Steinmetz | Totes Land 1 - Ausnahmezustand | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 600 Seiten

Reihe: Totes Land

Steinmetz Totes Land 1 - Ausnahmezustand


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-939212-97-3
Verlag: Mantikore-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 600 Seiten

Reihe: Totes Land

ISBN: 978-3-939212-97-3
Verlag: Mantikore-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



-- NOMINIERT FÜR DEN DEUTSCHEN PHANTASTIK PREIS -- 'Lauf, solange du noch kannst!' Der junge Markus ist hunderte Kilometer von Familie und Freundin entfernt, als er die schockierenden Nachrichten hört: Eine Seuche breitet sich rasend schnell aus! Schon bald wird sie das gesamte Land erfasst haben! Während die Zivilisation zusammenbricht und die Dunkelheit sich über ein sterbendes Land ausbreitet, macht sich Markus mit seinen Freunden auf den gefährlichen Weg nach Hause. Ein Ort, der vielleicht schon gar nicht mehr existiert... Ein grauenvoller Wettlauf gegen die Zeit beginnt! AUSNAHMEZUSTAND - Der Beginn einer packenden Endzeit-Trilogie von Mario H. Steinmetz

M. H. Steinmetz, Jahrgang 1965, lebt im schönen Rheinland-Pfalz und verdient sein täglich Brot als Programmierer. Indirekt hat er seinem Beruf den Weg zur Feder zu verdanken. Lange Flüge und Auslandsreisen haben nicht nur seine sowieso schon rege Fantasie beflügelt, im Flugzeugsitz und in Hotelzimmern gab es zudem viel ungestörte Zeit, um seine Geschichten voranzutreiben. Sein Romandebut TOTES LAND wurde für den Deutschen Phantastik Preis nominiert. Die Romanreihe umfasst inzwischen drei Bücher, wobei Steinmetz bereits weitere Romane im Horror Bereich veröffentlicht hat. Im Mantikore-Verlag plant Steinmetz in naher Zukunft eine Spielbuch-Adabtion seiner Romanreihe Totes Land zu schreiben. +++ Auszeichnungen +++ Nominierung für den Deutschen Phantastik Preis für TOTES LAND AUSNAHMEZUSTAND
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DIE REISE BEGINNT


Ihr Plan sah vor, die Hauptstadt in einem möglichst großen Abstand auf dem Berliner Ring zu umrunden, denn wenn der Wahnsinn schon bis zu dem kleinen Kaff vorgedrungen war, in welchem Daniel sein Schicksal ereilt hatte, wollte sich Markus erst gar nicht vorstellen, wie es in Berlin zuging.

Als der Motor lief, verband er als Erstes sein Handy über das Ladekabel mit dem Zigarettenanzünder und drehte die Heizung auf, um seine feuchten Klamotten wenigstens halbwegs aufzuwärmen. Spätestens nach einer halben Stunde sollte das Telefon wieder empfangsbereit sein, um neue Nachrichten zu empfangen. Markus hatte die Route so ungefähr im Kopf und versuchte, die Fahrtzeit grob abzuschätzen. Wenn die Sache gut lief, war er in acht Stunden zu Hause. Vielleicht auch etwas später, aber zumindest in einer absehbaren Zeit.

Im Rückspiegel konnte er das blasse Gesicht von Sabine hinter dem Steuer ihres Wagens erkennen, die ihr Fahrzeug hinter das seine lenkte. Langsam ließ Markus den Defender aus der Ausfahrt rollen. Die Bundesstraße lag verlassen und düster vor ihnen, nicht ein Fahrzeug schien unterwegs zu sein. Sicherlich hatten sich alle in ihren Häusern verkrochen, um die Sache einfach auszusitzen, möglicherweise waren die leeren Straßen auch eine Folge der Ausgangssperre. Markus gab Gas und bog nach links ab. Schon bald waren die Ausfahrt und das damit verbundene Spielgelände in der Dunkelheit hinter ihnen verschwunden.

In Deutschland war einfach alles geregelt und für jede Situation gab es Notfallpläne. Wenn er sich an die Nachrichten der vergangenen Wochen erinnerte, an den Zeitpunkt, als sich dieses neuartige Grippevirus zuerst in Russland und dann in ganz Europa ausgebreitet hatte, war er noch immer fasziniert davon, wie schnell überall Notfallzentren und Anlaufstellen zur Impfung eingerichtet wurden. Nur das eben diese Impfungen rein gar nichts brachten. Unabhängig davon, was man den Patienten verabreichte, verschlechterte sich deren Zustand immer weiter. Anfangs nur langsam, als ob sich der Virus erst an den menschlichen Organismus anpassen musste, dann immer schneller.

