Stankewitz | No Matter Why | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 352 Seiten

Reihe: Love Burns

Stankewitz No Matter Why

Roman - Berührende Small-Town-Romance der SPIEGEL-Bestseller-Autorin
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-641-31423-1
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman - Berührende Small-Town-Romance der SPIEGEL-Bestseller-Autorin

E-Book, Deutsch, Band 3, 352 Seiten

Reihe: Love Burns

ISBN: 978-3-641-31423-1
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Feuerwehrmann und die Brandstifterin: ein Spiel mit dem Feuer …

Isaiah Jones hat es sich nach dem Tod seines Vaters zur Aufgabe gemacht, den Menschen in seiner Heimatstadt Blossom Lake als Feuerwehrmann zu helfen. Damit will er anderen das schwere Schicksal ersparen, das er in seiner Jugend erlitten hat und mit dem er immer noch zu kämpfen hat. Bei einem Einsatz trifft er auf die toughe Jewel, die neu in der Stadt ist und ihm von der ersten Sekunde an unter die Haut geht. Aber Jewel hat ein Geheimnis: Sie ist auf der Flucht vor der Polizei, und der Brand, den Isaiah mit seinen Männern gelöscht hat, wurde von ihr gelegt. Muss er das Feuer der Leidenschaft, das die schöne Fremde in ihm entfacht hat, ebenfalls eindämmen? Oder ist es dafür längst zu spät?
Spice-Level: 3 von 5
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PROLOG
Isaiah


»Isaiah?« Die Mutter meines besten Kumpels Phil eilt mit schnellen Schritten die Kellertreppe hinab. In ihrer Hand dasselbe Telefon, mit dem ich vorhin noch meiner kleinen Schwester Gracie eine gute Nacht gewünscht habe, weil ich weiß, dass sie sonst nicht einschlafen kann.

»Mom, nicht jetzt! Das Spiel geht jeden Moment weiter!« Phil verdreht die Augen hinter seiner dunkelblauen Brille und sieht aus, als würde er ein Kissen nach seiner Mutter werfen wollen, damit sie uns nicht länger stört. Dabei ist Mrs. Sullivan eine liebevolle Mutter. Wo unsere seit der Geburt meiner jüngsten Schwester Gracie mit Abwesenheit glänzt, ist sie immer da. Das würde ich meinem Freund gern sagen. Dass er mehr Dankbarkeit zeigen und weniger Arschloch sein soll.

Wenn du wie ich ohne Mutter aufwächst, siehst du die Welt plötzlich in einem völlig anderen Licht. Selbst mit vierzehn. Eltern nerven manchmal, klar, aber alles ist besser, als gar keine zu haben. Sich Tag für Tag zu fragen, ob man etwas falsch gemacht hat, ob man nicht genug war, ob man nicht gereicht hat, um sie zum Bleiben zu bewegen.

»Isaiah, Schatz.« Phils Mutter ignoriert den Protest ihres Sohnes und geht vor dem braunen Ledersofa, auf dem wir während des Spiels der Buffalo Bills hocken, in die Knie. Ihr Gesicht ist blass und ihr Ausdruck bereitet mir langsam echt Sorgen. »Ich habe gerade einen Anruf bekommen. Es tut mir wahnsinnig leid, aber anscheinend ist bei euch zu Hause ein Feuer ausgebrochen.«

»Uff. Solche Witze sind nicht cool, Mom. Echt nicht cool«, mault Phil neben mir, aber ich sehe in ihren tiefblauen Augen, dass sie nicht scherzt. Sie meint das hier todernst.

Innerhalb eines Wimpernschlags rückt alles in den Hintergrund. Das helle Flackern des Bildschirms vor der holzvertäfelten Wand im Keller der Sullivans, die Stimme des Sportkommentators, die Tränen von Mrs. Sullivan, während sie tröstend nach meiner Hand greift und mit dem Daumen über meinen Handrücken streicht.

Meine kleinen Schwestern sind in diesem Haus. Mein Vater ist in diesem Haus. Nur ich, ich bin es nicht. Weil ich das Spiel unbedingt auf Phils neuem 4K-Fernseher sehen wollte und deshalb vor ein paar Stunden von zu Hause verschwunden bin. Ich habe Gracie und Stella zum Abschied noch eine Grimasse geschnitten, um sie zum Lachen zu bringen, unserem Dad eine schnelle Umarmung gegeben und die Tür hinter mir zugezogen, ohne noch einmal zurückzublicken. Ohne meiner Familie noch einmal zu sagen, dass ich sie lieb habe.

