Stackpole / Weiß | BattleTech Legenden 11 - Blutiges Vermächtnis | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 11, 462 Seiten

Reihe: BattleTech Legenden

Stackpole / Weiß BattleTech Legenden 11 - Blutiges Vermächtnis

Blut der Kerensky-Trilogie 2
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95752-610-6
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Blut der Kerensky-Trilogie 2

E-Book, Deutsch, Band 11, 462 Seiten

Reihe: BattleTech Legenden

ISBN: 978-3-95752-610-6
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Clan-Invasoren haben ihr nächstes Ziel ausgemacht - Luthien, die Zentralwelt des Draconis-Kombinats. Haus Kurita muss auf seiner Heimatwelt ums nackte Überleben kämpfen. Hanse Davion sieht sich einer Situation gegenüber, die er nicht zu erhoffen wagte ... die endgültige Niederlage des Drachen-Hauses Kurita. Soll er einen anderweitig beschäftigten Gegner überfallen und den Feind auslöschen, gegen den seine Familie seit mehr als 300 Jahren Krieg führt? Oder soll er ein Mit-Haus der Inneren Sphäre gegen einen Feind unterstützen, den Davion und das Vereinigte Commonwealth vielleicht sonst nicht besiegen können?

Stackpole / Weiß BattleTech Legenden 11 - Blutiges Vermächtnis jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


PROLOG

Landungsschiff Karl Martel

Terra-Anflugvektor 23917

31. Januar 3051

Als er den kalten Stein berührte, wurde Anastasius Focht klar, dass er auf dem Thron des Archons saß. Im Dunkel seines Traums blieben die massiven Tore am anderen Ende des Thronsaales in finstere Schatten gehüllt. Und doch wusste Focht, dass zwei stumme, mächtige Griffin-Battlemechs hinter ihm Wacht hielten und die Herrscher des Lyranischen Commonwealth und ihren Thron beschirmten, wie sie es seit über fünf Jahrhunderten taten.

Zunächst glaubte er den riesigen, stillen Saal verlassen, dann sah er eine Bewegung in den Schatten, und langsam löste sich eine Gestalt. Sie humpelte auf ihn zu, und allmählich erkannte Focht ein Gesicht, das er seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hatte. »Das ist Wahnsinn«, stieß er aus, als könnten die Worte ihn aus diesem Traum aufwecken, der sich rapide in einen Alptraum verwandelte.

Der Schatten blieb gut zehn Meter vor dem Thron stehen und lächelte mit der Selbstgefälligkeit eines geübten Höflings. »Natürlich ist es das, mein Freund. Aber wann hat das je eine Rolle gespielt?«

Fochts rechte Faust schlug auf die Thronlehne. »Es hat ein Ende, und zwar jetzt!« Er stieß einen Finger in Richtung des Mannes, der vor ihm stand. »Ich kenne dich, Aldo Lestrade, aber du bist seit zwanzig Jahren tot.«

Das Phantom zuckte die Schultern, wie um auszudrücken, wie wenig das ausmachte. »Körperlich, ja. Ich starb vor Jahren, vergiftet von einem Welpen, den ich ohne mein Wissen gezeugt hatte.« Er kicherte giftig.

»Aber in deinen Gedanken habe ich überlebt, und es ist mir gut gegangen. Ja, ja, ich weiß von dem Training, das dir deine buddhistischen Mönche und Comstar-Adepten haben angedeihen lassen, um deinen Geist von weltlichen Bindungen und Sorgen zu befreien. Aber jetzt kannst du sehen, Präzentor Martialum, dass ich die ganze Zeit über hier gewartet habe, ein Schwamm, der all den Ehrgeiz aufgesogen hat, den du hinter dir zu lassen versucht hast.«

Der Schatten breitete die Arme aus, um den ganzen Saal zu umfangen.

»Und jetzt hast du es geschafft. Endlich. Du sitzt auf dem Thron des Lyranischen Commonwealth, erfüllst dir den Wunsch, den du dein ganzes Leben gehegt hast.«

Focht hob stolz sein weiß behaartes Haupt und starrte den Schatten mit seinem verbliebenen Auge an. »Du irrst dich, Lestrade. Der Mann, der ich einst war, verlangte nach diesem Thron, aber diesen Mann gibt es nicht mehr.« Er zupfte an der linken Brustseite seiner langen weißen Robe und zeigte seinem Gegenüber den dort eingestickten goldenen Stern.

