Stevens | Rhoades - Unbestreitbar | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 378 Seiten

Stevens Rhoades - Unbestreitbar

Man Up Stories 2
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-96089-307-3
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Man Up Stories 2

E-Book, Deutsch, 378 Seiten

ISBN: 978-3-96089-307-3
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Rhoades - Unbestreitbar' ist die Fortsetzung des Kurzromans 'Austin' Einsamkeit. Der Schmerz verschwindet nicht einfach mit der Zeit. Es ist Jahre her, und sie sagen mir, dass ich weitermachen muss. Aber ich kann nicht. Schuld und Bedauern sind meine ständigen Begleiter. Ich sah ihn im Rampenlicht und alles änderte sich. Nacht für Nacht beobachtete ich ihn beim Tanzen. Ich dachte an ihn, fragte mich, wie er sich anfühlen und wie er schmecken würde. Und jetzt, wo ich es weiß, will ich ihn noch mehr. Und vielleicht, nur vielleicht, will er mich auch. Aber jetzt noch nicht. Nicht bevor er weiß, dass er mehr als ein hübsches Gesicht ist. Nicht bevor er weiß, was er mir bedeutet. Ich brauche ihn an meiner Seite. Wir beide. Zusammen. Austin Warum kann ich ihn nicht vergessen? Seine Hände auf mir. Sein Mund auf meinem. Seine Küsse, sodass ich nicht mehr denken kann. Atemlos. Jede Nacht lag ich wach und brannte für ihn. Ich träume, denke. Ich brauche ihn. Nein, tue ich nicht. Ich brauche niemanden. Ich lüge. Ich will ihn. Ich will mehr. Ich bin mehr. Er hat das gesehen, und jetzt stehe ich hier mit meinem Traum vor dem Horizont. Alles, was ich tun muss, ist, den ersten Schritt zu machen, ihm zu vertrauen. Mir selbst zu vertrauen. Man Up Stories Teil 2

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Kapitel 1


RHOADES

Er verzauberte, faszinierte und begeisterte mich. Ich hatte Austin monatelang beim Tanzen zugesehen. Seine Anmut und Haltung stachen aus der Menge der zügellosen Männer, die an der Bühne warteten, um ihn zu betatschen, hervor. Als wahrer Meister seiner Emotionen war er wie ein scheues Reh, das sich im Schatten versteckte. Er war zu einem Mann herangereift, der seinen rechtmäßigen Platz als König des Clubs einnahm. Alle wollten ihn.

Ich konnte nicht wütend auf Austin sein, weil er mich in diesem schmutzigen Hinterzimmer zurückgelassen hatte, als ich jede meiner mir selbst auferlegten Regeln gebrochen hatte, nachdem ich ihn geküsst hatte. Die Schuld an Austins Flucht lag allein bei mir. Alles, was es gebraucht hatte, war eine Berührung … Ein einfacher, verheerender Kuss und meine streng gehüteten Emotionen waren hervorgebrochen und alles, was ich jahrelang zusammengehalten hatte, war in wilder Hingabe zerflossen. Ich hatte die Kontrolle verloren. Das erschütterte und verwirrte mich, und ich hasste das. Ich hatte immer die Kontrolle.

Als ich das hektische Klopfen hörte, knöpfte ich mein Hemd zu und richtete meine Krawatte mit gelassener Präzision. Ein schneller Blick in den Spiegel, um zu überprüfen und sicherzustellen, dass alles gut aussah, dann öffnete ich die Tür.

»Wo ist er?« James stürmte in den Raum. »Wo ist Austin?«

»Ebenso Hallo.« Ich glättete mein Haar und lächelte ihn träge an.

»Komm mir jetzt nicht mit deinem Scheiß. Das ist ernst.«

Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich James zum letzten Mal nicht gelassen elegant gesehen hatte. Nun hing seine Krawatte schief und war offen und die blonden Haare, die er normalerweise perfekt gestylt hatte, klebten an seiner Stirn in dunklen, schweißnassen Strängen. Ich spürte eine Spannung durch mich hindurchfahren und packte seinen Arm hart. »Was ist los?« Ich drückte zu und James grunzte vor Schmerz. »Sag es mir.«

Er ignorierte mich, wie er es immer tat, seit wir Teenager waren, und wandte sich aus meinem Griff. »Ich muss Austin finden. Wo immer er ist, ich hoffe, Frankie ist bei ihm.«

