Steller / Volbert | Handbuch der Rechtspsychologie | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band Band 9, 652 Seiten

Reihe: Handbuch der Psychologie

Steller / Volbert Handbuch der Rechtspsychologie


1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-8409-1851-3
Verlag: Hogrefe Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

E-Book, Deutsch, Band Band 9, 652 Seiten

Reihe: Handbuch der Psychologie

ISBN: 978-3-8409-1851-3
Verlag: Hogrefe Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Das Handbuch informiert anhand ausgewählter Schlüsselbegriffe umfas-send über Grundlagen, Konzepte und Methoden der Rechtspsychologie. Theorien und empirische Befunde zur Kriminalitätsentstehung, Methoden und Ergebnisse der Straftäterbehandlung im Straf- und Maßregelvollzug, Aspekte der Opfererfahrung und Kriminalitätsbewältigung sowie verschiedene Anwendungsgebiete von Polizeipsychologie sind Themen des Bandes.

Ferner werden die Grundlagen und Methoden der Aussagepsychologie, der Schuldfähigkeitsbegutachtung sowie der Kriminalitätsprognose dargestellt. Verschiedene Aspekte der familienpsychologischen Begutachtung sowie der Psychologie der Strafverfolgung und des Strafverfahrens bilden weitere Schwerpunkte des Bandes. Neben Psychologen erhalten auch Angehörige der Nachbardisziplinen Forensische Psychiatrie, Rechtsmedizin und Rechtswissenschaften in diesem Handbuch einen fundierten Überblick über die zentralen Forschungs- und Anwendungsgebiete der Rechtspsychologie.

Die Autoren

PD Dr. Renate Volbert, geb. 1957. 1976-1982 Studium der Psychologie in Bochum und Bielefeld. 1990 Promotion. 2003 Habilitation. Seit 1984 am Institut für Forensische Psychiatrie der Charité – Universitätsmedizin Berlin in verschiedenen Positionen tätig, seit 2003 als Oberassistentin. Fachpsychologin für Rechtspsychologie BDP/DGPs. Tätigkeit als forensische Sachverständige, vornehmlich zu Fragen der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen.

Prof. Dr. Max Steller, geb. 1944. 1965-1969 Studium der Psychologie in Kiel. 1974 Promotion. 1985 Habilitation. Seit 1988 Professor für Forensische Psychologie am Institut für Forensische Psychiatrie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Fachpsychologe für Rechtspsychologie BDP/ DGPs. Bundesweit als Sachverständiger für Gerichte tätig, vornehmlich zu Fragen der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen.

