Stern | Perry Rhodan 2929: Welt der Pilze | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2929, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Stern Perry Rhodan 2929: Welt der Pilze

Perry Rhodan-Zyklus "Genesis"
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-8453-2928-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Genesis"

E-Book, Deutsch, Band 2929, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2928-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Gut dreitausend Jahre in der Zukunft: Perry Rhodans Vision, die Milchstraße in eine Sterneninsel ohne Kriege zu verwandeln, lebt nach wie vor. Der Mann von der Erde, der einst die Menschen zu den Sternen führte, möchte endlich Frieden in der Galaxis haben. Unterschwellig herrschen immer noch Konflikte zwischen den großen Sternenreichen, aber man arbeitet meist zusammen. Das gilt nicht nur für die von Menschen bewohnten Planeten und Monde. Tausende von Welten haben sich zur Liga Freier Galaktiker zusammengeschlossen, in der auch Wesen mitwirken, die man in früheren Jahren als 'nichtmenschlich' bezeichnet hätte. Besucher aus anderen Galaxien erreichen derzeit die Milchstraße - sie suchen Kontakt zu den Menschen und ihren Verbündeten. Gegenwärtig hält sich Rhodan zudem im Goldenen Reich der Thoogondu auf. Von ihrer Galaxis Sevcooris aus wollen diese eine Beziehung zur Milchstraße aufbauen. In der Milchstraße sind mittlerweile die Gemeni aktiv geworden. Ihre Raumschiffe werden als 'Spross' bezeichnet, sowohl die Schiffe als auch ihre Besatzung scheinen pflanzlichen Ursprungs zu sein. Dann stürzt der Spross KYLLDIN ab - es entbrennt ein tödliches Duell auf der WELT DER PILZE ...

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1.

Unurdenfraß

Der Wald aus Pilzen, meterhohen Sträuchern und Büschen wimmelte vor Leben. Trotz der säurehaltigen Atmosphäre und der großen Entfernung des Planeten zur blauen Sonne hatte die Evolution einen Weg gefunden. Unzählige Biosignale blinkten im Display des Falthelms.

Reginald Bull versuchte jene drei Signale herauszufiltern, denen er folgte: dem seiner Frau, des Arkonidengelehrten Essanyan da Tabernal und der kleinen Mehandor Saphira. Unurden hatten die drei aus der Höhle verschleppt, in der Bull geglaubt hatte, sicher zu sein. Ein Irrtum.

»Verdammter Mist!«, schimpfte Bull, als der SERUN vor der Datenflut kapitulierte.

Auf Sumurdh gab es Milliarden Lebensformen. Die meisten waren Pilze jeder erdenklichen Art und Größe, von denen einige Sorten ein beängstigend aggressives Verhalten zeigten. Hinzu kamen die laufvogelartigen Unurden und zahlreiche andere Bewohner. Diese ganze elende Welt hatte sich offenbar gegen Bull verschworen. Jede einzelne Kreatur schien genau einen Zweck zu haben: seine Suche zu erschweren!

»Ich finde dich!«

Bull sagte es laut, immer wieder, wie ein Mantra. Ein Scheitern kam nicht infrage. Er musste seine Frau finden!

Nachdem ihr SERUN komplett ausgefallen war, hatte Bull die Spur vorübergehend verloren, doch sein Einsatzanzug fand Hinweise. Biologische Impulse, Gespinstfetzen von den Tüchern, die Saphira und da Tabernal trugen, Haare und Hautschuppen.

Mit knapp dreißig Stundenkilometern folgte Bull der Richtung, in die er den Unurden auf der Spur gewesen war. Flog er zu schnell, übersah er womöglich Hinweise.

Er atmete stoßweise und viel zu hektisch. Die Sorge um Toio engte Bulls Brust ein, als schrumpfte die Panzerung um seinen Oberkörper zusammen.

»Ich finde dich!«

Vor ihm wurden die Staub- und Nebelbänke dichter. Die Anzugscheinwerfer schnitten helle Kegel ins Schwarz. Inzwischen war es Nacht auf dieser Seite von Sumurdh. Sterne sah er keine. Sie lagen jenseits der lichtschluckenden Aufwirbelungen, die über der Unglücksstelle der abgestürzten KYLLDIN eine weitläufige Glocke gebildet hatten.