Sicher, es gab von Anfang an Todesfälle, welche mit dem Virus in Verbindung gebracht wurden, aber das war bei solchen Krankheiten nichts Neues. Man musste nur darüber nachdenken, wie viele Menschen jedes Jahr an einer gewöhnlichen Grippe starben. Abgestumpft durch Vogelgrippe, Rinderwahn und zuletzt EHEC waren Markus und Sabine schließlich – alle Vorzeichen erfolgreich ignorierend – in die Nähe von Berlin gefahren, um an dem großen, lang ersehnten Rollenspiel teilzunehmen. Sie waren einfach dem weit verbreiteten Grundgedanken gefolgt, dass ihnen schon nichts geschehen würde und in Deutschland sowieso schon nicht.

Markus wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen, als die Tankstelle, von welcher Daniel erzählt hatte, an der linken Straßenseite auftauchte. Das gesamte Gelände war in gleißendes Scheinwerferlicht getaucht und stach wie eine helle Insel aus der alles umfassenden Dunkelheit hervor. Typischer Tankstellenaufbau, vorne der überdachte Bereich mit den Zapfsäulen, dahinter das zentrale Ladengebäude und rechts daneben zwei große Flügeltore, durch die man in den Werkstattbereich gelangte. An den Zapfsäulen selbst standen ein paar Wagen herum, bei einem stak sogar noch die Zapfpistole in der Tanköffnung.

Markus Aufmerksamkeit wurde jedoch auf vier schwere Fahrzeuge der Bundeswehr gelenkt, die in einer Reihe mit laufenden Motoren vor dem Areal standen. Das erste und das letzte Fahrzeug waren schwere, gepanzerte Dingos mit aufgesetztem MG3, bei den zwei Fahrzeugen in der Mitte handelte es sich um große, kantige MAN mit containerartigen Aufbauten. Der hintere MAN hatte sogar einen langen Teleskoparm ausgefahren, an dem Halogenscheinwerfer angebracht waren, mit denen er das gesamte Gelände in dieses kalte Licht tauchte. Zwischen den Fahrzeugen gingen schwer bewaffnete Soldaten mit Atemschutzmasken und schwarzen Gummihandschuhen irgendwelchen Tätigkeiten nach. Zwei von ihnen legten gerade einen anscheinend schweren schwarzen Plastiksack auf dem Seitenstreifen ab, der zusammen mit anderen, bereits dort abgelegten Säcken eine lange Reihe bildete. Markus schluckte hart. Das waren mit Sicherheit Leichensäcke. Aber nein, das konnte doch nicht sein. Nicht hier, nicht in diesem Land.

Markus entging nicht, dass sich hinter dem MG3 im vorderen Dingo ein Schütze befand, welcher mit dem Lauf der Waffe der Bewegung seines Defenders folgte. Erschrocken verringerte er seine Geschwindigkeit um den Soldaten nicht noch nervöser zu machen. Als dann zwei Soldaten mit einer rot leuchtenden Kelle auf die Straße traten bremste er sein Fahrzeug ab und hielt an. In dem Moment, als er die Scheibe runter kurbelte wurde ihm klar, das er für die Soldaten ein seltsames Bild abgeben musste. Da kommt ein Typ in einem alten, klapprigen Defender daher und trägt dazu noch abgetragene Armeekleidung und eine Splitterschutzweste der britischen Streitkräfte.

Der Mann mit der Kelle leuchtete ihm mit einer Maglight ins Gesicht und kam auf die Fahrertür zu, während der andere etwas seitlich mit seinem G36 in Bereitschaft stand.

„Bitte machen Sie den Wagen aus und legen Sie beide Hände oben auf das Lenkrad. So, dass ich sie sehen kann. Ich komme jetzt zu Ihnen, um ihre Papiere zu kontrollieren.“

Auch wenn die Stimme des Soldaten jung und unsicher klang, kam Markus der Anweisung ohne weitere Aufforderung nach. Der strohblonde Typ in der gefleckten Kampfausrüstung war höchstens fünfundzwanzig, auf keinen Fall älter. Die Männer machten einen angespannten Eindruck und er konnte sich gut vorstellen, was in ihren Köpfen vorging. Es war nicht jedermanns Sache auf einer einsamen Landstraße Dienst mit unsicherem Ausgang zu schieben während zuhause die Familie auf sich allein gestellt war. Das Motorengeräusch von Sabines Peugeot hinter ihm erstarb ebenfalls. Systematisch suchte der Mann mit dem Strahl seiner Lampe das Innere des Wagens ab. Daniel hatte also keinen Blödsinn erzählt, die Bundeswehr erfüllte offensichtlich die von ihm geschilderten Polizeifunktionen. Militärischer Einsatz im Innern, eine Sache die zuvor fast undenkbar erschienen wäre.

