E-Book, Deutsch, 324 Seiten
Stone Subject 13
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-96089-014-0
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 324 Seiten
ISBN: 978-3-96089-014-0
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Luke Kincaids Leben gerät aus den Fugen. Zuerst verlässt ihn sein Lover, um eine Frau zu heiraten, dann suchen ihn Kindheitsalbträume heim, die er längst hatte vergessen wollen. Trost findet er in der wiedererwachten Freundschaft zu seinem Highschoolfreund Ben Skinner. Ben ist an seiner Seite, als ihnen klar wird, dass die Albträume auf realen Erinnerungen beruhen und jemand alles versucht, damit sie die Wahrheit nicht aufdecken. Und dann kämpft Luke noch mit seinen Gefühlen für Ben - denn Ben war schon damals nicht schwul. Oder täuscht er sich da?
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Kapitel 1
Datei # 74262
Subjekt 3 starb gestern an Leberzirrhose. Der Grund der Zirrhose ist dem Arzt unbekannt, aber ich bin sicher, dass sie eine Langzeitfolge des Cytosevirus war.
DG
~~~
Die Hochzeit war auf drei Uhr nachmittags angesetzt, und es war zwei, als ich an der Episcopalkirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Fallon ankam. Der Parkplatz war ziemlich leer und ich hoffte auf die Möglichkeit, dass Shane und die Hochzeitsgesellschaft noch nicht eingetroffen waren. Ich stieß die Vordertür auf und betrachtete den Chorraum. Die Dekoration bestand aus pinken und elfenbeinfarbenen Lilien. Es war atemberaubend schön, obwohl ich es hasste, das zugeben zu müssen.
„Kann ich Ihnen helfen?“ Die Stimme war tief und rau und eindeutig männlich. Ich drehte mich um mit dem Plan, irgendeine dumme Machoäußerung wie Ich mache hier, was immer zum Teufel ich hier machen will von mir zu geben. Aber statt eines Gesichts erblickte ich eine breite, muskulöse Brust. Unbewusst musterte ich den Körper des Mannes von oben bis unten. Nicht einmal das Pinguinoutfit konnte seine Muskeln verbergen. Ich sah auf, um in seine Augen zu schauen, und entdeckte kaltes, klares Grün. Er ragte über mir auf wie ein Turm und schlug meine Größe von eins sechsundsiebzig um mindestens zehn Zentimeter. Zehn Zentimeter hatten noch nie nach so viel ausgesehen. Es brauchte einen Moment, bis der Blitz des Erkennens einschlug. Seine Augen weiteten sich und ich schätze, er hatte die gleiche Erkenntnis.
„Scrappy?“
Bei der Nennung meines Kindheitsspitznamen blickte ich finster drein.
„Benji?“
Benjamin Skinner und ich waren die meiste Zeit meiner Kindheit beste Freunde gewesen – von der Einschulung bis zum Beginn der Highschool. Er war der Kerl, der mir am nächsten stand, bis Shane aufgetaucht war. Benji war da gewesen bis zu dem Tag, an dem sich alles geändert und ich erkannt hatte, dass ich anders war als die meisten anderen Jungs.
„Ich bevorzuge Benjamin oder Ben. Nicht Benji.“ Seine tiefe Stimme war Respekt einflößend. Schon immer gewesen.
„Mein Name ist Luke. Du weißt, dass ich es noch nie leiden konnte, Scrappy genannt zu werden.“ In der Grundschule war ich ein beliebtes Ziel für den Schultyrannen gewesen. Ich war nicht groß und obendrein auch noch dürr. Lester Barber, ein Kind mit einem unglücklichen Fall von sehr frühem Bartwuchs, hatte gedacht, er könnte mich leicht niedermachen. Ich wehrte mich und trat. In. Seinen. Arsch. Irgendwer hatte mich einen kleinen Schläger genannt und damit hatte ich meinen Spitznamen weg.
