Steele | Ein Ring brachte uns Glück | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Steele Ein Ring brachte uns Glück


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-7326-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-7326-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie ist jung, sie ist süß und sie will unbedingt diesen Ring. Jason weiß nicht, warum Lucy das Schmuckstück so viel bedeutet. Allerdings würde sie alles tun, um es wieder zu bekommen. Wirklich alles? Jason wäre kein Playboy, wenn er das nicht herausfinden würde ...



Jessica Steele stammt aus der eleganten Stadt Royal Leamington Spa in England. Sie war ein zerbrechliches Kind und verließ die Schule bereits mit 14 Jahren als man Tuberkulose bei ihr diagnostizierte. 1967 zog sie mit ihrem Mann Peter auf jenen bezaubernden Flecken Erde, wo sie bis heute mit ihrer Hündin leben: Eng schmiegt sich ihr Haus an einen Hügel, von dem man eine wunderbare Aussicht auf noch mehr Hügel genießt. Ihr Mann war es auch, der Jessica ermutigte, eine Karriere als Autorin einzuschlagen. Nach fünf 'Lehrjahren', wie sie es nennt, veröffentlichte Jessica 1979 ihr erstes Buch. Sie hat versucht, eine Schreibmaschine zu benutzen, viel lieber aber schreibt sie mit dem Füllhalter. Davon hat sie ständig ein Dutzend griffbereit - nur für den Fall der Fälle. Hintergrundwissen und Inspiration gewinnt Jessica auf ihren Reisen in Europa, Asien, Südamerika oder Afrika.
Steele Ein Ring brachte uns Glück jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. KAPITEL

Lucy Carey sah mit unbeteiligtem Gesicht zur Seite. Sie kannte diese Art von Blick, die ihr der Mann zugeworfen hatte, zur Genüge. Sie hatte gelernt, mit solchen Aufforderungen fertig zu werden, wenn sie einem Flirt aus dem Weg gehen wollte. Solche Augenspiele hatte sie schon gemieden, als sie noch ein Teenager gewesen war und eine Schönheit zu werden versprach. Dennoch hatte dieser Mann ihr Interesse geweckt. Er hatte etwas an sich, das Lucy immer wieder zu ihm hinübersehen ließ.

Zu ihrer Überraschung blickte er sie nicht noch einmal an. Sie hatte erwartet, dass er den Augenflirt nach allen Regeln der Kunst fortsetzen würde, um sich schließlich mit ihr bekannt zu machen. Stattdessen hatte er sich in ein Gespräch mit einer elegant gekleideten älteren Dame, einem jungen Mädchen in Lucys Alter und der Gastgeberin Joyce Appleby vertieft. Schließlich wandte Lucy ihre Aufmerksamkeit wieder Philippa Browne zu, die neben ihr saß und lebhaft auf sie einredete.

„Ist dein Bruder nicht hier?“, wollte Pippa wissen. „Als ich dich in dem Gedränge entdeckte, dachte ich, er wäre auch da.“

Lucy und Pippa waren Gäste eines Wohltätigkeitsfrühstücks, zu dem Sekt und Erdbeeren gereicht wurden und das Joyce Appleby im Gemeindesaal des Dorfes arrangiert hatte. Sie wollte auf diese ausgefallene Weise Geld für karitative Zwecke lockermachen. Lucy hatte angenommen, dass der hohe Eintrittspreis die Leute abschrecken würde, aber der Saal war voll. Offensichtlich spielte Geld für keinen der Anwesenden eine Rolle.

„Nein, Rupert hatte keine Zeit“, antwortete Lucy.

„Vermutlich ist er mit Sandra Weaver unterwegs“, meinte Pippa. Aber Lucy blieb die Antwort schuldig. Sie wünschte, Rupert wäre mit der eben geschiedenen, lebenslustigen Sandra ausgegangen, statt sich mit seinem zweifelhaften Freund herumzutreiben. „Oh, da ist Justin Arbuthnot mit seinen Eltern“, sagte Pippa plötzlich strahlend. „Entschuldigst du mich, Lucy? Ich will nur ein paar Worte mit Justin wechseln.“ Pippas Gedanken schienen ausschließlich um die Männerwelt zu kreisen. Manchmal kam sie Lucy etwas unreif vor, obwohl sie beide im gleichen Alter waren.

