E-Book, Deutsch, Band 132022, 144 Seiten
Reihe: Julia
Stewart Sinnliches Wiedersehen auf den Seychellen
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0979-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 132022, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-0979-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Für ein arrangiertes Blind Date reist Jasmine auf die Seychellen. Angekommen im Tropenparadies, erkennt sie schockiert, wen die Elite-Partneragentur als perfektes Match für sie ausgewählt hat: ausgerechnet ihre erste große Liebe Freddie Highgrove! Ihre romantische Wirbelwindaffäre mit dem Sohn aus gutem Hause endete einst jäh, weil Jasmine als Tochter der Haushälterin nicht gut genug für ihn war. Auch wenn Freddie attraktiver denn je ist und sie sich sofort wieder zu ihm hingezogen fühlt, darf sie sich nicht noch einmal das Herz brechen lassen!
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1. KAPITEL
Jasmine Walker starrte auf das tropische Paradies hinter den halbtransparenten Vorhängen, die sich in der leichten Meeresbrise bauschten, und presste beide Hände auf ihren nervös flatternden Magen.
Es waren nur ihre Nerven, und die sollte sie in den Griff bekommen.
Schließlich lief sie weder Gefahr, ihr Vermögen zu verlieren, noch ein kritisches Investorentreffen meistern zu müssen.
Oder, was weitaus schlimmer wäre, sich dem gestrengen Besitzer von Highgrove zu stellen, nachdem sie gewagt hatte, in der Küche des Herrenhauses einen frisch gebackenen Keks von Maggies Tablett zu stibitzen.
Oder – absoluter Horror – wie Espenlaub zitternd vor den Flügeltüren zum Festsaal zu stehen und sich innerlich darauf vorzubereiten, dass Freddie ihre Verlobung ankündigte!
Unwillkürlich entrang sich ihr ein erstickter Laut.
Warum, um alles in der Welt, überfiel sie ausgerechnet jetzt eine zehn Jahre alte qualvolle Erinnerung, die sie längst ad acta gelegt zu haben hoffte?
Du weißt genau warum, höhnte eine perfide kleine Stimme in ihrem Hinterkopf.
Jasmine schluckte, schloss die Augen und versuchte, sich zu fassen. Ganz tief atmete sie den betörenden Duft ein, der den Raum erfüllte. Die sanfte, blumige Note sollte vermutlich ein Gefühl von Ruhe und Entspannung vermitteln. Beides könnte sie gut brauchen. Zumal sie sehr gut wusste, warum sie plötzlich längst verdrängte Ereignisse heimsuchten und sie darum automatisch an ihn denken musste.
Widerstrebend öffnete sie die Augen und fand die Antwort in jedem einzelnen Detail um sich herum, in jedem Geräusch, das an ihr Ohr drang.
Ihre Suite war eine bunte und dennoch harmonische Mischung aus leichten Holz- und Korbmöbeln, cremefarbenen Polstern, Kissen und kreolischer Kunst. Zu ihrer strohgedeckten King-Size-Cabana gehörten auch eine private Terrasse und ein Pool, von dem aus sie quasi direkt in das türkisfarbene Meer abtauchen konnte. Untermalt wurde das Ganze von sanftem Wellenschlag und skurrilen Lauten der einheimischen Tierwelt.
Eine versteckt liegende Luxusoase, die zu hundert Prozent auf Romantik und Entspannung ausgelegt war, ideal für Liebespaare und … für Hochzeitsreisen!
Von allen Orten, zu denen die M-Dating-Agency – die Partnervermittlung der Reichen und Berühmten – sie für ein verrücktes einwöchiges Blind Date hätte schicken können, hatte sich die Agentur ausgerechnet für dieses Paradies entschieden!
Die Seychellen.