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Weitere Infos & Material


1;Inhalt;6
2;Vorwort;12
3;I Kriminalitätsentstehung;14
3.1;Kriminalitätstheorien;16
3.1.1;1 Einleitung;16
3.1.2;2 Persönlichkeitsorientierte Ansätze;16
3.1.3;3 Lerntheoretische Erklärungen;18
3.1.4;4 Theorien der sozialen Informationsverarbeitung;20
3.1.5;5 Sozialstrukturelle Theorien;20
3.1.6;6 Etikettierungstheorien;22
3.1.7;7 Situationsbezogene Erklärungen: Die Rational Choice Perspektive;22
3.1.8;8 Entwicklungsorientierte und neuropsychologische Theorien;23
3.1.9;9 Schlussbemerkung;25
3.1.10;Weiterführende Literatur;26
3.1.11;Literatur;26
3.2;Gewaltdelinquenz;29
3.2.1;1 Einleitung;29
3.2.2;2 Erscheinungsweisen der Gewaltdelinquenz im Blickfeld der psychologischen Forschung;29
3.2.3;3 Psychologische Modelle zur Erklärung von Gewaltdelinquenz;34
3.2.4;Weiterführende Literatur;37
3.2.5;Literatur;37
3.3;Sexualdelinquenz;39
3.3.1;1 Einleitung;39
3.3.2;2 Gesetzliche Regelungen;39
3.3.3;3 Umfang und Entwicklung der Sexualdelikte;41
3.3.4;4 Rückfälligkeit;42
3.3.5;5 Klassifikation der Sexualdelinquenz;44
3.3.6;6 Behandlung und Prognose;45
3.3.7;Weiterführende Literatur;46
3.3.8;Literatur;46
3.4;Jugenddelinquenz;49
3.4.1;1 Der Delinquenzbegriff;49
3.4.2;2 Formen der Jugenddelinquenz;49
3.4.3;3 Ursachen und Bedingungen der Jugenddelinquenz;51
3.4.4;4 Interventionen;54
3.4.5;Weiterführende Literatur;55
3.4.6;Literatur;55
3.5;Kriminelle Karrieren;58
3.5.1;1 Einleitung;58
3.5.2;2 Dimensionen krimineller Karrieren;59
3.5.3;3 Verläufe krimineller Karrieren;62
3.5.4;4 Prognostizierbarkeit krimineller Karrieren;65
3.5.5;Weiterführende Literatur;66
3.5.6;Literatur;66
3.6;Psychopathie;69
3.6.1;1 Das Konstrukt;69
3.6.2;2 Ätiologie;71
3.6.3;3 Diagnostik;72
3.6.4;4 Die praktische Relevanz von psychopathy im forensischen Kontext;74
3.6.5;5 Grenzen des Konstrukts;75
3.6.6;Weiterführende Literatur;76
3.6.7;Literatur;77
3.7;Resilienz in der Entwicklung antisozialen Verhaltens;79
3.7.1;1 Der Resilienzbegriff;79
3.7.2;2 Protektive Faktoren;81
3.7.3;3 Die Wechselwirkung von Risiko- und Schutzfaktoren;82
3.7.4;4 Personale und soziale Schutzfaktoren;83
3.7.5;5 Schlussfolgerungen;85
3.7.6;Weiterführende Literatur;85
3.7.7;Literatur;85
3.8;Kriminalprävention;88
3.8.1;1 Definition und Arbeitsfelder;88
3.8.2;2 Kriminalpräventive Initiativen und Projekte;89
3.8.3;3 Resümee;94
3.8.4;Weiterführende Literatur;94
3.8.5;Literatur;95
4;II Strafvollzug und Straftäterbehandlung;98
4.1;Institutionen der Straftäterbehandlung;100
4.1.1;1 Einleitung;100
4.1.2;2 Drei Wege der stationären Straftäterbehandlung;100
4.1.3;3 Ergebnisse der Straftäterbehandlung;105
4.1.4;Weiterführende Literatur;106
4.1.5;Literatur;106
4.2;Behandlung im Strafvollzug;108
4.2.1;1 Gesetzlicher und institutioneller Rahmen;108
4.2.2;2 Grundsätze von Straftäterbehandlung;110
4.2.3;3 Straftäterbehandlung in der Praxis;112
4.2.4;Weiterführende Literatur;118
4.2.5;Literatur;118
4.3;Sozialtherapeutische Einrichtungen;120
4.3.1;1 Geschichte und Gesetzesgrundlage der sozialtherapeutischen Einrichtungen;120
4.3.2;2 Integrative Sozialtherapie;121
4.3.3;3 Indikation;122
4.3.4;4 Probleme sozialtherapeutischer Einrichtungen;123
4.3.5;5 Wirksamkeit sozialtherapeutischer Behandlung;124
4.3.6;6 Mindestanforderungen an sozialtherapeutische Einrichtungen;125
4.3.7;7 Ausblick;126
4.3.8;Weiterführende Literatur;127
4.3.9;Literatur;127
4.4;Behandlung im Jugendvollzug;129
4.4.1;1 Rechtliche Rahmenbedingungen der Jugendstrafe;129
4.4.2;2 Konzeption der Behandlung im Jugendvollzug;129
4.4.3;3 Behandlungsnotwendigkeiten und Behandlungsangebote;131
4.4.4;4 Behandlungsprobleme;133
4.4.5;5 Spezialpräventive Wirkung des Jugendvollzugs;133
