E-Book, Deutsch, 892 Seiten
Reihe: Rheinwerk Computing
Steireif / Rieker / Bückle Handbuch Online-Shop
3. Auflage 2021
ISBN: 978-3-8362-8505-6
Verlag: Rheinwerk
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Strategien, Erfolgsrezepte, Lösungen
E-Book, Deutsch, 892 Seiten
Reihe: Rheinwerk Computing
ISBN: 978-3-8362-8505-6
Verlag: Rheinwerk
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Wenn Sie einen Online-Shop starten möchten, müssen Sie vor dem Startschuss wichtige Entscheidungen treffen: Welche E-Commerce-Software ist für Ihre Zwecke am besten geeignet? Was müssen Sie bei Versandarten sowie Bezahlungssystemen beachten? Wie möchten Sie Ihre Produkte präsentieren? Und ganz entscheidend: Was kostet Sie das? Mit diesem umfassenden Handbuch erhalten Sie alles, was Sie für den Betrieb eines Online-Shops benötigen: von den ersten Schritten, wichtigem Usability- und Marketing-Wissen bis hin zu wertvollen Tipps, damit Sie rechtliche und buchhalterische Fallstricke vermeiden. So stellen Sie sich den vielfältigen Herausforderungen und Trends im E-Commerce. Inkl. Berücksichtigung neuer Trends und Lösungen, Informationen zur DSGVO, B2B-Commerce, Content-Marketing sowie einem Kapitel zum Kundensupport.
- Webshops erstellen, Produkte vermarkten: Alles für Ihren Erfolg im E-Commerce
- Von der Konzeption bis zum fertigen Online-Shop
- Usability, Conversion-Optimierung, Marketing, Recht, Buchhaltung
Aus dem Inhalt:
- Analysieren, vorbereiten, starten
- Technische Lösungen und Möglichkeiten
- Marktplätze und Shop-Lösungen
- Kunden zum Kaufen animieren
- Design und Usability
- Erfolgskriterium Versand
- Zahlungssysteme
- Integration in die IT-Landschaft
- Content-Marketing
- B2B-Commerce
- Gütesiegel und Auszeichnungen
- Conversion messen und optimieren
- Social Commerce
- Mobile Commerce – Chancen und Risiken
- Internationalisierung
- Online-Recht
- Buchhaltung
- Tipps und Tricks für den Erfolg
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. Bevor Sie starten -- analysieren und vorbereiten ... 25
1.1 ... Bevor Sie mit dem Lesen dieses Buches starten ... 26
1.2 ... Ist Ihr Unternehmen bereit für den Online-Handel? ... 27
1.3 ... Der Start in den Online-Handel ... 43
1.4 ... Grundsätzliche Unterschiede zwischen B2C und B2B ... 59
1.5 ... Der Faktor Ihrer Branche ... 64
1.6 ... Mit welchen Kosten und Zeitinvestitionen müssen Sie rechnen? ... 65
1.7 ... Finanzierung von E-Commerce-Projekten ... 69
1.8 ... Projekte mit einer Agentur oder inhouse durchführen ... 71
1.9 ... Den richtigen Implementierungspartner finden ... 76
1.10 ... Erstellung eines Anforderungskatalogs ... 79
1.11 ... Qualitätssicherung und Steuerung ... 92
1.12 ... Checkliste: Wo stehen Sie aktuell? ... 95
1.13 ... Fazit ... 96
2. Welcher Shop ist der richtige? Technische Lösungen und Möglichkeiten ... 97
2.1 ... Überblick über die aktuellen E-Commerce-Lösungen ... 98
2.2 ... Unterschiede zwischen Frameworks und Online-Shop-Software ... 104
2.3 ... Den Online-Shop kaufen oder mieten? ... 107
2.4 ... Cloud-Lösungen verstehen ... 111
2.5 ... E-Commerce-Lösungen im Überblick ... 114
2.6 ... Leitfaden für die Auswahl einer E-Commerce-Lösung ... 151
2.7 ... Zukunftstrends ... 157
2.8 ... Mittels MVP zu einem schnellen Go-live ... 162
2.9 ... Checkliste: So finden Sie die richtige Lösung ... 163
2.10 ... Fazit ... 164
