Stine | Fear Street 30 - Die Mitbewohnerin | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 30, 176 Seiten

Reihe: Fear Street

Stine Fear Street 30 - Die Mitbewohnerin

Tür an Tür mit dem Tod - Die Buchvorlage zur Horrorfilmreihe auf Netflix
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7320-1216-9
Verlag: Loewe Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Tür an Tür mit dem Tod - Die Buchvorlage zur Horrorfilmreihe auf Netflix

E-Book, Deutsch, Band 30, 176 Seiten

Reihe: Fear Street

ISBN: 978-3-7320-1216-9
Verlag: Loewe Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Neugier ist tödlich ...Lea zieht mit ihren Eltern in eine alte, verfallene Villa in der Fear Street. Um das Haus rankt sich eine gruselige Legende: In der Dachkammer, die seit über hundert Jahren verschlossen ist, soll einst ein Mord geschehen sein. Lea weiß, dass sie sich von dem Dachboden fernhalten sollte - doch sie hört immerzu Schritte in der Kammer. Plötzlich fleht eine Stimme sie an, die Tür zu öffnen. Doch wer - oder was - steckt dahinter? Der Horror-Klassiker endlich auch als eBook! Mit dem Grauen in der Fear Street sorgt Bestsellerautor R. L. Stine für ordentlich Gänsehaut und bietet reichlich Grusel-Spaß für Leser ab 12 Jahren. Ab 2021 zeigt Neflix den Klassiker Fear Street als Horrorfilm-Reihe!

Robert Lawrence Stine wurde am 8. Oktober 1943 in Columbus, Ohio in den USA geboren. Nach der Schulzeit schrieb er sich an der Ohio State Universität ein, die er mit dem Abschluss eines Bachelor of Art (BA) verließ. Danach arbeitete er als Lehrer, bevor er anfing, Bücher zu schreiben. Zehn Jahre war er auch Herausgeber von 'Bananas', einer humoristischen Zeitschrift für junge Leute in den USA. Daneben ist er bis heute Drehbuchschreiber für eine TV-Show für Kinder namens 'Eureeka's Castle'. In seiner Freizeit geht er gerne schwimmen und sieht sich alte Filme an. Heute lebt er mit seiner Frau Jane und Sohn Matthew unweit des Central Parks in New York. Stine hat über 100 Bücher für Kinder und Jugendliche veröffentlicht, die lustig, voller Abenteuer und Geheimnisse sind. Er findet es toll, für junge Leute zu schreiben, weil er Rückmeldungen von ihnen bekommt. So erinnert er sich an einen Brief von einem Jungen, der - während er eines von Stines Büchern las - so laut gelacht hatte, dass seine Eltern ins Zimmer stürzten, um zu sehen, was geschehen sei. Das mache ihn stolz, antwortete Stine dem Jungen. Später hat er sich mehr auf Thriller für Kinder und Jugendliche konzentriert und ist damit sehr erfolgreich. Inzwischen hat er mehr als 90 Millionen Bücher verkauft. Und dennoch ist es so, dass viele Erwachsene ihn nicht kennen. - 1995 hat er sein erstes Buch für Erwachsene geschrieben: Natürlich wieder eine Horror-Story. R. L. Stine schreibt auch unter den Pseudonymen: Eric Affabee, Zachary Blue, Jovial Bob Stine.
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2


Leas Haus ragte vor ihr empor wie eines dieser dunklen Monster in einem Horrorfilm.

Ihr fiel auf, dass die alte Villa nachmittags genauso gruselig aussah wie nachts. Sie schwang ihren Rucksack von einer Schulter auf die andere und ging den Weg aus kaputten Steinplatten zur Haustür.

Über ihr reflektierten die Fenster im zweiten Stock – ihre Schlafzimmerfenster – das Licht der Nachmittagssonne und leuchteten hell auf. „Wie zwei Augen des Bösen“, dachte Lea.

„Das Haus beobachtet, wie ich von der Schule zurückkehre. Und gleich werde ich in seinen offen stehenden, finsteren Schlund treten“, dachte Lea mit einem unguten Gefühl.

Ihr lief ein kalter Schauder über den Rücken. „Ach, jetzt komm mal runter, Lea!“, ermahnte sie sich. „Übertreib nicht. Das Haus ist groß, heruntergekommen und eine Bruchbude, aber deswegen ist es noch lange nicht vom Teufel besessen. Auch wenn es in der Fear Street steht.“

Mit großer Mühe schloss sie die verrostete alte Haustür auf und trat in den dunklen Flur. Trotz der kühlen Herbstluft draußen war es warm im Haus – warm und feucht, mit diesem säuerlichen, staubigen Kellergeruch, den manche alte Häuser hatten.

„Warum in aller Welt müssen Mom und Dad immer diese alten Bruchbuden so toll finden?“, fragte sie sich, als unter ihren Füßen die Dielen knarrten. Sie schmiss ihren Rucksack auf den Boden und lief durch das leere Haus in Richtung Küche.

