereits zerfetzten Nagelhaut. »Du musst nicht hierbleiben.«
Nick schenkte ihr ein, wie er hoffte, beschwichtigendes Lächeln. »Es macht mir nichts aus.«
Lark ballte sich zu einem noch festeren Knäuel zusammen, was er bis zu diesem Moment nicht für möglich gehalten hätte. »Also, ich will nicht unhöflich sein, aber ich wäre wirklich lieber allein, okay?«
»Kein Problem.« Nick raffte seine Sachen zusammen, ging ein paar Schritte den Bürgersteig entlang und stellte sie dann wieder ab.
Lark drehte sich um und sah ihn an. »Du bist immer noch hier.«
»Das hängt davon ab, wie du hier definierst«, antwortete er.
»Ich kann dich noch sehr gut sehen«, bemerkte sie.
»Der Solipsismus besagt, dass das Wissen über alles, was außerhalb des eigenen Geistes liegt, unsicher ist. Die äußere Welt und andere Gedanken kann man nicht kennen, und deswegen existieren sie vielleicht gar nicht. Also technisch gesehen …«
»Damit hast du deine Abschlussprüfung in Kunstgeschichte nicht retten können, und es funktioniert auch jetzt nicht.«
Nick war überwiegend geschmeichelt, dass sie sich daran erinnerte. Denn er hätte gewettet, dass Lark Hockney sich vor allem daran erinnerte, wie er die Jahrbuchseite ruiniert hatte, indem er sich geweigert hatte, sich fotografieren zu lassen. Weshalb ihr perfektes Foto für alle Ewigkeit über einer schwarzen Fläche namens Fenwick Hoffman schweben würde.
Verdammt, ich war wirklich ein überheblicher kleiner Scheißer.
»Wie wäre es dann damit? Ich würde mich nicht wohlfühlen zu gehen, bevor du abgeholt wirst. Betrachte es als die moralische Verpflichtung deines Kursleiters.«
Lark sprang von der Mauer herunter und schnappte sich ihre Mappe vom Bürgersteig. »Ich bin nicht daran interessiert, jemandes moralische Verpflichtung zu sein.«
Ihre Worte klangen giftig genug, um zu bestätigen, was er bereits vermutet hatte.
Sie hatte sich nicht aus freien Stücken für seinen Kurs angemeldet.
Nick joggte ein Stück, um sie einzuholen, als sie auf den Ausgang des Parkplatzes zumarschierte. »Hör mal, ich will mich nicht einmischen, aber du kannst nicht nach Hause laufen.«
»Warum nicht?«, fragte sie. »Ich gehe gern zu Fuß.«
»Selbst unter normalen Umständen wäre das keine gute Idee.«
Lark blieb abrupt stehen und warf ihm einen eisigen Blick zu. »Unter normalen Umständen?«
Sein Herz begann zu pochen. »Wenn es nicht stockdunkel wäre, regnen würde und euer Haus nicht so weit außerhalb der Stadt läge, dass sogar ein Marine sich weigern würde, zu Fuß zu gehen.«
Ihr verkniffenes Lächeln erreichte ihre rot geränderten Augen nicht. »Ich bin okay, Nick. Versprochen.«
»Nein, bist du verdammt noch mal nicht.« Die Worte waren aus seinem Mund gekommen, und jetzt konnte er sie nicht mehr zurücknehmen. »Du hast dreißig Minuten lang hinten in meinem Klassenzimmer gesessen, als würdest du gleich losheulen, und den Papierkorb mit einem halben Dutzend Skizzen gefüllt. Jetzt stehst du im Regen, bist klatschnass und wartest darauf, abgeholt zu werden. Du siehst aus, als hättest du seit einem Jahr nicht mehr geschlafen, und ich lasse dich auf keinen Fall allein im Dunkeln am Stadtrand zurück.«
Zu seinem blanken Entsetzen begann ihr Kinn zu zittern. Ohne Vorwarnung ließ sie die Mappe auf den Boden fallen und rannte davon.
»Lark!«, rief er ihr hinterher. »Warte.«
Zu spät fiel ihm ein, dass sie auf der Spring Valley High eine der besten Sprinterinnen des Landes gewesen war.
Leise fluchend warf er einen Blick zurück auf den Parkplatz. Seine Chancen, sie einzuholen, während er ihre Tasche trug, waren gering bis gar nicht vorhanden. Er änderte die Richtung, rannte zu seinem Auto, pfefferte die überdimensionale Mappe auf den Rücksitz und startete den Motor, noch bevor er sich angeschnallt hatte. Er entschuldigte sich in Gedanken bei seiner Mutter und trat aufs Gas.
Lark war bis zur ersten Ampel gekommen, als er neben ihr an den Bordstein fuhr und das Fenster auf der Beifahrerseite herunterkurbelte.
»Weißt du, die SVPD patrouilliert noch immer ständig auf dieser Straße«, schrie er so laut, dass sie ihn durch das Fenster hören konnte. »Wenn du also nicht von einem Spring-Valley-Polizisten mitgenommen werden willst, solltest du lieber einsteigen.«
Der Regen wurde jetzt heftiger, er prasselte auf die Windschutzscheibe und schlug gegen das Schiebedach. Endlich wurde Lark etwas langsamer, dann hielt sie ganz an. Sie blieb schwer atmend, den Blick auf die vor ihr liegende Straße gerichtet, mitten auf dem Bürgersteig stehen. Er konnte den Kampf, den sie im Geiste austrug, praktisch sehen.
Erst in diesem Moment wurde ihm klar, dass sie zwar seinen Namen kannte, aber deswegen noch lange nicht ihn.
Damals jedenfalls hatte sie ihn nicht gekannt.
Und jetzt auch nicht.
»Wenn du Bedenken hast, kannst du jemanden anrufen und auf Lautsprecher stellen, während wir fahren«, schlug er vor.
»Mein Handy ist tot«, antwortete sie mit flacher Stimme.
»Dann können wir meins nehmen.« Er holte es aus seiner Tasche und hielt es ihr vor die Nase.
Lark sackte etwas zusammen, und er spürte einen Anflug von Erleichterung, als sie auf seinen Wagen zuging.
Er öffnete die Beifahrertür, und Lark glitt hinein. Er wollte ihr sein Handy geben, doch sie schüttelte nur den Kopf.
»Ist schon in Ordnung«, sagte sie.
Nick wusste nicht, ob er geschmeichelt sein sollte oder besorgt über ihre mangelnde Vorsicht.
Er tastete auf dem Rücksitz nach seiner Sporttasche und zog ein Handtuch heraus. »Es ist sauber«, sagte er. »Und ich benutze Weichspüler und alles.«
Zumindest, solange er sich in der Nähe seiner Mutter aufhielt, die behauptet hatte, sich mit Sandpapier abtrocknen zu müssen, als sie einmal in seinem Rattenloch in Manhattan übernachtet hatte.
»Danke.« Lark trocknete sich das Gesicht ab, bevor sie den durchnässten Kapuzenpullover über den Kopf zog. Das Tanktop darunter war ebenfalls feucht und klebte so an ihren Brüsten, dass seine Jeans eng wurde.
Dann tupfte sie das Top ab und zog sich ein Gummiband aus dem Haar. Die vom Regen dunklen kastanienbraunen...