3. Kunden zum Kaufen animieren -- Produkte und Warengruppen ... 165
3.1 ... Psychologische Aspekte und Grundlagen ... 165
3.2 ... Der Einstieg über die Startseite ... 170
3.3 ... Aufbau der Kategorienstruktur ... 172
3.4 ... Produktinformationen ... 181
3.5 ... Wie werden Produkttexte richtig geschrieben? ... 183
3.6 ... Produkttexte in Bezug auf Google und weitere Suchmaschinen ... 190
3.7 ... Auswirkungen einer Multi-Channel-Strategie auf Produkttexte und Produktinformationen ... 194
3.8 ... Textbroker als Content-Lieferanten ... 198
3.9 ... Mehrsprachige Texte ... 208
3.10 ... Produktbilder ... 209
3.11 ... Wo werden Produktinformationen verwaltet? ... 212
3.12 ... 360-Grad-Ansichten ... 214
3.13 ... Produktkonfiguratoren ... 216
3.14 ... Preisbildung ... 216
3.15 ... Qualität statt Quantität ... 221
3.16 ... Ein Beispiel aus der Praxis ... 222
3.17 ... Fazit ... 225
4. Mit Usability, Design und Sicherheit zu hohen Conversion-Raten ... 227
4.1 ... Was sind eigentlich Usability, User Experience bzw. Design? ... 228
4.2 ... Die Arbeit mit einem gekauften Theme/Template ... 229
4.3 ... Ein Design von Grund auf selbst entwickeln ... 234
4.4 ... Usability-Faktoren, die Sie beachten müssen ... 254
4.5 ... Mobile First, Responsive Design und Progressive Web Apps ... 279
4.6 ... Akzeptanz eines Designs analysieren ... 284
4.7 ... Der Faktor Vertrauen ... 287
4.8 ... Tools für die Entwicklung von Wireframes ... 329
4.9 ... Checkliste: Ist Ihr Design geeignet für Ihre Kunden? ... 331
4.10 ... Fazit ... 333
5. Schnelle Lieferung, schneller Erfolg! ... 335
5.1 ... Flexibilität und Schnelligkeit sind Schlüsselfaktoren ... 335
5.2 ... Herausforderungen von Click & Collect ... 339
5.3 ... Versand im Fall digitaler Güter ... 341
5.4 ... Einordnung des Versands im Bestellbearbeitungsprozess ... 341
5.5 ... Auswahl des Versanddienstleisters ... 342
5.6 ... Shipping Service Provider ... 354
5.7 ... Berechnung der Logistikkosten ... 356
5.8 ... Eigenes Lager oder Dropshipping? ... 361
5.9 ... Fulfillment am Beispiel von Amazon ... 362
5.10 ... Alternative zum Amazon-Fulfillment ... 364
5.11 ... Retourenmanagement ... 364
5.12 ... Ein kurzer Ausflug in die E-Commerce-Praxis ... 368
5.13 ... Fazit ... 369
6. Die richtigen Zahlungsmethoden für Ihre Kunden ... 371
6.1 ... Beliebte Zahlungsarten in Deutschland im Überblick ... 371
6.2 ... Zahlungsarten und Provider im Überblick ... 373
6.3 ... Payment-Provider oder selbst abwickeln? ... 414
6.4 ... Verdächtige Bestellungen verhindern ... 420
6.5 ... Zahlungsausfälle minimieren ... 423
6.6 ... Kryptowährungen im E-Commerce ... 427
6.7 ... Rechtliche Anforderungen ... 429
6.8 ... Die passende Zahlungsart für Ihre Kunden finden ... 430
6.9 ... Zahlungsarten in den Online-Shop integrieren ... 431
6.10 ... Fazit ... 432
7. Der Online-Shop als Bestandteil Ihres Unternehmens -- Integration in Ihre IT-Landschaft ... 433
7.1 ... Integration des Online-Shops in die bestehende IT-Infrastruktur ... 433
7.2 ... Externe Software auswählen, integrieren und nutzen ... 441
7.3 ... Fazit ... 454
8. Online-Marketing -- Kunden gewinnen, Umsätze steigern ... 455
8.1 ... Warum Online-Werbung? ... 455
8.2 ... Abrechnungsmethoden und Kostenkalkulationen ... 456
8.3 ... Affiliate Marketing ... 459
8.4 ... Display Ads und Targeting ... 467
8.5 ... Preissuchmaschinen ... 474
8.6 ... E-Mail-Marketing ... 480
