Stephens | In den Armen des griechischen Tycoons | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2651, 144 Seiten

Reihe: Julia

Stephens In den Armen des griechischen Tycoons


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2475-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2651, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-2475-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als Selfmade-Millionär Xander Tsakis erfährt, dass die kleine Gemeinde auf seiner griechischen Heimatinsel vor dem finanziellen Ruin steht, beschließt er zu helfen. Das schuldet er seinen verstorbenen Adoptiveltern. Doch kaum auf der idyllischen Insel in der Ägäis angekommen, gerät er mit der jungen Lehrerin Rosy Boom aneinander. Sie scheint nur das Wohl der Kinder zu sehen, dabei geht es doch um viel mehr! Dennoch will Xander unbedingt, dass Rosy ihm bei der Rettung der Insel hilft. Was gefährlich viel Nähe bedeutet! Erst unter heißer Sonne - dann in lauen Nächten am Meer ...



Das erste Buch der britischen Schriftstellerin Susan Stephens erschien im Jahr 2002. Insgesamt wurden bisher 30 Bücher veröffentlicht, viele gehören zu einer Serie wie beispielsweise 'Latin Lovers' oder 'Foreign Affairs'. Als Kind las Susan Stephens gern die Märchen der Gebrüder Grimm. Ihr Studium beendete die Autorin mit einem MA in Musik, sie wurde professionelle Sängerin und schrieb Sachbücher. Mit dem Schreiben von Liebesromanen begann sie erst, als sie eines Tages die Autorin Penny Jordan kennenlernte, die sie als Freundin und Mentorin zum Schreiben ihres ersten Liebesromans ermutigte. Auf einer Auktion einer Benefiz-Veranstaltung konnte ein Tag mit einem Autor ersteigert werden. Susans Ehemann gab das höchste Gebot ab und so verbrachte Susan einen Tag mit der bekannten Romance-Autorin Penny Jordan, die beiden wurden gute Freundinnen. Für Susan Stephens steht die Familie an erster Stelle, danach kommen das Schreiben, die Freunde sowie die Haustiere. Gern besucht sie Theatervorstellungen sowie Konzerte, sie reist viel. Zu ihren Hobbys in der Freizeit zählen Lesen, Kochen und Stricken. Susan Stephens liebt Wanderungen durch die Landschaft in Yorkshire, wenn es regnet, spielt sie Klavier. Ihre liebsten Sportarten sind Reiten und Ski laufen. Ihren Ehemann lernte Susan Stephens auf Malta kennen, sie trafen sich an einem Montag und am folgenden Freitag verlobten sie sich, knapp drei Monate später waren sie verheiratet. Bis heute sind sie glücklich verheiratet und haben drei Kinder. Trotzdem hofft Susan, dass ihre Kinder bei der Wahl ihrer Lebenspartner etwas besonnener vorgehen.

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2. KAPITEL


Aus zusammengekniffenen Augen starrte Xander in den Rückspiegel. Ein belustigtes Lächeln, das erste seit einer gefühlten Ewigkeit, umspielte seine Lippen. Trotz Romanos’ nachdrücklicher Empfehlung hatte er einige Vorbehalte gegenüber der neuen Lehrerin gehegt. War sie mit vierundzwanzig Jahren nicht zu jung, um Verantwortung für die Inselschule zu übernehmen? Diese erste Begegnung hatte alle Zweifel beseitigt.

Nicht nur war Kyria Boom ihren Aufgaben als Lehrerin offenbar gewachsen. Sie hatte auch das Rückgrat, ihm die Stirn zu bieten. Das ließ sich nicht von vielen Menschen behaupten. Was für eine erfrischende Überraschung!

Normalerweise zogen Xanders beachtlicher Reichtum und Erfolg scharenweise Schmeichlerinnen an. Eine Frau wie Rosy, die für ihre Überzeugungen einstand, war ihm noch nie begegnet. Ihre Zeugnisse waren ausgezeichnet, und sie hatte innerhalb kürzester Zeit viel erreicht. In ihren smaragdgrünen Augen funkelte wilde Entschlossenheit. Aber als sich ihre Hände zufällig berührten, war ihr die Röte ins Gesicht gestiegen. Was hatte das zu bedeuten? Sie war nicht sein Typ, nicht einmal annähernd. Dennoch musste er auf der Hut sein. Das sagte ihm sein siebter Sinn. Schließlich ging Xander aus Prinzip nur belanglose Affären ein.

Was Rosy betraf, sollte dies kein Grund zur Sorge sein. Seine Pläne für den Wiederaufbau der Insel würden sie schon auf Trab halten. Sie würde gar keine Zeit haben, sich irgendwelchen romantischen Fantasien hinzugeben.

