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E-Book, Deutsch, 375 Seiten
Stone Der Untergang Einer Ehefrau
1. Auflage 2026
ISBN: 978-1-998357-61-1
Verlag: Tektime
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Wenn Jeder Schritt Beobachtet, Jedes Wort Beurteilt Wird
E-Book, Deutsch, 375 Seiten
ISBN: 978-1-998357-61-1
Verlag: Tektime
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Manche Kämpfe werden nicht sichtbar geführt - sie werden hinter geschlossenen Türen ausgetragen. Tiffany Bessler scheint alles zu haben - ein schönes Zuhause, eine Familie und gemeinsam mit ihrem Ehemann Kostas eine florierende Firma. Als die Lügen ihres Mannes und die Geheimnisse ihrer Kinder sie in eine gefährliche Verschwörung ziehen, droht ihre gesamte Welt aus den Fugen zu geraten. Inmitten des Chaos ihrer zerbrechenden Ehe, der Probleme ihrer Kinder und des wachsenden finanziellen Drucks wird sie in ein Spiel aus Überlebenskampf, Manipulation und Gefahr gezogen, und sie ist gezwungen, sich ihren dunkelsten Ängsten zu stellen. Während ihr Leben völlig außer Kontrolle gerät, muss Tiffany die Wahrheit herausfinden. Wie weit wird sie gehen, um ihre Familie zu schützen, und zu welchem Preis? 'Der Untergang einer Ehefrau' ist eine packende Erzählung über Widerstandsfähigkeit, Rache und die Entscheidungen, die uns zu dem machen, wer wir sind. Die Story ist perfekt für Fans von Familien-Thrillern mit einer gewissen Schärfe und komplexen, glaubwürdigen Figuren.
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Kapitel 2
Tage zuvor
Meine Schwiegermutter hatte mich ein Scheusal genannt, mein Ehemann hatte mich als Psychopathin bezeichnet – ebenso als heimtückisch – und es hatte noch viele weitere Beschimpfungen gegeben.
Hatten sie recht? Wer weiß?
Mein Leben war gewöhnlich – zu gewöhnlich. Ich hatte zwei Kinder, eine schöne Wohnung am ruhigen Stadtrand, eine Firma und einen kontrollsüchtigen Ehemann, mit dem ich eher wie in einer Wohngemeinschaft zusammenlebte. In diesem Leben hatte ich mich seit Jahren eingerichtet, und manchmal fühlte ich mich, als würde ich im Morast feststecken und käme nicht mehr hinaus.
Die Morgen besaßen jedoch noch einmal ein ganz eigenes Maß an Beklemmung.
Ich stieß ein langes Seufzen aus, als Kostas neben mir im Bett gähnte und sich reckte.
Als der Wecker klingelte, stand ich auf, nahm meinen Morgenrock, weil mir morgens immer kalt war, und ging über den Flur, um die Kinderzimmertüren zu öffnen. Meine beiden Jungen lagen unter ihren Decken.
„Guten Morgen, Jungs. Zeit aufzuwachen.“ Ich hielt mir die Hand vor den Mund, als ich gähnte. „Dimitris. Marios. Steht auf. Es ist Zeit für die Schule.“
Keine Antwort.
„Kommt schon, Jungs, steht auf.“
Keine Antwort. Jeden Morgen war es der gleiche Kampf. Ich ging zu Dimitris’ Bett, meinem Jüngeren, und strich mit den Fingern durch seine Haare. Er war so jung und unschuldig, gerade einmal sieben Jahre alt, und schon so schwierig.
„Schätzchen, steh auf.“
„Ich will heute nicht in die Schule gehen.“ Dimitris zog sich die Decke über den Kopf, um sich zu verstecken. Nur seine Hände waren noch zu sehen, die die Decke fest umklammerten.
Mein Mann Kostas hievte sich aus dem Bett, kam ins Zimmer und ging zu Marios’ Bett. Er wiederholte die gleichen Worte, die ich schon gesagt hatte, und Marios reagierte genauso wie sein Bruder.
Beide weigerten sich aufzustehen.
Das ärgerte üblicherweise ihren Vater und heute war es genauso.
Kostas erhob die Stimme. „Steht jetzt auf oder nachher gibt’s keine Bildschirmzeit. Ich werde euch alle Computerzeit streichen.“
Noch immer keine Antwort.
