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E-Book, Deutsch, Band 3268, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Stern Perry Rhodan 3268: Die Geheimnisse der ELNVAN
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-8453-6268-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Fragmente"
E-Book, Deutsch, Band 3268, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-6268-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Das Ende des 21. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung ist angebrochen. Mehr als dreieinhalbtausend Jahre von unserer Zeit entfernt lebt die Menschheit in Frieden. Zwischen den Sternen der Milchstraße herrschen keine großen Konflikte mehr. Wie es aussieht, könnte Perry Rhodan, der als erster Mensch von der Erde auf Außerirdische gestoßen ist, sich endlich seinem großen Ziel nähern: der alte Traum von Freundschaft und Frieden zwischen den Völkern der Milchstraße und der umliegenden Galaxien. Die Angehörigen der Sternenvölker stehen für Freiheit und Selbstbestimmung ein, man arbeitet intensiv und gleichberechtigt zusammen. Bei ihrem Weg zu den Sternen hat ein geheimnisvolles Wesen die Menschen begleitet und unterstützt: Es trägt den Namen ES, man bezeichnet es als eine Superintelligenz, und es lebt seit vielen Millionen Jahren zwischen Zeit und Raum. Rhodan sieht ES als einen Mentor der Menschheit. Die Superintelligenz ist in Fragmente zerfallen, die sich in sogenannten Refugien verbergen. Manche dieser Rückzugsorte befinden sich in weit entfernten Galaxien. Eines dieser Refugien befand sich in der Kondor-Galaxis, wurde offenbar aber bereits geborgen - oder entführt. Die Fährte führt Perry Rhodan in ein fremdes Universum. Dort wird er durch den mysteriösen Konstruktor in einem unbekannten Sonnensystem festgehalten. Um zu fliehen, löst er DIE GEHEIMNISSE DER ELNVAN ...
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1.
Vanashys Versteck
»Wie gut gesichert ist dieses Versteck?«, fragte Perry Rhodan. Er sah sich in der kraterartigen Höhle um, die auf einer hoch aufragenden Insel knapp über dem Meeresspiegel lag.
Über ihnen türmten sich Gestein und verlassene Industrieanlagen. Der Konstruktor nutzte die versiegelte Fläche und die Werftanlagen derzeit nicht, die auf diesem Eiland standen. Vermutlich waren die Anlagen schon vor Jahrzehnten aufgegeben worden. Vanashy hatte erzählt, dass sie schon sehr lange auf dem Planeten Zouharra verborgen vor dem Konstruktor lebte und sich ein Netzwerk aus Verstecken aufgebaut hatte.
»Wir werden es mitbekommen, falls Spolchon anrückt.« Vanashy zeige mit der dünnen, dreifingrigen Hand auf einen verwirrenden, in sich verschlungenen rötlichen Maschinenblock. »Es gibt ein Warnsystem, das uns rechtzeitig informieren sollte, falls es zu energetischen Aktivitäten in der Nähe kommt.«
Sie legte den Kopf mit den kurzen, geweihähnlichen Auswüchsen zur Seite. Die Bewegung sollte wohl ihre Worte unterstreichen.
Noch machte es Rhodan Mühe, aus Vanashys Körpersprache schlau zu werden. Zwar erschien sie ihm weitaus weniger exotisch, als man es in einem fremden Universum erwartet hätte, doch schon geringe Unterschiede waren stets eine Herausforderung.
Während Poquandar sich auf einem großen Möbelstück niedergelassen hatte, das an einen übergroßen Baumstumpf mit einer moosartigen Vertiefung in der Mitte erinnerte, ging Antanas Lato interessiert im Raum auf und ab. Seit sie in die Tiefen der Konstruktorenwerft eingedrungen waren, hatte der Wissenschaftler Feuer gefangen. Die Technik dieser Welt faszinierte ihn. Da, wo andere eingingen, weil es keine Pflanzen und kein Grün gab, blühte Antanas Lato auf, obwohl auch er inzwischen Pflanzen zu schätzen wusste.
Etwas störte Rhodan in der von Maschinen geschaffenen, nahezu kreisrunden Höhle. Er fühlte es wie einen kalten Wind, der ihn frösteln ließ. Eine Weile tat er nichts als wahrzunehmen, was in dieser karg eingerichteten Kammer war: ein halbes Dutzend der baumstumpfartigen Sitz- und Ruhegelegenheiten; eine Art Vorhang aus langen, aneinandergehängten Kugeln, von denen einige Stränge fehlten, als hätte sie jemand mit Gewalt herausgerissen; etliche Maschinen und Geräte, die ihm fremd waren. Nichts davon erschien beunruhigend. Die Quelle für den Eindruck saß an anderer Stelle.