8.7 ... Paketbeilagen und Gutscheinnetzwerke ... 492
8.8 ... Erarbeitung einer optimalen Online-Marketing-Strategie ... 493
8.9 ... Shopbasiertes Marketing ... 495
8.10 ... Fazit ... 502
9. Content Marketing ... 503
9.1 ... Ihre Zielgruppe für den Shop ... 504
9.2 ... Welcher Content ist der richtige? ... 511
9.3 ... Content verteilen ... 517
9.4 ... Erfolgsmessung der Content-Strategie ... 519
9.5 ... Fazit ... 520
10. Suchmaschinenmarketing -- so wird Ihr Shop gefunden ... 521
10.1 ... Suchmaschinenoptimierung (SEO) ... 522
10.2 ... Wie findet Google? ... 523
10.3 ... On-Page-Optimierung ... 529
10.4 ... Off-Page-Optimierung ... 541
10.5 ... Anzeigen auf Suchmaschinen (SEA) ... 552
10.6 ... Google-Displaynetzwerk ... 569
10.7 ... Kosten für Google Ads ... 573
10.8 ... Fazit ... 575
11. Omni-Channel als Erfolgsmotor im E-Commerce ... 577
11.1 ... Handel über Marktplätze ... 578
11.2 ... Marktplätze im Porträt ... 580
11.3 ... Fazit ... 594
12. Der Kompass im E-Commerce -- Conversion-Messung und -Optimierung ... 595
12.1 ... Warum müssen Daten erfasst und ausgewertet werden? ... 595
12.2 ... Ermittlung von Leistungskennzahlen und wichtigen Erfolgsfaktoren ... 598
12.3 ... Marketingkampagnen und Customer Journey ... 607
12.4 ... Welche Webanalyselösung ist die richtige für Ihren Shop? ... 614
12.5 ... Rechtliche Aspekte der Webanalyse ... 621
12.6 ... Fazit ... 626
13. Wie können Sie mit sozialen Netzwerken Aufmerksamkeit und Umsatz steigern? ... 627
13.1 ... Soziale Netzwerke und deren Funktionsweise ... 627
13.2 ... Social Media Monitoring ... 640
13.3 ... Einzelne Portale im Überblick ... 644
13.4 ... Weitere soziale Netzwerke im Überblick ... 660
13.5 ... Fazit ... 662
14. Chancen im Mobile Commerce ... 663
14.1 ... Unterschiede zwischen E-Commerce und M-Commerce ... 665
14.2 ... Chancen, Risiken und Nutzen für Shop-Betreiber ... 667
14.3 ... Technische Hürden und Anforderungen ... 669
14.4 ... Fazit ... 678
15. Internationalisierung -- neue Märkte erschließen, Zielgruppen erweitern und Umsätze steigern ... 679
15.1 ... So ermitteln Sie die Erfolgsaussichten im Vorfeld ... 680
15.2 ... Der europäische Markt im Quick-Check ... 693
15.3 ... Geoblocking-Verordnung der Europäischen Union ... 696
15.4 ... Erforderliche Anpassungen in Ihrem Online-Shop ... 696
15.5 ... Internationales Marketing ... 705
15.6 ... Rechtliche Aspekte ... 706
15.7 ... Nützliche Tools, Dienste und Unternehmen ... 707
15.8 ... Schritt für Schritt zum internationalen Online-Shop am Beispiel der Schweiz ... 709
15.9 ... Fazit ... 715
16. B2B-E-Commerce ... 717
16.1 ... Unterschiede zwischen B2B und B2C ... 717
16.2 ... B2B-E-Commerce -- auf diese Besonderheiten müssen Sie achten ... 718
16.3 ... Geschäftsmodelle im B2B-E-Commerce ... 724
16.4 ... Fazit ... 728
17. Online-Recht -- rechtlich auf der sicheren Seite ... 731
17.1 ... Unternehmer und Verbraucher ... 732
17.2 ... Versand ins Ausland ... 734
17.3 ... Informationspflichten ... 737
17.4 ... Das Widerrufsrecht ... 750
17.5 ... Pflichten im elektronischen Geschäftsverkehr ... 772
17.6 ... Impressum richtig erstellen ... 780
17.7 ... AGB richtig erstellen ... 786
17.8 ... Datenschutz ... 789
17.9 ... Rechtliche Hürden und Risiken ... 806
17.10 ... Die Trusted-Shops-Checkliste ... 810
18. Erfolgsfaktor Kundenbindung, Loyalität und Zufriedenheit ... 813
