E-Book, Deutsch, Band 012013, 144 Seiten
Reihe: Julia
Stephens Sambanächte mit dem Playboy
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-400-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 012013, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-95446-400-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Woher eine gute Story nehmen? fragt die junge Reporterin Holly sich ratlos. Der Zufall kommt ihr zu Hilfe: Sie teilt sich ein Apartment mit dem argentinischen Polospieler und Millionär Ruiz Acosta. Und schon ist ihre Kolumne 'WG mit einem Playboy' geboren! Ein toller Erfolg: Ganz London will lesen, wie es ist, mit einem schwerreichen Verführer zu wohnen, der den Pferdesport gleich nach Sex für das Beste im Leben hält! Doch Holly fühlt sich immer hilfloser. Denn nach einer Nacht, in der Ruiz ihr mehr als sinnlichen Samba beibringt, ist es restlos um sie geschehen ...
Das erste Buch der britischen Schriftstellerin Susan Stephens erschien im Jahr 2002. Insgesamt wurden bisher 30 Bücher veröffentlicht, viele gehören zu einer Serie wie beispielsweise 'Latin Lovers' oder 'Foreign Affairs'. Als Kind las Susan Stephens gern die Märchen der Gebrüder Grimm. Ihr Studium beendete die Autorin mit einem MA in Musik, sie wurde professionelle Sängerin und schrieb Sachbücher. Mit dem Schreiben von Liebesromanen begann sie erst, als sie eines Tages die Autorin Penny Jordan kennenlernte, die sie als Freundin und Mentorin zum Schreiben ihres ersten Liebesromans ermutigte. Auf einer Auktion einer Benefiz-Veranstaltung konnte ein Tag mit einem Autor ersteigert werden. Susans Ehemann gab das höchste Gebot ab und so verbrachte Susan einen Tag mit der bekannten Romance-Autorin Penny Jordan, die beiden wurden gute Freundinnen. Für Susan Stephens steht die Familie an erster Stelle, danach kommen das Schreiben, die Freunde sowie die Haustiere. Gern besucht sie Theatervorstellungen sowie Konzerte, sie reist viel. Zu ihren Hobbys in der Freizeit zählen Lesen, Kochen und Stricken. Susan Stephens liebt Wanderungen durch die Landschaft in Yorkshire, wenn es regnet, spielt sie Klavier. Ihre liebsten Sportarten sind Reiten und Ski laufen. Ihren Ehemann lernte Susan Stephens auf Malta kennen, sie trafen sich an einem Montag und am folgenden Freitag verlobten sie sich, knapp drei Monate später waren sie verheiratet. Bis heute sind sie glücklich verheiratet und haben drei Kinder. Trotzdem hofft Susan, dass ihre Kinder bei der Wahl ihrer Lebenspartner etwas besonnener vorgehen.
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2. KAPITEL
Eigentlich würde man davon ausgehen, es müsste der siebte Himmel sein, im Penthouse der Acosta-Familie zu leben mit seiner großzügigen Raumaufteilung, den vielen High-Tech-Geräten und den schicken Designer-Möbeln, aber in Wahrheit bedeutet es, die Küche kaum zu benutzen aus lauter Angst, man könne etwas zerkratzen, verbrennen oder zerbrechen. Von den Badezimmern will ich gar nicht reden. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann habe ich es satt, mich auf Zehenspitzen durch die Wohnung zu bewegen. Und dann ist da ja noch der Job! Normalerweise sollte es ein Traum sein, für das angesagteste Magazin der Stadt zu arbeiten, oder? Falsch. Es könnte gar nicht schlechter laufen – von meinem Liebesleben mal abgesehen. Das geht nämlich immer noch gen Null, obwohl ich einige lustvolle Gedanken an diesen Kerl namens Ruiz verschwendet habe, der wie ein Sexgott aussieht und mich für ein „süßes Mädchen“ hält.
Himmel, ich bin dreiundzwanzig Jahre alt und habe Brüste!
Außerdem war ich immer der Typ, für den das Glas halb voll war, und wenn ich an die Ausbuchtung in Ruiz’ Jeans denke, dann weiß ich, dass er das Glas wunderbar füllen könnte.
Nicht, dass sie auf der Suche nach einem Partner gewesen wäre, aber ihre Leser brauchten ja nicht zu wissen, dass Holly ein gebranntes Kind war. Sie sollte den Kummerkasten aufheitern und nicht über die Fehler sinnieren, die sie gemacht hatte, denn bei ROCK! lief so ziemlich alles schief, was schieflaufen konnte. Der angeblich ach so perfekte Job stand nämlich bereits auf der Kippe. Sie starrte auf den Bildschirm und las noch einmal das letzte Memo, das sie gerade per E-Mail bekommen hatte. Es sah so aus, als würde sie gefeuert werden, noch ehe sie überhaupt beweisen konnte, was in ihr steckte.
