Stoltz | Todeskalt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 420 Seiten

Reihe: beTHRILLED

Stoltz Todeskalt

Thriller
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-0145-7
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller

E-Book, Deutsch, 420 Seiten

Reihe: beTHRILLED

ISBN: 978-3-7517-0145-7
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Tod wird dich finden!

Kriminalpsychologin Caro Löwenstein erhält den verzweifelten Anruf einer alten Freundin: Die Psychotherapeutin Melanie Meissner fühlt sich verfolgt. Sofort eilt Caro in das verschneite Dorf im Taunus. Dort entdeckt sie die Leiche einer jungen Frau - Melanie hingegen ist verschwunden.

Noch mehr seltsame Dinge gehen in dem verschwiegenen Ort vor sich: Die Polizei arbeitet lieber mit einer Bürgerwehr als mit Caro zusammen. Um die Tote scheinen die Einwohner nicht im Geringsten zu trauern. Caro ermittelt mit Kommissar Simon Berger und seinem Team. Was sie entdecken, bringt die Ermittler in tödliche Gefahr ...

Ein spannender Psychothriller vom Autor von 'Die Patienten' - der zweite Fall für Löwenstein und Berger.

DAS SAGEN UNSERE LESERINNEN UND LESER:

'Todeskalt hat mich von der Eingangsszene bis zum Showdown begeistert. Der Thriller liest sich so weg. Ich habe wirklich nichts zu kritisieren. Tempo, Wendungen, Atmo, Figuren - alles passt!' (Ask_1212, Lesejury)

'Nikolas Stoltz hat hier einen lebendigen und äußerst spannenden Thriller für einige gruselige Stunden zum Rätseln geschaffen und zeigt uns die tiefen Abgründe der menschlichen Gesellschaft. Dieses Buch ist wärmstens zu empfehlen.' (Chris-Drache, Lesejury)

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.



Nikolas Stoltz schreibt und liest am liebsten spannende Krimis und Thriller. Ihn fasziniert die menschliche Psyche in all ihren Facetten - vor allem die Abgründe. Nikolas Stoltz wurde 1973 in Lübeck geboren und lebt heute mit seiner Familie in der Nähe von Bonn.

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13


Am späten Nachmittag kehrte Caro nach Wiesbaden zurück und machte einen Abstecher ins Landeskriminalamt, um mit Berger zu sprechen. Der Kommissar saß in seinem Büro und telefonierte. Darlings Platz hingegen war leer und seine Tastatur ordentlich vor dem Monitor abgestellt. Offenbar hatte der Kollege bereits Feierabend gemacht.

Berger legte auf und warf Caro ein schiefes Lächeln zu. »Kommst du gerade aus Oberweildorf zurück?«

Sie setzte sich neben ihn auf den Besucherstuhl. »Ja. Und ich hatte einige seltsame Begegnungen.« Sie berichtete von der Bürgerwehr und deren Anführer Carl Sander.

Berger schüttelte den Kopf. »Das liebe ich ja, wenn sogenannte gesetzestreue Bürger das Recht selbst in die Hand nehmen.«

»Dieser Kommissar Schilling gefällt mir auch nicht«, fuhr Caro fort. »Der Kollege scheint nicht an der Aufklärung des Falles interessiert zu sein. Außerdem ist er mit Carl Sander befreundet.«

Berger zog die linke Augenbraue hoch. »Glaubst du, er vertuscht was?«

»Ich bin mir nicht sicher. Die Familie Sander hat jedenfalls ein verdammt gutes Motiv. Angeblich hat Johanna Maiwald ihren Sohn Sebastian ermordet.«

»Was ist denn passiert?«, fragte Berger nach.

»Sebastian ist vor zwei Jahren vom Turm der Burgruine gefallen. Die Leute im Dorf behaupten, dass Johanna ihn gestoßen hat. Zumindest war sie mit ihm dort. Ihre Schwester hingegen hat mir versichert, dass Johanna keine Schuld an seinem Tod trägt.«

»Der Fall ist doch bestimmt von den Kollegen untersucht worden«, vermutete Berger.

»Soweit ich verstanden habe, sind die Vorwürfe aus Mangel an Beweisen fallen gelassen worden.«

Berger drehte sich zu seinem Computer und gab den Namen Sebastian Sander in das Recherchetool ein. Als die Fallakte auf dem Bildschirm erschien, begannen sie beide, den Bericht zu lesen.