18.1 ... Warum zufriedene Stammkunden für Sie essenziell sind ... 814
18.2 ... Mittels Kunden-Support Begeisterung schaffen ... 816
18.3 ... Loyalität und Kundenbindung schaffen ... 830
18.4 ... Kundenportale und Selfservice-Ansätze ... 834
18.5 ... Kunden- und Support-Management-Lösungen ... 836
18.6 ... Die perfekte Strategie entwickeln und umsetzen ... 844
18.7 ... Fazit ... 845
19. Was Sie über Buchhaltung wissen sollten ... 847
19.1 ... Buchhaltung für Online-Shops ... 847
19.2 ... Den wirtschaftlichen Erfolg im Blick ... 854
19.3 ... Fazit ... 860
20. Tipps und Tricks für Ihren Erfolg ... 861
20.1 ... Aller Anfang ist schwer -- so starten Sie richtig ... 861
20.2 ... Häufige Fehler, die Sie nicht machen sollten ... 865
20.3 ... 8 Punkte, die über Ihren Erfolg entscheiden ... 872
20.4 ... Downloads und weiterführende Websites ... 877
20.5 ... Statt eines Fazits -- Plädoyer für den Online-Handel ... 880
Index ... 883
1.2 Ist Ihr Unternehmen bereit für den Online-Handel?
Eine zentrale Frage, die Sie sich zuallererst stellen müssen, lautet: Ist mein Unternehmen bereit für den Online-Handel? Diese Frage klingt banal, und Sie werden sie sicherlich spontan mit Ja beantworten, denn ansonsten hätten Sie dieses Buch nicht gekauft. Aber es handelt sich hierbei um eine Frage, die Sie in Ruhe beleuchten müssen. Unserer Erfahrung nach denken sehr viele Unternehmen, dass sie bereit für den digitalen Handel sind, meinen damit aber wirklich nur die reine Installation eines Online-Shops. Aber E-Commerce ist mehr als das reine Installieren einer Online-Shop-Software. E-Commerce bedeutet, dass Sie in Ihrem Unternehmen und Ihrer Organisation einen weiteren Vertriebskanal etablieren, gegebenenfalls etablierte Vertriebskanäle wie den Außendienst ablösen und diese Veränderungen auch leben. Das betrifft schlussendlich auch die Preis- und Kundenpolitik, interne Prozesse und hat Einfluss auf das Unternehmensimage. Kurzum: Der Online-Handel krempelt, wenn Sie sich auf diesen Pfad begeben, Ihre komplette Organisation um und macht diese fit für die Zukunft. Damit verbunden ist eine Vielzahl an Änderungen, die Ihnen stellenweise einfacher, aber auch schwerer fallen werden.
Um nun diese zentrale Frage zu beantworten, möchten wir in diesem Abschnitt vor allem bei den Grundsätzen anfangen und gemeinsam mit Ihnen herausfinden, wo Sie mit Ihrem Unternehmen stehen, was Sie an Vorarbeit leisten müssen und wie Sie im E-Commerce starten können.
1.2.1 Akzeptanz für das Thema E-Commerce
Mit der Akzeptanz steht oder fällt der Erfolg eines jeden E-Commerce-Projekts! Wenn Sie gerade selbst ein Unternehmen gegründet haben bzw. eine »One-Man-Show« sind, haben Sie glücklicherweise mit diesem Problem nicht zu kämpfen. Sind Sie hingegen E-Commerce-Verantwortlicher in einem Unternehmen, ist es wichtig, im ersten Schritt die Akzeptanz in Ihrer Organisation für Ihr E-Commerce-Engagement zu erfragen. Oftmals stoßen Sie als E-Commerce-Verantwortlicher anfangs auf Ablehnung, speziell wenn Sie einen neuen Online-Shop einführen und bislang noch kein Engagement im E-Commerce betrieben wurde. Diese Ablehnung kann die verschiedensten Gründe haben und auch aus den unterschiedlichsten Abteilungen kommen. Die Ängste, die dahinterstehen, sind häufig unbegründet, und daher können Sie an dieser Stelle ansetzen und das Unternehmen für das Thema E-Commerce sensibilisieren.