Die letzten Zahlen sind ernüchternd. Der Kummerkasten hat keine Zukunft mehr, wenn sich die Leserzahlen nicht deutlich steigern. Wir brauchen eine Tagebuchreihe als Aufmacher – etwas richtig Saftiges. Also los, Team! Und denkt daran: Der Letzte, der gekommen ist, geht als Erster. Das bist du, Holly.
Holly zwang sich, das Kinn vorzurecken und der Kollegin, die die Mail verschickt hatte, ein Ich-verspreche-mir-etwas-einfallen-zu-lassen-Lächeln zu schenken. Aber was sollte Holly tun, um die Situation zu verbessern – die Leser würden sich kaum für die Socken interessieren, die auf wundersame Weise in der Waschmaschine verschwanden oder ihre Bemühungen, einen weißen BH unter all der grauen Wäsche zu finden.
Als sie Feierabend machte, setzte sie den gleichen besorgten Gesichtsausdruck auf wie die Kollegin und rief ihr beim Hinausgehen zu: „Ich denke darüber nach!“ Immerhin machte sich Holly tatsächlich ernsthafte Gedanken um ihren Job.
Die Kollegin schaffte es, eine noch besorgtere Miene aufzusetzen. „Ich will dich nicht verlieren, Holly, aber …“
Die Frau hatte recht. Der Kummerkasten war tot, wenn nicht bald jemand eine zündende Idee hatte.
Das Problem in diesem Ressort war, dass den Leuten mittlerweile alles egal war – wenn die eine Beziehung scheiterte, gingen sie eben die nächste ein. Es war einfach uncool, zuzugeben, dass man Rat und Hilfe brauchte. Sie musste sich irgendetwas ganz Neues einfallen lassen, entschied Holly, als sie die Tür zum Penthouse aufschloss – oder das Acosta-Paradies, wie sie es insgeheim nannte. Sie würde bei ROCK! bleiben und einen erfolgreichen Job machen, verdammt noch mal!
In der Eingangshalle zog sie ihre Schuhe aus, um den auf Hochglanz gebohnerten Boden bloß nicht zu beschmutzen. Sie schlüpfte aus dem Mantel, legte ihn auf einem Stuhl ab und warf Tasche, Laptop, Zeitung, Magazine und Schal dazu. Überleg doch mal. Wenn du eine erfolgreiche Journalistin wirst, könntest du so etwas wie dieses Penthouse eines Tages selbst besitzen, dachte sie.
Oh, träum weiter, Holly! schalt sie sich im nächsten Moment und drehte sich einmal in der marmornen Eingangshalle um sich selbst. Die Kosten für ein Penthouse wie dieses überstiegen alles, was sie jemals verdienen würde. Kein Wunder, dass sie sich in diesem Luxus irgendwie fehl am Platze fühlte – ihre ganze berufliche Zukunft hing an einem seidenen Faden. Aber im Moment war das Penthouse ihr Zuhause, insofern konnte sie auch das Beste daraus machen. Heute Abend war es Zeit für eine Gurkenmaske und ein entspannendes Bad. In der Wanne konnte sie am besten nachdenken.
Das Schicksal spielt manchmal üble Streiche, dachte Ruiz, als er mit nachdenklichem Gesichtsausdruck den Hörer auflegte und sich zurücklehnte. Nachdem er die halbe Stadt auf der Suche nach seiner Schwester auf den Kopf gestellt hatte, hatte Lucia völlig unvermittelt von sich aus angerufen. Es gab einen kurzen Informationsaustausch und dann einen Deal zwischen ihnen. Wie auch Nacho fand Ruiz, dass seine Schwester die Qualifikationen, die sie erworben hatte, nutzen sollte, anstatt ihre Zeit damit zu verschwenden, eine Party nach der anderen zu feiern. Lucia würde zurückkehren, wenn er Stillschweigen über ihren derzeitigen Aufenthaltsort wahrte. „Aber komm schnell nach Hause. Nimm den nächsten Flieger“, drängte er.
„Dann macht es dir also nichts aus, dass meine Freundin Holly derzeit im Penthouse wohnt?“
„Ganz und gar nicht.“ Ja, das Schicksal spielte ihm definitiv in die Karten, dachte Ruiz, während Bouncer sich genüsslich zu seinen Füßen zusammenrollte. Mal abgesehen davon, dass die Zukunft des Hundes schon wesentlich rosiger aussah, hatte Ruiz genug Fragen gestellt, um herauszufinden, dass die Holly, der er vor dem Café begegnet war und zu der er sich spontan hingezogen gefühlt hatte, dieselbe Freundin war, von der seine Schwester vergessen hatte, dass sie sie in ihre Wohnung eingeladen hatte.