Rhodan suchte weiter. Sein Blick fiel auf die karge Wand aus schroffem Gestein, und das ungute Gefühl verstärkte sich. Da war eine Art Flaum, der einen großen Teil der Wölbung bedeckte. Er wirkte schwarz und filzig, wie ein Überrest von Moos, vermischt mit Schimmel. Als sie in der Goldenen Stadt gewesen waren, war Rhodan auf ein Geschöpf dieses Universums getroffen, das ihm übel mitgespielt hatte. Es hatte ähnlich harmlos ausgesehen und über Psi-Kräfte verfügt.
»Was ist das da an der Wand?«, fragte er.
Vanashy ließ sich auf einen der freien Stumpfsitze sinken. Das weiche Innere hatte exakt die Farbe ihres himmelblauen Fells, sodass sie mit der breiten Sitzfläche verschmolz. »Das Shyka? Das ist seit Ewigkeiten inaktiv. Es muss tot sein. Kümmern wir uns lieber darum, wie es weitergeht! Es ist aufregend, Verbündete zu haben. Vielleicht schaffe ich es, dem Konstruktor zu entkommen.«
Antanas Lato blieb stehen. »Was verbindet dich mit ihm? Wie bist du überhaupt auf dieser Welt gestrandet? Seit wann bist du die einzige Taemkary?«
Vanashys gut drei Meter langer Körper sank in sich zusammen. »Das sind drei Fragen, die zu beantworten eine einzige lange Geschichte erfordert. Vielleicht ist später Zeit, sie zu erzählen. Jetzt aber ...« Sie griff zum Boden und hob eine der beiden dünnen Stelzen auf, die sie als Laufhilfe und Waffe benutzte.
Am unteren Ende des Stocks leuchtete es gelblich, und ein leises Summen erklang. Ein Holo baute sich zwischen den Stumpfsitzen auf. Es zeigte mehrere Raumschiffe, die zusammen ein Cluster formten.
Poquandar wischte ein blaues Blatt von seinem Schutzanzug. Sie waren auf dem Weg zu diesem Versteck auf einer anderen Insel durch eines der letzten unbebauten Areale dieser Welt gelaufen. Von einem kleinen Wäldchen aus hatte Vanashy sie in einen geheimen Gang und schließlich an diesen Ort geführt, wo sie ihnen etwas zeigen wollte.
Wie Antanas Lato wandte sich der kleine, breite Onquore dem Holo zu. Dabei wirkten seine blauen Babyaugen hinter dem Visier größer und neugieriger denn je. Sein schwarzer, gewinkelter Truimou lag auf dem felsigen Boden neben ihm. Im Gegensatz zu den SERUNS und Poquandars borkigem Anzug hatte sich der Stab nicht von der goldenen Folie umhüllen lassen, die Schutz vor den Strangeness-Effekten dieses Universums bot. Daher gingen Rhodan und die anderen davon aus, dass er seinen Ursprung in diesem Universum hatte.
Rhodan suchte sich den Sitz, der den größtmöglichen Abstand zur schwarz behaarten Wand bot. Der Anblick der Raumer faszinierte ihn. Endlich erhielt er einen besseren Eindruck von der Armada, die der Konstruktor im All wie in einem überdimensionierten Freilichtmuseum aufbewahrte. Bereits beim Anflug hatte Rhodan einen Teil der gigantischen Flotte zu Gesicht bekommen.
Das Holo vergrößerte sich und schwenkte über einen Teil der geisterhaften Szenerie. Die Schiffe wirkten wie im All festgenagelt, obwohl sie sich auf einer Umlaufbahn um den Planeten befanden. Doch im Verhältnis zueinander schien es, als würden sie stehen, während hinter ihnen ferne Sterne vorbeizogen.
Die schimmernden Objekte hingen wie Spielzeuge in unterschiedlich hohen Orbits. Allein der Ausschnitt, der sich ihnen darbot, zeigte eine Vielzahl an Formen und Größen: keilförmige Giganten, flankiert von zarten Spindeln, schief wirkende, im Verhältnis winzige Boxen, lang gezogene Spiralkonstruktionen und ovale Ringe. Eine Konstruktion wirkte zerbrechlich, wie aus mehreren ovalen Seifenblasen zusammengesetzt.
