Stern | Die schizophrene Psychose entschlüsselt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 444 Seiten

Stern Die schizophrene Psychose entschlüsselt

Bekenntnisse und Einsichten eines Betroffenen
3. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7568-0313-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Bekenntnisse und Einsichten eines Betroffenen

E-Book, Deutsch, 444 Seiten

ISBN: 978-3-7568-0313-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In diesem Buch wird der Leidensweg eines von einer Schizophrenie Betroffenen über einen Zeitraum von fast drei Jahrzehnten geschildert. In ergreifenden und detaillierten Berichten werden die tiefgreifenden Symptome und Phänomene der Störung der Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis dem Leser authentisch nähergebracht. Dabei wird nicht nur die akute Phase und deren Vorgeschichte detailreich beleuchtet, sondern besonders auch die nachfolgenden Therapiebemühungen über einen Zeitraum von fast 25 Jahren nach dem Ausbruch der Erkrankung. Nach langjährigen Erfahrungen und begleitender Heilarbeit gelang es dem Autor schließlich, auf Basis intensiver Introspektion und Inspiration, im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtungsweise mögliche Ursachen und geistige Wirkprinzipien zu entschlüsseln und letztlich den Weg der Heilung zu gehen. Das Buch ist an alle gerichtet, die die vielfältigen Symptome und Phänomene dieser rätselhaften Störung mitsamt einer innovativen Deutung, einzigartig auf Grund der besonderen Beobachtungsgabe und logischen Schlussfolgerungen des Autors, aus erster Hand erfahren möchten.

Der Autor war Betroffener und ist psychologischer Laie. Nach dem Ausbruch seiner Psychose schloss er zwei Studiengänge ab und erwarb einen Doktorgrad. Nach langjähriger Beschäftigung mit den Symptomen und Phänomenen seiner Störung über einen Zeitraum von fast 25 Jahren gelang es dem Autor schließlich, die Wirkprinzipien seiner speziellen Ausprägung einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis zu verstehen und letztlich den Weg der Heilung zu gehen.
Stern Die schizophrene Psychose entschlüsselt jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1 Einleitung


Schizophrenien und generell Psychosen gehören noch immer zu den am wenigsten verstandenen, rätselhaftesten und zugleich tiefgreifendsten psychischen Störungen, die einen Menschen betreffen können. Viele Betroffene werden durch sie in ihrem alltäglichen Leben stark behindert. Einige Betroffene können nach nur einer akuten Phase der Erkrankung vollständig gesunden. Der Großteil der Erkrankten bleibt jedoch ein Leben lang von den Auswirkungen dieser Störung auf bestimmte Art und Weise betroffen, wobei ein gutes Drittel auch schwerere Symptome oder weitere Rückfälle und Krankheitsschübe über das weitere Leben verteilt erleiden kann. Die Erkrankung ist zwar empirisch gut untersucht, aber deren Ursachen sind noch unbekannt. Viele Wissenschaftler tappen noch im Dunkeln. Die moderne Medizin und Psychologie scheinen bei diesem Krankheitsbild an ihre Grenzen zu stoßen und wissen nicht weiter. Zurzeit setzt man große Hoffnungen auf Medikamente, ohne damit allerdings die eigentlichen Ursachen der Erkrankung zu behandeln. Das Ziel ist dabei mehr oder weniger Ruhigstellung der Symptome und Aussitzen ihrer Auswirkungen.

