Stevens | Breakfast Club 1: Dicht unter der Oberfläche | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 352 Seiten

Reihe: Breakfast Club

Stevens Breakfast Club 1: Dicht unter der Oberfläche


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-96089-016-4
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 352 Seiten

Reihe: Breakfast Club

ISBN: 978-3-96089-016-4
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der 11. September ändert für Feuerwehrmann Nick Fletcher alles. Er überlebt, schwer verletzt und traumatisiert. Nicks Leben dreht sich fortan darum, Brandopfern zu helfen - bis er den Mann wiedersieht, der einst seine große Liebe war. Für den Modedesigner Julian Cornell bedeutet Aussehen einfach alles. Er hat nur flüchtige Liebschaften und sein ganzes Leben dreht sich um den Erfolg seines Unternehmens. Doch dann trifft er den Mann wieder, der ihm vor Jahren das Herz gebrochen hat. Und plötzlich steht seine Welt Kopf. Kann es eine zweite Chance für diese Liebe geben? Breakfast Club Band 1

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Kapitel 2


Die besten Tage seiner Woche verbrachte Nick Fletcher nicht bei der Arbeit. Er mochte es, taktischer Trainer des FDNY zu sein; wenn auch nicht so sehr, wie er den aktiven Dienst als Feuerwehrmann gemocht hatte, aber gerade jetzt war Nick dankbar, dass er morgens aufstehen konnte und einen Platz hatte, an dem er gebraucht wurde. Das war mehr als einige seiner Kumpels leisten konnten. Dennoch waren die Kinder auf der Intensivstation für Verbrennungen die wahren Helden waren, dachte Nick, als er sich einen Kaffee eingoss.

Sein Telefon klingelte und er sah, dass seine Mutter anrief. Er drückte den Lautsprecher, damit er nebenbei die Küche aufräumen und seinen Kaffee trinken konnte, während er mit ihr sprach.

„Hi, Mom.“

„Kommst du zum Frühstück hoch?“ Ihre laute Stimme erfüllte den ganzen Raum und er konnte im Hintergrund den Geschirrspüler arbeiten hören. „Es gibt Waffeln und Bacon und Katie ist hier. Sie will dich sehen.“

„Klar, ich bin gleich da.“ Er lächelte, da er seine Schwester eine Weile nicht gesehen hatte und sie vermisste.

„Gut.“

Nick trank seinen Kaffee aus und ging nach oben. Er lebte in der Erdgeschosswohnung seiner Familie, in einem Zwei-Familien-Haus in Brooklyn. Die Einteilung funktionierte für Nick perfekt; er war nahe bei ihnen, aber seine Eltern respektierten, dass er Privatsphäre brauchte.

Als er das Obergeschoss seines Elternhauses betrat, wurde er vom Aroma des besagten Bacon und dem Gelächter seiner Schwester empfangen. Nick fühlte sich unmittelbar in seine Jugend zurückversetzt, als er und Katie am Fenster gesessen hatten und hinausschauten, während sie auf ihren Vater warteten, der von seinem Dienst als Feuerwehrmann nach Hause kam und sie darüber stritten, wer seine Ausrüstung anziehen durfte.

Das Sofa mit den gobelinbestickten Kissen war immer noch dasselbe, obwohl es mittlerweile durch die Sonne und das Alter ausgeblichen war. Die Fotos an der Wand waren anders platziert worden, um den Bildern von seinem Abschluss an der Akademie, seiner Vereidigung als Feuerwehrmann und dem Tag, als er als Frischling die Stelle auf seiner Feuerwache antrat, Platz zu machen. Das waren die letzten Bilder.

Nick fuhr mit den Fingern über das Foto von sich selbst, zusammen mit seinen Eltern am Tag seiner Vereidigung. Sein Vater konnte nicht aufhören zu lächeln – er war so stolz darauf, dass Nick in seine Fußstapfen trat. Nicks Hals schnürte sich zu und Tränen traten in seine Augen.

