E-Book, Deutsch, Band 2240, 144 Seiten
Reihe: Baccara
St. John Wann sagt ein Milliardär Ja?
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0905-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2240, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7515-0905-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie kommt sie bloß an Wynn Starks ran? Die schöne Marketingchefin Giana will den Milliardär unbedingt dazu bringen, mit dem Imperium ihrer Familie einen Werbevertrag abzuschließen. Nur dann nimmt ihr Vater sie endlich ernst. Doch Wynn weicht ihr ständig aus! Bis Giana bei einer Gala ausgerechnet mit ihm im Fahrstuhl stecken bleibt. Was dann passiert, ist wenig professionell - dafür unverschämt sinnlich! Giana möchte mehr, aber Wynns Ja zu heißem Sex bedeutet leider ein entschiedenes Nein zu gemeinsamen Geschäften...
Yahrah St. John hat bereits dreißig Bücher geschrieben. Wenn sie nicht gerade zu Hause an einer ihrer feurigen Liebesgeschichten mit unwiderstehlichen Helden und temperamentvollen Heldinnen arbeitet und sie mit einem Schuss Familientragödie würzt, kocht sie gern aufwändige kulinarische Leckereien oder reist auf der Suche nach neuen Abenteuern um die Welt. St. John ist Mitglied der Romance Writers of America. Weitere Informationen finden Sie auf www.yahrahstjohn.com.
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1. KAPITEL
„Irgendwelche Neuigkeiten, Giana?“, fragte Roman Lockett im Managermeeting der Atlanta Cougars am Montag nach Thanksgiving.
Giana war die Marketing- und Markenchefin des Footballteams. Sie verabscheute es, wenn ihr Bruder sie aufrief, als sei er der Lehrer und sie die Schülerin – besonders, da sie die einzige Frau an einem Tisch war, an dem außer ihr nur Männer saßen.
„Ich arbeite zusammen mit der Lockett Foundation daran, die Jugend- und Gemeindearbeit des Teams voranzutreiben. Und wir liegen in den letzten Zügen für die Planung eines College-Basketballturniers hier in der Arena.“
„Ausgezeichnet, Giana“, sagte ihr Vater, Josiah Lockett. „Und wie sieht es mit den Werbeverträgen für Curtis aus?“
Curtis Jackson war Wide Receiver, das neueste Mitglied der Atlanta Cougars und ein Star.
„Wir haben Werbeverträge für Turnschuhe, Fast Food, Handys und Luxuswagen in Aussicht.“
„Was ist mit Sportgetränken?“, hakte ihr Vater nach.
Giana wusste genau, worauf er hinauswollte. Er wollte mit LEAN zusammenarbeiten, der Getränkemarke von Wynn Starks. Doch der aalglatte Milliardär hatte Giana das ganze Jahr über auf Abstand gehalten. Normalerweise war es andersherum – Firmen bemühten sich um Verträge mit den Spielern, aber LEAN schien fest entschlossen, keine Verbindung mit den Atlanta Cougars einzugehen. Deswegen war der Deal auch so reizvoll für ihren Vater. Er konnte mit einem Nein einfach nicht umgehen.
Giana hatte es bereits auf dem üblichen Weg versucht: Sie hatte mit Starks’ Marketing-Team darüber gesprochen, wie gewinnbringend eine Partnerschaft ihrer Firmen sein könnte. Und sie hatte mit seinem persönlichen Assistenten telefoniert, in der Hoffnung, über diesen Kanal vielleicht weiterzukommen. Aber Wynn Starks schüttelte sie seit Monaten beharrlich ab. Am Ende siegte jedoch ihre Ausdauer: Sie hatte für heute ein Meeting mit ihm vereinbart.
„Ich prüfe momentan alle Optionen“, antwortete Giana schließlich, bewusst ausweichend.
„Hervorragend. Klingt so, als hättest du die Situation im Griff.“ Roman zwinkerte ihr zu. „Schauen wir uns als Nächstes die Liste der Verletzten an. Die Playoffs stehen kurz bevor.“
Kurz darauf wurde das Meeting beendet. Ihr Vater eilte gleich zu seinem nächsten Termin und verschonte Giana mit einem weiteren Verhör darüber, warum sie den Starks Inc.-Deal noch nicht abgeschlossen hatte.
