E-Book, Deutsch, 208 Seiten
Reihe: tredition GmbH
Steffen Neuanfang für Sara
2. Auflage 2024
ISBN: 978-3-384-13387-8
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 208 Seiten
Reihe: tredition GmbH
ISBN: 978-3-384-13387-8
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Antje Steffen wurde 1969 in Kiel geboren. Die Autorin schreibt seit ihrer Jugend und hat mehrere Fernstudien zum Thema kreatives Schreiben absolviert. Schon während ihres ersten Fernstudiums veröffentlichte sie mehrere Kurzgeschichten in einer Literaturzeitschrift. Es folgten Veröffentlichungen in über 100 Anthologien verschiedener Verlage. Die Autorin hat bereits einige Romane, Kurzgeschichtenbände, Haiku-Sammlungen und weitere Bücher veröffentlicht. Da sie Veränderung wollte, hat sie beschlossen, ihre Bücher bei Tredition neu herauszugeben und freut sich auf die Herausforderungen, die noch auf sie zukommen.
Autoren/Hrsg.
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2
Tatsächlich blieb Sara in dieser Nacht von Träumen jeglicher Art verschont. Nach dem Aufstehen fühlte sie sich ausgeruht und seit langem auch mal wieder ausgeschlafen. Sie beschloss, vor dem Frühstück eine Runde Joggen zu gehen.
Sara öffnete ihren Schrank und nahm ihre Laufklamotten raus. Sie steckte sich noch etwas Geld ein, um auf dem Rückweg beim Bäcker etwas fürs Frühstück zu kaufen, dann machte sie sich auf den Weg.
Als Erstes lief Sara in Richtung Park. Dort drehte sie eine große Runde und erkundete dabei gleich alle Ecken, die es dort zu entdecken gab. Vom Park aus lief Sara ein Stück in Richtung Wald. Da sie der Meinung war, die Runde sei nun ausreichend groß gewesen, machte sie sich auf den Rückweg.
Beim Bäcker kaufte sie sich ein Croissant, ein Roggenbrötchen und für den Nachmittag ein Mandelhörnchen.
Zurück in der Wohnung ging Sara unter die Dusche und zog sich bequeme Klamotten an. Sie deckte den Frühstückstisch, brühte sich einen Kaffee auf und setzte sich, um gemütlich zu frühstücken.
Da in der Küche noch nicht alles eingeräumt war, machte Sara sich nach dem Frühstück daran, diese Arbeit zu beenden. Es ging ihr gut von der Hand und bald war auch das letzte Küchenutensil an seinem Platz.
Nun fehlte nur noch das Wohnzimmer. Sara machte sich auf den Weg dorthin. Viele Kartons standen hier nicht.
Die meisten Sachen, die Sara besaß, befanden sich in den bereits fertig eingerichteten Räumen. Sie stellte den ersten Karton auf den Tisch und begann mit dem Auspacken.
Als Sara auf die Uhr sah, merkte sie, dass es bereits nach vierzehn Uhr war. Sie überlegte, ob sie sich etwas zu Mittag machen sollte, beschloss aber, es nicht zu tun. Stattdessen beendete sie das Auspacken und räumte alle Kartons zusammen. Diese trug sie in den Keller, um sie dort einzulagern.
Zufrieden ging Sara danach in die Küche, kochte Kaffee und setzte sich mit ihrem Becher und ihrem Mandelhörnchen in ihr Arbeitszimmer auf das kleine Sofa. Sie genoss ihren Kuchen und überlegte, was sie mit dem Rest des Tages anfangen sollte.
Nachdem sie aufgegessen hatte, stellte sie Teller und Becher beiseite. Sie sah hinüber zu ihrem Zeichentisch und setzte sich dann an ihn. Sara nahm ihren Skizzenblock zur Hand und begann darin zu blättern. Zwar hatte sie noch Urlaub, aber ganz ohne Zeichnen hielte sie es nicht lange aus.
Sara erinnerte sich, dass sie beim morgendlichen Joggen einen wunderschön gewachsenen Baum gesehen hatte. Sie überlegte kurz und beschloss, mit ihrem Block und ein paar Stiften in den Park zu gehen, um den Baum zu suchen.
Kurze Zeit später stand Sara im Park und überlegte, wo der Baum gewesen sein könnte. Sie rekonstruierte ihre Runde vom Morgen und machte sich auf den Weg. Es dauerte nicht lange und sie erreichte ihr Ziel. Groß und beeindruckend stand der Baum vor ihr. Sara lächelte.
Sie sah sich um und entdeckte eine Bank, die ganz in der Nähe stand. Mit schnellen Schritten bewegte sie sich dorthin, setzte sich und holte ihre Zeichensachen raus. Schon bald war sie vollkommen vertieft in ihre Arbeit und der Stift flog nur so über das Papier.
Sara zeichnete so konzentriert, dass sie nicht merkte, wie sich jemand der Bank näherte. Erst als ein Schatten auf ihre Zeichnung fiel, sah sie auf. Vor Sara stand ein Typ und sah interessiert auf ihren Block.
„Entschuldige, ich wollte dich nicht stören.“
Er lächelte Sara an.
Sie sah kurz zu dem Typen und erwiderte: „Dann lass es einfach.“
Sie wusste, das war nicht gerade freundlich, aber sie hatte absolut kein Interesse daran, jemanden kennenzulernen.
Der Typ schien sich nicht so leicht abschrecken zu lassen.
„Hey, warum so kratzbürstig? Ich habe nur deine Zeichnung bewundert. Die ist echt toll!“
Sara hob den Blick und sah den Kerl das erste Mal richtig an. Unter anderen Umständen hätte ihr bestimmt gefallen, was sie sah. Aber nach allem, was in den letzten Jahren passiert war, wollte sie von Männern nichts mehr wissen.
