Stevens | Eine Prise Mord | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 8, 320 Seiten

Reihe: Ein Fall für Wells & Wong

Stevens Eine Prise Mord

Der achte Fall für Wells & Wong
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-95728-603-1
Verlag: Knesebeck
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der achte Fall für Wells & Wong

E-Book, Deutsch, Band 8, 320 Seiten

Reihe: Ein Fall für Wells & Wong

ISBN: 978-3-95728-603-1
Verlag: Knesebeck
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Daisy und Hazel sind zurück in Deepdean, und die Schule bereitet sich auf die große Feier zum 50-jährigen Bestehen vor! Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, doch Deepdean scheint sich verändert zu haben: Daisy hat ihren Beliebtheitsstatus an eine neue faszinierende Mitschülerin verloren, und viele ihrer Verbündeten sind jetzt plötzlich Feinde der Detektei. Dann werden die Mädchen Zeuginnen eines schockierenden Vorfalls in den nahe gelegenen Wäldern - ein Verbrechen, das sicher mit dem Jahrestag in Verbindung steht. Als die Eltern zum Jubiläum anreisen, kommen jahrzehntelange Rivalitäten und Geheimnisse an die Oberfläche, ein Mord geschieht und damit steht die Zukunft von Deepdean auf dem Spiel. Können die Mädchen den Fall lösen - und ihr Zuhause retten?

Robin Stevens wurde zwar in Kalifornien geboren, wuchs aber in einem College in Oxford, gleich neben dem Wohnhaus von Alice im Wunderland, auf. Schon in frühester Kindheit wollte sie entweder Hercule Poirot oder Agatha Christie werden. Als das mit dem beeindruckenden Schnauzbart nichts wurde, entschied sie sich für eine Karriere als Krimiautorin.
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2


»Aber wir können die Liste doch nicht einfach klauen!«, entgegnete Kitty.

»Und ob wir können!« Daisy rollte mit den Augen.

»Nein, können wir «, beharrte Kitty. »Es gibt nur Liste. Hast du nicht aufgepasst? Miss Lappet ist dafür zuständig und sie macht schon seit Wochen einen Riesenwirbel deswegen – ich habe gehört, wie sie sich mit Miss Barnard darüber unterhalten hat, dass sie die Sitzordnung ständig ändert und anpasst, sobald neue Eltern ihr RSVP geben. Sie trägt sie immer bei sich.«

»Tja dann!« sagte Daisy. Ihrem knappen Stirnrunzeln entnahm ich, dass sie sich darüber ärgerte, dass Kitty mehr wusste als sie. »Tja dann … wenn sie so aktuell ist, ist es umso wichtiger, dass wir sie einsehen! Sollte heute Vormittag ein Vater anrufen, um mitzuteilen, dass seine Frau in letzter Minute verhindert ist, müssen wir das wissen.«

»Aber wie sollen wir an das Ding rankommen?«, fragte Lavinia. »Miss Lappet hat sich in Barnys Büro verschanzt, wie jede Süße Pause – und die ist so gut wie vorbei.«

Ich dachte nach, bis mich plötzlich eine durch und durch Daisy-hafte Idee durchzuckte, schnell wie der Blitz.

»Wir müssen uns nur an den Stundenplan halten«, sagte ich. »Nicht wahr, Daisy?«

Daisy sah mich durch kaum merklich verengte Augen an.

»Denn«, fuhr ich fort, »nach der Süßen Pause haben wir Geschichte. Bei Miss Lappet!«

»JA GENAU!«, sagte Daisy erleichtert. »Watson hat völlig recht. Wir müssen vor Geschichte lediglich für ein Ablenkungsmanöver sorgen und uns die Liste von Miss Lappet schnappen, damit Hazel sie während der Stunde abschreiben kann. Kinderspiel.«

»«, wiederholte Kitty und sah mich mit erhobenen Augenbrauen an.

»Kinderspiel«, versicherte ich – obwohl ich davon ganz und gar nicht überzeugt war.

