Stone | Forechecking for Love | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 136 Seiten

Stone Forechecking for Love


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-945934-90-6
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 136 Seiten

ISBN: 978-3-945934-90-6
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als der Eishockeystar Linc Carpenter von der NHL gesperrt wird, beginnt er, Drinks in Tampa zu mixen. Als Barkeeper völlig ungeeignet, ergreift er die Chance, sich zum Privatermittler ausbilden zu lassen. Auch darin ist er nicht wirklich gut, aber er schafft es trotzdem, engagiert zu werden, um den Modemogul Quentin Faulkner zu beobachten. Lincs Unfähigkeit ist dabei das kleinere Hindernis, aber Brady Williams, Faulkners heißer Bodyguard, könnte ihm zum Verhängnis werden ...

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Kapitel zwei


Tyson war ein kleiner, stämmiger Mann mit graumeliertem Haar, einer ständigen Grimasse und er schien immer ärgerlich zu sein, doch ich kannte den Teddybären in seinem Innersten.

„Linc“, schrie Tyson quer durch die Bar. „Zwei Long Island Iced Teas.“

Ich kramte nach dem Spickzettel, den ich mir aus dem Internet ausgedruckt hatte. Das Papier war so oft zusammen- und auseinandergefaltet worden, dass ich befürchtete, es würde in Einzelteile zerfallen. Ich fand Long Island Iced Tea, las schnell die Zutaten durch und zauberte zwei Stück.

„Bestellung ist fertig“, rief ich zu Tyson, der die Tische abwischte. Es war ein Uhr an einem Mittwochnachmittag und das Geschäft ging schleppend. Wir hatten eine Handvoll Gäste: zwei junge Frauen, die den Long Island Iced Tea bestellt hatten, ein älteres Paar, das Bier schlürfte, und einige Stammgäste, darunter einen Kerl, der genau wie Norm aus Cheers aussah. Allerdings war sein Name nicht Norm, er lautete Archie. Und weder Archie noch Tyson mochten es, wenn ich „Norm“ rief, sobald Archie das Lokal betrat. Sie hatten einfach keinen Sinn für Humor.

Tyson griff nach den Drinks und stellte sie vor den Damen ab. Sie nahmen jede einen Schluck und spuckten ihn sofort wieder aus.

„Was zur Hölle ist das?“, rief eine der Frauen.

Tyson musterte sie, nahm eines der Gläser und probierte den Drink. Ich beobachtete, wie er den kleinen Schluck ausspuckte und mir einen bösen Blick zuwarf. Er stapfte zu mir herüber und knallte die Drinks auf die Theke.

„Lincoln, was zum Teufel soll das sein?“

„Uh, Long Island Iced Tea“, antwortete ich.

Tysons rechte Hand ballte sich zur Faust und ich wusste, dass er sich mächtig zusammenriss, um mir weder ins Gesicht zu schlagen noch mir auf den Kopf zu hauen, wie er es gemacht hatte, als er mein Trainer war.

„Was genau hast du zusammengemischt?“

Wieder zog ich den Spickzettel heraus und ratterte die Zutaten herunter. „Jeweils fünfzehn Milliliter Wodka, Rum, Gin, Triple Sec und Tequila, und neunzig Milliliter Tomatensaft.“

Als Tysons Faust auf die Theke krachte, sprang ich erschrocken zurück.

„Hast du wirklich gerade Tomatensaft gesagt?“

„So steht’s in dem Rezept.“ Ich wedelte mit dem Blatt vor seiner Nase herum. Er riss es mir aus der Hand und faltete es auseinander.

„Du hast dieses verdammte Ding so oft gefaltet, dass die Zutaten für den Long Island mit denen für eine Bloody Mary vermischt sind. Es soll Cola heißen, nicht Tomatensaft, verdammt!“

„Ach, Mist“, erwiderte ich. „Tut mir leid, Tyson. Mein Fehler.“

„Genau. Dein Fehler.“

„Ich versuch es ja, Ty.“

„Es ist eine Schande, dass du nicht mehr zum Hockey zurück kannst, Junge. Du warst zwar nicht der beste Spieler, aber wenigstens hast du nicht total versagt.“

Tyson tat sein Bestes, um gemein zu wirken, aber ich konnte mir nicht helfen und grinste, was ihn noch wütender machte.

