E-Book, Deutsch, 140 Seiten
Reihe: Baccara
St. John Süße Geheimnisse jener Nacht
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-2811-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 140 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7515-2811-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sharis süße Küsse, die perfekten Kurven ihres Körpers: Grant hat die berauschende Nacht mit ihr vor fünf Jahren nie vergessen. Als er erfährt, dass Shari jetzt in Chicago wohnt, sucht er sie spontan auf. Und erkennt schockiert, was sie ihm all die Zeit verschwiegen hat ...
Yahrah St. John hat bereits dreißig Bücher geschrieben. Wenn sie nicht gerade zu Hause an einer ihrer feurigen Liebesgeschichten mit unwiderstehlichen Helden und temperamentvollen Heldinnen arbeitet und sie mit einem Schuss Familientragödie würzt, kocht sie gern aufwändige kulinarische Leckereien oder reist auf der Suche nach neuen Abenteuern um die Welt. St. John ist Mitglied der Romance Writers of America. Weitere Informationen finden Sie auf www.yahrahstjohn.com.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
PROLOG
„Komm doch mit“, bat Shari ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Dina English. Sie saßen in ihrem gemeinsamen Zimmer im Studentenwohnheim der Ledgeman Universität. „Alle gehen hin. Grant auch.“
Shari war bis über beide Ohren verliebt in Grant Robinson, den über einen Meter achtzig großen Mädchenschwarm. Er sah unverschämt gut aus und war ein brillanter Student. Shari kannte sonst niemanden, der sich umzog, bevor er in eine Vorlesung ging. Aber Grant erschien immer in langer Hose, ordentlich gebügeltem Hemd und geputzten Schuhen. Das Problem war, dass Grant jedes Mädchen haben konnte. Shari verzehrte sich also nach einem Mann, der für sie unerreichbar war. Sie hatte schon oft darüber nachgedacht, warum sie sich einer so aussichtslosen Sache verschrieben hatte. Vielleicht lag es daran, dass Grant genauso nett war, wie er aussah. Er behandelte Shari stets mit Respekt und in den Seminaren schenkte er ihren Ideen und Meinungen große Aufmerksamkeit.
„Also gut, ich komme mit“, erwiderte Dina seufzend. „Sonst verpasse ich noch das Ende der Geschichte.“
„Du rettest mir das Leben“, sagte Shari erleichtert.
Ohne Dina hätte sie sich nämlich nicht getraut, auf die Party zu gehen. Dina war einen Meter fünfundsiebzig groß, schlank und mit ihrem schmalen Gesicht und den hohen Wangenknochen umwerfend hübsch. Sie gehörte zweifellos zu den beliebtesten Mädchen auf dem Campus. Shari hingegen war mit einem Meter achtundsechzig um einiges kleiner geraten, hatte ausgeprägte weibliche Kurven und fand ihr Gesicht viel zu rund und ihre Nase viel zu groß.
Dieser Umstand konnte jedoch im Moment ihre gute Laune nicht trüben. Während sie sich für die Party schick machte, summte sie selbstvergessen vor sich hin.
Einige Stunden später stürzten sie sich ins Getümmel der Party, die von der Studentenverbindung Omega Psi Phi veranstaltet wurde. Dina trug hautenge Jeans und ein gewagtes schulterfreies Top. Sie sah aus, als wäre sie einem Modemagazin entstiegen. Shari hatte sich für schwarze Jeans und ein nagelneues bunt bedrucktes T-Shirt entschieden. Da sie seit Beginn des Studiums einige Kilo zugenommen hatte, die sie noch nicht wieder losgeworden war, saßen zumindest die Jeans ziemlich eng.
Dina arbeitete sich lachend und flirtend durch die Menge und überließ Shari ihrem Schicksal. Die Vorstellung, Grant wiederzusehen, machte sie ziemlich nervös. Daher trank sie ein Bier nach dem anderen, bis sie ihre Umgebung nur noch verschwommen wahrnahm. Dennoch konnte sie sich genau an den Moment erinnern, als Grant wie ein Ritter in schimmernder Rüstung die Szene betrat und ihr mitteilte, er würde sie unverzüglich nach Hause bringen, weil sie vollkommen betrunken war. Dass das Objekt ihrer Begierde solches Interesse an ihrem Wohlergehen zeigte, versetzte Shari in Entzücken.
