Stewart | Verlangen - fatal und doch so stark | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 53, 208 Seiten

Reihe: Club

Stewart Verlangen - fatal und doch so stark


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7457-5269-4
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 53, 208 Seiten

Reihe: Club

ISBN: 978-3-7457-5269-4
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Jennifer stockt der Atem, als sie ihren One-Night-Stand plötzlich wiedersieht. Und es kommt noch schlimmer: Marcus ist ihr neuer Businesspartner! Eine einzige anonyme Nacht mit einem heißen Typen ganz ohne Verpflichtungen wollte sie sich erlauben - und jetzt das. Kaum auszuhalten ist das Knistern zwischen ihnen. Ständig muss Jennifer daran denken, wie es sich angefühlt hat, mit den Händen durch sein Haar zu fahren, seinen starken Körper zu erkunden ... Dabei hat sie sich geschworen, nie etwas anzufangen, das ihre Karriere gefährden könnte!

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1. KAPITEL

Geduld gehörte nicht gerade zu Marcus Wrights Stärken. Wieso auch? Sein ganzes Leben lang hatte er darauf hingearbeitet, dass er bekam, was er wollte, und zwar sofort.

Er drehte das Handgelenk und sah auf die Uhr. Kurz vor halb neun.

Verdammt, wo blieben sie nur?

Wenn er versuchte, durch die Verspätung noch ein bisschen mehr Geld herauszuschlagen, dann war Tony Andrews ein noch größerer Idiot, als Marcus gedacht hatte.

Als die Kellnerin näher kam und auf sein leeres Glas blickte, winkte er ab. Einen Whisky hatte er bereits getrunken, und damit war sein Alkohollimit während der Arbeitszeit erreicht. Er war nicht so dumm, noch mehr zu trinken, auch wenn ihm der perfekte Schmollmund der Kellnerin zeigte, dass sie ihm mehr als nur einen Drink anbieten wollte.

Nicht heute Nacht. Höflich lächelnd schüttelte er den Kopf.

Viele mochten ihn für ein arrogantes Arschloch halten, aber niemand konnte ihm schlechte Manieren vorwerfen. Selbst seine fragwürdige Kindheit hatte ihm das gute Benehmen nicht austreiben können, sosehr sein Vater es auch versucht hatte.

Es war nicht die Schuld der Kellnerin, dass er ihr unausgesprochenes Angebot ablehnte. Sie hatte viele Reize zu bieten, vorausgesetzt, man stand auf operativ vergrößerte Körperteile und gefärbtes platinblondes Haar.

Doch heute Abend ging es ihm nur um den Job.

Und für ihn hieß das: Arbeit war Arbeit, und Sex war Sex.

Niemals sollte man beides vermischen. Zumindest dann nicht, wenn man sich auf das Ziel konzentrieren und in der obersten Liga mitspielen wollte.

Marcus beobachtete, wie die Kellnerin sich zwischen den Tischen hindurchschlängelte, und ließ den Blick über die übrigen Gäste schweifen, die in der runden exklusiven Bar im obersten Stockwerk saßen. Andrews hatte diese Bar ganz bewusst und aus reiner Bequemlichkeit ausgesucht. Schließlich lag sie nur zwei Blocks von seiner Firmenzentrale hier in London entfernt.

Sehr praktisch für Andrews – aber verdammt umständlich für Marcus.

Er lockerte die Schultern und sah erneut auf die Uhr.

Verdammt, was tat er hier eigentlich? Schon um zehn nach acht hätte er wieder gehen sollen, anstatt hier wie ein dressierter Affe herumzusitzen.

Allerdings war er nicht nur hier, um mit Andrews den Ablauf der Übernahme zu besprechen. Nein, Andrews wollte ihn auch mit seiner Geschäftspartnerin bekannt machen, die schon bald seine Partnerin sein würde. Er wollte Jennifer Hayes treffen, bevor die Verträge unterzeichnet wurden.