„Danke für die Hilfe, Rom“, sagte sie, nachdem die anderen den Raum verlassen hatten.
„Ich stehe immer hinter dir.“
Giana sah zu ihrem großen Bruder auf. „Danke.“ Mit seinen ein Meter achtundachtzig war er um einiges größer als sie. Heute trug er einen grauen Designeranzug mit einer marineblauen Krawatte und sah damit ganz aus wie der Geschäftsführer, zu dem sein Vater ihn vor wenigen Monaten ernannt hatte, nachdem er selbst den Posten niedergelegt hatte. Roman war gut aussehend, mit milchkaffeebrauner Haut so wie ihre auch und einem sorgsam gestutzten Bart.
„Ich dachte mir, du kannst darauf verzichten, dir von Dad einen Vortrag über LEAN anzuhören.“
„Stimmt, aber mach dir keine Sorgen. Ich habe heute ein Meeting mit Wynn Starks. Hoffentlich kann ich den Deal endlich abschließen.“
Roman hob die buschigen Augenbrauen. „Bist du da nicht vielleicht ein wenig zu zuversichtlich, Gigi? Der Kerl ist nicht leicht zu fassen.“
„Ich spiele auf Sieg, Rom“, erwiderte Giana. „Genau wie du.“
„Na dann hol ihn dir, Tiger.“ Er lachte, als sie aus dem Raum tänzelte.
Als sie wenige Minuten später wieder in ihr Büro kam, fiel ihr Chefinnen-Ego in sich zusammen. „Was soll das heißen: abgesagt?“ Giana verschränkte die Arme vor der Brust und sah ihre Assistentin, Mara Hall, an. „Ich dachte, die Sache sei fest ausgemacht.“
„Das war sie auch. Bis vor ein paar Minuten sein Assistent angerufen hat. Er sagte, Mr. Starks’ Terminkalender sei leider völlig ausgebucht.“
Giana verdrehte die Augen. Das war offenkundig eine Lüge. Wynn Starks musste ihren Namen auf seinem Terminplan entdeckt und seinen Assistenten angewiesen haben, das Meeting abzusagen. Was schon vor Wochen vereinbart worden war. Wie konnte er ihr nur immer wieder entwischen? Sie kannte die Antwort nicht, aber sie weigerte sich von nun an, weiter nach den Regeln zu spielen. „Mara, können Sie mir den Bericht bringen, den Nico Shapiro über Mr. Starks verfasst hat?“
Nico war der Ermittler, den die Atlanta Cougars in heiklen Situationen um Unterstützung baten. Er war verdammt gut in seinem Job.
„Aber natürlich.“ Mara verließ das Büro, und Giana lehnte sich verärgert zurück.
Wenn Mr. Starks mit harten Bandagen kämpfte, dann würde sie das eben auch tun. Sie war nicht mit drei Brüdern aufgewachsen, ohne gelernt zu haben, wie man andere austrickste.
Wenige Minuten später kehrte Mara zurück, eine Akte in den Händen. Sie reichte sie Giana.
„Danke“, sagte Giana. „Würden Sie bitte die Tür schließen?“
Kaum war Mara weg, ging Giana erneut den Bericht durch. Wie es aussah, besuchte Wynn regelmäßig ein Fitnessstudio; er boxte gern. Also überlegte sie sich eine Strategie. Sie würde genau dort auftauchen, wo er war, bis er gar keine andere Wahl mehr hatte, als mit ihr zu reden.
Wynn Starks war mies gelaunt. Er hatte gedacht, heute würde ein guter Tag. Er war fünf Meilen gelaufen. Beim Work-out hatte er einen klaren Kopf bekommen; perfekt, um sich anschließend auf die Geschäfte und seine Firma zu konzentrieren, die er vor mittlerweile zehn Jahren gegründet hatte.
Während er auf seinem Y2K – dem schnellsten Motorrad, das für den Straßenverkehr zugelassen war und von dem nur fünf Stück im Jahr gefertigt wurden – ins Büro fuhr und den Wind im Gesicht spürte, hatte er sich wunderbar lebendig gefühlt. Aber das war an diesem Morgen auch alles an guter Laune gewesen. Die Dinge waren äußerst schlecht gelaufen und das seit dem Moment, als sein Assistent Sam Clar ihn informiert hatte, dass ein Meeting mit Giana Lockett im Terminkalender stand.