Während sie in der Frühstücksecke mit der fleckigen und abgeblätterten Blumentapete saß und einen Joghurt löffelte, dachte sie an den Moment, als sie das Haus zum ersten Mal gesehen hatte.

Es war ein Nachmittag vor weniger als einem Monat gewesen, der ähnlich kühl und windig wie dieser gewesen war. Obwohl es in der Sonne noch sehr warm war, hatte es bereits nach Herbst gerochen. Nachdem die Maklerin sie ins Haus geführt und die Tür hinter ihnen geschlossen hatte, war es Lea auf einmal so vorgekommen, als hätte jemand das Licht abgedreht. Als ob das Haus das Sonnenlicht abwies, es ausschloss und die Besucher mit seiner stickigen Dunkelheit umfing.

Lea war entsetzt gewesen über die Altersflecken an den Wänden, die verstaubten Fenster, den bröckeligen Stuck und die abgewetzten alten Teppiche, die den knarrenden Boden bedeckten. Dieser seltsame Geruch überall. Und diese Stimmung …

Natürlich hatten sich ihre Eltern augenblicklich in das Haus verliebt.

„Es ist reizend!“, hatte Mr Carson geschwärmt.

„Stell dir nur vor, was wir daraus machen könnten!“, hatte Mrs Carson ihm geantwortet.

Die Maklerin Mrs Thomas, die einen schicken Tweedanzug trug und starr in die Runde lächelte, bemerkte Leas unglücklichen Gesichtsausdruck.

„Komm, ich zeig dir mal die Schlafzimmer im oberen Stockwerk“, sagte sie und wandte sich mit eingefrorenem Lächeln Lea zu. „Man muss natürlich etwas Arbeit hineinstecken. Aber dafür sind sie sehr groß. Das zweite Schlafzimmer – ich gehe mal davon aus, dass es deins wird – ist das hellste Zimmer im ganzen Haus. Durch die beiden Fenster mit Blick zur Straße scheint den ganzen Tag über die Sonne herein.“

„Im Wohnzimmer ist es so dunkel“, sagte Lea bedrückt.

Sie hätte ihre Eltern am liebsten angefleht, dieses Haus nicht zu kaufen, aber sie wusste, dass es nichts bringen würde. Sie hatten in den letzten sieben Jahren in drei verschiedenen Häusern gelebt und alle waren zu Beginn so heruntergekommen und schaurig wie dieses gewesen.

„Wenn ich erst mal Deckenleuchter installiert habe, ist es hier nicht mehr so dunkel“, sagte Mr Carson, während er die Wohnzimmerdecke begutachtete und dann entlang den Leisten am Boden nach dem Stromkabelverlauf suchte.

„Komm mal mit nach oben“, sagte Mrs Carson zu Lea. „Aber sei vorsichtig. Das Treppengeländer könnte etwas locker sein.“

Lea folgte ihr die Treppe hinauf, die unter ihrem Gewicht schwankte. Jede Stufe schien unter ihren Füßen zu ächzen. „Das Geländer ist sicher schnell repariert“, meinte Mr Carson fröhlich.

„Die Treppe werde ich mit Teppich beziehen“, sagte Leas Mutter. „Und dann den Teppich weiterführen auf den Flur hier. Irgendetwas Helles. Das wird auch alles andere aufhellen und sieht dann wieder wie neu aus.“

„Ja, klar“, murmelte Lea vor sich hin und hoffte, dass sie merken würden, wie unglücklich sie sich fühlte.

Überhaupt war sie alles andere als glücklich darüber, nach Shadyside ziehen zu müssen. Sie hatte so lange gebraucht, in Daly City Freunde zu finden und sich dort einzugewöhnen. Und gerade, als sie sich einigermaßen wohlfühlte, wurde ihr Vater wieder versetzt und sie musste vier Wochen nach Schulbeginn auf eine neue Schule wechseln.

„Wow, Lea, schau mal, wie groß dein Zimmer ist!“, rief ihre Mutter, als sie in das große, rechtwinklige Zimmer traten. Die zwei Fenster an der gegenüberliegenden Wand leuchteten im hellen Sonnenlicht. Vierecke aus warmem Licht zogen sich über den abgewetzten blauen Teppichboden.

„Siehst du? Ich hatte recht mit dem Licht“, sagte Mrs Thomas und lächelte zufrieden. „Und schau dir mal diesen Wandschrank an!“

Lea lief gehorsam zum Schrank.

„Als Allererstes entfernen wir den alten Teppichboden“, sagte Leas Vater. „Und dann schleifen wir den Boden ab.“

Lea öffnete die Schranktür und starrte in die leere, dunkle Kammer dahinter. Plötzlich überkam sie ein Schauer.

„Das sieht aus wie eine Höhle – die Höhle eines wilden Tieres“, dachte sie. Was für ein Tier wohl in der Dunkelheit auf sie lauerte?