„Okay, Luke, was machst du hier?“
„Ich muss Shane sehen.“
Er hob eine Augenbraue. „Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist.“ Ben war einer der wenigen Jungs in der Highschool gewesen, die gewusst hatten, dass Shane und ich ein Paar waren. Und von denen, die es wussten, war er der einzige Hetero.
„Bitte?“ Ich sah ihn flehend an.
Er ließ den Kopf sinken und schüttelte ihn, und ich wusste, dass er weich wurde. Er drehte sich um und marschierte einen Gang entlang, dann nickte er mir zu, ihm zu folgen. Auf der Hälfte des Ganges klopfte er an eine Tür und betrat das dahinterliegende Zimmer.
Wenn du den Exorzisten nicht bezahlst, kommen die Dämonen dann zurück?
Shane sah in seinem Smoking fantastisch aus. Ein schwarzes Vier-Knopf-Jackett saß über einer wunderschönen Weste mit einer Farbe, die ich nur als Zimtschokolade beschreiben kann. Die Streifen auf seiner Krawatte und das seidene Taschentuch in der Brusttasche des Sakkos hatten den gleichen Farbton. Diese Farbe – Zimtschokolade – war zudem die Farbe seiner Haare. Bei anderen Männern hätten die langen Haare, die die Ohren bedeckten, ungepflegt gewirkt. Und die Stoppeln seines Dreitagebarts unterstrichen sein atemberaubendes Aussehen. Ich wünschte mir verzweifelt, es wäre unser Hochzeitstag. Sein Mund klappte auf, als er mich sah.
„Luke, was zum Teufel tust du hier?“
„Bitte, Shane, mach das nicht. Du weißt, dass es ein Fehler ist.“
„Verschwinde“, sagte er. „Ich heirate Elaine. So ist es nun mal.“
„Aber unsere Pläne. Unsere Versprechen …“
„Jugendträume. Mehr waren sie nicht. Ich bin nicht schwul.“
„Du bist nicht schwul?“ Meine Stimme war lauter, als ich beabsichtigt hatte. Das war kein Argument, das ich von ihm erwartet hätte.
„Verdammt, sei leise“, wisperte Shane. „Elaine ist auf der anderen Seite des Flurs.“
„Vielleicht sollte ich ihr dein kleines, dreckiges Geheimnis erzählen.“
„Das würdest du nicht tun.“
Wir wussten beide, dass er recht hatte.
Ich ging auf Shane zu, bis ich nur noch Zentimeter von ihm entfernt stand. „Ich liebe dich, Shane. Und ich weiß, dass du mich auch liebst.“ Ich presste mich an ihn, legte ihm die Hand an den Kopf und zog ihn in einen Kuss. Er widerstand für eine halbe Sekunde, bevor seine Zunge über meine Lippen glitt. Ich dachte, ich hätte es geschafft, da stieß er mich weg.
„Verdammt, Luke, es ist vorbei. Komm damit klar. Ich liebe Elaine und ich liebe dich nicht.“
Ich machte einen Schritt nach vorn, um ihn erneut zu küssen, aber er wich nach hinten aus, bis eine Armlänge Abstand zwischen uns bestand.
„Ben, bringst du Luke bitte raus.“
Ben kam auf mich zu und fasste mir an die Schulter. Ich wusste, ich hatte verloren.
Ich ließ zu, dass mich Ben aus dem Raum brachte, und erwartete, von ihm aus der Kirche geführt zu werden. Stattdessen brachte er mich über eine schmale Treppe auf einen kleinen Balkon, von dem aus ich das Kirchenschiff überblicken konnte. Ich setzte mich auf einen harten Metallstuhl, er setzte sich neben mich und schlang mir beruhigend und tröstend den Arm um die Schultern.
„Wirst du klarkommen?“, fragte Ben ein paar Minuten später.
„Vielleicht, schätze ich.“
„Shane ist ein Arschloch.“ Die einfache, ehrliche Aussage ließ mich leise lachen. Ich nickte zustimmend.