Sam war ein zurückhaltender junger Mann mit blasser Haut, meist zerzaustem braunem Haar und einem warmen Lächeln. Er bevorzugte Turnschuhe und ein Polohemd gegenüber Anzug und Krawatte.
Wynn runzelte mürrisch die Stirn, während er den Protein-Shake leerte, den Sam für ihn bereitgehalten hatte. „Ich dachte, das Meeting hätte ich gecancelt.“
„Ja, hatten Sie. Aber sie hat einen neuen Termin gemacht.“
„Ich habe kein Interesse an einem Meeting mit einer verwöhnten reichen Prinzessin, die harte Arbeit nicht mal dann erkennen würde, wenn sie ihr ins Gesicht springt.“
Nachdem Giana Lockett das erste Mal Kontakt zu ihm gesucht hatte, hatte Wynn ein paar Nachforschungen betrieben. Sie stammte aus der Lockett-Familie, denen die Cougars gehörten, Atlantas Footballteam. Sie hatten jede Menge Connections und waren stadtbekannt – und genau die Art von Leuten, denen Wynn grundsätzlich aus dem Weg ging. Sie erinnerten ihn einfach zu sehr an die Familie seiner Ex-Frau Christine. Ihnen ging es immer nur um Geld, Macht und Privilegien – Dinge, die Wynns Meinung nach bei Weitem nicht alles waren. Er bemühte sich, sein Geld, seine Macht und Privilegien dazu zu nutzen, anderen zu helfen, statt nur sich selbst die Taschen zu füllen.
Wynn war kein Fan von Football. Während seiner Highschool-Zeit war er gnadenlos von den Spielern des Footballteams tyrannisiert worden. Er war schon immer schlank und fit gewesen, aber damals noch wesentlich kleiner, und das hatten sie ausgenutzt. Sie hatten ihm das Essensgeld abgenommen und ihn in seinen Spind gesperrt. Genau deswegen ging er Footballteams grundsätzlich aus dem Weg und konzentrierte sich lieber auf andere Sportarten.
„Sie ist sehr hartnäckig“, sagte Sam und folgte ihm in sein Büro.
„Schütteln Sie sie ab. Ganz egal, wie. Werden Sie sie einfach los.“
Sam ging, und Wynn dachte schon, der Tag könne nur besser werden, da erfuhr er aus dem Vertrieb, dass das neue Getränk von Starks Inc. noch nicht alle Anforderungen erfüllte. Der Verkaufsstart musste verschoben werden. Wynn knirschte mit den Zähnen; er verabscheute es, zu versagen.
Starks Inc. war auf Sportgetränke, frische Säfte und Smoothies spezialisiert. Seine erste Marke, LEAN, war äußerst erfolgreich und hatte dadurch auch Starks Inc. zu Bekanntheit verholfen. Die Investoren, die ihn schon im Alter von dreißig Jahren zum mehrfachen Milliardär gemacht hatten, erwarteten den nächsten großen Kassenschlager, und Wynn musste liefern.
Er war immer noch schlechter Stimmung, als er in seinem Lieblingsfitnessstudio in Buckhead ankam. Er hatte sich dort für den späten Nachmittag mit seinem besten Freund, Silas Tucker, zum Sparring verabredet. Silas war ein erfolgreicher Gastronom in Atlanta und besaß mehrere Restaurants. Er hatte seinen Durchbruch, nachdem er einen Kochwettbewerb im Fernsehen gewonnen hatte.
„Hey, Mann, schön, dich zu sehen“, sagte Silas und umarmte Wynn mit einem Arm.
Silas und Wynn waren etwa gleich groß und beide sportlich und schlank – und damit perfekte Boxpartner. Der größte Unterschied zwischen ihnen? Silas kam mit seiner dunklen Haut stets gut bei den Frauen an, die auf Wynns hellbraune Haut und seine ständigen Bartstoppeln weniger standen.
„Gib mir eine Minute, bin gleich da.“ Wynn ging zur Umkleidekabine und zog sich um, ehe er seine Tasche in einen Spind schloss und ins Studio...