Lucy nippte an ihrem Sektglas und sah sich im Saal um. Sie kannte fast alle Gäste, war aber an ihrem Geplauder nicht interessiert. Sie war nur gekommen, weil Rupert darauf bestanden hatte, dass sich einer von ihnen beiden bei diesem gesellschaftlichen Ereignis sehen ließ.

Unwillkürlich sah Lucy erneut zu dem fremden Mann hinüber, der ihr vorhin den vielsagenden Blick zugeworfen hatte. Er schien mit höflicher Geduld Joyce Applebys Wortschwall zuzuhören, die mit ihrer Menschenliebe manchmal des Guten zu viel tat. Lucy war überzeugt, dass sie seinen ersten und einzigen Blick richtig gedeutet hatte, auch wenn er nicht wieder in ihre Richtung gesehen hatte.

Da er sich auf Joyces Worte konzentrierte, konnte Lucy ihn genauer mustern. Er überragte die Umstehenden um einige Zentimeter, aber es war nicht seine Körpergröße, die ihm das besondere Flair gab. Sie überlegte, ob er zu Besuch in Priors Channing war und vielleicht der neue Liebhaber von Joyce Appleby sein könnte. Aber er schien nicht in diese Rolle zu passen. Dieser Mann erwartete von einer Beziehung mehr als das oberflächliche Geplapper, das Joyce Appleby vom Morgen bis zum Abend von sich gab.

Unvermittelt hob er den Kopf und schaute sie an. Rasch sah Lucy zur Seite. Sein Blick war gleichgültig über sie hinweggeglitten. Jetzt fragte sich Lucy, ob ihr erster Eindruck richtig gewesen war. Dabei war sie sich so sicher gewesen.

„Hallo, Lucy, dich habe ich seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen.“ Lucy drehte sich um. Vor ihr stand Donald Bridges. Obwohl sie allen Grund hatte, ihn kühl abfahren zu lassen, freute sie sich, einen Gesprächspartner zu haben. Sollte jener Mann noch einmal zu ihr hinsehen, wusste er wenigstens, dass sie nicht jedem Mann gleichgültig war.

„Wie schön, dich wiederzusehen, Donald“, erwiderte sie herzlich.

Donalds breites Lächeln zeigte seine Erleichterung. „Als wir das letzte Mal zusammen waren, habe ich einfach den Kopf verloren“, meinte er entschuldigend. „Du bist zu schön, Lucy. Nur deshalb konnte es passieren.“

„Vergiss es“, sagte Lucy hastig. Sie ließ ihn glimpflich davonkommen. Als er sie vor Wochen nach einem Abendessen nach Hause gebracht hatte, hatte er sich wie ein achtarmiger Tintenfisch benommen. Seine Hände waren überall auf ihrem Körper gewesen. Und Lucy hasste es, von einem liebestollen jungen Mann bedrängt zu werden.

Donald schien erleichtert, dass sie dieses Thema so schnell fallen ließ. „Es tut mir so leid mit deinen Eltern, Lucy. Ich wollte dir nach dem Unfall schreiben, dachte aber, dass du in deiner Trauer nicht an jenen missglückten Abend erinnert werden wolltest.“

Lucys Gesicht verschloss sich, als sie an den Tod der geliebten Eltern dachte, die vor Kurzem auf einer Segeltour ertrunken waren. Seither hatten sie und Rupert viele böse Enttäuschungen erlitten. Aber kein Unglück war so groß wie die Tatsache, dass ihre Eltern für immer von ihnen gegangen waren.

„Ich hatte nicht gehofft, dich hier wiederzusehen“, fuhr Donald fort. Aber Lucy hörte nur mit halbem Ohr zu. Nur Ruperts wegen hatte sie ihr elegantes Seidenkostüm angezogen und war auf dem Sektfrühstück erschienen. Denn wenn einmal bekannt wurde, dass die Geschwister Carey praktisch ohne einen Pfennig dasaßen, würde nach Ruperts Ansicht bald niemand mehr etwas mit ihnen zu tun haben wollen.

Rupert stand aus dem Erbe ihres Großvaters alle Vierteljahre ein Wechsel zu. Aber mit diesem Geld konnte er kaum über die Runden kommen. Erst wenn er dreißig war, durfte Rupert das gesamte Erbe ihres Großvaters antreten. Bis dahin würden noch fünf Jahre ins Land gehen. Dazu hatten ihnen die Eltern einen Berg unbezahlter Rechnungen hinterlassen, sodass sie und Rupert sich bereits von einigen wertvollen Möbelstücken getrennt hatten, um diese Schulden zu bezahlen. Ihr Elternhaus, „Brook House“, war zu groß für sie beide, aber Rupert weigerte sich, es zu verkaufen.

