E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
Stephens Im Palast der Hoffnung
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6977-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Erbe der Rinaldis 5
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-6977-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Seit Jahrhunderten herrscht die mächtige Dynastie der Rinaldis über ein malerisches Inselreich im Mittelmeer. Jetzt muss der betagte König abdanken. Doch wer tritt das Erbe der Rinaldis an? Intrigen, Leidenschaft und zehn unumstößliche Regeln werden für jeden Thronanwärter zu einer persönlichen Herausforderung. Die Suche beginnt ...
Heimlich schleicht die hübsche Carrie sich in den Palast der Rinaldis. Sie muss unbedingt mit Prinz Nico sprechen! Ihre kurze Affäre in London ist nicht ohne Folgen geblieben - Carrie bekommt ein Baby. Und kaum sehen sie einander wieder, entbrennt dieselbe Leidenschaft, die sie damals zueinander getrieben hat. Doch eine gemeinsame Zukunft scheint undenkbar! Denn zwischen Nico und einem Liebesglück mit der Prinzessin seines Herzens steht der Anspruch auf den Thron ...
Der fünfte Teil der großen Königssaga!
Das erste Buch der britischen Schriftstellerin Susan Stephens erschien im Jahr 2002. Insgesamt wurden bisher 30 Bücher veröffentlicht, viele gehören zu einer Serie wie beispielsweise 'Latin Lovers' oder 'Foreign Affairs'. Als Kind las Susan Stephens gern die Märchen der Gebrüder Grimm. Ihr Studium beendete die Autorin mit einem MA in Musik, sie wurde professionelle Sängerin und schrieb Sachbücher. Mit dem Schreiben von Liebesromanen begann sie erst, als sie eines Tages die Autorin Penny Jordan kennenlernte, die sie als Freundin und Mentorin zum Schreiben ihres ersten Liebesromans ermutigte. Auf einer Auktion einer Benefiz-Veranstaltung konnte ein Tag mit einem Autor ersteigert werden. Susans Ehemann gab das höchste Gebot ab und so verbrachte Susan einen Tag mit der bekannten Romance-Autorin Penny Jordan, die beiden wurden gute Freundinnen. Für Susan Stephens steht die Familie an erster Stelle, danach kommen das Schreiben, die Freunde sowie die Haustiere. Gern besucht sie Theatervorstellungen sowie Konzerte, sie reist viel. Zu ihren Hobbys in der Freizeit zählen Lesen, Kochen und Stricken. Susan Stephens liebt Wanderungen durch die Landschaft in Yorkshire, wenn es regnet, spielt sie Klavier. Ihre liebsten Sportarten sind Reiten und Ski laufen. Ihren Ehemann lernte Susan Stephens auf Malta kennen, sie trafen sich an einem Montag und am folgenden Freitag verlobten sie sich, knapp drei Monate später waren sie verheiratet. Bis heute sind sie glücklich verheiratet und haben drei Kinder. Trotzdem hofft Susan, dass ihre Kinder bei der Wahl ihrer Lebenspartner etwas besonnener vorgehen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Auf dem Sarg lag eine einzelne weiße Rose. Regentropfen glitzerten an den zarten Blütenblättern.
Die Blume auf dem Namensschild aus Messing machte Carrie traurig. Sobald Erde den Sarg bedeckte, sah niemand mehr den Namen der Tante, die für ihre Nichte nichts übrig gehabt hatte. Doch so etwas ließ sich nicht steuern. Carrie hatte ihre Tante geliebt, obwohl ihre Gefühle ins Leere stießen. Ja, es war traurig. Trotzdem war Carrie froh, dass Worte nicht alles zerstören konnten. Der Zuneigung zu ihrer Tante konnten sie nichts anhaben.
„Carrie Evans?“
Sie drehte sich um. Hinter ihr stand ein Mann mit einem schwarzen Regenschirm, unter dem seine finstere Miene noch geheimnisvoller wirkte. Außer ihr selbst waren nur vier Leute zum Begräbnis erschienen – der Geistliche und drei Bestatter, die sich jetzt entfernten. Carrie nahm ihren ganzen Mut zusammen. „Ja, ich bin Carrie Evans“, erwiderte sie. „Was kann ich für Sie tun?“
„Tut mir leid, Miss, aber ich war beim Haus und habe niemanden angetroffen.“
Sie kannte den Mann nicht, erriet jedoch den Grund für sein Erscheinen. Bestimmt wollte er ihr die Papiere zustellen, die sie aus dem Haus ihrer Tante vertrieben. So wünschten es die Verwandten, die bei Tante Mabel nie zu Besuch gewesen waren. Gestern hatte bereits ein Anwalt angerufen und die Lage erklärt.