Dieses Kennenlernen würde jedoch nicht entscheidend sein. Der Deal war so gut wie abgeschlossen. Aber höflich und professionell, wie er war, saß Marcus weiter hier und wartete.

Außerdem war er neugierig, die Frau kennenzulernen, die diese Firma zum erfolgreichsten Start-up-Unternehmen gemacht hatte, das die Branche seit Jahren gesehen hatte.

Er war überzeugt, dass nicht Andrews für diesen Erfolg verantwortlich war. Bei seinen Spielschulden und allem, was der Mann neben dem Job sonst noch so trieb, grenzte es schon an ein Wunder, dass er sich überhaupt noch über Wasser halten konnte. Und dann war da noch sein Alkoholproblem. Zwar hatte ihm das niemand bestätigt, dennoch war Marcus sich in diesem Punkt sicher. Er erkannte die Anzeichen sehr genau. Danke dir, Dad!

Deshalb bezweifelte er stark, dass Andrews in all den Jahren auch nur einen einzigen Tag lang von morgens bis abends gearbeitet hatte. Und das ließ nur einen Schluss zu: Miss Hayes war diejenige, die diese Firma leitete. Sie hatte den Erfolg begründet, in den er sich jetzt einkaufte.

Er hatte sich über sie informiert, im Internet aber kein einziges Foto von ihr finden können. Wahrscheinlich war sie Ende dreißig oder Anfang vierzig, besaß einen scharfen Geschäftssinn, wirkte eher kühl und setzte sich in Meetings knallhart durch. All das konnte Marcus respektieren, vorausgesetzt, sie zog mit ihm an einem Strang.

Irgendwie faszinierte es ihn, dass nirgendwo ein Foto von ihr zu finden war. Nicht mal ein schlichtes, professionell bearbeitetes Porträtfoto hatte er in all den Berichten über ihre zahlreichen Auszeichnungen entdeckt. Vielleicht lag ihr nichts daran, sich in der Öffentlichkeit zu profilieren, und sie überließ diese Aufgabe Andrews, der sich offenbar gern überall blicken ließ.

Letzten Monat bei einem Charity-Event hatte er Marcus erstmals seine Firmenanteile zum Kauf angeboten, und der Artikel im Forbes-Magazin, das er Marcus in die Hand gedrückt hatte, lobte allein seine Erfolge. Sein Foto mit dem nach hinten gegelten Haar und dem herausfordernden Grinsen hatte gleich eine halbe Seite gefüllt.

Bei der Erinnerung an diesen Gesichtsausdruck wuchs Marcus’ Unmut, während ihm die Wartezeit endlos vorkam. Ungeduldig trommelte er mit den Fingern auf der Tischplatte herum. Sein Geduldsfaden war zum Zerreißen gespannt.

Jetzt reicht’s wirklich! dachte er. In nicht einmal vierundzwanzig Stunden wird der Vertrag ohnehin unterschrieben. Dann treffe ich diese Frau eben dort.

Er zog sich die Manschetten zurecht und wollte gerade aufstehen, als die Kabel des gläsernen Aufzugs sich bewegten. Kamen neue Gäste auf die Dachterrasse hinauf?

Marcus lehnte sich zurück und wartete darauf, die Neuankömmlinge sehen zu können.

Andrews war es nicht, das erkannte er sofort. Der kleine, glatzköpfige Fahrstuhlführer wirkte wie ein Zwerg neben der hochgewachsenen Rothaarigen, die selbst den beeindruckenden gläsernen Fahrstuhl klein wirken ließ.

Doch die Frau fiel nicht nur Marcus auf. Ihr rotes Haar zog jeden Blick im Raum auf sich. In schimmernden Wellen fiel es ihr bis auf den Rücken hinab und ließ sich beim besten Willen nicht ignorieren.

Das dramatisch leuchtende Rot stand in krassem Kontrast zu dem schwarzen Kleid, das die Kurven der Frau umschmeichelte und dezent bis zu den Knien reichte.