Obwohl der Spross dank seines Schirms eine Menge Energie beim Aufprall abgeleitet hatte, würde Sumurdh eine Wunde bleiben. Ihre Folgen konnten sich Jahrzehnte hinziehen und im Absturzbereich die Flora und Fauna nachhaltig verändern. Welche Wunde Toios Tod dagegen in Bulls Leben reißen würde, darüber wollte er nicht einmal nachdenken.

»Ich finde ...«

Ein Wert blinkte auf. Der SERUN bekam ein Signal!

Toio!

Bull änderte die Richtung, beschleunigte. Knapp vierzig Meter weiter vorn zeigte ihm das gefilterte Bild die warmen Körper von dreißig bis vierzig Unurden. Sie hatten sich am Waldrand versammelt, bildeten einen Kreis. Was lag in ihrer Mitte?

Horrorszenarien ließen Bull den Schweiß ausbrechen. Er stellte sich vor, wie Toio, Saphira und da Tabernal im Kreis der Unurden lagen und lange Schnäbel in ihr Fleisch hackten.

»Beruhig dich!«, mahnte er sich. In Panik zu geraten, half niemanden. Es lenkte vom Wesentlichen ab. Die Unurden hatten die drei mitgenommen – und hätten sie ihre Beute fressen wollen, hätten sie das früher tun können. Die Entführung musste einen anderen Grund haben.

Trotzdem raste Bull im Schutz von Deflektor und aktiviertem Prallschirm mitten in den Pulk aus Unurden hinein. Falls die Biester es sich anders überlegt hatten, würde er ihnen den Rachen stopfen. Niemand vergriff sich an seiner Frau!

Es krachte. Vogelleiber wirbelten durcheinander, bunte Federn rissen aus, trudelten durch den Nebel. Die Unurden stießen hohe, klagende Schreie aus. Irritiert suchten sie nach dem unsichtbaren Gegner, sprangen von einem Bein auf das andere. Orangerote Schnäbel hackten ins Nichts.

Bull bremste ab und blieb in ihrer Mitte schweben. Verblüfft senkte er den SERUN per Antigrav. Der Einsatzanzug trug ihn sicher zum Boden. Gelbe, fleischige Pilzbänke waren aus Löchern in der Erde hervorgequollen. Sie erinnerten Bull an fleckige Matratzen. Einige Unurden schlugen ihre Schnäbel hinein, fraßen gierig von der gelb-weißen Masse, ohne auf das Chaos und die Aufregung zu achten. Sie wirkten ausgehungert, als hätten sie seit Jahren nichts bekommen.

Wie passte das zusammen? Warum jagten die Unurden die Überlebenden des Wracks, wenn sie eigentlich Pilzfresser waren? Pilze gab es auf Sumurdh wie Sterne im All!

Aus dem Augenwinkel sah Bull den Wert, der erneut aufblinkte: ein kurzes Lebenszeichen von Toios SERUN. Sie war ganz in der Nähe!

Bull startete und flog weiter. Die Unurden blieben hinter ihm zurück.

Unter ihm veränderte sich der Boden. Am Waldrand war die Erde von grünen Moosflächen bedeckt, nun wurde das Grün grau. Eine eigenartige, fleischige Masse löste die Pflanzen ab. Es war wohl wieder ein Pilzgeflecht. Es war flach, wie die meisten Gebiete, die Bull bisher auf Sumurdh gesehen hatte. Lediglich das Moos an den Waldrändern schob sich auf, bildete Hügel.

Bull erinnerte sich, dass er bei der Ankunft auf Sumurdh runde Flächen bemerkt hatte, die ihn an Augen hatten denken lassen. Das musste eine dieser Flächen sein. Sie durchmaß mehrere Hundert Meter. Zur Mitte hin wurde sie dunkler.

Feine Löcher durchzogen das Grau wie Poren. Aus manchen stiegen gelbliche Sporenwolken, die an Bulls Prallschirm abglitten. Ihr Wabern hatte etwas Beunruhigendes an sich. Die Bewegungen waren fremdartig, glichen denen einer Qualle, die ihre Muskeln zusammenzog.

Knapp dreihundert Meter voraus sollte Toio sein, doch da war nichts als das leere Zentrum des Auges. Laut der Positronikanalyse handelte es sich bei der grauen Substanz um kleinere, miteinander verflochtene Pilzschwämme – um was auch sonst?

Bull erreichte die angegebene Position. Er blieb in der Luft über der Stelle schweben. Sein Magen krampfte zusammen. Von seiner Frau fehlte jede Spur.

