Stone | Western Legenden 18: Walkers Rückkehr | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 18, 150 Seiten

Reihe: Western Legenden (Historische Wildwest-Romane)

Stone Western Legenden 18: Walkers Rückkehr


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95719-418-3
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 18, 150 Seiten

Reihe: Western Legenden (Historische Wildwest-Romane)

ISBN: 978-3-95719-418-3
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Walker wird aus dem Gefängnis entlassen. Er darf keine Waffen mehr tragen. Doch das Alltagsleben auf der Ranch ist kaum ohne seine Colts zu bewältigen. Zeitgleich zieht ein berüchtigter Killer mit seiner Bande mordend durch das Land. Er nähert sich der Ranch und der kleinen Stadt Corundo Hills. Deren Sheriff ist machtlos. Der Killer hat noch alte Rechnungen offen. Nur ein Mann wie Walker kann helfen, doch der ist an seinen Schwur gebunden. Bricht er ihn, muss er zurück ins Gefängnis.

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1. Kapitel

„Nummer 463!“

Der bullige Sergeant Slim Bully Burnsbille ruft es scharf und mitleidlos von seinem Posten aus hinunter zu den Gefangenen, die wie Ameisen in der Glut der Hitze schwere Knochenarbeit im Steinbruch verrichten. Die Luft ist erfüllt von Staub und Hitze. Es ist heiß wie in der Hölle. Kein Lüftchen regt sich. Die Strafgefangenen schwitzen, stöhnen, keuchen und treiben unermüdlich ihre Spitzhacken in das steinige Geröll.

Nicht selten fällt dabei jemand um und steht einfach nicht wieder auf.

Buck Walker rammt noch einmal die Spitzhacke in den steinigen Boden. Dann erst dreht er sich herum.

Nummer 463, das ist er!

Walker sieht den stiernackigen Sergeant breitbeinig auf seinem Posten stehen, die Hände in die Hüften gestemmt.

Das aufgeschwemmte Gesicht des Wächters glänzt schweißnass in der Sonne und blickt mit verächtlichem Ausdruck auf ihn herunter.

Walker wischt sich den Schweiß von der Stirn und lässt die Spitzhacke im steinigen Geröll stecken.

„Was gibt es, Sergeant?“

Burnsbille kratzt sich hinter dem linken Ohr, spuckt zur Seite aus und brüllt: „Beweg deinen Arsch, 463. Der Direktor will dich sprechen. Sofort!“

Mühselig klettert Walker über das steinige Geröll des Steinbruchs rauf zum Wachposten. Burnsbille beobachtet dabei grinsend, wie die schwere Kugel an Walkers Fußgelenk dem Gefangenen erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Und das noch nach zwei Jahren, die Buck Walker bislang hier im Staatsgefängnis von Yuma zugebracht hat.

Als Walker endlich Burnsbille erreicht, kann er nur mühsam seine Atemnot unterdrücken. Er will diesem sadistischen Fettgesicht nicht die Blöße geben. Denn trotz der Qualen, die er hier in Yuma zu erleiden hat, ist Buck Walker ein ungebrochener Mann.

Nein, Yuma konnte ihn nicht kleinkriegen. Und dieser fettgesichtige Aufpasser von Sergeant Burnsbille erst recht nicht. Es gelingt Walker sogar ein freches Grinsen, als er fragt: „Was will der Direktor von mir, Sergeant Bully? Was habe ich nun schon wieder angestellt? Willst du es mir verraten? Sag schon, Bully: Was will er von mir?“

Die Faust des schwergewichtigen Burnsbille rast vor und trifft Walker genau unters Kinn. Dieser hat plötzlich das Gefühl, man reiße ihm den Kopf ab. Walker taumelt nach hinten und landet hart auf dem steinigen Boden.

„Nenn mich nie wieder so, Sträfling. Hast du verstanden? Nenn mich nie wieder Bully. Sonst schlage ich dir beim nächsten Mal mit meinem Stock deinen Schädel ein, klar? Für dich bin ich Sergeant Burnsbille, Sträfling.“

Burnsbille hatte, während er diese Worte sprach, seinen Schlagstock gezogen. Und den richtet er nun auf Walker. Dieser schüttelt benommen den Kopf. Stöhnend erhebt er sich vom Boden und reibt sich das Kinn.