Es gibt viele Erfahrungsberichte von Betroffenen, die mehr oder weniger ausführlich über ihre Krankheit und ihre Auswirkung auf ihr Leben berichtet haben. Viele dieser Berichte drehen sich aber meist nur um die Anfangsphase dieser Störung, also vielleicht deren Vorgeschichte, deren akute Phase und die folgenden ersten Behandlungsjahre. Ohne Zweifel stellt gerade die akute Phase die höchsten Anforderungen an Umwelt, Angehörige und Freunde, sodass deren Informationsbedürfnisse und professionelle Unterstützung überwiegen. Überwiegend enden die Berichte jedoch an jenem Punkt in seinem Leben, an dem ein Betroffener mit Hilfe von Medikamenten aus seiner nicht selten wahnhaft und individuell konstruierten Realität in den Schoß des modernen Weltbildes zurückgekehrt ist. Damit ist das vorrangige Ziel der Behandlung erreicht, nämlich den Kranken soweit zu stabilisieren, dass er seinen Alltag bewältigen kann und die Auswirkungen auf sein Umfeld so gering wie möglich gehalten werden. Vielfach ist über das, was die Geschichte eigentlich erst interessant werden lässt, also das, was erst viele Jahre später passiert, wenig bekannt. Auch erfährt man nur sehr wenig über die eigentlichen Ursachen oder Gründe dieser Erkrankung. Die meisten Fachbücher zum Thema sind von Psychologen oder Ärzten verfasst, die aber nicht wirklich in den Patienten hineinschauen können und meist von der modernen Weltsicht in Wissenschaft und Forschung geprägt sind, die aber zu wenig die spirituellen und geistigen Aspekte dieser Krankheit ins Blickfeld nimmt, weil diese im Widerspruch zu gängigen Sichtweisen in der Wissenschaft stehen.

Ich bin nun schon fast fünfundzwanzig Jahren von dieser psychischen Störung betroffen und seit ungefähr fünf Jahren trage ich mich mit dem Gedanken, meine Störung einer Psychose und nach Angaben von Ärzten paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, da ich der Ansicht bin, dass ich über die Jahre viele Einsichten gewonnen habe, die aus meiner Sicht fast revolutionären Charakter haben und ein vollkommen neues Licht auf diese Krankheit und die Seele des Menschen im Allgemeinen werfen. Während der vergangenen fünf Jahre war ich damit beschäftigt, meine Empfindungen, Inspirationen, Eindrücke und inneren Einsichten akribisch zu dokumentieren und im Lichte meiner stetig wachsenden Erkenntnisse zu deuten.

Ich erlitt mit 23 Jahren eine Psychose. Bereits ein Jahr zuvor hatten sich erste manische Episoden abgezeichnet, die meinen Geist verwirrt und in eine immer höhere Anspannung versetzt hatten. Während meine Kindheit bis zum Alter von 12 Jahren im Prinzip unbelastet war, war meine daran anschließende Jugend geprägt von Einsamkeit und seelischer Bedrückung. Ich hatte allgemein den Eindruck, dass eine tiefe Schwermut und Melancholie über meinem Leben hängen würde. Aus heutiger Sicht erlitt ich mit 12 Jahren ein Trauma, weil ich die vielen Anforderungen, die von außen an mich herangetragen wurden, nicht mehr adäquat bewältigen konnte. Meine Eltern hatten mich noch sehr spät in ihrem Leben gezeugt, nachdem mein kleiner Bruder 1.5 Jahre vor meiner Geburt mit vier Jahren unglücklich ums Leben gekommen war. Meine Eltern waren selbstständig und besaßen ein Baustoffgeschäft und ich wurde als Nachfolger des elterlichen Geschäfts gehandelt. Das Trauma war eigentlich eher unmerklich. Es war mehr so etwas wie eine tiefe Verzweiflung, die mein Selbst von meinem Leben entfremdete. Es begann mit einer leichten Dissoziation am Abendtisch. Die Tatsache, dass dies tatsächlich ein Trauma gewesen war, wurde mir erst viel später klar.