»Beeilung, Detektivinnen!«, rief Daisy. »Wir müssen los!«

Gemeinsam standen wir im Flügel der Großen vor Miss Barnards Tür. Mir war nicht wohl zumute. Meine Handflächen und Schläfen glänzten vor Schweiß. Ich atmete tief durch und redete mir ein, dass alles gut gehen würde.

Daisy klopfte an.

Hinter der Tür ertönte hektisches Rascheln, bevor sie sich einen Spaltbreit öffnete und Miss Lappets Kopf erschien, um uns finster zu mustern.

»Was wollen Sie denn? Mädchen?«, fuhr sie uns an. »Ich bin ziemlich beschäftigt!«

»O, Miss Lappet!«, sagte Daisy mit großen Augen. »Ich bin , Sie zu stören, aber ich mache mir schreckliche Sorgen wegen meiner Geschichtsarbeit. Die ganze Woche schon zerbreche ich mir den Kopf über Frage drei – ich bin sicher, ich habe die Nerven verloren und es vermasselt, und ich weiß einfach nicht, was ich tun soll!«

»In der Tat, Wells, Ihre Leistung war äußerst entmutigend«, antwortete Miss Lappet. »Frage sechs war Ihre Achillesferse – was haben Sie sich nur dabei gedacht?«

Ich erkannte echte Panik in Daisys Blick aufflackern – bevor sie erneut zur Deepdean-Daisy wurde.

»O, Miss Lappet, es ist wie verhext – ich kann mir einfach nichts merken! Ich gebe mir Mühe, ganz ehrlich. Nur … so lange nicht hier gewesen zu sein …«

Miss Lappet schnalzte missbilligend mit der Zunge. »Wells, also wirklich. Sie müssen fleißiger sein!«

»Aber … aber … ich es ja«, hauchte Daisy und brach in hübsche Tränen aus. Es war ein kindischer Trick, aber er zeigte Wirkung.

Miss Lappet kam aus dem Büro, einen hohen Stapel Papier in den Armen. Wir alle starrten darauf – sogar Daisy –, bevor wir schnell so taten, als hätten wir nichts bemerkt. Obenauf lag nämlich ein viel bekritzeltes Blatt mit der Überschrift . Mein Herz machte einen Satz.

Daisy setzte zu einer holprigen Entschuldigung an, während Miss Lappet murmelte und mit der Zunge schnalzte und höchst verzweifelt versuchte, sich aus der Affäre zu ziehen. Doch jedes Mal, wenn sie einen Schritt Richtung Büro machen wollte, jammerte Daisy umso lauter auf, sodass unser Fräulein ihren Rückzug aufgeben musste.

Es klingelte. »Ach, um –!«, setzte Miss Lappet an. »Kommt mit, Mädchen, Zeit für den Geschichtsunterricht. Wells, nun hören Sie auf mit dem Unsinn und verhalten Sie sich Ihrem Alter entsprechend.«

Wir liefen gemeinsam durch den Bibliotheksflur, die Blicke fest auf die Liste gerichtet – doch gerade als wir an der Bibliothek vorübergingen, trat Amina aus der Tür.

»Hallo, Miss Lappet!«, sagte sie und neigte respektvoll den Kopf – denn obwohl Amina voller wilder Geschichten und Ungehörigkeit steckte, war sie den Lehrerinnen gegenüber ein Ausbund an Höflichkeit. »Kann ich Ihnen helfen? Darf ich Ihre Sachen tragen?«

»Liebes Mädchen, aber natürlich!«, antwortete Miss Lappet.

»Moment!«, keuchte Daisy. »Ich meine – Miss Lappet, wir waren zuerst da! Lassen Sie !«

»Aber ich habe bereits ein Angebot erhalten, Wells. Bitte, El Maghrabi« – und voller Entsetzten mussten wir zusehen, wie Amina ihr den Papierstoß abnahm, die wertvolle Liste an ihr Herz presste und bis zum Klassenzimmer nicht von Miss Lappets Seite wich.