Sie presste ein kurzes Danke heraus und konzentrierte sich wieder auf ihre Skizze.
Aus dem Augenwinkel heraus sah Sara, wie der Typ mit den Schultern zuckte, sich abwandte und ging. Als er ein Stück weg war, hob sie den Blick und sah ihm hinterher. Sara seufzte. Dann schüttelte sie den Kopf und zeichnete weiter.
Zufrieden betrachtete sie kurz darauf das Ergebnis. Der Baum sah wirklich gut aus. Sie packte ihre Sachen zusammen und beschloss nach Hause zu gehen.
Plötzlich knurrte ihr Magen. Kein Wunder! Sara hatte außer ihrem Frühstück und dem Mandelhörnchen nichts gegessen und nun war fast Abend.
Schnell verließ sie den Park und ging zu ihrer Wohnung. Sie kochte sich ein paar Nudeln und aß diese mit Olivenöl und Käse. Zufrieden lehnte sie sich zurück.
Sara räumte die Küche auf und ging in ihr Arbeitszimmer. Sie nahm den Skizzenblock aus der Tasche und schlug die Seite mit der Baumzeichnung auf. Aufmerksam betrachtete Sara das Bild. Sie lächelte. Sie würde die Skizze nutzen, um das Motiv als Aquarell festzuhalten. Damit wollte sie jedoch erst am nächsten Tag beginnen. Den Abend nutzte Sara, wie auch die vorherigen, zum Lesen.
Während sie versuchte, sich auf die Geschichte zu konzentrieren, sah Sara plötzlich die grünen Augen des Typen vom Nachmittag vor sich. Dieses Grün war so intensiv und erinnerte sie an die grünen Wiesen, die sie in Irland gesehen hatte.
Sara schnaubte. Sie wollte weder an die Augen noch an den Typen denken. Verärgert schlug sie ihr Buch zu und ging in die Küche. Sie nahm eine Weinflasche aus dem Schrank und schenkte sich ein Glas ein.
Mit dem Wein kehrte sie zurück ins Wohnzimmer und setzte sich wieder auf ihr Sofa. Sara nahm einen Schluck und griff erneut nach ihrem Buch. Wäre doch gelacht, wenn sie es nicht schaffte, sich auf ihren Roman zu konzentrieren.
Tatsächlich schaffte Sara es, den Gedanken an die Begegnung am Nachmittag für den Rest des Abends erfolgreich zu verdrängen.
Als sie müde wurde, legte sie das Buch beiseite, brachte ihr Glas in die Küche und ging ins Bett.
Früh am nächsten Morgen wurde Sara wach. Zwar hatte sie auch in dieser Nacht keine schlimmen Träume gehabt, dafür meinte sie sich an ein paar grüne Augen zu erinnern, die in ihren Träumen eine Rolle gespielt hatten. Warum ging ihr dieser Typ nicht aus dem Kopf?
Sara war hierhergekommen, um ganz neu anzufangen. Eine Beziehung stand dabei allerdings nicht auf dem Plan. Daran hatte sie keinerlei Interesse.
Sie stand auf und ging unter die Dusche. Als Sara angezogen war, überlegte sie, wie sie den Tag gestalten sollte. Eigentlich war da ja das Aquarell, das sie beginnen wollte. Gleichzeitig wollte sie gern ihre Umgebung näher erkunden. Sara beschloss, dass das Bild ruhig noch einen Tag warten konnte. Sie nahm ihre Tasche und verließ die Wohnung.
Als Erstes wollte Sara in das Café am Park gehen. Dort gab es ein reichhaltiges Frühstücksangebot, wie sie bei ihrem ersten Besuch auf der Karte gesehen hatte. Sara wollte im Café frühstücken und sich dann in der Gegend umsehen.
Im Café angekommen, suchte Sara sich einen Platz, an dem sie in Ruhe und ungestört ihr Frühstück genießen konnte.
Als die Bedienung an den Tisch trat, erkannte Sara in ihr die junge Frau von ihrem ersten Besuch wieder. Auch die Kellnerin erinnerte sich an Sara.
„Guten Morgen! Schön Sie wiederzusehen. Was kann ich Ihnen bringen?“
Sara erwiderte das Lächeln der Frau. Sie erinnerte sich, dass sie sie das letzte Mal unbewusst geduzt hatte. Nun ging sie auch zum Sie über.
„Guten Morgen! Ich hätte gern das kleine Frühstück und dazu zwei Extrascheiben Toast und ein gekochtes Ei.“
„Sehr gern!“
Die Kellnerin notierte Saras Wünsche und ging zur Theke, um sich darum zu kümmern.
Sara sah sich aufmerksam im Café um. Es war gemütlich eingerichtet und die Deko, die zum Großteil aus alten Tee- und Kaffeekannen bestand, hatte etwas an sich, das Sara gefiel.
Es dauerte nicht lange, dann war die Kellnerin mit Saras
Frühstück zurück am Tisch. Sie stellte alles vor Sara ab.
„Bitte! Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“
Sara überlegte einen Moment.
„Da wäre tatsächlich etwas. Ich bin erst vor ein paar Tagen hierher gezogen und möchte nun die Gegend kennenlernen. Können Sie mir ein Ziel in nicht allzu großer Entfernung empfehlen?“
Die Frau nickte lächelnd.
„Ich dachte mir schon, dass Sie neu hier sind. Also, es gibt, ungefähr eine Dreiviertelstunde Fußweg entfernt, ein altes Gut. Zum Gut gehört ein Park, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist.“ Sie machte eine kleine Pause. „Wir haben am Tresen einen Ortsplan. Ich hole ihn schnell, dann kann ich Ihnen...