Manche der Schiffe hätte es auch in der Milchstraße geben können. Andere dagegen weckten Rhodans Interesse. Sie waren seltsam in sich verschachtelt oder schlauchförmig und beweglich wie Schlangen. Einige präsentierten sich bizarr und sinnverwirrend, wie aus zahlreichen ineinander verschobenen Elementen wild zusammengewürfelt. Dann wieder überraschten klare, geordnete Formen mit strengen geometrischen Strukturen. Hatte der Konstruktor die Schiffe absichtlich möglichst abwechslungsreich zusammengestellt, sodass jeder Abschnitt der Sammlung kosmische Vielfalt präsentierte?
»Die Raumschiffe im Orbit sind theoretisch einsatzbereit«, sagte Vanashy. »Mit ihnen könnten wir aus dem System fliehen.«
»Aber wie kommen wir hin?«, fragte Antanas Lato erstaunlich lapidar.
Dem Wissenschaftler gelang es stets aufs Neue, Rhodan zu überraschen. Manchmal brauchte Lato drei Sätze Umschreibung für ein einziges Wort, dann wieder war seine Sprache unauffällig und praktisch.
»Ebendas war viele Jahre mein Problem.« Vanashy sank ein Stück in sich zusammen, wobei ihr Rücken nach hinten rund wurde. »Ich habe viel darüber nachgedacht, in meinen lichten Zeiten, aber nie eine Lösung gefunden. Die nächstgelegenen Schiffe befinden sich auf einer Höhe von etwa achthundert Kilometern.«
Der SERUN, der für Rhodan alles, was Vanashy sagte, sofort übersetzte, zeigte ihm die von Vanashy eigentlich genannte und von der Positronik umgerechnete Angabe an: 650 Terzak.
Das Holo präsentierte die Armada nun aus größerer Ferne. Rhodan schätzte, dass sich die Schiffe gestaffelt bis in eine Höhe von 15.000 Kilometern über der Planetenoberfläche befanden. Das Arrangement wirkte wie ein gigantisches Mobile.
Illustration: Swen Papenbrock
Schon öfter war Rhodan in die Situation geraten, ein Raumschiff zu brauchen. Aber so ironisch wie auf dieser Welt war die Lage nie gewesen. Sie waren umzingelt von Schiffen aller Art, die auf diesem Planeten standen. Doch keins davon hatte Energie. Nur in den Werften gab es Schiffsteile und einzelne Maschinen, die voll funktionsfähig und einsatzbereit waren. Leider halfen solche Fragmente kaum weiter. Wenn sie ein startbereites Schiff wollten, mussten sie hinauf zu den Raumern des Mobiles.
»Du sagtest«, erinnerte Rhodan Vanashy, »dass du eine Idee hättest. Ich nehme an, du willst zu einem Schiff der Taemkary?«
Die dunklen Augen Vanashys schoben sich in den Höhlen nach vorn. »Das ist naheliegend, nicht wahr? Ich war Ingenieurin, und wenn wir das Schiff, das ich im Sinn habe, für uns gewinnen können, wird es uns unterstützen.«
Antanas Lato zog die Augenbrauen zusammen. »Was meinst du damit, dass wir es für uns gewinnen müssen?«
»Die Schiffe meines Volkes sind eigen. Sie haben ihre Geheimnisse, und sie sind stolz darauf.«
Rhodan wollte fragen, was genau Vanashy damit meinte, und ob diese Schiffe einen biologischen Anteil hatten, doch der Anblick eines Raumers auf dem Holo lenkte ihn ab. Inzwischen zeigte das Bild einen stark herangezoomten Ausschnitt aus den unzähligen Stücken der überwältigenden Sammlung. Dabei stach ein Schiff hervor wie ein rostiger Pfahl aus einem frisch aus der Werft gekommenen Rumpf.
Rhodan wurde kalt bei diesem Anblick. Unwillkürlich schloss er die Finger zu Fäusten. Dieses Konstrukt war fremd, aber auch beunruhigend vertraut. Nicht in der Art, dass er es kennen würde. Das Schiff war ihm unbekannt, doch es hatte eine archaische, brutale Ausstrahlung von Gewalt, die Rhodan in der Brust schmerzte und Erinnerungen an die düstersten Stunden der Menschheitsgeschichte weckte.
Alle schauten auf das Bild. Der Raumer wurde größer, rückte ganz in den Vordergrund. Seine Grundform war ein schwarzer Diskus, der etwa...