»Johanna und Sebastian waren ein Paar«, stellte Berger fest. »Sie haben sich damals auf dem Turm verabredet.«

Caro las weiter. »Laut Aussage von Johanna haben sie sich gestritten, woraufhin Johanna die Ruine verlassen hat. Zu dem Zeitpunkt hat er noch gelebt.«

»Hat sie behauptet«, schränkte Berger ein.

»Es gab keine Hinweise auf äußere Gewalteinwirkung. Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine zierliche Frau wie Johanna einen deutlich schwereren Jungen über die Brüstung des Turmes schubsen könnte.«

»Das war letztlich auch der Grund, warum der Fall als Selbstmord deklariert wurde«, schloss Berger, während er den Bericht zu Ende las.

»Genau.« Caro nickte. »Aber die Dorfbewohner sehen das anders.«

Berger führte ihren Gedanken fort. »Johanna Maiwald wurde als Mörderin abgestempelt, was sie möglicherweise zur Zielscheibe gemacht hat.«

»Deshalb muss ihre Leiche obduziert werden«, drängte Caro. »Aber der blöde Schilling krümmt keinen Finger, weil angeblich ein Arzt den Selbstmord bestätigt hat.«

»Ich rufe gleich in Usingen an und fordere die Autopsie mit mehr Nachdruck an.«

»Gut!« Caro lächelte ihn dankbar an. Es war nicht selbstverständlich, dass er sich für sie einsetzte.

»Da ist noch eine seltsame Geschichte, die ich heute mehrfach gehört habe. Eine alte Dorflegende von der sogenannten Erlöserin, die Menschen in den Tod führt.« Caro fasste ihre Gespräche mit Lisa Maiwald und Margret Back zusammen.

»Und du glaubst, dass du gestern Abend am Tatort die Erlöserin gesehen hast?«

»Die Beschreibung deckt sich. Ich denke aber eher, dass sich jemand als Erlöserin ausgibt. Übrigens ist Lisa Maiwald davon überzeugt, dass eine Frau unter dem Umhang gesteckt hat.«

»Kannst du das bestätigen?«, fragte Berger.

»Nein. Dafür war die Gestalt zu weit entfernt.«

Berger nickte gedankenverloren.

»Was ich noch nicht zusammenbekomme, ist Melanies Rolle«, sagte Caro. »Sie hat im Dorfgasthof gewohnt und sich als Fotografin ausgegeben. Das ergibt keinen Sinn.«

»Ich habe da einen Verdacht«, gab Berger zurück. »Darling hat Nachforschungen über Melanie Meissner angestellt.«

Caro sah ihren Kollegen fragend an. »Und?«

»Deine Freundin war in einen weiteren Todesfall verwickelt. Vor knapp einem Jahr ist ihre Patientin Verena Traunstein in Frankfurt ertrunken. Sie selbst wurde im Zuge der Ermittlungen verdächtigt, auch weil zwischen ihr und dem Opfer mehr gelaufen ist als nur Therapiesitzungen.« Berger berichtete ihr von den Kabelbindern, mit denen Verena Traunstein gefesselt auf dem Grund des Weihers aufgefunden wurde.

Caro lauschte ihm mit offenem Mund. In ihrem Kopf herrschte Verwirrung, weil sie die Informationen nicht mit dem Bild ihrer prüden Mitbewohnerin übereinander bekam. Melanie hatte nie durchblicken lassen, dass sie lesbisch war, und es war auch nicht offensichtlich gewesen.

»Letztlich wurde der Verdacht fallen gelassen«, fuhr Berger fort. »Genau wie bei Johanna.« Er machte eine kurze Pause. »Aber das eigentlich Interessante ist, dass Verena Traunstein ebenfalls aus Oberweildorf kam.«

»Was?« Die Puzzleteile wirbelten um Caro herum, und sie versuchte, sie zu einem Bild zu formen. Nach einer kurzen Denkpause sagte sie: »Dann war Melanie in Oberweildorf, um Nachforschungen anzustellen.«

»Oder aber sie ist in die Todesfälle verwickelt.«

»Das ergibt doch keinen Sinn«, protestierte Caro. »Warum hätte sie mich dann gestern anrufen sollen?«

Der Kommissar zuckte mit den Schultern. »Ich weiß es nicht.«

»Wir müssen ihre Spur aufnehmen.« Caro fühlte sich aufgestachelt. »Vielleicht hat sie etwas herausgefunden.«

»Das Problem ist, dass wir für den Fall nicht zuständig sind«, erwiderte Berger.