4.4.6;6 Schlussfolgerungen;134
4.4.7;Weiterführende Literatur;134
4.4.8;Literatur;135
4.5;Behandlung im Maßregelvollzug;136
4.5.1;1 Einleitung;136
4.5.2;2 Die Klientel des Maßregelvollzugs;137
4.5.3;3 Grundsätzliche Behandlungsprobleme: Äußerer Zwang und Therapiemotivation;137
4.5.4;4 Die Behandlung;138
4.5.5;5 Psychisch kranke Straftäterinnen;141
4.5.6;6 Der Weg durch eine Maßregelvollzugsklinik;141
4.5.7;7 Ambulante Nachsorge;143
4.5.8;Weiterführende Literatur;143
4.5.9;Literatur;143
4.6;Therapieindikation bei der Straftäterbehandlung;145
4.6.1;1 Gedanke der Straftäterbehandlung;145
4.6.2;2 Indikationskriterien;146
4.6.3;3 Vereinbarkeit von Therapie und Strafrecht;151
4.6.4;Weiterführende Literatur;151
4.6.5;Literatur;151
4.7;Behandlung von Sexualstraftätern;153
4.7.1;1 Einleitung;153
4.7.2;2 Psychotherapeutische Methoden;153
4.7.3;3 Somatische Behandlungen;156
4.7.4;4 Merkmale wirksamer Behandlungsmaßnahmen;158
4.7.5;5 Schlussfolgerung;159
4.7.6;Weiterführende Literatur;159
4.7.7;Literatur;159
4.8;Evaluation der Straftäterbehandlung;161
4.8.1;1 Einleitung;161
4.8.2;2 Meta-Analysen zur Wirksamkeit der Straftäterbehandlung;161
4.8.3;3 Unterschiede in der Wirksamkeit;163
4.8.4;4 Methodische Probleme bei der Evaluation von Straftäterbehandlung;167
4.8.5;5 Schlussfolgerungen;169
4.8.6;Weiterführende Literatur;170
4.8.7;Literatur;170
4.9;Prisonisierungseffekte;173
4.9.1;1 Begrifflichkeiten und Grundannahmen;173
4.9.2;2 Prisonisierungstheorien;174
4.9.3;3 Empirische Befunde;175
4.9.4;4 Zusammenfassung und Ausblick;178
4.9.5;Weiterführende Literatur;179
4.9.6;Literatur;179
4.10;Täter-Opfer-Ausgleich;181
4.10.1;1 Ziele des Täter-Opfer-Ausgleichs;181
4.10.2;2 Erste Erfahrungen mit dem Täter-Opfer-Ausgleich;182
4.10.3;3 Rechtliche Verankerung und gegenwärtige Praxis des Täter-Opfer-Ausgleichs;184
4.10.4;4 Außergerichtliche Konfliktschlichtung;185
4.10.5;Weiterführende Literatur;186
4.10.6;Literatur;186
5;III Viktimologie;188
5.1;Opfer von Kriminalität und Gewalt;190
5.1.1;1 Die Folgen von kriminellen Opfererfahrungen;190
5.1.2;2 Die psychische Verarbeitung von kriminellen Opfererfahrungen: Prozesse der Bewältigung;192
5.1.3;3 Lassen sich Opfererfahrungen erklären?;194
5.1.4;Weiterführende Literatur;196
5.1.5;Literatur;197
5.2;Sekundäre Viktimisierung;199
5.2.1;1 Definition;199
5.2.2;2 Empirische Studien zu Auswirkungen von Strafverfahren auf Zeugen/Opfer;200
5.2.3;Weiterführende Literatur;208
5.2.4;Literatur;208
5.3;Kriminalitätsfurcht;210
5.3.1;1 Was ist Kriminalitätsfurcht? Begriffliche Vorüberlegungen;210
5.3.2;2 Die Kriminalitätsfurcht im Alter – ein exemplarisches Beispiel;212
5.3.3;3 Wie differenziert soll untersucht werden? Besonderheiten verschiedener Personengruppen und Forschungsperspektiven;213
5.3.4;4 Psychologische Forschung zur Kriminalitätsfurcht: Perspektiven für die Zukunft;215
5.3.5;Weiterführende Literatur;216
5.3.6;Literatur;216
6;IV Polizeipsychologie;220
6.1;Zeugenvernehmung;222
6.1.1;1 Einleitung;222
6.1.2;2 Aufgaben und Ziele der Zeugenvernehmung;222
6.1.3;3 Kommunikationspsychologische Besonderheiten;223
6.1.4;4 Vernehmungsstrategien;225
6.1.5;5 Vernehmungstrainings;230
6.1.6;Weiterführende Literatur;231
6.1.7;Literatur;231
6.2;Das Kognitive Interview;233
6.2.1;1 Grundlagen und Quellen des Kognitiven Interviews;234
6.2.2;2 Empirische Befunde zur Wirksamkeit des Kognitiven Interviews;239
6.2.3;3 Fazit;242
6.2.4;Weiterführende Literatur;242
6.2.5;Literatur;242
6.3;Beschuldigtenvernehmung;245
6.3.1;1 Einleitung;245
6.3.2;2 Bestimmungsstücke einer Beschuldigtenvernehmung;245
6.3.3;3 Aufgaben des Vernehmungsbeamten und Psychologie;246
6.3.4;4 Erwerb von Vernehmungskompetenz und Transfersicherung;249