»Hm?« Mein pochendes Herz schlug wieder langsamer und ich grinste. »Sag mir nicht, dass du in den kleinen Frankie verliebt bist.«

Mit einer Falte auf seiner eleganten Nase sah James genauso aus wie ein kultivierter Engländer, der verächtlich auf einen seiner Leibeigenen herabblickte. Aber mein Bruder konnte diesen Scheiß nicht mit mir abziehen. »Ich werde das nicht mit einer Antwort würdigen. Wenn du nur ein Mal bereit wärst, dich zusammenzureißen, dann werde ich es dir erklären. Frankie hat einen Ex, vor dem er Angst hat. Eines Nachts hatten sie Streit und Frankie wurde verletzt und landete im Krankenhaus. Er sagte, er sei die Treppe runtergefallen. Aaron ist ausgeflippt und weggerannt. Er ist in eine Kneipenschlägerei geraten und hat einen anderen Kerl so sehr zusammengeschlagen, dass er operiert werden musste. Frankie sollte eine Aussage machen und hat erklärt, dass sie eine flüchtige Beziehung hatten, und das hat Aarons Schicksal sozusagen besiegelt. Der Bastard hat fast ein Jahr im Gefängnis verbracht. Er ist jetzt draußen und hier aufgetaucht. Heute Abend …«

»Und wir müssen sicherstellen, dass er Frankie nicht wehtut. Ich verstehe schon.« Ich beendete den Satz für ihn und sprintete auf die offene Tür zu. »Als du reingekommen bist, war Austin erst seit ein paar Minuten weg.«

»Dann ist er höchstwahrscheinlich in die Garderobe gegangen«, sagte James mir direkt auf den Fersen. »Hier lang nach hinten. Das geht schneller.« Er zog mich in die andere Richtung durch ein Labyrinth abgedunkelter Gänge. Das Hämmern der Musik wurde etwas schwächer, aber mein Herz klopfte pochend in meinem Kopf. Ich wusste, was jemand wie Frankies Ex tun konnte, wenn er auf Rache aus war. Und welchen anderen Grund sollte er noch haben, um in den Club zu kommen?

James blieb vor der Tür stehen und klopfte an. »Austin. Austin, bist du da drin?«

»Warum gehst du nicht einfach rein? Es ist dein Club.«

Wieder in seiner Position als mein moralischer Kompass strich James die Haare von seiner Stirn. »Weil ich den Männern versprochen habe, sie mit Respekt und Würde zu behandeln, und ihnen gesagt habe, dass ich nie in ihren privaten Raum stürmen werde.«

»Nun, in einem Notfall sollte das nicht gelten. Aber wenn du darauf bestehst …« Ich schlug mit der Faust gegen die Tür. »Mach auf oder wir kommen rein.«

Schritte waren in dem Raum zu hören und die Tür öffnete sich. Frankies verstörtes Gesicht kam zum Vorschein. »Was zum Teufel ist hier los? Brennt es irgendwo?« Er warf mir einen vernichtenden Blick zu. »Warum bist du hier?«

»Wir müssen reinkommen, Frankie, und es hat nichts mit Austin zu tun.«

Als Frankie unsere Dringlichkeit zur Kenntnis nahm, trat er zur Seite und gewährte uns Zugang in das Zimmer. Sofort entdeckte ich Austin, der zusammengekauert auf einem Stuhl saß. Sein schöner Mund hatte sich zu einer so dünnen Linie verzogen, dass ich mich glatt dran schneiden könnte, wenn ich meine Lippen auf seine legen würde. Was nicht geschah. Ich hatte mich ein Mal aus der Fassung bringen lassen, aber jetzt hatte ich mich wieder unter Kontrolle.

»Was ist los?«, fragte Austin, ignorierte mich und richtete seine Frage an James. »Ich habe einen Moment für mich gebraucht und Frankie ist bei mir geblieben. Wir wollten wieder rauskommen, versprochen. Ich habe nicht gefaulenzt.«

James winkte Austins Erklärung ab. »Ich bin nicht besorgt und nicht deshalb hier. Ich wollte mit Frankie reden, aber als ich keinen von euch finden konnte, dachte ich, ihr beide wärt zusammen.«

»Mit mir reden?« Frankies Augenbrauen zogen sich zusammen. »Worüber denn? Willst du es allen mitteilen oder willst du unter vier Augen reden?« Ein Hauch seiner natürlichen Flirtbereitschaft zeigte sich in seinem Lächeln, im Gegensatz zu Austin, der die meisten Menschen mit Argwohn ansah, als ob er glaubte, dass er benutzt und verletzt werden würde.