»Isaiah, Schatz? Hast du mich verstanden?« Habe ich, klar und deutlich, aber ich kann nicht darauf reagieren. fühle mich tot. Weil mein Zuhause brennt. Und mit ihm meine Welt.

»Scheiße, Mom, du meinst das echt ernst?« Auch Phil scheint endlich zu verstehen, dass das hier kein makaberer Scherz ist. Endlich löse ich mich aus meiner Starre, springe panisch auf die Füße und stolpere die Treppe hinauf. Ich muss hier raus, muss nach Hause, muss zu meiner Familie. Mrs. Sullivan ruft mir hinterher, dass die Feuerwehr bereits auf dem Weg ist und dass alles gut ausgehen wird.

, will ich schreien.

Nichts ist gut. Nicht, solange ich Dad, Gracie und Stella nicht in den Arm nehmen und mir sicher sein kann, dass sie okay sind. Das Haus meines Freundes befindet sich nur wenige Querstraßen von unserem entfernt, aber jeder Meter fühlt sich an diesem Abend schier endlos an. Mit jedem Schritt bete ich innerlich, dass das alles nur ein böser Traum ist, aber als ich von Weitem die ersten Nachbarn mit schockierten Mienen in ihren Bademänteln und Hausschuhen auf der Straße entdecke, weiß ich, dass meine Gebete unerhört bleiben.

Das hier ist kein Traum. Rauch liegt schwer in der Luft, Angst noch schwerer in meinem Magen, als ich die ersten Flammen sehe, die mein Zuhause verschlucken. Suchend fliegt mein Blick über den Pulk an Leuten, die ich seit meiner frühsten Kindheit kenne. Die rotblonden Locken meiner kleinen Schwester Gracie leuchten in der Menge wie die aufgehende Sonne, die sie für mich symbolisiert, und ein Teil in mir will vor Erleichterung losheulen. Ja, nur ein Teil. Die anderen zwei Teile gehören Stella und Dad, und von den beiden fehlt hier draußen jede Spur.

»Isaiah!« Gracie stürmt auf mich zu. Dieses kleine Mädchen, das schon bei der Geburt gefühlt in einen Farbeimer gefallen ist und unser aller Leben mit ihrem quirligen Lachen und ihrer Fantasie so viel bunter gemacht hat. Kurz bevor sie bei mir ist, falle ich bereits auf die Knie. Gracie wirft sich mit voller Wucht gegen mich, krallt sich in meinen Pullover, bebt am ganzen Körper wie verrückt, und ich kann nichts dagegen tun.

»Bruderkeks, es ist überall!«

»Ich hab dich, Kiddo. Ich hab dich.« Mein Versprechen klingt leer, genauso hohl, wie sich mein Herz in diesem Augenblick fühlt, weil Dad und Stella nicht hier sind und weil ihre Abwesenheit nur eins bedeuten kann. Ich lege meine Hände auf Gracies schmale Schultern und schiebe sie sanft ein Stück zurück, damit ich sie ansehen kann.

»Wo sind sie?«

Meine kleine Schwester zeigt mit ihrer zitternden Hand auf unser Haus, hinter dessen Mauern die Hölle ausgebrochen ist. Ich war nicht da, als es passiert ist, konnte es nicht verhindern. Aber jetzt, jetzt kann ich etwas tun. Ich muss. Atemlos springe ich auf die Füße, mache den ersten Schritt Richtung Haus, aber Gracie lässt meinen Arm nicht los, stattdessen wird ihr Griff nur noch fester. Ich wusste bis jetzt nicht, dass in einem kleinen Menschen so viel Kraft stecken kann.

»Nein!«

»Ich muss da rein, Gracie. Ich muss ihnen helfen!« Die ersten Tränen rollen über meine Wangen, von denen ich wünschte, sie könnten das Feuer löschen. Können sie natürlich nicht. So was wie Magie existiert nur in Kinderbüchern, das weiß ich schon lange, aber gerade will ich es nicht wahrhaben. Gerade will ich wieder ein Kind sein dürfen, das an Magie und Wunder glaubt.

»B-bitte g-geh n-nicht.« Noch nie habe ich meine Sonnenscheinschwester so traurig und panisch gesehen wie in diesem Augenblick. Sie will mich nicht verlieren, so wie ich sie nicht verlieren will, aber Stella und Dad … die beiden dürfen wir auch nicht verlieren. Wir gehören zusammen. Wir sind ein Team. Die fantastischen Jones-Vier. Wir funktionieren nur so.