„Hast du schon jemals einen so großen begehbaren Wandschrank gesehen?“, fragte Mrs Thomas triumphierend und legte ihr behutsam eine Hand auf die Schulter. Mrs Thomas roch nach Pfefferminze. Lea atmete tief ein. Der süße Duft war sehr angenehm im Vergleich zu dem muffigen Geruch des alten Hauses.

„Er ist wirklich groß“, sagte Lea und lugte hinein. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit. „Er ist fast so groß wie ein normales Zimmer“, stellte sie überrascht fest.

Mrs Thomas schien mit Leas Reaktion zufrieden zu sein. „Viel Stauraum“, sagte sie. „Machst du denn dieses Jahr deinen Abschluss?“

„Nein, nächstes Jahr.“

„Meine Tochter Suki geht auf die Shadyside. Sie ist im Abschlussjahrgang. Ich sag ihr, dass sie mal bei dir vorbeischauen soll.“

„Danke, Mrs Thomas“, antwortete Lea etwas unbeholfen.

„Nun, dann zeig ich Ihnen mal den Rest des oberen Stockwerks“, sagte die Maklerin und wandte sich wieder Leas Eltern zu. „Es gibt da noch einen bezaubernden Zusatzraum, der in ein Gästeschlafzimmer oder in einen kleinen Arbeitsraum umgewandelt werden könnte.“

Lea warf noch einen letzten Blick auf ihr zukünftiges Zimmer und folgte den anderen dann auf den Flur hinaus. Mrs Thomas und ihre Eltern waren fast schon am Ende des dunklen Korridors angelangt. Sie konnte hören, wie Mrs Thomas voller Begeisterung über allerlei Veränderungsmöglichkeiten für das elterliche Schlafzimmer sprach.

„Hey – was ist das?“ Lea stand vor einer Leiter aus Metall, die neben ihrer Zimmertür an die Wand genietet worden war. Sie schaute nach oben und sah, dass sie zu einer hölzernen Falltür an der Decke führte. „Wo führt die hin?“, fragte Lea.

Die drei Erwachsenen kamen zu Lea zurück. Mr Carson prüfte die Stabilität der Leiter. „Führt wohl zum Dachboden“, sagte er und schaute dabei nach oben zur Falltür.

„Ja, es gibt tatsächlich noch einen Dachboden“, bestätigte Mrs Thomas, während sie die Notizen auf ihrem Klemmbrett überprüfte. „Sogar einen ziemlich großen. Sollen wir ihn uns mal anschauen?“

„Nein, danke“, erwiderte Lea augenblicklich.

„Natürlich möchte ich ihn sehen“, sagte Leas Mutter. „Ich liebe Dachböden! Als ich ein kleines Mädchen war, hab ich meine ganze Freizeit auf unserem Dachboden verbracht und mit den Schätzen da oben gespielt.“

„Ja, klar. Schätze“, meinte Lea sarkastisch. „So wie Spinnen, Dreck und Fledermäuse.“

Mrs Carson warf Lea einen traurigen Blick zu. „Ich würde mir wirklich wünschen, dass du dich ein bisschen mehr bemühst.“

„Inwiefern?“, entgegnete Lea schnippisch.

„Na, dass du dich mehr für das Haus interessierst“, sagte ihre Mutter. „Dass du mehr Freude zeigst. Wenigstens ein bisschen. Das ist für uns alle schwer, weißt du. Nicht nur für dich.“

Lea wurde verlegen. Mrs Thomas starrte sie an. Lea hasste es, vor Fremden zurechtgewiesen zu werden. Wann würde ihre Mutter das endlich kapieren?

„Okay. Super! Lass uns den Dachboden erkunden!“, rief sie mit gespielter Begeisterung. Sie schubste ihren Vater aus dem Weg, griff mit beiden Händen die graue Metallleiter und begann hinaufzuklettern.

„Ich glaube, man muss einfach die Falltür zur Seite schieben“, sagte Mrs Thomas. „Schieb sie einfach von der Öffnung weg.“

Lea streckte ihre Arme nach oben und drückte mit beiden Händen gegen die Falltür. Sie ließ sich leicht bewegen. Lea schob sie von der Öffnung weg und kletterte weiter hinauf, bis sie auf den Dachboden schauen konnte.

Es war heiß hier oben, mindestens zehn Grad wärmer als im restlichen Haus. Der Dachboden bestand aus einem einzigen großen, lang gezogenen Raum. Die Wände waren aus Gips, der inzwischen rissig und teilweise schon gelblich war. Ein einzelnes rundes Fenster ließ Licht herein.

„Klettere ganz hinauf, damit wir es auch mal sehen können“, bat ihr Vater sie ungeduldig.

Lea tat, wie ihr geheißen. Als sie aufstand, fehlten nur noch ein paar Zentimeter zwischen ihrem Kopf und der Decke. Ihr Vater würde sich mit seinen...



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