Das Haus bedeutet Rupert genauso viel wie mir der antike Ring von Mutter, dachte Lucy. Sie kämpfte mit den Tränen, denn eben diesen Ring hatte Rupert vor wenigen Wochen auf dem Weg zum Juwelier verloren, wo er gereinigt und aufpoliert werden sollte.

Mit Gewalt riss sich Lucy von ihren wehmütigen Überlegungen los. Donald hatte seit einigen Minuten auf sie eingeredet, und sie hatte nicht ein Wort mitbekommen. Anscheinend hatte er nichts gemerkt, aber jetzt erwartete er eine Antwort. „Entschuldigung“, sagte Lucy mit freundlichem Lächeln, „aber bei dem Lärm hier habe ich deine letzten Worte nicht verstanden.“

„Ich weiß, dass du mich für ganz schön unverschämt hältst. Trotzdem wollte ich fragen, ob du nicht noch einmal mit mir ausgehen willst“, wiederholte Donald seine Frage.

Lucy wusste sofort, dass sie eine Einladung von Donald niemals annehmen würde, ganz gleich, wie es um ihre finanzielle Lage stand. Er würde sich bestimmt nicht anders als das erste Mal benehmen. Sie hätte Ausflüchte gebrauchen und sagen können, dass er sie gelegentlich anrufen sollte. Stattdessen sagte sie offen: „Ich fürchte, Donald, das wird nicht gehen.“

Sofort verschwand Donalds Lächeln. Auch Lucy fühlte sich plötzlich traurig. Dieser Vormittag im Gemeindesaal war für sie eine Art Lebewohl an ihre langjährigen Bekannten und ihr altes Leben. Aber sie wusste, dass sie richtig reagiert hatte. Mit einem Lächeln fügte sie hinzu: „Würdest du mich wohl entschuldigen? Ich habe Rupert versprochen, bald wieder zu Hause zu sein.“ Damit stand sie auf und ging zur Garderobe.

Das halbe Dutzend Garderobenhaken quoll von Mänteln und Wollschals über. Als Lucy einen Zipfel ihrer weißen Jacke entdeckt hatte, betrat das junge Mädchen die Garderobe, das mit dem Fremden in der Gruppe gestanden hatte.

„Sie wollen schon gehen?“, fragte sie, während Lucy sich bemühte, ihre Jacke vom Haken zu nehmen, ohne die darüber hängende Kleidung zu Boden zu werfen. „Das war ein hübscher Morgen, nicht wahr?“

„Oh ja“, antwortete Lucy. Ihr gefiel die Offenheit der unbekannten jungen Dame.

„Übrigens“, fuhr diese fort, „heiße ich Carol Stanfield. Ich bin mit Jason und seiner Mutter hergekommen.“

Anscheinend nahm sie selbstverständlich an, dass Lucy wusste, wer Jason und seine Mutter waren. Lucy war so mit den Mänteln auf ihrem Arm beschäftigt, dass sie vergaß, ihrerseits ihren Namen zu nennen. Also Jason hieß dieser Mann. Er konnte nur zu Besuch in Priors Channing sein. Und schon entschlüpfte ihr die Frage: „Sie sind nicht von hier?“

„Nein, ich lebe in London. Aber man kann nie wissen“, erwiderte Carol lachend. „Ich bin bei Jason in Rockford Hall zu Besuch“, fuhr sie fort und hielt eine Hand mit gekreuzten Fingern in die Höhe. „Bekanntlich soll man die Hoffnung nie aufgeben.“ Lucy starrte wie gebannt auf diese Hand. Dann nahm Carol Stanfield eine Wollstola über den Arm und wandte sich zur Tür.

„Ich sehe Sie bestimmt noch einmal hier in der Gegend“, sagte sie und war zur Haustür hinaus, bevor Lucy antworten konnte.

Lucy hatte weder die letzten Worte von Carol in sich aufgenommen, noch merkte sie, dass sie jetzt allein in der Garderobe stand. Das war Mutters Ring, dachte sie benommen, als ihr Gehirn wieder anfing zu arbeiten. Diese Carol Stanfield trägt Mutters Ring am Finger, den Rupert verloren hat.

Wie elektrisiert stürzte Lucy zur Haustür, ihre Jacke hatte sie vergessen. Sie musste diese Carol Stanfield...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.