»Heute diene ich Comstar und den Worten Blakes. Dieser Thron ist der rechtmäßige Platz Archon Melissa Steiner-Davions vom Vereinigten Commonwealth, und ich erkenne ihre gemeinsame Herrschaft mit ihrem Gatten, Prinz Hanse Davion vom Vereinigten Commonwealth, an.«

Lestrade lachte leise, aber es hatte einen bösen Klang. »Streite nur alles ab, alter Freund, ich bin hier, um dir das Gegenteil zu beweisen. Ich kenne dein Innerstes, und das ist der Wunsch nach Macht. Indem ich dir diese Vision schicke, in der du dich selbst auf dem Thron siehst, gestattete ich dir den Blick in eine mögliche Zukunft. Nutze deine Möglichkeiten und erobere den Thron!«

Focht wischte sein Unbehagen beiseite und lachte seinerseits. »Es ist purer Schwachsinn anzunehmen, ich würde den Thron noch wollen oder ihn tatsächlich an mich reißen. Es stimmt, dass ich als Präzentor Martialum der Comstar-Truppen fünfzig Eliteregimenter befehlige. Und es stimmt, dass diese Armee ausreichen würde, Melissa abzusetzen, hätte ich diesen Wunsch, aber ich kann und will es nicht.«

»Pah!« knurrte Lestrade, als die gesunde Farbe seines Gesichts einem gräulichen Schleier wich. »Du brauchtest schon immer einen Anstoß, um zu sehen, was getan werden muss...«

»Halt!« Focht sprang auf, ragte über dem Geist empor.

»Du warst nie ein Mechkrieger! Du hast nie den Kodex von Pflicht und Ehre derer verstanden, die diese Vernichtungsmaschinen lenken. Eine derart gewaltige Waffe in die Hände eines einzelnen zu legen, verdient eine entsprechende Vertrauensgeste.« Fochts einziges graues Auge sprühte Funken des Zorns. »Du hast mein Vertrauen missbraucht, als du noch lebtest. Warum sollte ich dir jetzt trauen?«

Focht drehte sich um und deutete in Richtung der beiden Griffin hinter dem Thron. »Seit über sechshundert Jahren hat der Battlemech einen zentralen Platz in der Mythologie, die wir wie einen Kokon um uns herum weben, um ihn anschließend Wirklichkeit zu nennen. Seit dem Zerfall des Sternenbunds sind es Battlemechs, die den Ausgang unserer endlosen Kriege bestimmt haben. Es waren eben diese Kriege, die den Großteil unserer Möglichkeiten zerstört haben, diese hervorragenden Kriegsmaschinen herzustellen. Schlimmer noch, wir haben in diesem langen finsteren Zeitalter soviel Technologie verloren, dass unsere Mechs nicht mehr halb so viele Möglichkeit besitzen wie die, in denen unsere Urgroßväter in die Schlacht zogen. In den Jahrhunderten der Nachfolgekriege haben die Fürsten der Großen Häuser die Vision einer geeinten Menschheit aus den Augen verloren. Sie sahen nur ihre Gier nach den Welten oder der Macht der anderen, und entsprechend haben sie ihre Battlemechs eingesetzt.«

Lestrade setzte zu einer Entgegnung an, aber Focht ließ ihn nicht zu Wort kommen. »Jahrhundertelang haben wir uns eingeredet, dass der Battlemech unbesiegbar sei. Neue Modelle wie der Hatchetman oder der Wolfhound haben gezeigt, dass Verbesserungen möglich sind, aber ihre Konstruktion basierte auf Technologien, die wir verstehen können. Sie stellten keine neuartige Bedrohung dar.

Von den Clans lässt sich das nicht mehr sagen. Auch wenn sie ebenfalls mit Mechs kämpfen, übertreffen diese selbst das, was unsere Vorfahren auf dem Höhepunkt der technischen Entwicklung der Menschheit kannten. Clanmechs sind schneller, treffsicherer und haben eine größere Geschützreichweite als unsere Maschinen. Dazu kommt, dass die Clans als Volk ihre ganze Existenz auf die Kriegsmaschinerie eingestellt haben. Die Niederlagen, die sie im letzten Jahr erlitten haben, waren eigentlich nur Unfälle. Das Vereinigte Commonwealth hat sie auf dem kaum befestigten Hinterwäldlerplaneten Twycross angegriffen. Und auch wenn die Clan-Truppen aus Eliteeinheiten bestanden, kann man Kai Allard-Liaos Vernichtung eines ganzen Sternhaufens von Clan-Frontmechs nur als enormen Glückstreffer betrachten.«

Lestrades mechanische linke Hand massierte seinen Unterkiefer. »Und was ist mit der Schlacht um Wolcott? Theodore Kurita hat eine planetare Invasion vereitelt.«

»Stimmt«, gestand Focht nickend ein. »Er hat es geschafft, die militärischen Konventionen der Clans gegen sie auszuspielen, aber die größere Bedeutung der Vorgehensweise der Clans ist bisher allen entgangen. Manche militärischen Vordenker der Inneren Sphäre halten es nur für eine seltsame Eigenheit der Clans, vor dem Angriff auf eine Welt gegeneinander zu bieten, um den Angriff mit dem Minimum an Aufwand einzunehmen.

Tatsächlich ist es ein düsterer Hinweis auf die Zukunft. Wenn die Clans erst aufhören, so großzügig zu bieten, wird ihre technologische Überlegenheit unsere Truppen hinwegfegen. Und dann ist alles verloren.«

Lestrade grinste breit...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.