»Wo steckst du, verflucht? SERUN, Position prüfen! Genauer lokalisieren!«

»Dein Einsatzpartner befindet sich einundzwanzig Meter unter dir.«

»Unter mir? Dann ist der Boden durchlässig?«

»Richtig. Du würdest bei einer Landung hineinsinken.«

Ein dreidimensionaler Geländeplan entfaltete sich über dem integrierten Gerät an Bulls Handgelenk und zeigte, wie der Untergrund beschaffen war. Genau unter ihm erstreckte sich eine Grube, angefüllt mit nachgiebigem Material, das weich wie Brei sein musste. Drei Körper sanken darin in verschiedenen Höhen nach unten. Der von Toio war am tiefsten.

Bull zögerte nicht, er drehte sich in der Luft und beschleunigte. Wie ein Geschoss katapultierte er in die graue Masse, die ihm kaum Widerstand bot. Es fühlte sich an, als würde er in schlammiges Wasser springen.

Immer mit dem Kopf durch die Wand! Wer hatte das zu ihm gesagt, vor ewigen Zeiten? General Lesly Pounder, Perry, Gucky? Manchmal war es ein Segen, dickköpfig zu sein. Das konturnahe Prallfeld drängte jedes Hindernis beiseite.

Bull flog an Essanyan da Tabernal und Saphira vorbei. Er hatte kaum Zeit, nach dem kleinen Mehandormädchen zu sehen. Schon jagte er weiter, war bei zehn Metern, bei fünfzehn – bei zwanzig.

Vor ihm kam Toio zum Stillstand. Etwas hatte ihren Weg nach unten aufgehalten. Sie lag auf einem Körper, der sich wie ein Teppich unter ihr ausbreitete. Bull erkannte, was es war: ein Pilz. Er reichte Hunderte Meter in alle Richtungen. Wie groß der Fruchtkörper tatsächlich war, erfasste der SERUN nicht. Offenbar diente die Oberfläche als eine Art Unterlage, vergleichbar einem Esstisch. Dünne Stränge schoben sich daraus hervor, bereit, ihre Nahrung zu Brei aufzulösen, um sie verdaulich zu machen.

»Toio! Halt durch!« Endlich erreichte Bull Toio, desaktivierte den Prallschirm, griff nach ihr und stieß auf weiche Pilzhyphen, die sich wie eine Decke um Toios Einsatzanzug gelegt hatten.

Bull riss sie auseinander, befreite seine Frau aus der Umklammerung und zog sie zu sich. Sofort nahm er sie in seinen Schutzschirm.

»Toio!« Sie antwortete nicht. War sie bewusstlos? »Sag doch was!«

Der SERUN zeigte Körperwärme an. Bull war über alle Maßen erleichtert. Er war rechtzeitig gekommen! Sie lebte. Nun musste er Toio aus dieser Grube schaffen.

Mehrere Bündel tentakelartiger Stränge schossen aus dem grau-weißen Körper unter ihnen. Sie schlangen sich um Bulls Waden, versuchten, ihn nach unten zu ziehen. Dünne Säurefäden liefen aus dem Inneren, perlten am Anzug ab.

Bull hielt Toio fest, presste sie an sich. Er würde sie nicht loslassen.

»Hoch!« Der Befehl verstärkte die Mentalsteuerung des Anzugs. Der SERUN stieg in die Höhe. Die Pilzhyphen spannten sich, wurden länger. Sie rissen mit einem hässlichen Ratschen entzwei.

»Nein!« Toio klammerte sich an ihn. »Du tust ihr weh!«

Sie schossen nach oben wie ein Korken aus einer Sektflasche, prallten gegen eine feste Decke.

Toio stöhnte in seinen Armen. »Was ist passiert?«, fragte sie.

Bull schaute hoch, wo die graue Pilzsubstanz verkrustet war und sie wie in einem Grab einschloss. »Das wüsste ich auch gerne. Alles in Ordnung?«

Sie blinzelte, wirkte desorientiert. »Reg? Warum haben wir angehalten?«

»Da ist eine Wand. Die Decke über uns hat sich verhärtet. Kannst du dich an mir festhalten, damit ich einen Ausgang suchen kann?«

»Ja.« Toio schlang die Arme um ihn. Dank der Kraftverstärkung hielt Bull sie spielend mit der Linken, damit Toio nicht ihr ganzes Gewicht tragen musste. Er tastete mit der Rechten die Decke ab. Probehalber schlug er zu. Das Material gab ein wenig nach, spannte sich. Er hieb erneut mit der Faust dagegen.

Der Gedanke, dass...



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