„Hast’n mächtigen Bums, Sergeant Burnsbille. Alle Achtung. Ich stelle es immer wieder fest, nach all der langen Zeit hier in Yuma. Und du hast mächtiges Glück, Sergeant Burnsbille. Denn du bist hier so eine Art Gott in diesem verdammten Knast. Ja, und das gibt dir die Möglichkeit, mit uns Jungs rau umspringen zu dürfen. Aber sei dir gewiss: Irgendwann bin ich draußen. Und dann werde ich auf dich warten.“

So spricht Buck Walker. Und Burnsbille erkennt langsam, dass er diesen hartbeinigen Sträfling nicht mehr brechen wird. Dennoch verspürt der bullige Sergeant, der wahrhaftig so aussieht wie einer jener Preisboxer vom Missouri, immer wieder eine sadistische Freude, seine Gefangenen zu quälen, sie zu züchtigen, wie er stets diese Behandlungen zu nennen pflegt. Und so ist es eigentlich schon selbstverständlich, dass – ganz wie automatisch – sein Schlagstock niedersaust. Doch Buck Walker ist darauf vorbereitet. Er kennt diesen skrupellosen Sergeant nun schon zwei Jahre und weiß zu reagieren. Walker sieht den Schlagstock kommen und duckt sich unter dem Hieb weg. So trifft dieser mächtige Hieb nur seine Schulter, statt seinen Kopf. Aber dennoch ist der jähe Schmerz so groß, dass Buck Walker aufschreit.

„Dich mach ich fertig, verdammtes Schwein von einem Sträfling. Ich werde dir die Eingeweide ...“

Burnsbille ist noch nicht fertig, will nachsetzen, als eine scharfe Stimme vom Hauptgebäude herausruft:

„Okay, Sergeant, es reicht. Bringen Sie den Mann zu mir! Sofort! Und hören Sie auf, ihn zu schlagen. Ich will kein Blut in meinem Büro. Verstanden, Sergeant?“

Dies spricht der Gefängnisdirektor Duane Rhonstedt, der von seinem Fenster aus alles beobachten konnte. Burnsbille lässt unverzüglich seinen Schlagstock verschwinden, dreht sich herum und ruft gepresst durch die Zähne: „In Ordnung, Sir.“

Dann wendet sich der brutale Aufseher wieder Walker zu, der mit schmerzverzerrtem Gesicht seine getroffene Schulter massiert.

„Wir beide sind noch nicht fertig, du gottverdammter Sträfling! Los, beweg deinen Arsch vorwärts!“

Walker setzt sich langsam in Bewegung. Die schwere Kugel an seinem Bein schleift dabei scharrend über den steinigen Boden.

Burnsbille spuckt aus und folgt dem Gefangenen. Die Ansammlung von Flüchen, die der Sergeant dabei von sich gibt, versetzt selbst einen Hartgesottenen wie Buck Walker mächtig ins Staunen.

Im Büro des Direktors salutiert Burnsbille zackig und meldet: „Der Gefangene 463, Buck Walker, Sir!“

Rhonstedt sitzt hinter einem riesigen, eichenbeschlagenen Schreibtisch. Wie ein kleiner König thront er in seinem großen Ledersessel. Ein kleines, schmächtiges Männchen mit kahlem Haupt und zwei starren Fischaugen, die fast schwarz sind. Und diese blicken zuerst auf den Sergeant, dann auf Walker. Und den betrachtet Rhonstedt dann ziemlich intensiv. Walker steht etwa zwei Meter hinter Burnsbille. Fast armselig wirkt dieser Buck Walker in seiner verschwitzten Sträflingskluft und der schweren Eisenkugel am Bein. Und das, obwohl er ein Mann ist, der mindestens einsneunzig misst und einst 180 Pfund wog.