„Nicky? Bist du das?“

Es hatte keinen Sinn in der Vergangenheit zu verweilen. Es war absolut nichts mehr übrig von dem jungen, sorgenfreien Mann. Letzte Nacht hatte er kaum Schlaf gefunden, weil er sich die ganze Zeit gefragt hatte, ob der Mann in der Bar Julian gewesen war, sein Julian.

Heftig blinzelnd, um alle verräterischen Anzeichen von Gefühlen zu verbergen, antwortete er seiner Mutter: „Ja, ich komme.“

Der Anblick, der ihn erwartete, zauberte ihm ein Lächeln auf das Gesicht. Seine Mutter stand am Ofen und sein Vater saß an dem runden Holztisch und las die Zeitung. Das Bild der beiden war beruhigend und erinnerte ihn ebenfalls an bessere Zeiten. Aber es war seine Schwester Katie, die sein Herz zum Strahlen brachte. Obwohl sie fünf Jahre jünger war als er, hatte sie sich in ihrer Kindheit nahtlos in seinen Freundeskreis eingefügt und sie standen sich noch immer sehr nahe. Sie war seine Stütze, sein bester Freund und die Einzige, mit der er reden konnte.

Katie blickte von ihrem Teller auf und ein Lächeln erhellte ihr Gesicht.

„Nicky!“ Ihre Umarmung war herzlich und wie immer spürte er ihre Liebe darin. „Du Riesenidiot! Warum hast du mich nicht angerufen?“

Er schob die dunklen Locken aus ihrem Gesicht. „Es tut mir leid. Ich hatte viel zu tun mit meinen Extraschichten und der Verbrennungsstation.“

Sein Vater legte die Zeitung beiseite. Die Sonne schien durch das große Küchenfenster herein und ließ die silbernen Strähnen in seinem schwarzen Haar glänzen. Sie hatten alle sein irisch-dunkles Aussehen geerbt, mit ihren tiefschwarzen Haaren und den erstaunlich blauen Augen.

„Wie geht es dir damit? Ist es schwer für dich, bei all den Kindern zu sein?“

Nick setzte sich neben Katie und spielte mit einer gefalteten Serviette. Seine Mutter schob ihm wortlos einen Teller mit Waffeln und Bacon hin, ließ sich neben seinem Vater nieder und sah ihn erwartungsvoll an.

Nick zögerte, überlegte, wie er die Emotionen ausdrücken sollte, die ihn jedes Mal überkamen, wenn er ein leidendes Kind in den Armen hielt. Das Einzige, was es erleichterte, war sein Wissen, dass es ihnen half, und in gewissem Maße auch seinen eigenen Heilungsprozess unterstützte. Er wusste, dass seine Kollegen, die es nicht geschafft hatten, gewollt hätten, dass er das tat. Er drehte den Ring, den ihm Maryann O'Reilly gegeben hatte, an seinem Finger. Sie war die Ehefrau von Brian, einer seiner Kumpels, der es nicht zurück geschafft hatte. Nick hatte ihn nicht annehmen wollen, aber sie bestand darauf, bis er schließlich nachgab. Er hatte geschworen, dass er ihn nie ablegen und immer dafür sorgen würde, dass Brian auf ihn stolz sein könnte.

„Es hilft mir manchmal mehr als ihnen, wenn das überhaupt Sinn macht.“ Den Schmerz langvergangener Qualen würde er immer spüren, ungeachtet dessen, dass es schon Jahre her war. „Es hilft ihnen zu sehen, dass es ein Leben außerhalb des Krankenhauses, der Hautlappen und der Schmerzmittel gibt.“

„Solange es nicht zu viel für dich ist. Ich will nicht, dass du denkst, ich sei unsensibel.“ Ängstliche Besorgnis grub noch mehr Falten in die helle Haut seiner Mutter. „Ich finde es toll, wie du eine Leidenschaft für etwas gefunden hast, der du dich hingibst.“

„Es ist keine Leidenschaft und ich gebe mich ihr auch nicht hin.“ Er schnitt sein Essen. „In der Lage zu sein zu arbeiten und diesen Kindern etwas zu geben, die denken, dass das Leben nichts mehr für sie bereit hält, gibt mir jeden Morgen einen Grund aufzustehen.“

Anstatt dass seine Worte die Sorgen seiner Mutter milderten, sah Nick Tränen in ihren Augen glitzern.