Als sie in ihrem Zimmer angelangt waren, brachte Grant sie in ihr sorgfältig gemachtes Bett, das gleich neben Dinas unordentlicher Schlafcouch stand.
„Es gefällt mir gar nicht, dich so ganz allein hierzulassen“, sagte er, nachdem er sie zugedeckt hatte.
„Dann bleib doch noch eine Weile hier“, schlug Shari vor.
„Okay.“ Er setzte sich auf die Bettkante und verschränkte die Hände im Schoß.
Nach einer Stunde, in der sie sich ausführlich über verschiedene Seminare und den Klatsch auf dem Campus ausgetauscht hatten, stand er auf und machte Anstalten zu gehen, da Shari ihm wieder einigermaßen nüchtern vorkam.
„Warte!“ Shari kniete sich hin, schlang ihm die Arme um den Hals und küsste ihn. Grant wirkte verblüfft, als ob er das nicht hatte kommen sehen.
Shari ließ ihn los. „Findest du mich hässlich?“, fragte sie und runzelte die Stirn. Sie kam sich plötzlich ziemlich idiotisch vor. Sie hätte ihn nicht küssen sollen.
„Natürlich nicht.“
„Aber nicht hübsch genug für einen Kuss“, setzte Shari nach. „Deshalb hast du ihn auch nicht erwidert. Stimmt mit mir etwas nicht? Ich meine, nicht einmal mein sogenannter Freund Thomas küsst mich. Dabei sollte er doch eigentlich, oder nicht?“
„Mit dir ist alles in Ordnung.“ Grant blickte sie an, schob ihr eine Haarsträhne hinters Ohr und streichelte ihre Wange. Dann küsste er sie, als ob er sie von seinen Worten überzeugen wollte. Es war allerdings kein einfacher Kuss, sondern einer, der Leidenschaft und Verlangen weckte. Es dauerte nicht lange, bis mehr daraus wurde. Grant drückte Shari sanft auf das Bett zurück, beugte sich über sie und zog sie in seine Arme. Sie umfasste sein Gesicht und erwiderte seinen Kuss voller Sinnlichkeit und Begierde.
Während er mit seiner Zunge ihre umspielte, ließ er die Hände über ihren Körper gleiten. Er presste Shari an sich, bis sie seine Erregung spüren konnte. Als er ihr das T-Shirt über den Kopf zog, erhob sie keine Einwände. Auch nicht, als er die Hände auf ihre Brüste legte und schließlich ihren BH öffnete. Sie war gänzlich gefangen von seinem Kuss und den Gefühlen, die sie schon so lange für Grant hegte.
Sein Atem wurde schwer. Shari wollte mehr. Aber Grant löste sich von ihr und hob den Kopf.
„Warum hörst du auf?“, fragte sie und sah ihm in die Augen. Sie wusste, dass er sie begehrte, denn sie konnte es unterhalb seiner Gürtellinie ganz deutlich fühlen. Und sie selbst wollte ihn so sehr, dass es schmerzte. All ihre Sinne waren auf Grant gerichtet. Er schmeckte salzig und ein wenig bitter nach den Chips und dem Bier auf der Party. Er roch nach einem dezenten würzigen Rasierwasser und frisch gewaschener Wäsche. Und er fühlte sich so unglaublich gut an. Sein dunkles lockiges Haar war nicht so stumpf und widerspenstig wie das vieler anderer Männer. Es war fein und seidig und weckte in ihr den Wunsch, die Finger darin zu vergraben. „Ich will nicht, dass du aufhörst“, sagte sie und streckte einen Arm nach ihm aus. „Ich will das hier. Ich will dich.“
Shari konnte sehen, wie sehr Grant mit sich kämpfte. Sie sah das Verlangen in seinen jadegrünen Augen. Es war höchst aufregend für sie, dass dieses Verlangen ihr galt. Um ihm bei seiner Entscheidung zu helfen, beugte sie sich vor, strich mit der Zunge über seinen Hals und knabberte an seinem Ohrläppchen. Als er leise aufstöhnte, wusste sie, dass sie eine seiner empfindlichen Stellen gefunden hatte. Sie hoffte, dass sie ihn nun da hatte, wo sie ihn wollte, und es kein Zurück mehr für ihn gab. Sie konnte ihren Wagemut kaum fassen. Doch sie begehrte diesen Mann so sehr. Sie glitt auf seinen Schoß und schmiegte sich an ihn. Die Nähe seines Körpers löste ein unglaubliches Gefühl zwischen ihren Beinen aus.