Ja, wog! Denn im Laufe der zwei harten Jahre hier in Yuma hat Buck Walker gewiss sehr an Gewicht abgenommen. Walkers scharf geschnittenes Gesicht wirkt eingefallen und ist von Bartstoppeln übersät. Die graugrünen Augen sind blutunterlaufen von Sand und Hitze.

„Der berühmte und berüchtigte Revolvermann Buck Twin-guns Walker. Verurteilt des Mordes an den beiden Dunn-Brüdern im August 1889. Waren zähe Burschen, die Dunn-Brüder. Und kein wirklicher Verlust für die Gesellschaft. Weder der eine noch der andere. Dennoch: Mord bleibt Mord. Dabei siehst du eigentlich gar nicht zum Fürchten aus, so, wie du jetzt hier vor mir stehst. Eher wie ein Haufen Elend“

Die Worte des Gefängnisdirektors triefen vor Zynismus und unverhohlener Abneigung, während er den Gefangenen von oben bis unten inspiziert.

Walker grinst schief.

„Das liegt an der hiesigen Hausmannskost, Mister Rhonstedt. Ist nicht jedermanns Sache.“

Burnsbille macht einen Satz auf Walker zu. „Dir werde ich dein verdammtes, freches Schandmaul stopfen, du ...“

Der Sergeant hat die Faust bereits erhoben, als ihn abermals die scharfe Stimme des Direktors zurückhält. „Lassen Sie das, Sergeant. Damit erreichen wir auch nichts mehr.“

Burnsbille sieht Rhonstedt verständnislos an: „Wie meinen Sie das, Sir?“

Rhonstedts schmale Finger greifen ein Schriftstück vom prunkvollen Schreibtisch. Der Direktor wiegt es in den Händen und sagt daraufhin: „Du hast ausgesprochenes Glück, Nummer 463. Wahrlich unheimlich viel Glück. Du hast ja mächtige Freunde in New Mexico. Verdammt mächtige Freunde, denn die haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dich hier rauszuholen. Sogar an Senatoren haben sie geschrieben, um deine gottverdammte Freilassung durchzusetzen. Nun, wie dem auch sei: In New Mexico liebt man wahrscheinlich Revolverhelden wie dich.“

Rhonstedt wedelt mit dem Schriftstück in seinen Händen. Sein vogelartiges Gesicht ist dabei freudlos.

„Hier sind also deine Entlassungspapiere. Du kommst auf Bewährung raus, Revolverheld. Wenn es nach mir gehen würde, dürftest du deine restliche verbleibende Zeit hier in der Hölle schmoren. Aber ich habe es nicht zu entscheiden. Glück für dich, Killer.“

In Buck Walkers Augen beginnt es zu leuchten. Zuerst will er es gar nicht so recht glauben. Er hält es für einen der üblichen Scherze hier im Gefängnis. Aber als Rhonstedt ihm widerwillig das Schriftstück reicht und Walker es mit eigenen Augen lesen kann, ist sicher, dass er die längste Zeit in Yuma gewesen ist.

Mit diesem Schreiben ist Buck Walker ein freier Mann, denn es sind tatsächlich seine Entlassungspapiere. In den Gesichtern von Rhonstedt und Burnsbille erkennt Walker deutlichen Unwillen gegen diese Entscheidung. Walker aber grinst breit. Und während er den Freifahrtschein in die Tasche seiner verschlissenen und schmutzigen Hose verstaut, sagt er: „Ist ’n mächtiger Glückstag für mich heute. Pech für dich, Bully, denn von jetzt an musst du dir einen neuen Spielkameraden suchen. Aber ich bin zuversichtlich: Hier im Bau gibt es bestimmt genügend davon. Auswahl ist ja reichlich vorhanden.“

Walker sieht, wie tausend Teufel in Burnsbilles Augen tanzen. Ja, dieser sadistische Sergeant ist fast verrückt vor Wut. Aber er hält sich zurück.

„Ich würde mich an deiner Stelle nicht zu sehr und nicht zu früh freuen“, verkündet der Direktor, „denn es kommt der Tag, an dem du da draußen einen Fehler machen wirst. Typen wie du ändern sich...



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