Das Traumziel, zu dem Freddie Highgrove – ihr Freund aus Kindertagen, Herzensbrecher im Teenageralter und einzige große Liebe – versprochen hatte, sie zu bringen. Und nicht für einen Urlaub, sondern um dort ihre Flitterwochen zu verbringen.
Ein bittersüßes Lächeln umspielte Jasmines Lippen, als sie sich rücklings auf das breite Bett fallen ließ und zum luftigen Moskitonetzzelt aufschaute, das vom Dach ihres Himmelbettes herabgelassen werden konnte.
Freddie …
Sie atmete tief ein, flüsterte seinen Namen und rief damit alles wach, was sie glaubte, längst losgelassen zu haben: Schuld, Reue, namenlose Traurigkeit. Obwohl es eine Ewigkeit her war, fühlte es sich plötzlich an wie gestern.
Freddie …
Er war dafür verantwortlich, dass nach ihm jede ihrer Beziehungen gescheitert war. Es gab einfach niemanden, der mit der naiven Leidenschaft und schmerzhaften Intensität ihrer jungen Liebe hätte konkurrieren können.
Eine Wirbelwindaffäre seit dem Tag, an dem sie von besten Freunden zu Liebenden geworden waren. Und die ihren Höhepunkt an ihrem achtzehnten Geburtstag gefunden hatte, als Freddie ihr einen Antrag gemacht hatte. Ein perfekter Moment … und zugleich der Anfang vom Ende.
Sie war nicht gut genug für ihn, ein schüchternes Mauerblümchen, das davongerannt war, anstatt ans Glück zu glauben und mit beiden Händen danach zu greifen. Dafür hatte sie Freddie zu sehr geliebt. Sie hätte die Ablehnung seiner Familie nicht ertragen. Oder, noch schlimmer, später erleben müssen, dass auch er seinen Fehler einsah. Und darum verschwand das unsichere Mädchen, das sie damals gewesen war, aus seinem Leben.
Jasmine seufzte und versuchte, ihre Bedrückung abzuschütteln. Es war definitiv Zeit für einen Neuanfang. Aber ob eine Vermittlung durch die exklusivste aller Partneragenturen dafür die richtige Lösung war?
Geboren war diese Schnapsidee an einem Abend in Gesellschaft ihrer überdrehten Freundinnen, die beide weitaus abenteuerlustiger waren als sie und gerne auch mal Grenzen überschritten. Doch von all ihren verrückten Einfällen war dieser eindeutig der kostspieligste und riskanteste.
Exakt ausgedrückt: der pure Wahnsinn … für einhunderttausend Pfund!
Als ob Sadie und Izzy ihre wachsenden Zweifel spürten, summte prompt ihr Handy. Sadie, die Hauptinitiatorin dieser Reise, hatte etwas in ihrem Gruppenchat gepostet.
Bist du gut angekommen? Und hast du ihn schon getroffen? Wie ist er so? Oh, bitte … sag mir, dass er heiß ist … so richtig heiß!
Trotz ihres flauen Gefühls musste Jasmine lächeln. Sie tippte ihre Antwort.
Ja … nein … hmm …
Sadies Antwort folgte prompt.
Dann halt mich unbedingt auf dem Laufenden, wenn du nicht genervt werden willst!
Jasmine lachte und schüttelte den Kopf.
Jawohl, Mamma …
Okay, hab Spaß und tu nichts, was ich nicht auch tun würde … xxx
Das reizte Jasmine noch mehr zum Lachen: „Genau, Sades“, murmelte sie kopfschüttelnd. „Was wohl im Klartext heißt: Schmeiß dich ran, ohne Scheu und ohne Reue!“
Das passte zu Sadie, aber nicht zu ihr, dem dünnhäutigen Workaholic-Typ, der absolut kein Privatleben kannte und zuließ.
Aber jetzt war sie hier – und er vielleicht inzwischen auch.
Ihr Perfect Match, wie M es nannte, der eine unter Hunderten oder Tausenden! Und von allen Traumzielen rund um den Globus trafen sie sich ausgerechnet hier, auf den Seychellen.