„Was gibt’s da zu lachen, Carpenter?“ Er knallte beide Fäuste auf den Tresen und brachte mich damit noch mehr zum Lachen.

„Himmel, du bist absolut schrecklich, Linc.“ Ein Grinsen stahl sich auf sein Gesicht, obwohl er versuchte, wütend zu bleiben. „Geh in mein Büro und mach eine Pause. Ich will dich für eine Weile nicht sehen!“

Ich marschierte in Tysons Büro und konnte mir dabei das Kichern kaum verkneifen. Grinsend setzte ich mich an seinen Computer und suchte nach einem neuen Spickzettel für die Drinkrezepte. Vielleicht konnte ich jedes Rezept auf einzelnen Karten laminieren, dann wäre das Falten des Zettels überflüssig. Ich durchwühlte den Schreibtisch nach einem Notizzettel, um mir eine Einkaufliste für die Karten zu schreiben. Nicht dass ich tatsächlich jemals diese Dinge eingekauft hätte … Es gab bei mir hunderte von Einkaufslisten und Notizen, was zu erledigen war, aber ich nahm sie nie mit, wenn ich einkaufen ging und vergaß deshalb, was ich eigentlich brauchte. Es kam vor, dass ich in einen Eisenwarenladen ging, um Schrauben zu besorgen, und mit einer Lampe zurückkam, von der ich dachte, sie sei cool. Ich hatte eine Menge Lampen …

Während ich nach dem Schmierpapier suchte, stolperte ich über offiziell aussehende Dokumente. Ich legte sie oben auf einen Stapel Ordner, woraufhin alles prompt vom Schreibtisch rutschte und zu Boden segelte.

„Fräck!“ Battlestar Galactica war eine meiner Lieblingsserien, und da wir bestraft wurden, wenn wir bei Eishockeyspielen fluchten, übernahm ich stattdessen den Ausdruck von der Fernsehserie. Ich hob die Blätter auf, eines rutschte unter den Schreibtisch und ich musste auf alle Viere gehen, um es hervorzuangeln. Die Haltung erinnerte mich daran, wie lange es her war, seit ich zuletzt Sex gehabt hatte. Titus war der letzte gewesen und das war vier Monate her. Meine Finger erreichten das Blatt und ich zog es zu mir. Es war dicker als üblich, die Art von Papier, auf dem Diplome gedruckt werden. Es war das Zertifikat einer Privatdetektivlizenz für Florida. Ausgestellt auf Tyson.

„Tyson ist ein Privatdetektiv?“ Einen Moment lang dachte ich darüber nach, was ich gerade gemurmelt hatte. Mit der Lizenz in der Hand ging ich zurück in die Bar.

„Tyson, was ist das?“

Er griff nach dem Zertifikat. „Nach was sieht’s denn aus?“

„Nach einer Genehmigung zum Privatdetektiv“, antwortete ich.

„Schlaues Bürschchen. Genau das ist es auch.“

„Ich weiß, was es ist.“

„Warum zum Teufel fragst du dann?“

„Das habe ich auch nicht gemeint.“ Ich verdrehte die Augen.