„Mom, mir geht's gut.“

Und es ging ihm gut, aus seiner Sicht zumindest. Das Leben hatte die Beständigkeit, die er nun brauchte: aufstehen, zur Arbeit gehen, helfen. Es ergab für ihn Sinn und das war es, was er brauchte. Sinn in der Sinnlosigkeit des Lebens. Aber dann war da letzte Nacht und wenn er richtig lag, und es Julian gewesen war, dann brachte ihn das jetzt ziemlich durcheinander.

„Oh Mann, das ist schrecklich.“ Katie scrollte stirnrunzelnd durch ihre Benachrichtigungen.

„Was?“ Er verteilte mehr Sirup auf seinen Waffeln.

„Meine Freundin Melanie arbeitet für diesen Designer und letzte Nacht wurde seine Show von den Kritikern verrissen. So schlimm, dass sie sich nicht sicher ist, ob sie Ende der Woche noch einen Job haben wird.“

„Das ist übel.“ Er kaute und trank einen Schluck von seinem Kaffee. „Woher kennst du sie?“

„Sie wurde vor ein paar Jahren ausgeraubt, als ich das erste Mal auf dem Revier Nachtschicht hatte.“ Immer noch ihren Text lesend, biss sich Katie auf ihre Lippe. „Ich habe ihren Fall bearbeitet und wir wurden Freunde.“

„Ich bin so froh, dass du keine Diebstähle mehr bearbeitest, Liebling.“

Katie grinste, als sie ihr Telefon schließlich weglegte. „Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, ob es in dieser Hinsicht so viel besser ist, dass ich jetzt Sexualstraftäter verfolge, Mom.“

Nick wusste, dass seine Eltern außerordentlich stolz auf die Arbeit seiner Schwester als Assistentin des Bezirksstaatsanwalts waren. Sie hatte zwar Fälle, die weniger Aufsehen erregten, aber viel wichtiger war, dass sie ihren Job gern machte und darin verdammt gut war. „Ich steh drauf, die Bösen hinter Gitter zu bringen“, antwortete sie immer gutgelaunt, wenn Leute sie nach ihren Überstunden und ihrer Berufswahl fragten.

Nick dachte an den Mann, den er letzte Nacht in der Bar gesehen hatte. „Ich habe gehört, wie ein Typ gestern Abend sagte, er sei Designer für Männermode. Er erschien mir ziemlich unausstehlich. Sehr von sich selbst eingenommen.“

„Das sind die meisten von denen.“ Ein überraschter Ausdruck trat in ihr Gesicht. „Wo warst du, dass du einen Modedesigner getroffen hast?“ Sie schnappte sich ein Stück Bacon von seinem Teller und räumte ihr leeres Geschirr in die Spüle. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie du in einem trendigen Club rumhängst.“

„Er kam ins Backdrafts. Er hat sich mit Jimmy unterhalten, dann hatten er und Carlos eine Meinungsverschiedenheit darüber, was sein Beitrag für die Gesellschaft ist. Er war ziemlich abwehrend.“ Fairerweise musste er zugeben, dass sein Kumpel ein wenig schroff dem Typen gegenüber war.

„Oh, Nicky. Was hat Carlos gesagt?“

Er zuckte mit den Achseln. „Nichts, das nicht der Wahrheit entspricht. Er sagte ihm, dass man das Designen schicker Klamotten nicht damit vergleichen kann, wenn jemand Leben rettet. Das ist alles. Und wir haben alle zugestimmt.“

Katie gaffte ihn an. „Das hat er nicht!“

Gleichgültig kaute er seine Waffeln und schluckte sie hinunter. „Jap.“

„Das war nicht sehr nett, Nicholas. Menschen haben verschiedene Fähigkeiten und Talente.“ Seine Mutter warf ihm über den Rand ihrer Kaffeetasse einen missbilligenden Blick zu.

Lächerlich. Es war ja nicht so, als würde er Carlos und Jensen nicht zustimmen. Wer...



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