6.3.5;5 Ablauf einer Beschuldigtenvernehmung – ein Orientierungsrahmen;250
6.3.6;6 Fazit;251
6.3.7;Weiterführende Literatur;252
6.3.8;Literatur;252
6.4;Falsche Geständnisse;254
6.4.1;1 Einleitung;254
6.4.2;2 Taxonomie falscher Geständnisse;254
6.4.3;3 Häufigkeit falscher Geständnisse;256
6.4.4;4 Risikofaktoren für falsche Geständnisse;257
6.4.5;5 Multiple falsche Geständnisse;261
6.4.6;6 Unterscheidung zwischen zutreffenden und falschen Geständnissen;262
6.4.7;Weiterführende Literatur;263
6.4.8;Literatur;263
6.5;Verhandlungen bei Geiselnahmen;265
6.5.1;1 Der Begriff der Geiselnahme aus rechtlicher und polizeilicher Sicht;265
6.5.2;2 Verhandlungsforschung;267
6.5.3;3 Forschungsperspektiven und Praxistransfer;272
6.5.4;Weiterführende Literatur;274
6.5.5;Literatur;274
6.6;Operative Fallanalyse;276
6.6.1;1 Begriffe und Definition;276
6.6.2;2 Entwicklung der Fallanalyse;277
6.6.3;3 Die Durchführung der Fallanalyse in Deutschland;278
6.6.4;4 Die Methodik der Fallanalyse;282
6.6.5;5 Evaluation;286
6.6.6;Weiterführende Literatur;286
6.6.7;Literatur;287
7;V Aussagebeurteilung;288
7.1;Aussagetüchtigkeit;290
7.1.1;1 Definition;290
7.1.2;2 Beeinträchtigungen der Aussagetüchtigkeit;292
7.1.3;Weiterführende Literatur;298
7.1.4;Literatur;298
7.2;Glaubhaftigkeitsbegutachtung;301
7.2.1;1 Einleitung;301
7.2.2;2 Glaubhaftigkeitsbegutachtung als hypothesengeleiteter Prüfprozess;302
7.2.3;3 Allgemeine Gesichtspunkte;308
7.2.4;Weiterführende Literatur;309
7.2.5;Literatur;309
7.3;Merkmalsorientierte Inhaltsanalyse;312
7.3.1;1 Einleitung;312
7.3.2;2 Grundlagen der merkmalsorientierten Inhaltsanalyse;312
7.3.3;3 Inhaltliche Glaubhaftigkeitsmerkmale;313
7.3.4;4 Anmerkungen zur Anwendung der merkmalsorientierten Inhaltsanalyse;316
7.3.5;5 Empirische Befundlage und Weiterentwicklung der Methodik;317
7.3.6;6 Erweiterung der Anwendungsfelder;319
7.3.7;Weiterführende Literatur;320
7.3.8;Literatur;320
7.4;Voreinstellungen und das Testen sozialer Hypothesen im Interview;323
7.4.1;1 Der Prozess des Hypothesentestens;323
7.4.2;2 Fehlermöglichkeiten beim Testen sozialer Hypothesen;324
7.4.3;3 Kognitive Prozesse;324
7.4.4;4 Konfirmatorische Teststrategie;325
7.4.5;5 Motivationale Prozesse;327
7.4.6;6 Bedeutung für die Rechtspsychologie;327
7.4.7;7 Konsequenzen für die Praxis;329
7.4.8;Weiterführende Literatur;330
7.4.9;Literatur;330
7.5;Suggestion;332
7.5.1;1 Forensisch relevante Suggestionserscheinungen;332
7.5.2;2 Prozess der Übernahme von Suggestionen;334
7.5.3;3 Interindividuelle Unterschiede;338
7.5.4;4 Zur Unterscheidung zwischen erlebnisbasierten und suggerierten Aussagen;339
7.5.5;Weiterführende Literatur;340
7.5.6;Literatur;341
7.6;Aussagen über Traumata;343
7.6.1;1 Was sind Traumaerinnerungen?;343
7.6.2;2 Mögliche traumaspezifische Erinnerungsbesonderheiten;344
7.6.3;3 Empirische Befunde zu Erinnerungen an traumatische Ereignisse;347
7.6.4;4 Modifikation der aussagepsychologischen Begutachtung für Traumapatienten?;350
7.6.5;Weiterführende Literatur;351
7.6.6;Literatur;351
7.7;Nonverbale Indikatoren von Täuschung;354
7.7.1;1 Ansätze zur Entdeckung von Täuschung;354
7.7.2;2 Theoretische Erklärungsansätze;355
7.7.3;3 Ergebnisse von Metaanalysen über nonverbale Indikatoren von Täuschung;358
7.7.4;4 Bedeutsame Moderatorvariablen;360
7.7.5;5 Empfehlungen für die Praxis;360
7.7.6;Weiterführende Literatur;362
7.7.7;Literatur;362
7.8;Psychophysiologische Aussagebeurteilung;365
7.8.1;1 Einleitung;365
7.8.2;2 Psychophysiologische Bedeutsamkeitsdiagnostik;366
7.8.3;3 Methoden der psychophysiologischen Aussagebeurteilung;368
7.8.4;4 Anwendungsprobleme der psychophysiologischen Aussagebeurteilung;372
