Stewart | Sinnliche Nähe, verbotene Küsse | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 072024, 144 Seiten

Reihe: Julia

Stewart Sinnliche Nähe, verbotene Küsse


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2464-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 072024, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-2464-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Tech-Mogul Gabe Curran soll das schöne, reiche Partygirl Avery beschützen, nicht zu einer Affäre verführen! Das hat er ihrem Bruder versprochen, auch wenn er sich insgeheim schon immer zu ihr hingezogen fühlt. Aber eine feste Beziehung ist nichts für ihn, egal, wie sehr er Avery begehrt. Schweren Herzens musste er sie deshalb vor drei Jahren abweisen, als sie ihn küssen wollte. Doch als sie ihn jetzt auf seinem Anwesen in Kroatien besucht, knistert es so heiß zwischen ihnen, dass er sein Verlangen trotz allem nicht länger unterdrücken kann ...

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1. KAPITEL


Gabe

Ich habe ein paar Regeln im Leben.

Erstens: Lass dich nicht von der Arbeit ablenken.

Zweitens: Binde dich an niemanden.

Und drittens: Schwängere um Himmels willen niemanden.

Das ist alles. Wer einen Vater wie meinen hat, lernt schnell, dass Geld die Welt regiert und Sex zum Vergnügen da ist. Fortpflanzung ist etwas für andere Menschen. Denn es fehlte noch, dass ich ein Kind so erziehen würde, wie mein Vater es bei mir getan hat.

Mein Leben ist nahezu perfekt. Zum Beispiel jetzt gerade. Ich bin in einem exklusiven New Yorker Nachtclub, genieße den besten Whisky, den man für Geld kaufen kann, und …

„Also, das ist ja mal ein Prachtstück …“

Okay, meine Gesellschaft könnte etwas kultivierter sein.

Ich drehe mich zu meinem Begleiter um, der einen leisen Pfiff auf seine geschmacklose Bemerkung folgen lässt. Das Start-up, das mich gerade umwirbt, ist sehr vielversprechend, aber leider ist der Geschäftsführer ein riesiger Idiot! Das Problem ist, dass mein Dad seinem Vater Geld schuldet und mich dazu überredet hat, die Schulden zu begleichen.

Ich würde es nicht tun, wenn es nicht auch mir etwas nützen würde. Ich will dieses Unternehmen und weiß, was ich damit anstellen kann. Was ich nicht will, ist diese spezielle Sorte Mann als Mitarbeiter.

„Oh mein Gott, ist das …?“ Der Idiot runzelt die Stirn. „Ist das Avery Monroe? Aidens kleine Schwester?“

Mein Kopf wirbelt herum, mein Körper gerät in Aufruhr, bevor ich sie überhaupt sehe. Sie kann nicht … Sie sollte nicht hier sein, aber so ist es.

Habe ich schon erwähnt, dass ich meine eigene Regel gebrochen habe? Mehr oder weniger …

Ich kenne Aiden seit unserer Kindheit. Er ist mein bester Freund. Es gibt nichts, was ich für ihn – oder die Menschen, die ihm nahestehen – nicht tun würde, aber seine kleine Schwester … Sie steht für Ärger.

Und jetzt gerade treibt sie es auf die Spitze. Ihr langes kastanienbraunes Haar fällt auf ihre nackten Schultern, so frei und locker wie der Vibe, den sie ausstrahlt. Tiefrote Lippen, stark geschminkte Augen, sehr viel glatte, cremefarbene Haut und eine zentimeterdicke, eng anliegende Halskette. In der Mitte des schwarzen Samtes befindet sich ein Kreuz, das genauso provozierend ist wie ihr kaum vorhandenes figurbetontes Kleid.

Ich unterdrücke ein Fluchen. Mit ihren zwanzig Jahren gilt sie zumindest in diesem Bundesstaat als minderjährig. Sie muss doch wissen, dass sich hier irgendwo Presseleute herumtreiben. Dass jeden Moment jemand herausfinden könnte, wer sie ist, und sie kurzerhand hinauswerfen lassen könnte. Eine Szene, die morgen für Schlagzeilen sorgen und den Monroe-Namen weiter in Verruf bringen würde, obwohl er in den letzten Jahren dank ihr und ihrer Ausschweifungen schon genug gelitten hat.