Kurz bevor er auf die Hauptstraße abbog, warf Xander einen letzten Blick in den Rückspiegel. Rosy Boom starrte ihm nach. Ohne zu winken. Ohne zu lächeln. Was ging in ihrem Kopf vor? Würde sie sich seiner Herausforderung würdig erweisen? Erstaunlicherweise hoffte er das.

Bei seiner Ankunft im Großen Haus verflog die leise Hoffnung, die ihn seit der Begegnung mit Rosy besänftigt hatte, abrupt. Selbst die Nachmittagsdämmerung konnte nicht verbergen, wie vernachlässigt und heruntergekommen die einst imposante Familienresidenz war. Einmal mehr verfluchte Xander die Achtlosigkeit seines Bruders.

Allein Eleni hatte ihren Sohn Achilles mit liebevoller Strenge zu führen gewusst. Nach ihrem Tod war er außer Rand und Band geraten. Während Xander wichtige Projekte im Ausland betreute und Romanos um seine geliebte Frau trauerte, konnte Achilles nach Belieben schalten und walten. Niemand wagte, ihm Einhalt zu gebieten. Schließlich war er für sein aufbrausendes Temperament weithin bekannt. Die Auswirkungen seiner zügellosen Machenschaften taten sich nun vor Xanders Augen auf.

Dunkle Abdrücke verunstalteten die polierte Holzoberfläche von Romanos’ antikem Schreibtisch. Vermutlich hatte Achilles mehr als einmal seine heiße Kaffeetasse ohne Untersetzer abgestellt, während er mit seiner Geliebten oder dem Wettbüro telefonierte. Am selben Schreibtisch, an dem Romanos so viel Gutes getan hatte! Auf den farbenfrohen Sitzbezügen, die Eleni mit so viel Hingabe bestickt hatte, prangten Flecken, über deren Herkunft Xander lieber nicht nachdenken mochte. Sein Bruder hatte das Erbe der Familie mit Füßen getreten.

Niedergeschlagen sank Xander auf Romanos’ weichen Ledersessel. Wie ein Lichtblick in der allumfassenden Misere erschien Rosy Boom vor seinem inneren Auge. Obwohl er sie aus seinen Gedanken hatte verbannen wollen, trat ihm nun ein Lächeln auf die Lippen. Er warf einen ungeduldigen Blick auf die Wanduhr. Doch schon bereute er seine Vorfreude auf ihr abendliches Treffen. Er hatte jede Menge zu erledigen und durfte sich nicht ablenken lassen! Er musste sich seiner Verantwortung für die Insel stellen. Er hatte keine Zeit, in Gedanken an die Insellehrerin zu schwelgen.

All die oberflächlichen Schäden konnten umgehend ausgebessert werden. Doch Xanders Schuldgefühle reichten tiefer. Wieso war er nicht hier gewesen, als Romanos starb? Er hatte sogar seine Beerdigung verpasst! Den Schmerz, den er darüber empfand, konnte er kaum aushalten.

Wie schnell das Schicksal doch umschlagen konnte. Seine einst blühende Heimat lag in Schutt und Asche. Aber solch trübe Gedanken halfen nichts! Man schlug sie sich besser aus dem Kopf. Der wohlwollende Geist seines Vaters schien Xander anzuspornen. Und so tat er, was Romanos gewollt hätte. Er konzentrierte sich auf die Zukunft.

Rosy bewohnte ein Gästezimmer in einem kleinen Haus an der Küste. Hier bereitete sie sich auf das bevorstehende Treffen mit Xander Tsakis vor. Zum ersten Mal war sie ihm auf Elenis Beerdigung begegnet. Doch damals hatte sie ihn nur von Weitem gesehen. So war sie nicht auf den Schock gefasst gewesen, heute einem so überwältigend gut aussehenden Mann gegenüberzustehen. Selbst in legeren Jeans umgab ihn eine Aura von Macht und Erhabenheit. Und eine schier unwiderstehliche Anziehungskraft.

Zum Glück blieb ihr noch genug Zeit, um wieder auf dem harten Boden der Tatsachen zu landen, bevor sie ihn am Abend wiedersehen sollte. Vor dem Spiegel schnitt sie ein paar Grimassen. Dank des beinahe immerwährenden Sonnenscheins waren ihre Sommersprossen noch deutlicher sichtbar als sonst, und ihr Haar führte sowieso ein Eigenleben. So würde sie bei Xander sicherlich keine Punkte machen. Sie bändigte ihre wilden Locken, indem sie sich einen strengen Knoten im Nacken band. Wenn sie ihn überzeugen wollte, musste Xander Tsakis sie ernst nehmen!

Brille auf. Wenn es das Geld erlaubte, falls es je wieder Geld gäbe, dann würde sie sich endlich eine neue leisten. Für den Moment musste sie mit dem alten, notdürftig mit Klebeband geflickten Ding zurechtkommen. Sie probte eine ernste Miene. Das hielt sie nicht lange durch. Sobald sie an die Kinder dachte, an ihr Lachen und ihre Neugier, musste Rosy lächeln.