Doch mit welchen Ablehnungshaltungen können Sie in der Praxis konfrontiert werden? Speziell der Vertrieb stellt sich oftmals quer, da die Vertriebler im Online-Shop immer einen günstigeren Ersatz ihrer eigenen Arbeitsleistung vermuten. Denn was möchten Sie mit Ihrem Online-Shop erreichen? Klar, Produkte und Dienstleistungen verkaufen. Und was macht Ihr Vertrieb den gesamten Tag? Eben, Produkte und Dienstleistungen verkaufen! Also ist es doch nur menschlich und naheliegend, dass Ihre Mitarbeiter im Vertrieb befürchten, durch eine »günstigere« Lösung ersetzt zu werden, die nicht jeden Monat einen Gehaltsscheck benötigt. Das wird zwar meist nicht angesprochen, erklärt aber die oftmals ablehnende Haltung der Vertriebsmitarbeiter gegenüber dem Online-Shop oder allgemein gegenüber dem Engagement im E-Commerce. Sie werden dann mit Argumenten konfrontiert wie »Die Kunden möchten eine persönliche Beratung« oder »Unsere Kunden werden den Online-Shop nicht verstehen, sie möchten weiterhin per Fax oder E-Mail bestellen«.
Doch ist das wirklich so? Lassen Sie Ihren Kunden die Wahl, wie sie bestellen möchten, und setzen Sie sich mit Ihrem Vertrieb auseinander. Argumentieren Sie, dass ein Online-Shop ein zusätzlicher Vertriebskanal ist, der als Ergänzung, nicht als Ersatz dient. Denn Mitarbeiter dafür zu bezahlen, Daten in Masken einzugeben, ist in der heutigen Zeit ein Luxus, den sich kein Unternehmen mehr leisten kann. Und genau diese Tätigkeit nimmt Ihnen Ihr Online-Shop ab. Dieser ermöglicht die selbstständige Eingabe von Produkten und Zahlungsinformationen, wodurch Ihre Kunden vollkommen problemlos und selbstständig einkaufen können. Für diese Tätigkeit benötigen Sie keine teuren Vertriebsmitarbeiter, aber sehr wohl, um dafür zu sorgen, dass neue Unternehmen oder Privatpersonen Kunden von Ihnen werden, Stichwort CRM (Customer Relationship Management): Kundenbeziehungen müssen gepflegt und ausgebaut werden, Neukunden müssen akquiriert werden. Das ist die Aufgabe Ihres Vertriebs, und wenn Sie dies entsprechend kommunizieren, wird auch die Akzeptanz für den Online-Shop steigen, und Sie haben einen Bereich weniger, der Ihnen in die Parade fahren kann. Machen Sie Ihren Vertriebsmitarbeitern daher klar, dass sich ihr Aufgabenspektrum ändern wird. Die Zielsetzung des Vertriebs muss nun darin bestehen, vor allem potenzielle Interessenten zu Kunden zu konvertieren und »Feel-Good-Management« zu betreiben, nicht aber Bestellungen am Telefon entgegenzunehmen. Die Komplexität wird steigen, die Herausforderungen werden zunehmen – eine Änderung, die sicherlich nicht jedem Mitarbeiter willkommen erscheint.
Neben dem Vertrieb, der bei einem E-Commerce-Projekt das größte Gefahrenpotenzial darstellt, haben Sie aber auch weitere Abteilungen in Ihrer Organisation, die Sie mit ins Boot holen müssen. Die Werbeabteilung hat oftmals Angst, dass das Image »beschädigt« oder falsch transportiert werden könnte, und die Geschäftsführung sieht oftmals einfach nur die Kosten und nicht den Nutzen eines Online-Shops. Auch hier gilt es im ersten Schritt, die entsprechenden Ängste zu sammeln und für das Thema E-Commerce zu werben. Denn auch ein Online-Shop kann das Image Ihres Unternehmens verbessern, nämlich wenn Kunden plötzlich rund um die Uhr einkaufen und sich über Ihre Produkte informieren können. Und ein Online-Shop verursacht zwar Kosten, spielt aber auch wieder Gewinne ein. Wenn die Planung im Vorfeld stimmt, ist die Argumentation bei der Geschäftsführung ebenso kein Problem.
