Stern | Perry Rhodan 3014: Der Feind in mir | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3014, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Stern Perry Rhodan 3014: Der Feind in mir

Perry Rhodan-Zyklus "Mythos"
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-8453-6014-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Mythos"

E-Book, Deutsch, Band 3014, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6014-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Mehr als 3000 Jahre in der Zukunft: Längst verstehen sich die Menschen als Terraner, die ihre Erde und das Sonnensystem hinter sich gelassen haben. In der Unendlichkeit des Alls treffen sie auf Außerirdische aller Art. Ihre Nachkommen haben Tausende von Welten besiedelt, zahlreiche Raumschiffe fliegen bis zu den entlegensten Sternen. Perry Rhodan ist der Mensch, der von Anfang an mit den Erdbewohnern ins All vorgestoßen ist. Nun steht er vor seiner vielleicht größten Herausforderung: Die Rückkehr von seiner letzten Mission hat ihn rund 500 Jahre weiter in der Zeit katapultiert. Eine Datensintflut hat fast alle historischen Dokumente entwertet, sodass nur noch die Speicher der RAS TSCHUBAI gesichertes Wissen enthalten. Was sich seitdem ereignet hat, ist Perry Rhodan bisher nahezu unbekannt, da es zu beinahe allem mehrere unterschiedliche Aussagen und Quellen gibt. Gemeinsam mit seinem alten Freund Reginald Bull ist er nun an Bord von dessen Flaggschiff THORA. Sie sind auf dem Weg ins Ephelegonsystem, wo sich Rhodan endlich mehr Aufschluss erhofft. Doch es lauert DER FEIND IN MIR ...

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Wir haben den Halt verloren. Stecken im Treibsand fest. Was waren das noch für gute, alte Zeiten, als wir den Gegner kannten, ihm einen Strahler vors Gesicht halten konnten ... Jetzt ist alles diffus, in Nebel gehüllt. Das Feindliche ist überall. Es gibt keinen festen Halt. Nirgends.

Reginald Bull

1.

Kopfgeldjäger

»Besten Dank, Nirian Moomann!«

Schlafner hielt die Frau fest, noch während sie vor ihm auf dem Gang der Medoabteilung in sich zusammensank. Er legte sie ab, hob den Kopf, lauschte in das Raumschiff hinein.

Dieser Bereich der THORA war sicher – jedenfalls im Moment. Doch viel Zeit blieb ihnen nicht. Es konnten jederzeit Mediker, Pflegepersonal oder Roboter auftauchen.

Als er seine Schwester sah, schloss Schlafner kurz die Augen. Sie hatte eine Fazialmaske angelegt, die sie äußerlich zu Nirian Moomann machte, doch diese Züge standen ihr wenig. Er mochte sie lieber, wie sie wirklich waren, auch wenn Schlafner Dancer immer liebte, ganz gleich, hinter wessen Gesicht sie sich verbarg.

»Schaffst du's?«, fragte er.

»Soll das ein Scherz sein? Klar schaffe ich das!« Dancer lud sich den leblosen Körper auf die Arme und hievte ihn von da aus wie einen Sack über die Schulter. Schlafner drehte sich zur zweiten Person auf dem Gangboden um.

»Dir danke ich auch, Gishart Szymanski.« Er hob den schlafenden Mann auf, der sein Zwillingsbruder hätte sein können. »Da entlang!«

»Ich weiß!« Seine Schwester ging zügig vor, wollte ihm beweisen, wie wenig ihr das Gewicht ausmachte.

Sie kamen ohne Probleme vor den nächsten Raum, der ihr Ziel war – jedenfalls ihr erstes. Auf der Gleittür prangte ein Schriftzug: Prototherapie.

Die Tür glitt auf und zeigte, dass sich niemand im Inneren aufhielt. Blassblaues Licht beleuchtete die Umgebung, die zwei röhrenförmige, knapp drei Meter hohe Geräte dominierten. Beide waren über einen Laufsteg verbunden und von einem breiten Ring umgeben – dem Speicher der jeweiligen Anlage.

»Schnell!« Schlafner drängte sich vor. Er lud den reglosen Szymanski neben der Infosäule ab.

Hinter Dancer glitt die Tür zu. Sie legte Moomann zu Boden. Die beiden Überwältigten schliefen tief und fest.