Ich verließ das Zimmer und ging in die Küche, um nicht den unvermeidlichen Streit mitzuerleben. Ohne Kaffee konnte ich diesen Mist nicht ertragen. Und außerdem hasste ich den morgendlichen Geschmack in meinem Mund.
„Okay, dann zähle ich bis zehn.“ Kostas verließ Marios’ Zimmer und blieb im Flur stehen. „Wenn ihr nicht aufsteht und euch für die Schule fertig macht … Eins, zwei, drei, vier …“
„Dad, hör auf. Ich will heute nicht gehen“, schallte Dimitris’ Stimme aus dem Kinderzimmer.
„Fünf, sechs, sieben.“
„Okay, . Ich komme ja schon.“ Marios stand schniefend auf und ging ins Badezimmer.
Mein Kaffee war fertig, als Kostas in die Küche kam, um sich seinen Espresso zu machen.
Er hielt inne und drehte sich zu mir um. „Du weißt, dass das alles deine Schuld ist, Tiff, ja?“ Kostas öffnete eine Schranktür und nahm sich eine Tasse.
Ich hatte null Interesse, diese dämliche Unterhaltung zu führen. Deshalb ignorierte ich ihn und ging zu Dimitris, der noch immer unter der Decke lag. Ich setzte mich auf sein Bett und deckte ihn behutsam auf. Seine Augen waren rot vom Weinen.
„Schätzchen, steh auf.“ Ich unterdrückte meinen Frust in meiner sanften, mütterlichen Stimme.
„Mum, bitte.“
Ich versuchte, seine Decke wegzuziehen, aber er leistete Widerstand. „Na komm, .“ Meine Geduld war allmählich aufgebraucht und uns wurde die Zeit knapp.
Kostas kam ins Zimmer gestürmt, riss die Decke weg und warf sie beiseite, ergriff den Arm meines Sohnes und zwang Dimitris aufzustehen. Dann schob er ihn ins Badezimmer.
Dimitris heulte protestierend auf.
„Genug ist genug“, schrie Kostas und stürmte los, um nach Marios zu sehen, der jetzt am Tisch saß und Cornflakes aß.
Ich beobachtete die ganze Szene mit Bestürzung und mir blutete das Herz.
Mein Mann sah mich wütend an. „Das ist alles Schuld“, stieß Kostas zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. „Du hast ihnen so oft erlaubt, die Schule zu schwänzen und zu Hause zu bleiben, dass es mittlerweile zur Gewohnheit geworden ist.“ Er streckte unwirsch die Hände zu beiden Seiten aus. „Sie denken, das wäre , dass es ein ist.“
Er stampfte zweimal mit den Füßen auf, dann ging er ins Schlafzimmer, um sich für die Arbeit anzuziehen.
Ich hastete hinter ihm her. Zu behaupten, dass es meine Schuld sei, als wäre ich eine alleinerziehende Mutter, reizte mich. In meiner Wut konnte ich ihn nicht einmal ansehen.
„Sag diesen Mist nicht vor den Jungs.“ Ich schloss die Schlafzimmertür. „Wie kann ich ihnen erlauben, auch mal zu Hause zu bleiben, wenn ich weiß, dass sie jeden Tag werden?“
Meine Söhne waren introvertiert, klug, ruhig und besaßen gute Manieren. Mobber nahmen sie als schwach wahr. Seit ihrem ersten Tag im öffentlichen Schulsystem war es für meine Jungs der Normalfall, schikaniert zu werden, während die Lehrer rein gar nichts dagegen unternahmen – oder einfach wegsahen.
„Ausflüchte.“ Er nahm seine Hose von dem Stuhl neben dem Wandschrank. „Du bist faul und willst nicht jeden Morgen den Streit, das ist alles.“ Kostas schlüpfte in seine Hose, hakte sie zu, öffnete den Schrank und riss ein Kragenhemd von einem Kleiderbügel.
