Steffen | Das Glück wohnt an der Förde | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 148 Seiten

Reihe: tredition GmbH

Steffen Das Glück wohnt an der Förde


2. Auflage 2024
ISBN: 978-3-384-21620-5
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 148 Seiten

Reihe: tredition GmbH

ISBN: 978-3-384-21620-5
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lena meint ihren Ohren nicht zu trauen, als am zweiten Weihnachtstag das Telefon klingelt und Heiko sich meldet. Seit seinem Umzug nach München hat sie nichts mehr von ihm gehört und war sich sicher, ihn nie wieder zu sehen. Warum meldet er sich nach so langer Zeit? Kommt er zurück nach Kiel? Lena weiß nicht, was sie von diesem Anruf und der Bitte um ein Treffen halten soll. Außerdem ist da auch noch Mark. Mark ist Heikos Freund aus Kieler Zeiten und es gab eine Zeit als Mark an Lena interessiert war. Wie geht es weiter? Kann Lena sich erneut auf eine Freundschaft oder mehr mit Heiko einlassen? Bei diesem Buch handelt es sich um eine Neuauflage wegen Verlagswechsel!

Antje Steffen wurde 1969 in Kiel geboren. Die Autorin schreibt seit ihrer Jugend und hat mehrere Fernstudien zum Thema kreatives Schreiben absolviert. Schon während ihres ersten Fernstudiums veröffentlichte sie mehrere Kurzgeschichten in einer Literaturzeitschrift. Es folgten Veröffentlichungen in über 100 Anthologien verschiedener Verlage. Die Autorin hat bereits einige Romane, Kurzgeschichtenbände, Haiku-Sammlungen und weitere Bücher veröffentlicht. Da sie Veränderung wollte, hat sie beschlossen, ihre Bücher bei Tredition neu herauszugeben und freut sich auf die Herausforderungen, die noch auf sie zukommen.
Steffen Das Glück wohnt an der Förde jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. Kapitel


Lena kam gerade von ihren Eltern zurück. Sie hatte den Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertages mit ihrer Familie verbracht. Als Lena die Tür öffnete, um in ihre Wohnung zu gehen, hörte sie das Telefon klingeln. Schnell trat sie ein, machte die Tür zu und schnappte sich den Apparat.

„Hallo, Lena Wagner hier.“

„Hallo, Lena, hier ist Heiko.“

Lenas Gehirn musste kurz verarbeiten, was sie gerade gehört hatte.

„Heiko?“

„Ich weiß, ich hätte mich längst melden müssen. Ich würde gern mit dir reden. Hast du vielleicht Zeit? Wir könnten zu Sophia gehen.“

Wieder blieb Lena einen Moment still. Sophia war der Name einer Pizzeria ganz in der Nähe von Lenas Wohnung, deren Besitzerin Sophia hieß.

„Zu Sophia? Bist du etwa hier in der Stadt?“

Lena konnte es kaum glauben. Heiko war vor einem halben Jahr nach München gezogen. Kiel war ihm zu langweilig geworden und so hatte er sich in der Bayern-Metropole einen Job und eine Wohnung gesucht. Danach hatte sie nichts mehr von ihm gehört.

„Ja, ich besuche meine Eltern über Weihnachten.“

„Oh, klar!“

Da Lena noch nicht auf seine Frage geantwortet hatte, hakte Heiko nach.

„Also, wie sieht es aus? Können wir uns treffen?“

Lena überlegte. Wollte sie Heiko wiedersehen? Würde das nicht gerade verheilte Wunden aufreißen? Doch noch bevor sie diesen Gedanken zu Ende gedacht hatte, hörte Lena sich schon sagen: „Okay, wann wollen wir uns treffen?“

Sie meinte, Heiko am anderen Ende erleichtert aufatmen zu hören.

„Wie wäre es mit neunzehn Uhr?“

„Gut, ich werde da sein.“

„Danke! Das bedeutet mir sehr viel.“

Lena legte auf und ließ sich in ihren Sessel plumpsen. Hatte sie sich wirklich gerade mit Heiko verabredet? War das eine gute Idee? Sollte sie vielleicht nicht hingehen? Sie schüttelte den Kopf. Wenn sie nicht zu Sophia gehen würde, würde Heiko bestimmt hierher in ihre Wohnung kommen. Da war es doch besser, sich auf neutralem Gebiet zu treffen.