Schlafner hatte seine Paragabe angewendet und ihnen eine unwiderstehliche Müdigkeit eingegeben. Es war notwendig gewesen, obwohl die beiden zuvor alles getan hatten, was nötig war, damit Schlafner und seine Schwester unbemerkt an Bord kommen konnten.

Während Dancer sich im Kreis drehte, als wollte sie die Umgebung sichern, beugte sich Schlafner über die Infosäule. Er musste den Betrieb der Geräte auf manuell stellen und dafür sorgen, dass keine Meldung an die Positronik ging. Zum Glück war das eine gut vorbereitete Aktion, und er hatte Hilfe von innerhalb der THORA. Rasch prüfte er, ob der entsprechende Auftrag bereits eingegangen war – und tatsächlich: Er konnte die Umstellung vornehmen.

»Und?«, fragte Dancer. »Kann ich sie reinschaffen?«

»Ja!« Schlafner ließ die beiden Röhren im Kern des Gebildes nach vorne gleiten, bis sie frei vor dem Gehäuse lagen.

Beide öffneten sich simultan. Zwei Suspensionsbänke kamen zum Vorschein. Ihre Bereitschaftsanzeigen leuchteten in einem satten Grün. Dancer schleppte Nirian Moomann auf eine davon.

Während Schlafner die erste Bankröhre wieder schloss und zurückfahren ließ, kümmerte sich seine Schwester um den Mann, der größer war als sie selbst.

Sie stemmte ihn auf die zweite Bank, legte ihn sorgfältig zurecht. »Süße Träume!«, flötete sie.

Schlafner grinste. Auf einer Suspensionsbank träumte man wirres Zeug. Auch wenn es besser sein sollte als vor einigen Hundert Jahren, war es doch kein ganz alltägliches Ereignis, in einen Entstofflichungsalkoven verfrachtet zu werden. In ihm löste sich der Körper auf.

Der Ringspeicher um die Anlage hielt das Muster des Lebewesens während der Suspension fest. Ein Strukturfeldgenerator mit Kompensator erzeugte das modifizierte Transmitterfeld, wobei ein mehrfach redundantes Energieversorgungsnetz mit Verteilerkupplungen und Quintadim-Wandlern dafür sorgte, dass jederzeit genug Betriebsenergie zur Verfügung stand.

Schlafner prüfte den Vorgang im ersten Alkoven. Die Entstofflichung war aktiv. »Nummer eins hätten wir. Versorgen wir Nummer zwei und arbeiten uns Richtung Diogo-Akzelerator vor.« Er reichte seiner Schwester die Hand.

Sie nahm sie, ließ sich an ihn ziehen und küsste ihn. Als sie sich von ihm löste, glänzten ihre derzeit grünen Augen. Das kalte, blaue Licht unterstrich die Farbe der Iris, verwandelte sie in ein bezauberndes Türkis, das die ungewohnten Züge erträglicher machte.

Sie redete rhythmisch, in einem vergnügten Singsang: »Heut klau ich mir ein Schiff, ein süßes kleines Flaggschiff ... 'nen Residentenkahn ... Ich will ihn THORA nennen ...«

Schlafner lächelte in sich hinein. Ihr Auftrag war klar: Sie sollten die THORA für die Cairaner vorbereiten, damit der Friedensbund das Schiff aus dem All pflücken konnte wie eine überreife Frucht. Damit lieferten sie ihren Auftraggebern nicht nur die THORA, sondern auch Perry Rhodan.

»Schade, eigentlich«, meinte er.

Seine Schwester hörte auf zu singen. »Was?«

»Dass wir kaum dazu kommen werden, mit Perry Rhodan zu reden. Er interessiert mich nach wie vor ...«

»Wer weiß, was sich ergibt. Wir können ja mit ihm reden, wenn die Cairaner da sind.«

»Als ob sie das zulassen würden ... Du kennst ihre Kooperationsbereitschaft und ihren Sinn für besondere, persönliche Anliegen ...«

Seine Schwester überprüfte noch einmal die Infosäule. Auf ihr war nicht zu erkennen, dass der Entstofflichungsalkoven in Betrieb war. Ob das allerdings mehr als maximal zwölf Stunden der Fall sein würde, wusste Schlafner nicht. Sicher griffen irgendwann übergeordnete Routinen, die eine Meldung an die Positronik machen würden.

»Im Übrigen habe ich lieber weniger als mehr Kontakt«, sagte Dancer.