Gestern, als sich ihr Leben unwiderruflich verändert hatte …
Carrie war fünfundzwanzig, obwohl sie jünger aussah. Das lag weniger an der konservativen Kleidung, sondern mehr an der hellen Haut. Außerdem kämmte sie sich das üppige Haar immer straff nach hinten und schlang es zum Knoten. Carrie zeigte ihre Lockenpracht ungern offen. Sie fand, dass das Rotgold eher zu einer Schauspielerin oder einem Model passte. Am liebsten hätte sie das Haar braun färben lassen, doch das war ihr auf die Dauer zu teuer. Ihr Gehalt als Sekretärin deckte gerade die laufenden Kosten.
Betont durch dichte schwarze Wimpern, prägten die großen blauen Augen ihr Gesicht. Alles in allem wirkte sie wie eine tüchtige junge Frau, die für das geltende Schönheitsideal eine Spur zu füllig war. Dafür konnte sie aber ziemlich entschlossen auftreten.
„Ich habe meine Sachen bereits aus dem Haus meiner Tante entfernt“, erklärte sie beherrscht. „Sobald wir hier fertig sind, hole ich meinen Koffer und bringe die Schlüssel zum Anwalt.“
Sie tat ihm leid, weil er gehört hatte, dass sie kein Dach mehr über dem Kopf hatte. Die Erben ihrer Tante beanspruchten das Haus, in dem sie wohnte, ganz für sich. „Offenbar haben Sie alles im Griff“, meinte er, um den Schlag abzumildern, „und daher brauchen Sie wohl kaum einen Rat von mir.“
„Nein, danke“, entgegnete sie.
Obwohl sie einen äußerst höflichen Ton anschlug, hielt sie seine Worte offenbar lediglich für eine lahme Floskel. Als er Miss Evans die Papiere überreichte, stieg sie noch weiter in seiner Achtung. Trotz des Unglücks, das sie getroffen hatte, strahlte diese ungewöhnliche junge Frau eine stille Würde aus, die Respekt forderte.
Carrie hatte zuletzt schon gar nicht mehr gemerkt, wie kalt und unansehnlich ihr Zimmer war. Laut Räumungsbescheid blieben ihr vierundzwanzig Stunden, um die Sachen wegzuschaffen. So viel Zeit brauchte sie gar nicht.
Einerseits vermisste sie ihre Tante. Andererseits war Carrie froh, dieses traurige und einsame Haus endlich zu verlassen. Dabei hätte es ohne Weiteres ein Heim voll von Liebe und Fröhlichkeit sein können. Dafür hätte Tante Mabel nur vergessen müssen, dass Carries Vater nicht sie, sondern ihre Schwester geheiratet hatte.
Seufzend schüttelte sie den Kopf. Die Situation könnte kaum schlimmer sein. Carrie war arbeitslos, obdachlos, alleinstehend und schwanger.
Trotzdem war sie fähig, aufrichtig glücklich zu lächeln, wenn sie an ihr Baby dachte. Die Freude über die Schwangerschaft ließ sie sich durch nichts nehmen. Eines Tages würde sie einen Menschen treffen, den sie lieben konnte und der ihre Gefühle erwiderte. Ihn würde sie umsorgen und gemeinsam mit ihm in die Zukunft blicken. Im Augenblick hatte Carrie aber ein ganz anderes Problem. Sie musste den Vater ihres Kindes informieren. Schließlich hatte er ein Recht darauf, es zu erfahren. Doch allein schon bei der Vorstellung krampfte sich ihr der Magen zusammen.
Bedauerlicherweise war der Vater ihres Kindes der härteste und gefühlsärmste Mann, den sie jemals kennengelernt hatte. Meistens benahm er sich so freundlich und umgänglich wie ein Löwe, der sich einen Dorn in die Pfote eingetreten hatte. Und dennoch liebte sie diesen Mann. Seit dem ersten Moment, und diese Liebe würde nie vergehen. Er hatte sich so gut wie gar nicht um sie gekümmert. Carrie seufzte abermals. Je länger sie es hinausschob, desto schwerer würde es ihr fallen, mit ihm über das Baby zu reden.
Schützend legte sie die Hände auf ihren Bauch. Niemand sollte sich dem Glück ihres Kindes in den Weg stellen. Ihr blieb nichts anderes übrig, als mit dem Vater zu sprechen und ihm die Stirn zu bieten. Dabei wollte sie gar nichts für sich selbst, sondern verlangte nur Anerkennung und Sicherheit für ihr Kind. Er war sehr reich und ließ sich vielleicht dazu überreden, für sein Kind einen Treuhandfonds einzurichten.
Bevor sie ihre Schwangerschaft bemerkt hatte, träumte Carrie noch davon, die Arbeit als Sekretärin aufzugeben. Stattdessen wollte sie gern ihre Leidenschaft fürs Malen zum Beruf machen. Das kam nun allerdings nicht mehr infrage. Jetzt brauchte sie eine billige Unterkunft und einen Job, bevor das Kind zur Welt kam.