Die schaulustigen Nachbarn tuscheln, während Gracie wieder ihr Gesicht in meinem Pulli vergräbt und irgendwelche Worte in den Stoff murmelt, die ich nicht verstehe.

Behutsam streichle ich ihren Rücken, will sie beruhigen, und mich gleich mit. Es funktioniert nicht. Natürlich funktioniert es nicht. Weil der Brand noch nicht gelöscht und unsere Familie noch nicht vollständig in Sicherheit ist.

»O mein Gott, sind sie das etwa? Da, schau mal, ich glaube, sie kommen raus! Um Himmels willen, was für eine Tragödie«, höre ich eine ältere Frau aus der Nachbarschaft rufen. Ich bin zu durcheinander, um ihr zu sagen, dass sie aufhören soll, die Szene wie ein verdammtes Footballspiel zu kommentieren.

Augenblicklich schießt mein Blick zur Eingangstür. Wenige Sekunden später stolpert unser Vater nach draußen. Stella auf seinem Arm, die ihr Gesicht an seiner Schulter vergraben hat. Schon von Weitem sehe ich, dass sie beide in einem schrecklichen Zustand sind. Mir wird schlecht, mein Magen dreht sich um seine eigene Achse, und ich bekomme kaum noch Luft. Am liebsten würde ich mich auf dem Asphalt der Straße übergeben und mein Innerstes komplett nach außen kehren, weil mein Körper plötzlich viel zu klein für die gigantischen Gefühle in mir geworden ist.

»Paps! Stella!« Gracie stürmt los, und ich folge ihr, weil ich nicht will, dass sie unsere Liebsten in diesem Zustand sehen muss. Diese Bilder würde sie niemals vergessen. Das hier ist neues Futter für ihre Albträume, für die Monster unter ihrem Bett, die auch so schon zu viel Macht über sie haben.

»Bringt sie ins Krankenhaus!«, krächzt unser Vater so laut es ihm mit all dem Restrauch in seiner Lunge möglich ist. »Bringt meine Tochter ins Krankenhaus!« Ruß klebt auf seiner Wange und in seinen braunen Haaren, seine Haselnussaugen sind blutunterlaufen, seine Schultern beben, seine Knie drohen jeden Moment nachzugeben. Ein kollektives Atemanhalten zieht durch die Menge an Schaulustigen, die ich am liebsten alle einzeln durchschütteln würde, damit sie aufhören, so zu starren.

»Rettet mein kleines Mädchen.« Der Schmerz in seinen Worten bricht etwas in mir entzwei. Oder noch schlimmer, ich zerfalle in tausend kleine Stücke.

»Libby!« Ich entdecke unsere Nachbarin und ziehe Gracie mit mir. »Libby, bring Gracie von hier weg!«

»Was? Nein!« Meine zehnjährige Schwester protestiert und schüttelt unter Tränen den Kopf.

»Was ist mit dir, Großer?«, will Libby schluchzend wissen. . So nennt sie mich schon seit Ewigkeiten, aber gerade fühle ich mich klein, hilflos.

»Ich fahre im Krankenwagen mit. Er müsste jeden Moment da sein.«

»Ich will auch im Krankenwagen mitfahren!«, schreit Gracie aufgebracht. »Ich will nicht von euch getrennt sein. Isaiah, bitte!«

»Hey, Kiddo«, hauche ich und gehe erneut vor ihr auf die Knie. »Du musst jetzt stark für Paps und Stella sein, okay? Du musst ihnen etwas von deiner Farbe abgeben, hörst du? Damit sie schnell wieder gesund werden...


Stankewitz, Sarah
Sarah Stankewitz lebt mit ihrem Freund in einer kleinen Stadt am Rande von Brandenburg. Schon in ihrer Kindheit liebte sie es, Worte aneinanderzureihen und Geschichten zu erschaffen. Seit ihrem Debütroman lässt sie ihrer Fantasie freien Lauf und ist immer wieder auf der Suche nach neuen Inspirationsquellen. Musik, Kerzen und ein bequemer Arbeitsplatz dürfen im Hause der Autorin ebenso wenig fehlen wie ein leckerer Cappuccino. Ihre Geschichten spiegeln das wider, was sie sich stets von einem guten Roman erhofft: Liebe, Leidenschaft und eine Prise Humor. Unter ihrem offenen Pseudonym Sara Rivers schreibt sie prickelnde Erotikromane.



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