»Schon klar.« Schlafner teilte den Argwohn seiner Schwester.

Der Status zwischen ihnen und den Cairanern war wie eine marode Brücke, über die man nur ging, wenn man keine Wahl hatte. Sie arbeiteten als unabhängige Kopfgeldjäger für Gaivhari Gaishanc und damit den Friedensbund – konnten aber nie wissen, wann er gierig wurde und versuchen würde, sie ganz und gar unter Kontrolle zu bekommen.

Obwohl sie diese Kontrolle längst in ihren Köpfen trugen, hatten sie doch jede Menge Freiheiten, die Schlafner lieb und teuer waren.

Wenn er dagegen an die armen Schweine auf der Ausweglosen Straße oder den Strafplaneten dachte ... Er und seine Schwester waren auf einem solchen Planeten geboren worden. Dorthin wollte Schlafner nie wieder zurück.

Schlafner runzelte die Stirn, tippte erneut ins Bedienholo. »Der Deckel der zweiten Röhre will nicht schließen. Kannst du da mal nachhelfen?«

Dancer ging an die zweite, noch ausgefahrene Suspensionsbank. Sie tastete den Rand der Bank ab, drückte auf eine orange leuchtende Fläche. Der Deckel klappte krachend zu. In der Stille des Raums hatte der Ton etwas Infernalisches.

»Ups«, sagte Dancer.

Sie hielten inne, lauschten. Schlafner meinte die Geräusche von Schritten draußen auf dem Gang zu hören. Er sah sich um. Es gab keinen zweiten Ausgang. Hoffentlich blieben sie unter sich.

Als hätte das Schicksal seine gedankliche Bitte gehört und wollte ihn verspotten, öffnete sich die Gleittür. Eine breit gebaute Frau mit rotbrauner Haut stand dahinter, der Statur nach eine Ertruserin. Ihr Schultergürtel war breit, ebenso wie die Brust, das Becken und die Beine. Einzig der Kopf war verhältnismäßig schmal, dafür jedoch hoch. Ein goldgelber Haarkamm verlängerte ihn weiter, der beinahe den Farbton der honiggelben Augen hatte. Auf der Bordmontur trug sie an Schulter und Brust das Symbol der Medoabteilung, mit dem Rang einer Assistentin.

Sie zögerte. »Ist da jemand?«

Dancer reagierte gedankenschnell. »Ja! Hi, ich bin Moomann. Nirian Moomann. Ich soll wegen einer Erkrankung vielleicht in eine Suspensionsbank und wollte mir das Ding vorher mal in Ruhe mit meinem Partner ansehen.«

»Nirian Moomann?«, echote die Frau. Sie trat unsicher ein. Offensichtlich fühlte sie sich nicht wohl in ihrer Haut. Sie musste die unterschwellige Bedrohung spüren.

»Ja! Wie heißt du?« Dancer ging auf sie zu, umrundete sie und schnitt ihr den Fluchtweg ab. Beiläufig schloss sie die Tür.

»Xalea Leytrin.«

»Ist noch mehr Personal in der Nähe?«

»Was?« Die Ertruserin blinzelte. »Nein, ich war allein ...«

»Bestens.«

Schlafner konzentrierte sich. Es war an der Zeit, seine besonderen Fähigkeiten zu nutzen. »Beschäftige sie, damit ich ihr Gehirn sondieren kann!«

»Lass dir ruhig Zeit!« Dancer ging leicht in die Knie.

Obwohl sie eine Maske trug, meinte Schlafner, das intensive Blau ihrer Augen durchschimmern zu sehen. Er liebte den Gesichtsausdruck seiner Schwester, die angriffsbereite Haltung, die Freude, die aus ihrer lockenden Haltung sprach. Sie wollte kämpfen, sich beweisen, die Messlatte ein Stück höher legen.

Es fiel ihm schwer, sich auf seine eigentliche Aufgabe zu konzentrieren: das Gehirn der Fremden zu sondieren, damit er es innerhalb von Sekundenbruchteilen mit Melatonin fluten konnte. Dancer war einfach unglaublich!

Sie zeigte mit den Fingern zu sich, forderte die Ertruserin zum Angreifen auf. Den Strahler ließ sie stecken. Sie hatte keine ihrer größeren Spezialwaffen dabei, weil das bei diesem Einsatz verräterisch gewesen wäre. Doch sie brauchte...



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