7.8.5;5 Zur rechtlichen Situation in Deutschland;373
7.8.6;Weiterführende Literatur;375
7.8.7;Literatur;375
7.9;Die Bedeutung neuropsychologischer Erkenntnisse für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Aussagen;377
7.9.1;1 Neuropsychologische Erkenntnisse zur Unterscheidung erlebnisbasierter von erfundenen Aussagen;378
7.9.2;2 Neuropsychologische Erkenntnisse zur Unterscheidung erlebnisbasierter von suggerierten Aussagen;382
7.9.3;Weiterführende Literatur;386
7.9.4;Literatur;386
7.10;Personenidentifizierung;388
7.10.1;1 Wiedererkennensleistung versus Reaktionsneigung;388
7.10.2;2 Zeugenfaktoren und Stimulusfaktoren;389
7.10.3;3 Die Wahrnehmungssituation;391
7.10.4;4 Einflüsse während des Behaltensintervalls;392
7.10.5;5 Identifizierungsverfahren;394
7.10.6;6 Beurteilungsfaktoren;396
7.10.7;7 Empfehlungen für die Beweiswürdigung;397
7.10.8;Weiterführende Literatur;398
7.10.9;Literatur;398
8;VI Schuld-, Reife- und Gefährlichkeitsbeurteilung;400
8.1;Schuldfähigkeit;402
8.1.1;1 Strafrechtliche Rahmenbedingungen;402
8.1.2;2 Schuld und Schuldfähigkeit im Fokus der Psychologie;403
8.1.3;3 Schuldausschließende oder -mindernde Bedingungen erster Ordnung;404
8.1.4;4 Schuldausschließende bzw. -mindernde Bedingungen zweiter Ordnung;406
8.1.5;5 Gutachterliche Qualitätsstandards und Entscheidungsheuristiken;407
8.1.6;Weiterführende Literatur;410
8.1.7;Literatur;411
8.2;Affekttaten;413
8.2.1;1 Begriffe Affekt und Affekttat;413
8.2.2;2 Kriminologische Erkenntnisse über Tötungsdelikte und Affekttaten;414
8.2.3;3 Psychologische Modelle und Erklärungen der Affekttat;416
8.2.4;4 Forensische Beurteilung;417
8.2.5;5 Probleme und offene Fragen;420
8.2.6;Weiterführende Literatur;420
8.2.7;Literatur;420
8.3;Strafrechtliche Verantwortungsreife;422
8.3.1;1 Rechtliche Grundlagen;422
8.3.2;2 Psychologischer Erkenntnisstand;424
8.3.3;Weiterführende Literatur;430
8.3.4;Literatur;431
8.4;Strafrechtliche Zuweisung heranwachsender Straftäter;433
8.4.1;1 Heranwachsende Straftäter im Spannungsfeld zwischen rechtsphilosophischem Anspruch und rechtspraktischer Realität;433
8.4.2;2 Heranwachsende: Transmission vom Jugendlichen zum Erwachsenen;434
8.4.3;3 Vom Impressionismus zum Entscheidungsalgorithmus;435
8.4.4;4 Die Begutachtung heranwachsender Straftäter;440
8.4.5;Weiterführende Literatur;443
8.4.6;Literatur;443
8.5;Kriminal(rückfall)prognose;445
8.5.1;1 Kriminalprognosen und Strafrecht;445
8.5.2;2 Statistisch-nomothetische Prognose;447
8.5.3;3 Klinisch-idiografische Prognose;448
8.5.4;4 Prognosechecklisten und Kriterienkataloge;451
8.5.5;5 Fazit;452
8.5.6;Weiterführende Literatur;452
8.5.7;Literatur;453
8.6;Aktuarische Prognoseinstrumente;454
8.6.1;1 Statistische Rückfallprognose;454
8.6.2;2 Prognoseinstrumente der „dritten Generation“;455
8.6.3;3 Stärken und Grenzen aktuarischer Prognoseinstrumente;460
8.6.4;Weiterführende Literatur;462
8.6.5;Literatur;462
9;VII Psychologie der Strafverfolgung und des Strafverfahrens;466
9.1;Strafbedürfnisse und Strafeinstellungen;468
9.1.1;1 Einleitung;468
9.1.2;2 Der Einfluss von Tat und Täter auf Strafreaktionen;469
9.1.3;3 Einflüsse der urteilenden Person auf die Strafreaktion;470
9.1.4;4 Der Einfluss des Kontextes der Urteilsbildung auf Strafreaktionen;475
9.1.5;5 Ausblick;476
9.2;Richterliche Urteilsbildung: Strafentscheid und Strafzumessung;478
9.2.1;1 Einleitung;478
9.2.2;2 Entscheidungsdefinition und Erfassung des Entscheidungsverhaltens;478
9.2.3;3 Formale Modelle zur Analyse des Urteilsprozesses;479
9.2.4;4 Inhaltliche Erklärungsansätze;483
9.2.5;5 Kontexteffekte: Der Richter im Rechtssystem;485
9.2.6;Weiterführende Literatur;485
9.2.7;Literatur;485
9.3;Urteilseinflüsse vor Gericht;487