Sie griff nach ihrer Tasche und ihrem Strohhut. Mit klopfendem Herzen machte sie sich auf den Weg zum Großen Haus. Aus einer Laune heraus wählte sie die Abkürzung über den Sandstrand.

Nach einer erfrischenden Dusche trocknete Xander sich grob ab, bevor er sich das Handtuch locker um die Hüften schlang und in sein Schlafzimmer hinüberschlenderte. Lässig an den Fensterrahmen gelehnt blickte er aufs Meer hinaus. Am Horizont versank die Sonne langsam in den Wellen. Die Schaumkronen glitzerten im letzten Licht des Tages.

Würde Rosy Boom pünktlich sein? Zuspätkommen wäre ein untrügliches Zeichen von fehlendem Engagement. Zwar hatte sie sich als Lehrerin bewährt. Aber hatte sie auch das Zeug dazu, die Insel aus dem Schlamassel zu retten? Natürlich hatte er Nachforschungen über sie angestellt. Ihr Lebenslauf war einwandfrei. Sie hatte keine eigenen Kinder und schien ganz in ihrem Beruf aufzugehen. Das konnte er gut nachvollziehen. Auch ihm ersetzten zahlreiche Projekte eine Familie.

Seufzend streckte er sich. Es gab so viel zu tun! Keine Zeit, hier grübelnd herumzustehen. Entweder sie nahm die Herausforderung an oder eben nicht. Dann würde er jemand anderen finden.

Er warf einen letzten Blick auf den abendlichen Strand. Ihm stockte der Atem. Eine junge Frau ging barfuß über den Sand. In jeder Hand baumelte ein Schuh, während sie durch die sanfte Brandung hüpfte. Der salzige Schaum spritzte an ihren nackten Beinen hoch. Ohne besondere Anstrengung kehrte die Erinnerung an dieses Gefühl zurück. Auch Xander hatte den Strand einst geliebt! Die Weite des Meeres hatte ihm zum ersten Mal in seinem Leben ein Gefühl von Freude und Freiheit verspüren lassen.

Oh, bitte tu es!

Sie tat es: Mit beiden Händen riss Rosy sich den Hut vom Kopf. Rot leuchtend ergoss sich eine wundervoll leuchtende Haarpracht über ihre Schultern. Wie eine feurige Wolke im Sonnenuntergang. Genau darauf hatte er gehofft! Lachend warf sie den Kopf in den Nacken, als der Wind ihre Mähne weit auffächerte. Er stellte sich die Freudenschreie vor, mit denen sie ihr Gesicht dem Himmel zuwandte. Allzu bald rief sie sich zur Ordnung. Offensichtlich wollte sie sich nicht verspäten. Nur ein letztes Mal hielt sie noch inne, um ihre Frisur mit den Fingern zu richten. Schon stülpte sie sich den Hut wieder auf den Kopf und eilte auf das Große Haus zu. Wenn sie einen ernsten und eifrigen Eindruck vermitteln wollte, so hatte sie ihm soeben eine andere, weitaus faszinierendere Seite offenbart.

Hastig zog er sich zurück, als sie den Blick unvermittelt nach oben richtete. Sie konnte ihn nicht entdeckt haben! Aber hatte sie seine Anwesenheit gespürt? Ihre Haltung veränderte sich merklich. Sie schritt nun zielstrebig und entschlossen auf das Große Haus zu.

Vielleicht sollte er sich etwas anziehen, bevor er sie willkommen hieß. Seufzend fuhr er sich mit den Fingern durchs Haar.

Punkt acht Uhr. Sie hatte es pünktlich geschafft. Rosy seufzte erleichtert.

„Maria!“ Lächelnd umarmte sie Xanders Haushälterin, die ihr bereits eine gute Freundin geworden war.

„Komm herein. Was für ein schöner Hut!“ Maria umarmte sie herzlich, bevor sie Rosys Strohhut vorsichtig auf einer kleinen Anrichte ablegte. „Du siehst bezaubernd aus.“

„Zumindest bin ich nicht zu spät.“ Rosy strich sich die Frisur glatt.

„Bereit, den großen Gönner der Insel kennenzulernen?“

„Wir sind uns schon in der Schule begegnet. Aber ich bin bereit. Zu allem.“

Marias dunkle Augen funkelten. „Er wird dich schneller beim Wort nehmen, als dir vielleicht lieb ist.“

Stirnrunzelnd folgte Rosy ihrer Freundin. Mit jedem Schritt wuchsen ihre Zweifel. Wie sollte sie einen Mann wie Xander Tsakis überzeugen, seine Zeit und sein Geld in eine heruntergekommene Insel zu investieren? Wahrscheinlich würde er lieber die Reißleine ziehen und verschwinden....



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