Im Lauf der Zeit könnte sie genug für ein Häuschen mit Garten sparen. Aus eigener Erfahrung wusste Carrie, wie wichtig Beständigkeit für ein Kind war. Ihr Kind sollte nicht herumgestoßen werden wie sie selbst nach dem tragischen Unfall ihrer Eltern.
Carrie war fest entschlossen, nicht aufzugeben. Heute mochte sie obdachlos sein, aber sie würde es nicht lange bleiben.
Seit Tagen sprach der König von San Rinaldi nur noch von Nico Fierezza und wollte auch nichts anderes hören. Und soeben hatte er erfahren, dass sein Enkel Nico endlich nach San Rinaldi unterwegs war.
Nico steuerte seinen eigenen Jet. König Giorgio lächelte anerkennend. Nico führte ein beneidenswertes Leben. Wäre ihm nicht die Last der königlichen Pflichten aufgebürdet worden, Giorgio hätte es genauso gemacht. Nun blieb ihm in diesem langen und ereignisreichen Leben nur noch eine einzige Aufgabe: Er musste seinen wilden Enkel zähmen und dazu bringen, die Thronfolge anzutreten.
Nico Fierezza zähmen? Der König seufzte. Das stellte sogar für ihn eine gewaltige Herausforderung dar. Doch dann leuchteten seine Augen auf. Vielleicht schaffte es kein Mann, Nico zu zähmen. Einer Frau würde es gelingen.
Was mache ich bloß auf San Rinaldi?, fragte sich Nico, während er den Jet perfekt landete und ausrollen ließ. Was hatte er auf dieser kleinen Insel zu suchen, von der viele träumten wegen der landschaftlichen Reize, Sehenswürdigkeiten und Attraktionen? Ihm erging es überhaupt nicht so.
Ab und zu übernahm er gern für seine Cousine Isabella die Renovierung eines Gebäudes. Er hatte sogar den neuen Flughafentrakt entworfen. Trotzdem spielte sich sein Leben in London ab.
War er fern von San Rinaldi, vermisste er lediglich seine Mutter Prinzessin Laura und seine Brüder Luca und Max. Max widmete sich ganz den Weingärten. Sein älterer Bruder Luca hatte das Kasino der Insel zum Erfolg geführt und jahrelang selbst geleitet. Erst in jüngster Zeit hatte er nach einer kurzen und stürmischen Romanze geheiratet und war in das Heimatland seiner jungen Frau gezogen. Seither wickelte er seine Geschäfte von Australien aus ab.
Nico verspürte schon wieder jene Unruhe, die ihn von Kindheit an verfolgte. Am liebsten hätte er die Insel sofort verlassen, obwohl der Jet noch nicht einmal stand.
Ungeduldig steuerte er den Haltepunkt an, wo bereits der rote Teppich für ihn ausgerollt war. Wann würden diese Leute lernen, dass man ihn keinesfalls mit Prunk und Pomp nach San Rinaldi zurücklocken konnte? Andererseits war er seit dem Bootsunglück zum ersten Mal wieder hier. Nach dem Tod seiner Angehörigen litt er nicht allein unter dem Verlust. Weshalb sollte er nicht eine Weile bei seiner Familie bleiben? So kostbar war seine Zeit schließlich auch wieder nicht.
Zuerst musste er sich mit seinem greisen Großvater aussprechen. Sobald der König zufrieden war, blieb genug Zeit für die übrige Familie. Allzu lange durfte Nico allerdings nicht bleiben. Sonst weckte er womöglich falsche Hoffnungen. Er ahnte schließlich, worum es letztlich ging. Drei männliche Thronerben waren von der Nachfolge ausgeschlossen worden. Also stand er als Nächster auf der Liste.
Zweifellos wollte sein Großvater ihn deshalb sehen. Nico war jedoch nicht am Thron von San Rinaldi interessiert – was immer König Giorgio auch Vorbringen mochte.
Seine Gründe dafür gingen weit über die innere Ruhelosigkeit hinaus. Auf keinen Fall wollte Nico unter falschen Voraussetzungen ein schweres Amt übernehmen. San Rinaldi konnte keinen König brauchen, der irgendwann so verzweifelt nach einem Erben suchen musste wie jetzt König Giorgio.
Nico war sich voll bewusst, dass er aufgrund einer Kinderkrankheit unfruchtbar war. Daher kamen Ehe und langfristige Beziehungen für ihn nicht infrage. Das belastete ihn nicht weiter, weil er sich gar nicht damit auseinandersetzte. In gewisser Weise war es ihm sogar recht. Immerhin trug er so weniger Verantwortung.
Carrie konnte dem Vater ihres Kindes die Neuigkeit...