„Von wo kommen Sie her und warum sind sie während der Ausgangssperre auf der Straße?“

Diese Frage musste ja kommen. Anstatt sich eine fadenscheinige Geschichte zusammenzureimen, entschied sich Markus dafür, die Wahrheit zu sagen.

„Wir, also ich und die Frau in dem Fahrzeug hinter mir, kommen vom Freizeitgelände der KJG und sind auf dem Weg nach Hause.“

„Was haben Sie dort gemacht?“

„Rollenspiel.“

„Rollenspiel?“

„Ja, Rollenspiel. Man denkt sich verschiedene Charaktere und eine Rahmenhandlung aus und …“

„Ich weiß, was Rollenspiele sind!“

Irgendetwas am Klang der Stimme des Soldaten gefiel Markus nicht. Etwas, das anders war, als die übliche Ablehnung, wenn er Leuten von seinen Rollenspielen erzählte. Normalerweise löste es Unverständnis oder bestenfalls ein mildes Lächeln aus, aber dieser Mann war sofort von dem Thema genervt.

„Was befindet sich in der Alukiste hinten im Wagen?“

Die Kiste hatte Markus total vergessen. Darin bewahrte er ein paar mittelalterliche Reenactment-Waffen auf. Genauer gesagt einen Streitkolben und eine selbstgebaute Armbrust. Markus eigentliches Hobby war die Darstellung eines Sergeanten der Milites Templi um das Jahr 1250. Eigentlich wollte Daniel die beiden Waffen nach dem Spiel kaufen, aber das war nun wohl mehr als hinfällig.

„Ein paar Sachen für mittelalterliches Reenactment.“

Der Soldat runzelte die Stirn, fragte aber nicht weiter nach. Besser so.

„Führen Sie irgendwelche modernen Waffen mit sich?“

„Sie meinen scharfe Schusswaffen?“

„Ja.“

„Nicht das ich wüsste“

„JA oder NEIN!“

Der Mann wirkte ziemlich angepisst.

„Nein.“

In diesem Augenblick meldete sich sein Handy durch einen lauten Signalton zurück. Der Soldat zuckte zusammen und griff sofort zur Waffe, auch der Lauf des nach wie vor auf die Frontscheibe gerichteten G36 hob sich ruckartig. Markus hob zur Beschwichtigung seine Hände.

„Leute, das ist nur mein Handy! Nur mein Handy, versteht ihr?“

Der Soldat nickte anstelle einer Antwort knapp und zog sich mit Markus’ Papieren zur Überprüfung zurück. Durch den Rückspiegel konnte er Sabine beobachten. Sie wirkte ziemlich nervös und zog fahrig an einer Zigarette. Er hatte keine Ahnung, was als Nächstes geschehen würde. Schließlich kam der Soldat zurück und reicht die Papiere durch das offene Fenster.

„Soweit alles in Ordnung. Wir werden uns ab jetzt um ihren Schutz kümmern. Unser Konvoi wird gleich aufbrechen, wir geleiten Sie...


M. H. Steinmetz, Jahrgang 1965, lebt im schönen Rheinland-Pfalz und verdient sein täglich Brot als Programmierer. Indirekt hat er seinem Beruf den Weg zur Feder zu verdanken.
Lange Flüge und Auslandsreisen haben nicht nur seine sowieso schon rege Fantasie beflügelt, im Flugzeugsitz und in Hotelzimmern gab es zudem viel ungestörte Zeit, um seine Geschichten voranzutreiben.
Sein Romandebut TOTES LAND wurde für den Deutschen Phantastik Preis nominiert. Die Romanreihe umfasst inzwischen drei Bücher, wobei Steinmetz bereits weitere Romane im Horror Bereich veröffentlicht hat.

Im Mantikore-Verlag plant Steinmetz in naher Zukunft eine Spielbuch-Adabtion seiner Romanreihe Totes Land zu schreiben.

+++ Auszeichnungen +++

Nominierung für den Deutschen Phantastik Preis für TOTES LAND AUSNAHMEZUSTAND



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