Langsam ließ Marcus den Blick tiefer bis zu den entblößten Waden gleiten. Der sanfte Schimmer deutete verheißungsvoll auf Seidenstrümpfe hin. Und dann kamen ihre Schuhe. Erregend hohe schwarze Stilettos.

Es war wie ein Hitzschlag, der ihn im Schoß traf.

Verdammte Scheiße!

Nein, er würde jetzt nirgendwohin verschwinden. Noch nicht. Diese Extrazeit bekam Andrews von ihm gratis zugestanden.

Jennifer blickte auf die Uhr und fluchte leise. Halb neun. Sie war spät dran, und sie hasste es, sich zu verspäten.

Aber was erwartete Tony denn, wenn er sie kurz vor Toresschluss anrief und sie bat, sich auf einen Drink mit ihm zu treffen? Der verdammte Kerl sollte besser als jeder andere wissen, wie viel Arbeit sie zu bewältigen hatte.

Ach, verdammt, wem wollte sie eigentlich etwas vormachen? Es war ihm scheißegal, was alles auf ihrer Agenda stand. Letztlich war er selbst der Grund dafür, dass sie so viel zu erledigen hatte. In den letzten Wochen hatte er sich immer seltener blicken lassen, und das trieb Jennifer an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Ihr Stresslevel sprengte gerade jede Skala.

Trotzdem bist du jetzt hier, erklang eine kleine Stimme in ihrem Kopf.

Er hat so viel um die Ohren … Er braucht dich … Seine Familie ist auf dich angewiesen …

Aber, verdammt, ihre Familie brauchte sie auch. Ihre Mutter und ihre Schwester waren auf sie angewiesen, und das nicht nur in finanzieller Hinsicht. Trotzdem ließ Tony ihr kaum noch Raum zum Atmen.

Aber du bist ihm was schuldig. Er schuldet dir nichts. Darin liegt der Unterschied.

Tief atmete sie durch und löste dadurch ihre innere Anspannung. Mit einem höflichen Lächeln dankte sie dem Kabinenführer. Er erwiderte das Lächeln und starrte ihr auf die Brust. Jennifer seufzte auf. Echt jetzt?

Während sie sich an ihm vorbeischob, zog sie das tiefe Dekolleté ihres Wickelkleids zurecht und ließ den Blick durch den sanft beleuchteten Raum schweifen. Wo bist du, Tony?

Seine gesellige Art wirkte immer wie ein Leuchtstrahl, und hier war definitiv kein Leuchtstrahl zu bemerken. Die meisten Gäste saßen in Pärchen oder zu viert zusammen. Alle außer einem Mann.

Ihr stockte der Atem, als sie ihn bemerkte.

Gleich neben der Glasfront saß er an einem Tisch, vom dem aus er die atemberaubende Skyline von London betrachten konnte. Allerdings schien er keinerlei Interesse an dieser Aussicht zu haben.

Nein, sein Blick war wie gebannt auf sie gerichtet, und ihre Haut begann zu prickeln.

Verdammt, am liebsten wäre sie direkt zu ihm gegangen. Der Drang war so stark, dass sie es fast getan hätte, doch ihr Verstand gewann die Oberhand.

Tony wollte sie sehen. Hoffentlich konnte er sein seltsames Verhalten erklären, damit sie sich zukünftig nicht mehr solche Sorgen zu machen brauchte.

Leise seufzend ging sie zur Bar. Ein Drink, das war es, was sie jetzt brauchte. Irgendwie musste sie ihre Nerven beruhigen.

Sie nahm auf einem der Barhocker Platz, schlug die Beine übereinander, legte die Handtasche beiseite und griff stattdessen nach der in Leder gebundenen Getränkekarte.

„Guten Abend, Miss Hayes, was darf ich Ihnen bringen?“

Sie blickte hoch und sah, wie der leitende Barkeeper Darren lächelnd auf sie zukam, während er geschäftig ein Glas abtrocknete.

Es fiel ihr nicht schwer, sein Lächeln zu erwidern. Sie überflog die Liste der Drinks und entschied sich für einen Wodka Martini. Der war sicher stark genug.

Erstaunt zog er...



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