„Hey, wo willst du hin?“ Der Idiot starrt mich an, während ich aufstehe, und fragt sich wahrscheinlich, warum ich es so eilig habe.

„Mir reicht’s für heute. Ich seh dich um acht im Büro. Wir können dann die Verträge aufsetzen.“

Er lässt sich ins dunkle Leder zurücksinken, der überraschte Ausdruck in seinem Gesicht weicht einer gewissen Aufregung. Er denkt, er hätte bekommen, was er will, und ich habe keine Zeit, es richtigzustellen.

Avery bahnt sich ihren Weg zur Bar, die Menge teilt sich vor ihr, als wäre sie eine Royal, und ich balle die Hände zu Fäusten. Ich hätte mir denken können, dass sie in der Stadt ist. New York ist ihre neue Spielwiese, seit sie letztes Jahr ihr Studium in Oxford abgebrochen hat, aber dieser Club sollte besser darauf achten, wen er hereinlässt.

Ich ziehe mein Handy aus der Tasche, schicke meinem Fahrer eine Nachricht, damit er sich auf den Weg macht, und dränge mich durch die Menge. Ihr bleibt kaum eine Sekunde, um meine Anwesenheit zu registrieren, als ich mich auch schon bei ihr unterhake und sie auf schnellstem Weg in Richtung Hinterausgang zerre.

„Gabe?“ Sie taumelt neben mir her. Die grünen Augen weit aufgerissen, blinzelt sie mich an. Trotz ihrer hohen Absatzstiefel überrage ich sie um Längen, und mein Kiefer ist so angespannt, dass ich nicht antworten kann. Ihr Parfum ist berauschender als der Whisky, den ich zuvor getrunken habe, ihr Arm unter meinem ein prickelndes Magnetfeld. Mit aller Kraft wehre ich mich gegen die verwirrende Berührung und erinnere mich daran, dass sie Aidens Schwester ist – zu jung, zu verboten und zu viel … selbst für mich.

Zu klug und zu selbstzerstörerisch auf dem Weg, den sie eingeschlagen hat.

Wir treten hinaus ins Freie, wo eisiger Nieselregen auf uns herabfällt. Ich atme tief ein und lasse Avery mit einer ausladenden Bewegung los. Ich brauche den Abstand, die frische Luft, die nicht mit ihrem Duft vermengt ist. „Steig ein.“

Mein Fahrer hat schon die Tür meines metallisch grauen Aston geöffnet, doch sie starrt mich an, eine Hand in die Hüfte gestützt, das Kinn herausfordernd vorgereckt.

„Für wen hältst du …?“

„Ich habe gesagt, steig ein!“

Schon lasse ich den Blick durch die dunkle Gasse schweifen – auf der Suche nach zufälligen Passanten, die die Kamera zücken und ein Foto von unserer Auseinandersetzung schießen könnten. Es stünde innerhalb von Sekunden auf allen Social-Media-Kanälen, und diese Art von Aufmerksamkeit kann ich gar nicht gebrauchen. So sollte Avery es eigentlich auch sehen, doch sie sorgt schon seit Jahren für Negativschlagzeilen. Kann anscheinend nicht genug davon bekommen.

Ihre Trauer kann daran auch nichts mehr ändern. Das Mitgefühl für Daddy‘s Girl, das den plötzlichen Tod ihres Vaters zu verkraften hatte, ist schon lange aufgebraucht und umgeschlagen in Feindseligkeit gegen die Reichen und die verwöhnte Erbin, die nur um sich selbst kreist. Nicht, dass ich auch nur die Hälfte davon glauben würde – aber beim Anblick der streitlustigen Frau vor mir fällt es schwer, mich daran zu erinnern.