„Da wäre nur noch eins, Ruiz“, unterbrach Lucia seine Gedanken.
„Nämlich?“
„Ich habe Holly den Eindruck vermittelt, dass sie das Penthouse für sich allein haben würde.“
„Ich konnte doch nicht ahnen, dass ein Wasserrohrbruch für eine Überflutung in meinem Stadthaus sorgen würde!“
„Natürlich konntest du das nicht ahnen, aber …“
„Ich muss irgendwo wohnen“, betonte er. „Mein Stadthaus liegt nur ein paar Hundert Meter vom Penthouse entfernt, insofern ist es die perfekte Übernachtungsmöglichkeit, solange die Reparaturen stattfinden. Auf diese Weise kann ich ein Auge auf die Handwerker werfen. Deine Freundin Holly wird einfach Platz für mich machen müssen.“ Lucia wusste genauso gut wie er, dass das Penthouse über mehr als genug Schlafzimmer verfügte. In seinen Wänden hätte man ein mittelgroßes Haus unterbringen können.
„Ich bin sicher, dass sie das tun wird“, versicherte Lucia. „Ich bitte dich nur darum, diplomatisch zu sein, Ruiz.“
„Bin ich das nicht immer?“
„Äh, nein“, entgegnete seine Schwester prompt.
„Es gibt für alles ein erstes Mal, Lucia.“
„Ja, richtig.“
„War’s das?“, fragte er ungeduldig.
„Sei nett, Ruiz.“
Das war einfach. „Versprochen.“
„Nicht zu nett“, fügte Lucia hinzu, deren Stimme einen besorgten Unterton angenommen hatte. „Bitte denk daran, dass Holly eine gute Freundin von mir ist.“
„Wie könnte ich das vergessen?“, erwiderte er trocken. „Komm schon, Bouncer, ich wette, da ist ein brandneues Sofa im Penthouse, auf das du dich fläzen kannst.“ Auf jeden Fall gab es dort eine Frau, die Ruiz interessierte.
Bouncer schien die Veränderung zu wittern, hob den Kopf und schaute ihn an. „Du hast recht“, stimmte Ruiz zu. „Worauf warten wir? Lass uns umziehen.“
Das ist das erste Mal seit meiner Ankunft in London, dass ich mich richtig entspanne, dachte Holly, während sie sich seufzend in das duftenden Schaumbad sinken ließ. Es war auch das erste Mal, dass sie eine leuchtend grüne Gesichtsmaske und eine Feuchtigkeitskur für ihr Haar aufgetragen hatte und zwei Gurkenscheiben auf ihren Augen lagen. All diese Vorbereitungen waren nötig gewesen, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ihr die „Große Idee“ kam. Etwas beunruhigend war jedoch, dass sie bislang nicht den Hauch eines zündenden Einfalls gehabt hatte …
Was war das?
Erschreckt setzte Holly sich auf, als sie hörte, wie die Wohnungstür geöffnet wurde. Sie nahm die Gurkenscheiben von den Augen, verhielt sich ganz ruhig und lauschte aufmerksam.
Als sie die Stimme des Eindringlings hörte, bekam ihre Gesichtsmaske einen Riss.
Was zur Hölle machte er hier?
Falls sie noch Zweifel an der Identität des Eindringlings gehabt haben sollte, wurden sie restlos ausgeräumt, als sie das aufgeregte Bellen eines großen Hundes hörte.
Er hämmerte gegen die Badezimmertür. Was zur Hölle machte Holly da? Er war mit allen möglichen Fantasien im Penthouse angekommen – Holly frisch geduscht und duftend. Holly mit rosigen Wangen, leuchtend grünen Augen und einem herzlichen Willkommenslächeln. Er hatte jedoch nicht erwartet, dass Holly scheinbar einen Trödelmarkt in der Eingangshalle veranstaltete – oder dass er über ihre Laptop-Tasche stolpern würde. Nachdem er zwar leise, aber ausgiebig geflucht hatte, musste er jetzt feststellen, dass sie sich im Badezimmer eingesperrt hatte.
Das alles lief ganz und gar nicht nach Plan. Was sollte er jetzt tun?
„Öffnen Sie sofort die Tür!“, befahl er.
Was soll ich nur tun? überlegte Holly, die...