Da die Reifung einer Persönlichkeit ein Prozess ist, in dem man nicht einfach bestimmte Entwicklungsschritte überspringen kann, wurde ich so in meiner weiteren Entwicklung gehemmt. Auch konnte ich den Anforderungen, die später während meiner Pubertät an mich gestellt wurden, nicht adäquat begegnen. Mit 16 Jahren erlitt ich erneut eine schwere Dissoziation, die mich über Wochen lahmlegte und in eine körperliche Depression führte. Während der folgenden Jahre hatte ich versucht um meine psychischen Probleme herum zu wachsen und irgendwie zu funktionieren, währenddessen ich in der Schule und zu Hause weiter stark gefordert wurde. Ich kann für mich behaupten, dass ich für mehrere Jahre emotional wie gepanzert war und keine Liebe empfangen oder zugelassen hatte. Ich erfuhr währenddessen keinerlei Hilfestellung von meiner Familie oder aus meinem Freundeskreis und hatte das Ganze auch nicht groß thematisiert, weil ich mich für meine körperliche und seelische Schwäche schämte. In der Schule schleppte ich mich nur von einem zum anderen Tag. Schließlich ging ich für die letzten zwei Jahre vor meinem Abitur auf ein Internat. Dort wurde mir ein kurzer Augenblick der Erholung gewährt. Jedoch waren die emotionalen Defizite dann doch so groß, dass ich letztlich während meines darauffolgenden Studiums heftig dekompensierte und eine Psychose erlitt. Eine Psychose stellt einen schweren Eingriff in die Seelenstruktur eines Menschen dar. Es ist so, als wäre eine Sollbruchstelle gebrochen. Danach ist nichts mehr wie zuvor. Je nach Schwere der Störung kann der Verlauf glimpflich sein. Je länger man aber im Vorfeld die Krankheitssymptome übersieht, desto ungünstiger ist die langfristige Prognose.

Nach meinem Studium, das ich sehr erfolgreich absolvieren konnte, nahm ich eine Promotion auf. Da ich aus meiner Familie nie besondere Anerkennung erfuhr und nichts gut genug war, versuchte ich mich auch hier zu beweisen. Ich konnte zwar wiederum einen sehr guten Abschluss schaffen, glitt danach aber erneut in eine schwere Erschöpfungsphase, einen Burnout, hinein. Mein wichtigster Rat an einen Betroffenen nach einer erlittenen Psychose ist, Geduld und Mäßigung an den Tag zu legen. Das Leben kann nicht mehr so weitergehen wie zuvor. Ich selbst war leider nicht so verständnisvoll und einfühlsam mit mir selbst. Ständig versuchte ich mich immer wieder an meine Grenzen zu bringen und wenn diese nur kurzzeitig überschritten wurden, kollabierte und dekompensierte ich dabei ein wenig, wobei dies zu Beginn kaum merklich passierte, sich aber ständig und regelmäßig im Wechsel abspielte. Wenn ich mich dann wieder stabilisiert hatte, kamen wieder Zeiten, da arbeitete ich mich erneut in eine Spirale von Überforderung hinein, sodass ich mich dabei erneut übernahm. Das Ganze glich einem ständigen Kampf, in dem ich für mich keine Regeln akzeptieren wollte. Allgemein, wenn man sich kräftemäßig nicht zu sehr beansprucht, kann eine Stabilisierung gelingen, vielleicht auch ohne Medikamente.

Am wichtigsten ist aus meiner Sicht daher der folgende Rat an das engere Umfeld: Gerade weil die Zukunftsperspektiven derart eingeschränkt sind, reagieren Familienmitglieder oft mit Unverständnis und üben vielleicht sogar Druck aus. Klar, allzu gern hätte man einen Sohn oder eine Tochter, der oder die voll im Berufsleben stehen und ihre Angelegenheiten selbstständig regeln würden. Eltern wollen irgendwann auch ihre Ruhe haben und ihre Kinder in guter Obhut wissen. Hinzunehmen, dass vieles nicht mehr geht, ist sehr schmerzlich, vielleicht nicht so sehr für einen Betroffenen selbst als vielmehr für das familiäre Umfeld, das vielleicht viele Erwartungen in ihn gesetzt hatte, möglicherweise zu hohe Erwartungen. Auf diese Weise wird der Erkrankte schlimmstenfalls dazu verleitet, auch von sich selbst zu viel zu verlangen, zu viel geben zu wollen und dabei zu wenig auf seine nun engeren Grenzen zu achten.

Jede Krankheit hat ihre eigene Geschichte. Besonders charakteristisch bei der paranoiden Schizophrenie ist der Wahn, der verschiedene Gestalt annehmen kann. Auch funktionelle Denkstörungen können auftreten wie beispielsweise Konzentrationsschwierigkeiten. Vielfach leiden Betroffene unter akustischen und visuellen Halluzinationen. So vielfältig das Bild auch ist, alles wird vereinfachend unter der Bezeichnung einer...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.