Stevens / Suchanek | Rachejagd - Zerstört | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 416 Seiten

Reihe: Die Rachejagd-Trilogie

Stevens / Suchanek Rachejagd - Zerstört

Thriller
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-641-27468-9
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller

E-Book, Deutsch, Band 3, 416 Seiten

Reihe: Die Rachejagd-Trilogie

ISBN: 978-3-641-27468-9
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Es endet. Jetzt.

Es begann mit einer kleinen Rachefantasie und ist zu einer immer komplexeren Rachejagd geworden. Plan A, Plan B, Plan C – der Mann, der sich an Anna und Nick rächen will, ist bereit, sein perfides Spiel immer weiterzuspinnen, denn er hat viele Helfer. Und ein sehr persönliches Motiv. Jetzt ist er seinem Ziel ganz nah – es geht um alles oder nichts. Anna und Nick versuchen herauszufinden, wer der scheinbar allmächtige Strippenzieher ist. Dafür müssen sie tief in ihre gemeinsame Vergangenheit eintauchen. Doch die Wahrheit ist schockierend und der Preis dafür hoch. Kann es bei dem tödlichen Spiel am Ende überhaupt einen Gewinner geben?
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1. Kapitel


Gegenwart, Virginia

Kalter Wind peitschte über das weite Feld. Das Grab befand sich am Rand des kleinen Gemeindefriedhofs, der nur von einer hüfthohen Steinmauer umgeben war. Der Boden wurde bedeckt von den verfaulenden Blättern der Bäume und Büsche; durch den beständigen Regen hatte sich die Zufahrtsstraße in braunen Matsch verwandelt.

Trotzdem waren sie alle gekommen.

Dicht an dicht, gekleidet in schwarze Anzüge, mit Mienen der Trauer.

Anna ließ ihren von Tränen verschleierten Blick wandern.

Lynettes Bruder stand in der ersten Reihe, hatte sich bei seiner Frau eingehakt. Er besaß die gleiche Haarfarbe wie Lynette, ein kupfern schimmerndes Braun. Seine drei Kids standen neben ihm.

Sie schluckte und wandte den Blick schnell dem nächsten Grüppchen zu. Es waren Lynettes Kollegen, ebenfalls forensische Psychologen, die dort beieinanderstanden. Sie alle wirkten erschüttert, zeigten ihre Emotionen ganz offen. Eine ältere Frau unter ihnen tupfte ihre Tränen mit einem weißen Spitzentaschentuch ab. Es war bereits feucht.

Der Pfarrer stand neben dem Grab und wartete geduldig. Noch ein paar Minuten, dann würde er sprechen. Von Psalmen und Gleichnissen, Anekdoten über die Verstorbene. Und doch war sie für alle hier eine Fremde, dessen war Anna sich sicher. Niemand hier kannte die wahre Lynette, die sie alle mit einem unbeugsamen Willen und zielgerichteter Stärke durch diesen verdammten Sturm gelotst hatte.

Ein Sturm aus Toten, Gewalt und einem wahnsinnigen Psychopathen, der sich noch immer auf der Flucht befand. Dessen Identität bisher niemand hatte aufdecken können.

Anna berührte Nick sanft am Arm. Er stand neben ihr, verkrampfte sich reflexartig, entspannte sich aber sofort wieder. Nach außen wirkte er hart wie Granit und kalt wie Stein. Nach innen ausgehöhlt und ohne jede Emotion, kein Lachen, keine Tränen, keine Wut; er mutete an wie eine Statue.

Nur in der Nacht zerbrach diese Schale und … Sie verbot sich den Gedanken. Andernfalls wären ihr die Tränen unkontrolliert über die Wangen geflossen, wie es in den ersten Tagen so häufig geschehen war. Ein Grau in Grau aus Verlust. Wut über einen Mann, der in seiner Grausamkeit kein Limit kannte. Machtlosigkeit, die sie zu erdrücken drohte.

Sie blickte nach rechts, zu Zane. Der Wind ließ sein blondes Haar flattern. Noch nie zuvor hatte er so verloren gewirkt. Während Nick nicht den Hauch eines Gefühls zeigte, wirkte Zane einfach nur tieftraurig. Jede Minute, jeden Tag. Sie sah es in seinen Augen, in denen sich ein Meer aus Hoffnungslosigkeit spiegelte. Sie hörte es in der Stille, in der sein Lachen nicht länger erklang.

Anna verstand es.

Sie selbst hatte Jahre in diesem Zustand verbracht. Ihre Entführung hatte sie zerbrochen, zerschmettert, zerschnitten. Die Ereignisse der vergangenen Wochen hatten sie dazu gezwungen, der Angst ins Antlitz zu sehen. Sie war daran gewachsen, hatte ihr gesamtes Leben auf ein neues Fundament gestellt. Auch dank Lynette.