Sie hatte sich ein sehr sonniges Fleckchen gewünscht, ohne übertriebenen Luxus. Sie hätte besser noch angefügt: ohne Handy-Empfang! Dann müsste sie ihren Freundinnen nicht ständig Bericht erstatten.
Jasmine seufzte. Sie war wirklich urlaubsreif. Aber ausgerechnet die Seychellen?
Wieder tauchte Freddies markantes Gesicht vor ihrem inneren Auge auf. Wie er wohl heute aussehen mochte?
Unwillkürlich schüttelte sie den Kopf. Es war nicht gut, in der Vergangenheit stecken zu bleiben. Hier ging es um die Zukunft. Um ihre Zukunft. Und wenn M behauptete, ihr perfektes Pendant gefunden zu haben, dann schuldete sie es der Agentur und ihrem strapazierten Bankkonto, auch das Beste daraus zu machen.
Außerdem würden Sadie und Izzy sie umbringen, wenn sie versuchte, im letzten Moment zu kneifen.
Exakt in diesem Moment summte ihr Handy wieder, diesmal war es Izzy.
Hoffe, du hattest eine gute Reise … Genieß jede einzelne Sekunde, und halte uns auf dem Laufenden! Xx
Jasmine seufzte und wollte schon eine Antwort tippen, da klopfte es an der Tür zu ihrer Cabana. Prompt schlug ihr Magen einen Purzelbaum.
Erneutes Klopfen. „Miss Walker? Hier ist Monique. Ich möchte Sie zu Ihrem Dinner begleiten.“
Mit einem unterdrückten Keuchen schoss Jasmine vom Bett hoch, wischte sich instinktiv die feuchten Hände an ihrem schwarzen Kleid ab und schluckte.
„Miss Walker? Sind Sie da? Sie werden von Ihrem Traumpartner erwartet …“
Traumpartner! Ihre Finger schlossen sich um das kleine Medaillon mit dem Bild ihrer verstorbenen Mutter. Wer wagt, gewinnt … glaubte Jasmine ihre aufmunternde Stimme zu hören.
„Ich komme!“, rief sie eine Spur zu laut.
Nach einem wilden Rundumblick in ihr helles, ruhiges Zimmer, das sie für sich bereits als verlässlichen Hafen während der kommenden Tage deklariert hatte, machte sie sich auf den Weg.
„Danke, dass Sie sich die Mühe machen, mich abzuholen“, begrüßte sie die zierliche Frau, die sie zuvor schon in ihr Zimmer geführt hatte.
„Das tue ich gern“, kam es freundlich zurück. „Heute Abend speisen Sie am Leuchtturm.“
Während sie Monique folgte, ließ Jasmine die farbenfrohe Erscheinung der exotischen Schönheit auf sich wirken. Ihr leichtes Button-Down-Kleid leuchtete zitronengelb, das schimmernde dunkle Haar wurde von einem bunten Tuch aus dem Gesicht gehalten, an den Füßen trug sie flache weiße Leinenslipper, die absolut lautlos waren.
Was dazu führte, dass Jasmines goldene High-Heels, zumindest in ihren eigenen Ohren, ein ohrenbetäubendes Stakkato verursachten. Außerdem fand sie ihr schwarzes Kleid plötzlich viel zu körperbetont und overdressed.
Oder waren es nur ihre Nerven, weil sie sich schon jetzt von der bevorstehenden Begegnung mit ihrem unbekannten Mr. Perfect überfordert fühlte?
M hatte Monate gebraucht, um ihren perfekten Partner zu finden! Jasmine hatte schon fast vergessen, dass sie sich bei der Agentur angemeldet hatte. Und selbst, nachdem sie die E-Mail gelesen hatte, tat sie ihr Bestes, um die Wahnsinnsidee ihrer beiden Freundinnen so weit wie...