Kurze Zeit später stand Lena vor ihrem Kleiderschrank und überlegte, was sie anziehen sollte. Sie zog diverse Pullover, Hosen und Röcke raus, hielt sie vor sich und schüttelte jedes Mal den Kopf, um die Kleidungsstücke danach achtlos auf den Stuhl in der Schlafzimmerecke zu legen.

Einige Zeit später hatte sie sich für einen türkisfarbenen Pulli, der hervorragend zu ihren Augen passte, entschieden. Dazu trug sie eine schwarze Jeans. Sie betrachtete ihr Spiegelbild. Nun fehlten noch die Haare und es konnte losgehen.

Lena überlegte. Was sollte sie mit ihren Haaren machen? Normalerweise trug sie ihre Lockenmähne mit einem Zopfband gebändigt, doch heute wollte sie das nicht.

Lena griff nach der Bürste und begann damit, ihre langen dunkelbraunen Haare zu bearbeiten. Dann nahm sie je einen Strang von vorn und fasste diesen mit einer Spange am Hinterkopf zusammen. Die restlichen Haare ließ sie offen über ihren Rücken fallen. Zufrieden betrachtete Lena ihr Spiegelbild.

Da es langsam Zeit wurde loszugehen, schnappte sie sich ihre Jacke, schlüpfte in die Stiefel und nahm ihre Tasche. Nach einem letzten prüfenden Blick in den Garderobenspiegel verließ Lena ihre Wohnung und machte sich auf den Weg zum Treffpunkt. Noch immer war sie sich nicht sicher, ob dieses Treffen wirklich so eine gute Idee war.

Pünktlich erreichte Lena das Lokal. Heiko wartete trotzdem schon auf sie. Zögernd kam er auf sie zu und lächelte schief.

„Hallo, Lena! Ich bin echt froh, dass du gekommen bist.“

Lena nickte.

„Hallo, Heiko! Noch bin ich mir nicht sicher, ob das Ganze kein Fehler ist.“

Heiko verzog kurz das Gesicht, als er Lenas Antwort hörte, fing sich aber schnell wieder.

„Ich weiß, ich habe mich nicht gerade gut verhalten.“

Lena brummte.

„So kann man es auch sagen.“

„Wollen wir trotzdem reingehen?“

Lena nickte und Heiko öffnete die Tür. Nacheinander betraten sie die Pizzeria. Hier war Heiko Stammgast gewesen, als er noch in Kiel gewohnt hatte. Sophia erkannte ihn sofort und kam auf die beiden zu.

„Hallo, wen sehe ich denn da? Heiko, du bist lange nicht bei mir gewesen. Und was für eine hübsche Begleitung du bei dir hast.“

Heiko lächelte Sophia an.

„Hallo, Sophia! Stimmt, es ist eine Weile her. Aber du erinnerst dich vielleicht, dass ich vor ein paar Monaten nach München gezogen bin. Das ist mein erster Urlaub hier in Kiel. Vorher habe ich es nicht geschafft, aber an Weihnachten musste ich kommen, sonst hätte meine Mutter sich beschwert.“

„Oh ja, ich erinnere mich. Dir war es hier nicht aufregend genug.“ Sie musterte ihn. „Und ist es in München besser?“

Heiko seufzte.

„Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung gewesen, sich im neuen Job einzuarbeiten.“

Mehr schien er dazu nicht sagen zu wollen.

Sophia zog vielsagend die Augenbraue hoch und deutete auf einen Tisch am Fenster.

„Dort habe ich für euch reserviert. Du hattest Glück, dass jemand abgesagt hat.“

„Danke, Sophia! Du bist die Beste!“

Sophia lachte.

„Solltest du so etwas nicht lieber zu deiner Begleitung sagen?“ Dann winkte sie ab. „Ich bringe euch gleich die Karte. Setzt euch!“

Heiko und Lena gingen zu dem ihnen zugewiesenen Tisch und setzten sich. Gleich darauf kam Sofia mit zwei Speisekarten und reichte sie ihnen.

„Möchtet ihr schon etwas trinken?“

Heiko sah Lena an.

„Was hältst du von Lambrusco?“

Lena zögerte kurz, dann nickte sie.

„In Ordnung.“

Sophia notierte ihren Wunsch und ging zum Tresen, um das gewünschte Getränk zu holen. In der Zwischenzeit schlugen Lena und Heiko die Speisekarten auf und vertieften sich in das Angebot.