Der Pfarrer räusperte sich.

Stille senkte sich über die Versammelten, nur durchbrochen vom Pfeifen des Windes.

»Liebe Gemeinde, wir sind heute hier zusammengekommen …«

Seine Worte waren für Anna bedeutungslos und wurden zu einem beständigen Einerlei aus Silben, deren Sinn sich ihr nicht länger erschloss.

Lynette.

Anna glaubte, ihr freundliches Lächeln zu sehen. Und als habe ein grausamer Magier mit dem Finger geschnippt, brachen die Bilder über sie herein.

»… dass alles endlich ist«, sagte der Pfarrer. »Lynette McKenzie hat sich in ihrem Leben für die Aufklärung von Verbrechen eingesetzt, half Menschen, die in psychischer Not gefangen waren. Sie hat die Natur geliebt, weshalb sie einen Teil ihrer Einnahmen an verschiedene Umweltschutzorganisationen spendete. Ihre Arbeit war ihre Leidenschaft, da blieb für ein Familienleben keine Zeit. Sie hinterlässt ihren Bruder, ihre Schwägerin, ihre zwei Nichten Hailey und Kelly und ihren Neffen Jimmy.«

Überall wurden die Schluchzer lauter. Die Kinder klammerten sich an ihre Eltern. Selbst Mike, der direkt neben Zane stand, zog ein Taschentuch hervor und schnäuzte hinein. Da Mike nicht länger in die Ermittlungen involviert war, konnte er für Nick da sein. Längst hatte die Presse die Berichterstattung wieder aufgenommen, und es war dem Pfarrer zu verdanken, dass sich niemand bis hierher gewagt hatte. Kein Blitzlicht, keine neugierigen Blicke. Er hatte eindringlich darum gebeten, der Familie und den Freunden das Abschiednehmen nicht noch schwerer zu machen.

»Möchte jemand der hier Anwesenden der Verstorbenen noch ein paar Abschiedsworte mit auf den letzten Weg geben?«, fragte der Pfarrer und trat einen Schritt zur Seite.

Der Sarg war in die Grube hinabgelassen worden, aber erst wenn die Trauergäste den Friedhof verlassen hatten, würde das Grab zugeschüttet werden. Anna glaubte, das Prasseln von Erde bereits zu hören. Später käme dann der Stein und würde das Ende besiegeln.

Erst mit Verzögerung bemerkte sie, dass Nick sich nicht bewegt hatte. Sie berührte ihn am Arm, bedachte ihn mit einem fragenden Blick. Er hatte etwas sagen, hatte den Anwesenden klarmachen wollen, was Lynettes Verlust bedeutete. Doch unter ihren tastenden Fingern spürte sie nur verhärtete Muskeln. Nick war völlig verkrampft.

Er starrte auf das Grab, reagierte auf gar nichts.

Anna riss die Augen auf, als Zane sich stattdessen in Bewegung setzte. Zuerst zögerlich, dann schneller ging er zum Grab, wandte sich der Menge zu.

Die ersten Regentropfen fielen und mit ihnen wieder einzelne Erinnerungsbilder.

»Ich bin nicht gut darin, neue Freunde zu finden«, sagte Zane und holte Anna damit aus der Erinnerung zurück. Er räusperte sich und sprach dann lauter. »Es ist leicht, mit Menschen bei der Arbeit zu sprechen oder bei Dates. Aber echte Freunde zu finden, ich meine: , das...


Stevens, Nica
Nica Stevens (*1976) leitete jahrelang ein Familienunternehmen und war zusätzlich als Dozentin tätig, bis sie nach der Geburt ihres zweiten Sohnes beruflich kürzertrat und durch die gewonnene Zeit zu ihrer Leidenschaft des Geschichtenerzählens zurückfand. Ihr Debüt »Verwandte Seelen« wurde auf Anhieb zum Bestseller. Seitdem lebt Stevens ihren Traum, arbeitet hauptberuflich als Autorin und schafft es immer wieder, mit ihren Büchern restlos zu begeistern.

Suchanek, Andreas
Andreas Suchanek (*1982) verfasste bereits in Jugendjahren seine ersten Geschichten und Romane. Nach dem Studium der Informatik begann er damit, seine Geschichten hauptberuflich zu veröffentlichen. Seinen bisher größten Erfolg hatte Suchanek mit der Urban-Fantasy-Reihe »Das Erbe der Macht«, die mit dem Deutschen Phantastik Preis und dem LovelyBooks Leserpreis ausgezeichnet wurde. Er ist für seine gemeinen Twists bekannt.Mit Nica Stevens verbindet ihn eine enge jahrelange Freundschaft. Als Autorenduo Stevens & Suchanek schreiben sie rasante Thriller.



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