„Aber so hast du es gesagt.“

„Fräck, Tyson. Wieso hast du eine Privatdetektivlizenz?“

„Ich arbeite ein wenig nebenbei, um mir Extrakohle dazuzuverdienen. Einfache Sachen, wie Leute ausfindig zu machen, die ihre Rechnungen nicht bezahlt haben.“

„McAvoy, PI. Ist ja fast wie Magnum, PI.“

Tyson gluckste und schüttelte den Kopf. „Es ist nicht so, als würde ich irgendetwas Aufregendes machen. Von gefährlichen Angelegenheiten lasse ich die Finger. Dafür gibt es eine Menge jüngerer Kerle, die das machen können.“

„Ich glaube, es ist schon ziemlich cool, Privatermittler zu sein.“

„An dir ist doch rein gar nichts privat, Linc Carpenter. Sogar dein Schwanz ist öffentlich, wenn man deinen Verschleiß betrachtet.“

„Halt die Klappe, alter Mann.“ Ich gluckste. „Was braucht man für die Lizenz?“

„Florida verlangt zwei Jahre Erfahrung in dem Job oder ein zweijähriges Praktikum. Ich habe jahrelang nebenbei als Detektiv gearbeitet, als ich Trainer war. Ein Freund in Syracuse hat mir alles beigebracht, bevor ich meine eigene Lizenz bekam. Als ich schließlich hierherkam, nutzte ich meine Freizeit, um mich dafür zu qualifizieren.“

„Ich will Detektiv werden, Tyson. Unterrichtest du mich?“

Tyson schüttelte den Kopf und lachte. „Du bist als Barkeeper ein Reinfall, aber du glaubst, du wärst ein guter Detektiv?“

„Gib mir nur eine Chance, Tyson. Biiiiiitte! Das ist mein Traumjob. Okay, abgesehen von Eishockey oder Ryan Reynolds persönlicher Sexsklave zu sein.“ Ich faltete meine Hände und ging auf die Knie.

Tyson grinste, obwohl ich wusste, dass er das gar nicht wollte.

„Ich sag dir was, Linc. Wenn deine Schicht vorbei ist, suchst du dir die Webseite und holst dir den Antrag zur Genehmigung des Praktikums. Wenn du zugelassen wirst, versuche ich es mit dir.“

„Ja!“ Mit einem Sprung schwang ich mich über die Bar und umarmte Tyson fest.

„Fass mich nicht an!“, brummte er, als er mich von sich schob. Das war Teil seiner ruppigen Bären-Art.

Ich wusste, dass Tyson nicht daran glaubte, ich würde die Anmeldung durchziehen, so wie ich auch sonst kaum etwas durchzog. Aber ich vergaß es nicht. Kaum war ich in meinem Appartement angekommen, öffnete ich die entsprechende Website und füllte schnell den Antragsbogen aus. Nicht gerade begeistert stellte ich fest, dass es sechs bis acht Wochen dauern konnte, bis mein Antrag bearbeitet wurde.

Die Zeit schien stillzustehen, während ich wartete. Ich erzählte Tyson nicht, dass ich mich tatsächlich beworben hatte. Überhaupt vermied ich das Thema Detektiv vollständig.

Dann, eines Tages, erhielt Tyson einen Anruf, der mein gesamtes Leben änderte.

„Weißt du, wer gerade angerufen hat?“, fragte er mich.

Ich schüttelte den Kopf.

„Die Abteilung für Genehmigungen des Staates Florida.“

„Was wollten sie?“

„Sie wollten wissen, ob ich dich als Praktikant nehme.“

Während ich versuchte, meine unbändige Freude zu verstecken, fragte ich: „Was hast du gesagt?“

„Ich habe natürlich ja gesagt“, erwiderte er mit einem Grinsen. „Das war doch der Deal, oder?“

„Ja irre! Danke, Tyson!“

„Du benimmst dich bemerkenswert selbstbeherrscht. Was ist los?“

„Ich will dich nur nicht nerven“, antwortete ich.

„Du würdest mir jetzt am liebsten um den Hals fallen und herumhopsen und auf der Bar tanzen, stimmt’s?“

Verdammt, er kannte mich einfach zu gut. Ich nickte.

„Dann mach’s einfach, Kleiner.“

Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Ich knuddelte Tyson durch und dieses Mal erwiderte er die Umarmung.

„Wooohooo!“, jubelte ich, während ich auf und...



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