Kurz bevor Sophia mit der Karaffe, in der sich ihr Lambrusco befand, an ihren Tisch kam, schlugen sie die Karten zu. Sie hatten sich entschieden.

Sophia trat lächelnd zu ihnen und schenkte ihnen ein.

„Und? Was darf ich euch bringen?“

Sie blickte zuerst zu Lena.

„Ich hätte gern die Lasagne al forno.“

„In Ordnung! Und du?“ Damit wandte sie sich an Heiko.

„Ich nehme die Pizza Salami.“

Sophia nickte und ließ die beiden allein.

Heiko nahm sein Glas und hielt es Lena hin.

„Ich würde gern mit dir anstoßen.“

Fragend sah Lena ihn an.

Heiko verstand offenbar ihre unausgesprochene Frage und räusperte sich.

„Nun ja, ich denke, dass du hier mit mir sitzt, ist ein guter Grund zum Anstoßen.“

Lena nickte und hob ihr Glas. Sie stießen die Gläser leicht aneinander.

„Auf unseren gemeinsamen Abend.“

Sie tranken einen Schluck und stellten die Gläser zurück auf den Tisch. Lena sah zu Heiko. Sie wartete, ob er noch etwas sagen würde. Tatsächlich räusperte Heiko sich erneut. Er schien nicht so recht zu wissen, wie er anfangen sollte. Nachdem er kurz die Augen geschlossen und tief eingeatmet hatte, sah Heiko Lena in die Augen.

„Ich habe mich wie ein Idiot benommen. Zwar war schon länger klar, dass ich nach München ziehen würde, aber dass ich einfach so abgehauen bin, ohne mich zu verabschieden, war total daneben.“

Abwartend sah Lena ihn an. Würde er noch mehr sagen? Heiko trank einen Schluck.

„Ich weiß auch nicht warum, aber ich hielt es damals für das Beste, einfach zu gehen. Ich dachte, so würde ich dich schnell vergessen und in München neu anfangen können.“

Lena zog die Augenbraue hoch.

„Inzwischen weiß ich, was für eine blöde Idee das war. Ich habe oft darüber nachgedacht, dich anzurufen, aber ich war zu feige. Ich dachte, du bist bestimmt sauer und redest nicht mehr mit mir.“

Lena konnte an Heikos Augen erkennen, wie unsicher er war. Sie holte Luft.

„Ich habe wirklich gedacht, du wärst anders als Mark. Wir haben uns so gut verstanden. Klar wusste ich, dass du wegwolltest, aber ich dachte, dafür finden wir eine Lösung, und dann warst du weg – einfach weg. Ich hatte keine Adresse und keine Telefonnummer von dir.“

„Ich weiß. Ich hätte mich anders verhalten sollen. Ich wollte nie so sein wie Mark, der in Frauen nur Spaßobjekte sieht, und trotzdem habe ich mich wie ein Idiot verhalten.“

„Stimmt, das hast du getan. Ich frage mich jedoch, warum du dich nun bei mir gemeldet hast.“

Heiko fuhr sich mit der Hand durch die kurzen blonden Haare. Bevor er antworten konnte, trat Giovanni, Sophias Sohn, mit ihrer Bestellung an ihren Tisch.

„Ciao, Heiko! Lange nicht mehr gesehen. Wer ist denn diese Schönheit an deinem Tisch?“

Damit wandte Giovanni sich Lena zu und schenkte ihr ein strahlendes Lächeln. Heiko schien nicht begeistert von Giovannis Reaktion auf Lena.

„Ciao, Giovanni! Das ist Lena.“

„Ah, Lena, ein schöner Name.“ Er stellte die Lasagne vor ihr auf den Tisch und zwinkerte ihr dabei zu. „Ich hoffe, es schmeckt dir. Ist mein eigenes Rezept.“

Lena lächelte Giovanni an.

„Danke, sieht sehr gut aus und riecht auch so.“

Giovanni wandte sich an Heiko. „Deine Pizza, guten Appetit.“

Heiko brummte einen Dank und Giovanni zog sich zurück. Jedoch nicht, ohne Lena noch ein strahlendes Lächeln zu schenken.

Während Lena sich ihrer Lasagne zuwandte, meinte sie von Heiko ein gemurmeltes Aufreißer zu hören. Sollte er etwa eifersüchtig sein? Dazu hatte er absolut kein Recht. Sie verbrachten zwar ein bisschen Zeit miteinander, aber das war auch alles. Allerdings war Lena immer noch auf die Antwort...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.