»Dein Ex ist hier.«

Ich sah, wie Frankie unter dem Make-up und dem Rausch von Alkohol blass wurde. Austin sprang von seinem Stuhl auf und umarmte ihn. Ich konnte sehen, wie Frankie versuchte stark zu bleiben.

»Aaron? Aber i-ich habe eine Schutzanordnung gegen ihn. Er darf nicht in meine Nähe kommen.« Frankie griff Austins Arm.

»Wenn du das nächste Mal zum Tanzen herkommst, bring eine Kopie mit und gib sie mir. Ich sorge dafür, dass Hector sie vorne anbringt. Zusammen mit einem Bild von ihm.«

»Warum bist du immer noch hier?«, wollte Austin von mir wissen. Sein Arm umklammerte Frankie immer noch schützend. »Das ist etwas zwischen uns beiden.«

Als wären sie eine Familie und ich wäre der Eindringling. Auf eine gewisse Art war ich es. Ich hatte keinen Grund, hier zu sein. Austin hatte recht, aber für meine eigenen, zugegebenermaßen egoistischen Zwecke, wollte ich sein, wo er war. Ich wollte nicht, dass die Nacht zwischen uns mit einer bitteren, unvollständigen Note endete. »Kann ich mit dir reden? Es dauert nur einen Moment.«

Er öffnete seinen Mund, Widerwillen entzündete Leuchtfeuer in seinen Augen, aber Frankie stieß ihn mit seinem Ellbogen an. Dann flüsterte er etwas so Leises, dass ich es nicht hören konnte. Ich musste später daran denken, Frankie zu danken, denn Austin ließ ihn los und kam mit schlurfenden Schritten auf mich zu.

»Was?«, fragte Austin mit der gleichen rauen Stimme, aber er täuschte mich nicht. Aus der Nähe roch er nach Angst und ich sah, wie seine Lippen zitterten.

»Es tut mir leid wegen vorhin. Ich habe mich danebenbenommen.«

Misstrauen trübte seine blauen Augen. »Warum bist du so nett zu mir? Ich verstehe es nicht. Wir kennen uns nicht. Wenn du denkst, mir teuren Scheiß kaufen und mich bezahlen zu können, damit ich für dich tanze …«

»Es bedeutet, was immer du willst.«

»Nichts. Ich will nicht, dass es etwas bedeutet. Geh und sei ein Sugardaddy für jemand anderes. Ich brauche dich nicht. Ich brauche niemanden.« Damit drehte er sich auf dem Absatz um und eilte wieder zu Frankie, der auf seinen Stuhl zurückgekehrt war.

Ich ging raus und lief den Flur entlang und zurück zur Tanzfläche des Clubs. Die Tänzer unterhielten die Menge und ich beobachtete, wie der muskulöse blonde Cowboy einen Gönner auf die Bühne holte, um sich mit seinen Hüften an ihm zu reiben, während sich der große, mysteriöse Tänzer, der eine Maske und einen Umhang trug, um die Stange schwang. Das seidige Material, das hinter ihm flatterte, wand sich um seinen mageren, halbnackten Oberkörper. Eine große Menge versammelte sich um die Bühne und warf ihm zur Ermutigung Geldscheine zu. Die irisierenden Lichter brachten sein rabenschwarzes Haar zum Glänzen, während die meisten seiner Gesichtszüge unter seiner schwarzen Maske verborgen blieben.

Ich wollte sie nicht. Ich wollte Austin.

Scheiße.

Nein, wollte ich nicht. Ich konnte nicht. Wenn er nicht tanzte, hatte ich wenig Grund zu bleiben, dennoch konnte ich nicht gehen, da ich wusste, wie verängstigt er und Frankie waren, während Frankies Ex sich hier herumtrieb. Als ich mich auf den Weg zur Bar machte, hörte ich mir die Gespräche der Männer an, an denen ich vorbeikam.

»Die Termingeschäfte waren heute scheiße.«

»Was zum Teufel denken die sich in D.C.?«

»Ich würde einen Gehaltsscheck geben, um den Arsch von diesem Kerl zu ficken. Hast du ihn da oben tanzen sehen?«

Diese letzten Worte ließen mich innehalten und ich sah den älteren Mann mit seinem lüsternen...



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