Shari erkannte den Moment, in dem er seinen Widerstand aufgab, denn er küsste sie erneut und noch leidenschaftlicher als zuvor. Die Intensität seines Kusses jagte ihr einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Er umfasste ihre Brüste und senkte dann den Kopf, um die Lippen auf eine ihrer Brustwarzen zu legen. Shari vergaß zu atmen. In dem Verlangen nach mehr drängte sie sich an ihn.
Grant zog den Reißverschluss ihrer Jeans herunter und befreite sie geschickt von Hose und Slip. Es dauerte nicht lange, bis er gleichfalls nackt neben ihr lag. Er küsste sie. Er streichelte sie. Er erkundete jeden Zentimeter ihrer Haut. Sie hielt die Luft an, als er in sie eindrang und begann, sich behutsam in ihr zu bewegen. Sie spürte den kurzen Schmerz kaum, als er ihr Jungfernhäutchen durchstieß. Offenbar hatte auch er nicht bemerkt, dass dies ihr erstes Mal war. Seine langsamen Stöße lösten unbekannte Wellen der Lust in ihr aus. Sie stöhnte auf und warf den Kopf zurück. Sie hatte das Gefühl, als ob sich tief in ihrem Inneren ein Glühen ausbreitete, das sie jeden Moment in Flammen setzen würde.
Sie erreichten den Höhepunkt fast gleichzeitig. Ein lustvolles Beben und Zucken durchlief ihren Körper, und dann spürte Shari, wie Grant erschauerte. Er ließ sich neben ihr auf die Matratze fallen und streichelte zärtlich ihr Gesicht. Sie verspürte einen inneren Frieden wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Ihr erstes Mal war mit Grant gewesen, und das war mehr, als sie je zu hoffen gewagt hatte. Kurz bevor sie einschlief, wünschte sie sich dennoch, dass sie irgendwann noch einmal einen solchen Moment mit ihm erleben würde.
„Was zur Hölle ist denn hier los?“, fragte Dina am nächsten Morgen. Sie stand an der Tür und starrte fassungslos auf Sharis zerwühltes Bett.
Shari richtete sich auf und rieb sich die Augen. Ihr Blick glitt von Dina zu Grant, der erschrocken hochfuhr. Dina war offenbar erst jetzt nach Hause gekommen. Verlegen schlang Shari die Bettdecke um ihren nackten Körper.
„Wir wissen wohl alle, was hier los ist“, sagte Grant. „Wärst du so nett, uns noch ein wenig Privatsphäre zu lassen, Dina?“
„Mir bleibt kaum etwas anderes übrig“, fauchte Dina und knallte die Tür zu.
Sobald sie allein waren, sprang Grant aus dem Bett, schlüpfte hastig in seine Sachen und verließ das Zimmer. Er war so schnell verschwunden, dass Shari keine Gelegenheit hatte, ihm zu sagen, wie schön sie ihre gemeinsame Nacht gefunden hatte.
Am nächsten Tag wurde es noch schlimmer. Shari kam nicht umhin zu bemerken, wie verlegen Grant wirkte, als sie sich wiedersahen. Mit der unbeschwerten Freundschaft, die sie früher miteinander verbunden hatte, schien es vorbei zu sein. Stattdessen herrschte zwischen ihnen Befangenheit und eine peinliche Anspannung. Shari hatte nicht die geringste Idee, was sie dagegen unternehmen könnte. Schließlich entschied sie sich dafür, Grant die Befangenheit zu nehmen, indem sie ihre gemeinsame Nacht als flüchtige Affäre abtat.
...