„Was macht du hier?“ So weit ich wusste, waren Ben und Shane nie mehr als flüchtige Bekannte gewesen.
„Elaine ist meine Schwester.“
Ich riss meinen Kopf hoch und glotzte ihn an. „Wie kann das sein? Außer dir gab es doch nur noch die Zwillinge.“
„Hast du es vergessen? Dad, Sheriff Skinner, hat mich adoptiert. Ich war zwei, als Mom und Dad sich kennenlernten. Sie bekamen Justin und Jarrett, nachdem sie geheiratet hatten.“
„Oh ja.“ Ich nickte. „Also, Elaine ist dann was?“
„Meine Halbschwester von der Seite meines biologischen Vaters.“
„Hast du ihn endlich getroffen?“ Bens biologischer Vater hatte ihn und seine Mutter verlassen, als Ben ein Baby gewesen war. Ben hatte geschworen, diesen Mann niemals sehen zu wollen.
„Emmett Snow“, erwiderte Ben. „Er ist Admiral in der Fallon Naval Air Station. Er ist einer der Gründe, warum ich hier einen Job im Sheriffsdepartment angenommen habe.“
Ich brauchte eine Sekunde, um zu begreifen, was es bedeutete, dass Ben und Elaine Geschwister waren.
„Oh Shit.“ Ich klatschte mir im klassischen Oh-mein-Gott!-Stil an den Kopf. „Du wusstest, dass Shane deine Schwester mit mir betrügt.“
„Du hast meinen Verdacht bestätigt, ja. Ich wusste schon immer, dass Shane ein Drecksack ist.“ Ein schmales Grinsen tanzte über seine Lippen.
„Wirst du es ihr sagen?“
„Nein, weil es nichts ändern würde. Sie würde ihn trotzdem heiraten. Ich bin mir gar nicht sicher, ob sie es nicht ohnehin weiß. Sie ist eine kluge junge Frau.“ Er warf erst einen Blick auf seine Uhr und dann auf die wachsende Menge in der Kirche. „Ich muss gehen. Ich bin einer der Trauzeugen.“ Er rollte mit den Augen und ich lachte.
„Ich verschwinde, bevor mich irgendwer sieht.“
Er legte mir eine Hand auf die Schulter. „Ich glaube, du solltest bleiben und dir die Zeremonie ansehen.“
„Warum sollte ich das tun?“
„Um abschließen zu können, Kumpel. Du brauchst das. Schau dir die Hochzeit an und werde deine Gefühle für Shane los. Er würde dir nie geben können, was du brauchst. Was du verdienst. Danach gehen wir beide ein Bier trinken.“
Ich nickte und sah ihm nach, als er die Stufen nach unten ging.
Die Kirche füllte sich schnell, und bald nahmen Shane und die Trauzeugen ihre Plätze ein. Ben warf mir einen Blick zu und ich lächelte zu ihm hinunter.
Während ich Shane beobachtete, dachte ich über unsere Beziehung nach. Statt der rosaroten Brille, die ich bisher immer aufgehabt hatte, beschloss ich, es realistisch zu sehen. Shane war ein egoistischer Lover gewesen, von Anfang an. Mein Freundeskreis hatte aus fünf Jungs bestanden, einschließlich Ben und Shane, als ich zum ersten Mal erkannte, dass ich nach Jungs im Allgemeinen und Shane im Besonderen gierte. Diesem ersten Freundeskreis folgte ein weiterer mit Shane und ein paar wenigen anderen – ohne Ben. Wir wollten uns einen Pornostreifen ansehen, aber ich wollte lieber flirten, und ich war nicht der Einzige.
In dieser Nacht blies ich Shane zum ersten Mal einen. Er war grob beim ersten und jedem folgenden Mal. Bei beidem, oral und anal, war er immer egoistisch. Immer fickte er mich, niemals andersherum. Ich blies ihn immer bis zum Abspritzen, doch – bis auf...