9.3.1;1 Einleitung;487
9.3.2;2 Richterliche Urteilsdisparität;487
9.3.3;3 Urteilseinflüsse;488
9.3.4;4 Exemplarische Vertiefung: Der Ankereffekt im juristischen Kontext;490
9.3.5;5 Korrekturmöglichkeiten bei unerwünschten Urteilseinflüssen vor Gericht;494
9.3.6;Weiterführende Literatur;495
9.3.7;Literatur;495
9.4;Glaubwürdigkeitsattribution;498
9.4.1;1 Einleitung;498
9.4.2;2 Forensisch relevante Schwerpunkte der Glaubwürdigkeitsattributionsforschung;499
9.4.3;3 Schlussfolgerungen für die Praxis;504
9.4.4;Weiterführende Literatur;505
9.4.5;Literatur;505
9.5;Verfahrensgerechtigkeit;508
9.5.1;1 Das Spannungsverhältnis von objektiver und subjektiver Gerechtigkeit;508
9.5.2;2 Erste Welle der Verfahrensforschung;509
9.5.3;3 Distributive und Prozedurale Gerechtigkeit;511
9.5.4;4 Menschenbilder in der Gerechtigkeitsforschung;512
9.5.5;5 Neuere Ansätze der Verfahrensforschung;513
9.5.6;6 Legitimität durch Verfahren;515
9.5.7;7 Kulturelle Einflüsse;515
9.5.8;8 Fazit;517
9.5.9;Weiterführende Literatur;517
9.5.10;Literatur;517
10;VIII Familienpsychologische Begutachtung;520
10.1;Die Regelung elterlicher Sorge nach Trennung und Scheidung;522
10.1.1;1 Rechtliche Grundlagen;522
10.1.2;2 Die psychologische Problematik und ihre Beurteilung;525
10.1.3;3 Das Verhältnis von Diagnostik, Intervention und Begutachtung;529
10.1.4;Weiterführende Literatur;531
10.1.5;Literatur;531
10.2;Regelung des Umgangs;532
10.2.1;1 Rechtliche Grundlagen;532
10.2.2;2 Psychologische Hintergründe;534
10.2.3;Weiterführende Literatur;541
10.2.4;Literatur;541
10.3;Entzug der elterlichen Sorge;543
10.3.1;1 Einleitung;543
10.3.2;2 Rechtliche Grundlagen für den staatlichen Eingriff bei Kindeswohlgefährdung;543
10.3.3;3 Bezugsrahmen für die Diagnostik bei Kindeswohlgefährdung;546
10.3.4;4 Sachverständige Empfehlung bei Kindeswohlgefährdung;552
10.3.5;Weiterführende Literatur;552
10.3.6;Literatur;553
10.4;Herausgabe eines Kindes;554
10.4.1;1 Rechtliche Grundlagen;554
10.4.2;2 Die psychologische Problematik und ihre Beurteilung;555
10.4.3;3 Einzelprobleme;558
10.4.4;Weiterführende Literatur;562
10.4.5;Literatur;562
10.5;Adoption;564
10.5.1;1 Rechtliche Grundlagen;564
10.5.2;2 Psychologische Hintergründe;567
10.5.3;Weiterführende Literatur;573
10.5.4;Literatur;573
10.6;Kindeswohl;575
10.6.1;1 Inhalt und Funktion unter juristischem Aspekt;575
10.6.2;2 Der Begriff „Kindeswohl“ als Misere;576
10.6.3;3 Inhalt und Funktion unter psychologischem Aspekt;577
10.6.4;4 Gebrauchskontexte;579
10.6.5;Weiterführende Literatur;582
10.6.6;Literatur;582
10.7;Kindeswille;1
10.7.1;1 Rechtliche Grundlagen;1
10.7.2;2 Das Verhältnis von Kindeswohl und Kindeswille;1
10.7.3;3 Selbstgefährdender Kindeswille;1
10.7.4;4 Induzierter Wille;1
10.7.5;5 Die Entwicklung des Kindeswillens;1
10.7.6;6 Mindestanforderungen an das Vorliegen eines kindlichen Willens;1
10.7.7;Weiterführende Literatur;1
10.7.8;Literatur;1
10.8;Erziehungsfähigkeit;1
10.8.1;1 Rechtliche Grundlagen;1
10.8.2;2 Psychologische Hintergründe;1
10.8.3;Weiterführende Literatur;1
10.8.4;Literatur;1
10.9;Internationale Kindesentführungen (HKÜ-Fälle);1
10.9.1;1 Rechtliche Grundlagen;1
10.9.2;2 Psychologische Problematik und ihre Beurteilung;1
10.9.3;3 Ausblick;1
10.9.4;Weiterführende Literatur;1
10.9.5;Literatur;1
10.10;Verfahrenspflegschaft;1
10.10.1;1 Rechtliche Grundlagen;1
10.10.2;2 Die psychologische Problematik und ihre Beurteilung – Aufgaben des Verfahrenspflegers;1
10.10.3;3 Erste Hinweise zur Bestellpraxis;1
10.10.4;4 Kritik und Perspektiven;1
10.10.5;Weiterführende Literatur;1
10.10.6;Literatur;1
11;Die Autorinnen und Autoren des Bandes;620
12;Autorenregister;624
13;Sachregister;644
14;Mehr eBooks bei www.ciando.com;0