Ich ging hinter ihm vorbei, um an meinen Wandschrank zu kommen. Ich musste mich auch fertig machen. „Wenn sie zu Hause sicherer sind, kann ich ihnen einmal im Monat erlauben, im Bett zu bleiben.“ Ich zog mich schnell an, damit ich aus dem Schlafzimmer kam und dieser Auseinandersetzung entgehen konnte. „Das ist nicht das Ende der Welt. Hin und wieder einen Schultag zu versäumen, ist in Ordnung.“
„Wie du meinst. Bring die Jungs zur Schule, wann immer du willst.“ Kostas zog sich noch Socken und Schuhe an und verließ das Schlafzimmer.
„Tschüss, Jungs.“ Er trat aus der Wohnung und schloss die Tür hinter sich.
Meine Söhne beobachteten mich mit traurigem Welpenblick, als ich in die Küche kam. Zumindest machten sie sich nach dem ganzen Gezanke fertig zum Gehen.
Zwanzig Minuten später kamen wir endlich an der Schule an. Ich setzte sie am Haupteingang ab, versicherte mich, dass sie hineingingen und nicht entführt wurden, winkte ihnen zum Abschied zu und machte mich auf den Weg zu einem Café.
Es gab keine Parkplätze vor dem Café – natürlich nicht. Warum sollte es auch anders sein? Also parkte ich in zweiter Reihe und stieg aus, um mich in die Warteschlange einzureihen.
Jemand drückte seine Hupe – der Typ hinter mir kam nicht weg, weil ich ihn eingeparkt hatte. Ich hatte die Warnblinklichtanlage an. …
Leider kam ich auch nicht weg. Ich musste warten, weil zwei Leute vor mir in der Schlange standen. Einer von beiden brauchte eine Ewigkeit, um sich zwischen einer Spanakopita und einer Bougatsa zu entscheiden.
Ich kannte diesen inneren Kampf, aber für so etwas war es zu früh am Morgen, deshalb räusperte ich mich, damit sie wussten, dass ich hier wartete.
Jetzt hupte der Typ zweimal.
Vielleicht hatte er gerade einen Herzanfall.
Es verging eine weitere Minute, ehe ich meinen Kaffee bekam, und ich eilte zurück zu meinem Auto.
„Entschuldigung, Entschuldigung“, rief ich dem Typen zu.
Er starrte mich mit einem mörderischen Blick an. Dann streckte er den Kopf zum offenen Fenster heraus. „Ihre Entschuldigung bringt mir nichts. Ihretwegen werde ich zu spät kommen.“ Er drosch wieder auf seine Hupe ein und gestikulierte wie ein wütender Mafioso.
„Ach, jetzt machen Sie mal halblang. Das hat doch nur fünf Minuten gedauert.“ Ich öffnete meine Autotür, stieß mir den Ellbogen an und verschüttete den Kaffee über meine schöne Kleidung. Alles nur, weil ich in Eile war und Murphys Gesetz selbstverständlich zuschlagen musste. Der Fahrer fuhr langsam näher an meine Stoßstange heran und gestikulierte fluchend durch die Windschutzscheibe.
Ich schloss das Fenster und schrie mir den Frust von der Seele.
Dann fuhr ich nach Hause, zog mich um und versuchte es mit einem Neustart meines Tages und meiner Einstellung, indem ich mir sagte, dass dies der beste Tag überhaupt werden könnte.
***
Ich traf nach Kostas in der Firma ein, während alle anderen normalerweise um neun kamen. Ich wollte früher dort sein, um eine Zeit lang meine Ruhe zu haben und für mich zu sein. Außerdem ging es bei der Suche nach einem guten Parkplatz hektisch zu, weil es ein „Laiki“-Tag war – ein Tag, an dem ein Bauernmarkt stattfand. Die Marktstraße, parallel zu unserer gelegen, stand voller Obst- und Gemüsestände, kleiner Fahrzeuge und Pick-ups. Die Leute gingen mit ihren Einkaufswägelchen über unseren Bürgersteig zum Markt.
Ich schloss die Seitentür der Lagerhalle auf und ging den Flur entlang. Dann betrat ich den Vertriebsbereich.
Mein Blick fiel auf vier unbesetzte Schreibtische, die vollständig mit Papierkram bedeckt waren. Von meinem Schreibtisch aus, der neben dem Büro des Geschäftsführers stand, überblickte ich die Mitarbeiter.
Mein Mann, der , arbeitete stets isoliert von allen und hatte keine Ahnung, was außerhalb seines Büros vor sich ging. Er wusste...