„Kein ‚Hallo, Avery. Hey, wie geht’s dir?‘“ Ihre Augen blitzen unter der bernsteinfarbenen Lampe auf, die über der Tür hängt. „Es muss Monate, wenn nicht Jahre her sein …“

Regentropfen fallen von dem Geländer der Feuerleiter auf uns herab und rinnen meinen Nacken hinunter, doch ich zucke nicht einmal mit der Wimper. Unser letztes Treffen ist höchstens drei Monate her, woran sie sich auch erinnern würde, wenn sie nicht so betrunken beziehungsweise high wäre. Ich bin mir nicht sicher, was sie ist. Vielleicht beides.

„Hi, Avery. Hey, wie geht’s dir? Es muss Monate, wenn nicht Jahre her sein. Jetzt steig ein.“

Sie verschränkt die Arme und rührt sich nicht vom Fleck. Die Mundwinkel meines Fahrers zucken nach oben, doch er traut sich nicht zu lächeln. Niemand würde es wagen, mir zu widersprechen. Niemand außer Avery, wie es aussieht.

„Oder soll ich deinen Bruder anrufen und ihm sagen, wo wir sind, wo du gewesen bist?“

Hörbar atmet sie aus, murmelt etwas Undeutliches vor sich hin und setzt sich in Bewegung. Sie klettert auf den Rücksitz, ohne sich um die luxuriöse Polsterung oder ihren knappen Rock zu kümmern, der dabei viel zu sehr hochrutscht.

Fluchend folge ich ihr hinein und wappne mich gegen ihren Protest. Ich könnte Jenkins anweisen, sie nach Hause zu bringen, aber wahrscheinlich würde sie ihn – sobald sie außer Sichtweite wären – dazu überreden, anzuhalten und umzudrehen.

„Wo schläfst du?“

„Warum?“

„Wenn du nicht mit zu mir kommen willst, würde ich dir raten, es jetzt zu sagen.“

„,Würde ich dir raten, es jetzt zu sagen‘“, äfft sie mich nach. „Du bist genauso schlimm wie Aiden.“

„Das nehme ich mal als Kompliment.“

„Das sieht dir ähnlich! Du bist zehn Jahre älter als ich, aber du bist nicht nur steinalt, sondern auch stinklangweilig. Oder ist das normal, wenn man die dreißig überschreitet?“

„Es sind zwölf Jahre.“

„Zwölf?“

„Wir sind zwölf Jahre auseinander. Und es ist weder alt noch langweilig, sein Privatleben aus der Öffentlichkeit herauszuhalten, sondern das einzig Richtige, was man tun kann. Besonders, wenn man die Tendenz hat, alles falsch zu machen.“

Sie lacht schallend auf. „Und was ist mit Spaß, Gabe? Was spricht dagegen, sein Leben zu leben und jede Sekunde davon zu genießen? Du weißt schon, dass man nur einmal lebt, oder?“

Ich unterdrücke ein plötzliches Lächeln. Es macht einfach zu viel Spaß, sich mit ihr zu streiten, und ist viel besser als die Gesellschaft, die ich noch vor zehn Minuten ertragen musste. Wären wir nicht wegen ihrer schlechten Entscheidungen in dieser Situation, würde ich mir erlauben, dieses kleine Intermezzo zu genießen. „Adresse?“

Sie nennt sie mir, wobei ihre Miene noch verdrießlicher wird. Mein Blick fällt wie von selbst auf ihre rot geschminkten Lippen, die viel zu voll und verführerisch sind. Was mich daran erinnert, dass sie zwar Aidens Schwester, aber auch eine Frau ist, eine Frau, die mich auf Ideen bringt, die ich lieber nicht weiter ergründen will.

Ich räuspere mich, wende den Blick ab und sehe Jenkins’ hochgezogene Augenbraue durch den Rückspiegel. Er ist sich wegen der Zieladresse unsicher, und ehrlich gesagt, mir geht’s genauso. Die Adresse sagt mir nämlich nichts, dabei kenne ich diese Stadt so gut wie meine Westentasche. Zumindest die Viertel, die man kennen muss.

Ich bedeute ihm mit einem Nicken,...



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