Caro sah ihn durchdringend an. »Meine alte Freundin ist verschwunden. Ich kann nicht einfach dasitzen und nichts tun. Schon gar nicht bei den ignoranten Kollegen vor Ort. Schilling wird den Fall so schnell wie möglich zu den Akten legen.«

»Ich möchte dir ja helfen, Caro!«, sagte Berger. »Darling ist schon dabei, Informationen über ähnliche Todesfälle in der Region zu recherchieren.«

»Das ist gut. Aber wenn wir den Fall nicht übernehmen dürfen, verlängere ich meinen Urlaub um ein paar Tage.«

Berger nickte verständnisvoll.

Caro schaute ihm in die Augen und verspürte den Drang, sich in seine Arme zu werfen.

Er lächelte. »Keine Sorge. Ich lasse dich nicht im Stich.«

Sie schloss die Augen und holte tief Luft. »Danke.« Nach einer kurzen Pause fragte sie: »Hast du Lust, etwas spazieren zu gehen. Es hat aufgehört zu schneien.«

»Gerne.« Berger schaltete seinen Computer aus. Anschließend zogen sie ihre Winterjacken über und verließen das LKA-Gebäude.

»Wie war der Termin bei deiner Therapeutin?«, fragte Caro, während sie durch die verschneiten Straßen Wiesbadens bummelten. Berger hatte sich Caro vor ein paar Monaten geöffnet und ihr von seinen Depressionen erzählt. Sie hatte darauf gedrängt, dass er sich in ärztliche Hände begeben sollte, was er letztendlich getan hatte.

»Wir haben mal wieder über meine Albträume gesprochen.«

»Sind die denn immer noch so schlimm?«

»Kollnitz besucht mich jede Nacht.«

Caro stellte sich vor, wie Berger schweißgebadet hochschreckte. »Das tut mir leid.«

»Doktor Godehard versucht, mir Wege aufzuzeigen, die Vergangenheit loszulassen.«

»Das würde ich mir auch für dich wünschen.«

»Es ist nicht leicht. Wenn ich mich öffnen will, zerreißt es mich innerlich. Aber ich weiß, dass es nur einen sinnvollen Weg nach vorne gibt.«

Seine Worte wirkten wie ein prickelndes Feuer, dessen Wärme Caros Körper durchflutete. Sie empfand viel für Berger. Sehr viel. Und sie wusste, dass er ihre Gefühle teilte. Doch der grausame Tod seiner damaligen Verlobten hatte sich bisher zwischen sie gestellt. Er hatte den Verlust und seine eingebildete Schuld noch immer nicht verarbeitet. Hoffnung glomm in Caros tiefstem Inneren auf, wenn Berger Fortschritte machte.

Sie wagte sich weiter aus der Deckung. »Du weißt, dass ich dich auf deinem Weg begleiten möchte, oder?«

Er blieb stehen und griff nach ihrer Hand. »Das weiß ich, Caro. Aber in meinem Kopf herrscht das reinste Chaos.«

»Ich helfe dir, das Chaos zu beseitigen.«

Sie blickten sich tief in die Augen, und Caro wurde von einer überwältigenden Zuneigung überrollt.

»Ich muss jetzt nach Hause«, unterbrach Berger den sinnlichen Moment. »Captain Jack wird mich schmerzhaft vermissen.«

Caro war schon einige Male mit den beiden im Kurgarten spazieren, und es war immer wieder herzzerreißend, wie liebevoll sich Berger um seinen vierbeinigen Freund kümmerte und ausgelassen mit ihm herumtollte. Das waren seine hellen Momente. Wenn Berger allerdings von einem Depressionsschub...


Stoltz, Nikolas
Nikolas Stoltz schreibt und liest am liebsten spannende Krimis und Thriller. Ihn fasziniert die menschliche Psyche in all ihren Facetten – vor allem die Abgründe. Nikolas Stoltz wurde 1973 in Lübeck geboren und lebt heute mit seiner Familie in der Nähe von Bonn.

Nikolas Stoltz schreibt und liest am liebsten spannende Krimis und Thriller. Ihn fasziniert die menschliche Psyche in all ihren Facetten - vor allem die Abgründe. In "Die Patienten" lebt er außerdem seine Vorliebe für ungewöhnliche Orte und sogenannte "Lost Places" aus. Nikolas Stoltz wurde 1973 in Lübeck geboren und lebt heute mit seiner Familie in der Nähe von Bonn.



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