(S. 291-292)

2.1 Entwicklungspsychologisch bedingte Beeinträchtigungen der Aussagetüchtigkeit
Entwicklungspsychologische Studien zeigen, dass bereits Kinder im Alter von 2 bis 3 Jahren Ereignisse angemessen wahrnehmen und oft über einen langen Zeitraum behalten können. Sie machen aber auch deutlich, dass junge Kinder zunächst noch erhebliche Schwierigkeiten haben, gespeicherte Informationen selbstständig abzurufen und dass sie deswegen regelmäßig auf spezifische Hinweisreize angewiesen sind (z. B. Fivush, 2002). Ferner fällt es jungen Kindern unter komplexen Bedingungen schwerer als älteren Kindern oder als Erwachsenen, die Quellen von Gedächtnisrepräsentationen richtig zuzuordnen. Quellenverwechslungen tragen zur Generierung von Pseudoerinnerungen bei.

Empirische Belege für recht gute autobiografische Gedächtnisleistungen von jungen Kindern (z.B. Fivush & Schwarzmueller, 1998) implizieren deswegen nicht notwendigerweise, dass die Kinder über ausreichende Fähigkeiten verfügen, um forensisch verwertbare Aussagen zu machen. Die Vorgabe von spezifischen Hinweisreizen ist wenig problematisch, wenn Sicherheit darüber besteht, dass ein erfragtes Ereignis tatsächlich vorgefallen ist. In vielen entwicklungspsychologischen Untersuchungen sind die Befragenden zwar nicht immer über jedes Detail eines Ereignisses vorab informiert, besitzen aber die Sicherheit über einen prinzipiellen Erlebnishintergrund.