Bevor Sie daher mit der Planung Ihrer E-Commerce-Strategie starten, schauen Sie, inwiefern mögliches Störpotenzial bei Ihnen im Unternehmen vorhanden ist, und setzen Sie sich mit den entsprechenden Personen zusammen. Arbeiten Sie gemeinsam an der E-Commerce-Strategie für Ihr Unternehmen. Wenn Sie sich dagegen selbst zu einer One-Man-Show zählen, haben Sie zumindest in diesem Punkt ein Problem weniger, denn wenn Sie selbst nicht vom E-Commerce überzeugt wären, hätten Sie dieses Buch sicherlich nicht gekauft!
1.2.2 Kunden und potenzielle Kunden
Der schönste Online-Shop mit der besten Marketingstrategie und einer perfekten Usability nützt Ihnen nichts, wenn Ihre (Bestands-)Kunden den Online-Shop ablehnen und keinen Nutzen darin erkennen. Genau aus diesem Grund müssen Sie sich im Vorfeld, bevor Sie mit der Planung und Realisierung Ihres Online-Shops starten, Ihre Kunden etwas genauer ansehen. Denn letztendlich entwickeln Sie den Online-Shop für Ihre Kunden und nicht für sich selbst! Wie hoch ist das durchschnittliche Alter Ihrer Kunden, sind sie tendenziell internetaffin oder verzichten sie eher auf die Arbeit mit Computern oder Smartphones? Sind Ihre Kunden überhaupt tagsüber in einem Büro oder den gesamten Tag unterwegs? Gerade dieser Punkt hat schon einen großen Einfluss auf den Online-Shop. So gibt es Berufsgruppen, die tagsüber auf einer Baustelle unterwegs sind. Bestellungen wären daher nur morgens oder am späten Abend möglich. Sie müssen sich also ein umfassendes Bild machen, ob ein Online-Shop Ihren Kunden wirklich einen Mehrwert bietet, denn wenn Ihre Kunden keinen Mehrwert in einem Online-Shop sehen, werden sie diesen nicht akzeptieren.
Wie können Sie nun am einfachsten herausfinden, ob sich ein Online-Shop für Ihre Kunden lohnen würde? Vor allem Bestellungen per Fax, E-Mail oder Telefon sind ein Indiz dafür, dass Sie auch einen Online-Shop etablieren können. Wenn Sie daher ausschließen können, dass Ihre Kunden Ihre Verkäufer persönlich sehen müssen, wie es beispielsweise in einem Ladengeschäft der Fall ist, so werden Sie Ihre Kunden weg vom Telefon, dem Fax und der E-Mail hin zu einem Online-Shop lotsen können. Denn ein Telefonat kostet Zeit, viel Zeit und geht nur zu Uhrzeiten, an denen Ihre Hotline besetzt ist. Ein Fax ist mit Aufwand verbunden, genau wie eine E-Mail. Hier würde ein Online-Shop den Aufwand reduzieren, und die Minimierung von Aufwand wird von Kunden stets positiv wahrgenommen. Zusätzlich empfiehlt es sich, bei einer Handvoll guter Kunden im Vorfeld anzufragen, wie sie dem Thema E-Commerce gegenüberstehen, was ihnen bei einem Online-Shop wichtig ist und auf was Sie achten sollten.
1.2.3 Lieferanten bzw. Hersteller
Die Lieferanten bzw. Hersteller sind ein oftmals unterschätztes Rädchen im Getriebe des E-Commerce. Denn sind wir einmal ehrlich, ohne Lieferanten können Sie keinen Online-Shop betreiben, außer Sie sind Ihr eigener Hersteller, was aber oftmals nicht der Fall ist. Bevor Sie den Schritt in den E-Commerce wagen, sprechen Sie Ihre Lieferanten auf Ihr Vorhaben an. Denn es gibt Branchen, da wird das Engagement im E-Commerce gar nicht einmal so gerne gesehen. Lieferanten argumentieren oftmals mit dem Preisverfall oder der »Beschädigung« des Images. Insgeheim geht es aber eher darum, dass viele Lieferanten auch direkt an Endkunden verkaufen und Ihnen kein Stück vom Kuchen abgeben möchten. Aber selbst wenn Lieferanten keine Probleme mit einem Online-Shop haben, müssen Sie im Vorfeld...