Wir warfen uns verzweifelte Blicke zu. Es gab nichts Höfliches oder Erwachsenes, was wir hätten unternehmen können.

Doch zum Glück hält Lavinia von Höflichkeit noch immer reichlich wenig. Als wir uns dem Klassenzimmer näherten, schob sie sich mit der Schulter voran an Amina vorbei und rempelte sie möglichst heftig an. Amina schnappte nach Luft und sämtliche Blätter aus dem Stapel flatterten zu Boden. Alle stürzten wir uns darauf. In dem Chaos, das beim Einsammeln der verstreuten Aufsätze entstand, erwischte ich die RSVP-Liste und ließ sie in meiner Büchertasche verschwinden. Das Herz schlug mir bis zum Hals.

»Zehntklässlerinnen!«, rief Miss Lappet. »«

»Amina hat mir ein Bein gestellt«, behauptete Lavinia und verschränkte die Arme.

Ich rechnete damit, dass Amina es abstreiten würde, tat sie aber nicht. Sie presste die Lippen aufeinander. Ihre Augen funkelten – dann packte sie Clementine am Ellbogen und rauschte mit ihr ins Klassenzimmer, während sie sich noch einmal zu uns umdrehte und Clementine etwas ins Ohr flüsterte, das diese zum Kichern brachte. Es versetzte mir einen unschönen Stich.

»Puh!«, sagte Daisy und rollte mit den Augen. »Hervorragend, Detektivin Temple. Das hätte nicht besser gekonnt. Hazel, kopiere schnell die Liste, bevor Lappet sie vermisst!«

Und so verbrachte ich Miss Lappets Geschichtsstunde damit, Namen abzuschreiben – nicht die von Königen und Königinnen, sondern von Lords und Ladys, Viscounts und Viscountesses, Rittern und Prinzen.

Amina warf mir ein oder zweimal einen neugierigen Blick zu, doch Daisy zuliebe schaute ich sie so nichtssagend wie möglich an, bis sie sich seufzend wieder ihrer Arbeit widmete.

Frühere Fälle haben mich gelehrt, mich niemals auf Vermutungen zu verlassen, wenn es um Beweise geht, also habe ich nicht nur die Paare notiert (achtunddreißig an der Zahl), sondern auch die Männer ohne Begleitung (zwanzig) und die Frauen ohne Begleitung (sechs, wovon eine Lavinias Mutter war). Außerdem listete ich die Mitglieder des Schulaufsichtsrats auf (zehn), ebenso wie die Brüder und Verlobten der Großen, die Samstagabend zum Galadinner erscheinen würden. Es war eine schrecklich lange Liste an Verdächtigen und angesichts all der Namen, die meine verkrampfte Hand hingekritzelt hatte, fühlte ich mich erschöpft.

»Miss Lappet?«, sagte Daisy, fünf Minuten vor dem Gong. »Ich glaube, ich habe etwas gehört … Himmel, kann es sein, dass Miss Barnard draußen auf dem Gang nach Ihnen ruft?«

Mit einem Schrei sprang Miss Lappet auf und flitzte aus dem Zimmer. Sofort stand ich auf, um mit Kitty als Deckung zum Lehrerpult zu laufen. Gemeinsam legten wir unsere Aufsätze auf Miss Lappets Platz. Unter meinem verbarg sich außerdem die Liste.

Meine Gedanken kreisten dabei um etwas, das ich abgeschrieben hatte, eine Notiz, die Miss Lappet sich heute Morgen gemacht hatte.

Mr Hilary North und Mrs Julia North (geb. McKay, ’22; Betsy North, 8. Klasse);...


Stevens, Robin
Robin Stevens wurde zwar in Kalifornien geboren, wuchs aber in einem College in Oxford, gleich neben dem Wohnhaus von Alice im Wunderland, auf. Schon in frühester Kindheit wollte sie entweder Hercule Poirot oder Agatha Christie werden. Als das mit dem beeindruckenden Schnauzbart nichts wurde, entschied sie sich für eine Karriere als Krimiautorin.



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