Bei Kindern bis zum vierten Lebensjahr sind die Antworten selbst unter diesen Bedingungen noch sehr fehlerbehaftet. Da in der forensischen Praxis aber eine Begutachtung der Aussage eines Kindes, häufig auch schon die Aussage selbst gar nicht notwendig wäre, wenn das relevante Ereignis bekannt wäre, ist von anderen Voraussetzungen auszugehen: Es müssen verständliche und zuverlässige Aussagen über Ereignisse abgegeben werden können, bei denen keine dritte Person anwesend war. Liegen keine Informationen über das fragliche Ereignis vor oder steht überhaupt in Frage, ob ein vermutetes Ereignis stattgefunden hat, ist die Gefahr groß, dass spezifische Hinweisreize und Fragen falsche Informationen enthalten. Dies wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit von Suggestionseffekten bei prinzipiell erlebnisbasierten Aussagen oder die komplette Induzierung einer falschen Erinnerung (Suggestion).

Befragungen in der forensischen Praxis finden zudem oft Wochen, Monate oder Jahre nach dem fraglichen Ereignis statt. Zwar ist nicht konsistent belegt, dass Kinder nach einem längeren Behaltensintervall weniger Details und mehr Fehler produzieren, generell wurde aber gefunden, dass bei Befragungen von jungen im Vergleich zu älteren Kindern oder zu Erwachsenen nach längerem Intervall jeweils mehr Hinweisreize notwendig sind als bei zeitnahen Befragungen. Die Gefahr, dass Aussagen durch Suggestionseffekte beeinträchtigt werden, ist umso höher, je mehr Hinweisreize gegeben werden müssen, und Quellenverwechslungen treten besonders dann auf, wenn zwischen tatsächlichem oder vermeintlichem Ursprungsereignis und Befragung ein langer Zeitraum liegt. Für die Übertragbarkeit der Befunde zu Erinnerungsleistungen von Kindern auf forensische Situationen fehlen bislang ergänzende Untersuchungen, die die Aussagegenauigkeit von durch uninformierte Befragende evozierten Darstellungen von Kindern prüfen. Es ist zu vermuten, dass die Aussageleistungen von jungen Kindern in forensischen Praxissituationen eher quantitativ geringer und fehlerbehafteter sind als in den referierten entwicklungspsychologischen Untersuchungen.


PD Dr. Renate Volbert, geb. 1957. 1976-1982 Studium der Psychologie in Bochum und Bielefeld. 1990 Promotion. 2003 Habilitation. Seit 1984 am Institut für Forensische Psychiatrie der Charité – Universitätsmedizin Berlin in verschiedenen Positionen tätig, seit 2003 als Oberassistentin. Fachpsychologin für Rechtspsychologie BDP/DGPs. Tätigkeit als forensische Sachverständige, vornehmlich zu Fragen der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen.

Prof. Dr. Max Steller, geb. 1944. 1965-1969 Studium der Psychologie in Kiel. 1974 Promotion. 1985 Habilitation. Seit 1988 Professor für Forensische Psychologie am Institut für Forensische Psychiatrie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Fachpsychologe für Rechtspsychologie BDP/ DGPs. Bundesweit als Sachverständiger für Gerichte tätig, vornehmlich zu Fragen der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen.



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