E-Book, Deutsch, Band 1, 459 Seiten
Reihe: Die Jelling-Dynastie
Storm Feindin der Wikinger. Die Jelling-Dynastie. Band 1
Originalausgabe 2021
ISBN: 978-3-86282-807-4
Verlag: Acabus Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection
Historischer Roman
E-Book, Deutsch, Band 1, 459 Seiten
Reihe: Die Jelling-Dynastie
ISBN: 978-3-86282-807-4
Verlag: Acabus Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection
Andrea Storm ist in einem winzigen Dorf am Rande eines Moores in der Nähe der Wikingerstadt Haithabu in Schleswig-Holstein aufgewachsen, entdeckte das Meer, die Schlei und die Sümpfe. Dort hat sie sich mit Jungs geprügelt, Mutproben mit Schlangen und Spinnen überlebt und träumte davon, die Welt zu sehen. Diese forschende Neugier lässt sie unermüdlich die spannenden Historien der Protagonisten recherchieren, bis sie zum Leben erwachen ... Storm veröffentlichte bereits zahlreiche Kurzkrimis in Anthologien und gewann den 2. Platz des Geschichtswettbewerb Niedersachsens und Schleswig-Holsteins 2017. Andrea Storm (*1964) wuchs in der Nähe der Wikingerstadt Haithabu in Schleswig-Holstein auf. 2021 erschien ihr Thriller 'Nur ein Stich' (Redrum) und mit ihrem historischen Roman 'Feindin der Wikinger' der erste Band ihrer Trilogie über die Jelling-Dynastie im acabus Verlag. Darüber hinaus veröffentlichte die prämierte Autorin bereits zahlreiche Kurzkrimis in Anthologien. Andrea Storm ist verheiratet und lebt in Erfurt.
Autoren/Hrsg.
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'Beorhtric, was sind das für Geräusche?', fragte Ethelgiva mit eiserner Stimme. Bedächtig drehte sich der dicke Mann mit den roten Ohren zur Hofmeisterin. 'Barbaren kämpfen am Fluss. Wikinger. Vermute ich.' 'Wikinger!', kreischte Ethelgiva und fing am gesamten Körper an zu zittern. 'Wir müssen weg!', ordnete Ethelgiva bebend an. 'Sofort!' Sie packte Thyra. 'Beorhtric. Hole Solvor. Wir müssen verschwinden', befahl Ethelgiva. Die Angst steigerte sich in Panik. Dennoch behielt ihr Verstand die Oberhand. Ethelgiva wartete nicht auf die Alten, sondern rannte ohne zu zögern fort vom Fluss. 'Wir können uns doch verstecken.' Schweiß perlte auf Thyras Stirn. 'Vor den Wikingern? Diesen Mördern?' Ethelgiva lachte irre. 'Diese Berserker finden uns und bringen uns um. Der Weg bringt uns in Windeseile ins Landesinnere', keuchte sie atemlos. 'Wir müssen - weg. Thyra!', kreischte sie. 'Beeilt Euch! Ihr habt keine Ahnung! Das blutrünstige Berserker! Wikinger!' Beim Wort Wikinger würgte Ethelgiva haltlos. 'Lauft! Sonst werden sie uns töten und vorher ...!' Sie starrte zum Fluss. 'Oh lieber Gott, beschütze uns!' Ihr Gesicht war vor Entsetzen verzerrt und Thyra ahnte ihre Gedanken, denn auf der blassen, faltenreichen Haut erkannte sie jede brutale Einzelheit aus ihrer Vergangenheit. Ethelgiva hatte recht mit den grauenvollen Geschichten vom Kampf der Wikinger. Dass die Berserker den Menschen, die Leiber aufschnitten, die Kehlen durchtrennten und die Gliedmaßen der Getöteten zu Hügeln aufschichteten. Thyras Schritte verlangsamten sich. Sie erkannte Solvor und Beorhtric. Weit zurück - in einer Staubwolke. 'Beeilt euch!', brüllte Thyra den beiden Alten durch den Staub zu. Hustend beugte sie sich vornüber. Als sie sich aufrichtete, weiteten sich ihre Augen vor Entsetzen. Hinter den beiden Alten tauchten sie auf. Groß. Barbarisch. Die blutbespritzten Gesichter von langen, zotteligen Bärten verdeckt. Bärte, zu Zöpfen geflochten. Das Haar wild. Ungepflegt. Vermengt mit rotglänzendem Saft getöteter Angelsachsen. Fast nackt, nur Blut und Erde auf den schweißglänzenden Körpern. In den Pranken hielten sie Eisenschwerter. Starr vor Entsetzen konnte sie ihre Augen nicht von den Kriegern wenden. Auf den Köpfen trugen sie lederne Kappen. Die Brust verteidigten sie mit Lederwesten. Thyra wollte gerade ihre Hand schützend über ihre Augen heben, um besser sehen zu können, als ihr Ethelgiva eine schallende Ohrfeige gab. 'Hört mir endlich zu!', brüllte sie Thyra ins Ohr. 'Wenn Ihr nicht von allen Barbaren vergewaltigt und danach grausam hingerichtet werden wollt - dann lauft!' Ohne nachzudenken lief Thyra den Pfad entlang. Sie sah sich nicht um! Thyra nahm irrwitziger Weise an, den schnaufenden Atem der Hofmeisterin im Genick zu spüren. Thyra rannte. Hörte die Todesschreie von Solvor und Beorhtric. Wollte stehen bleiben. Ihnen zu Hilfe eilen. Doch der treibende Atem in ihrem Nacken brannte. Dann blieb sie endlich stehen. 'Ich kann nicht mehr. Bitte. Ethelgiva. Lasst uns verschnaufen.' Vor ihren Augen tanzten wirre bunte Punkte. 'Ethelgiva?' Keine Antwort. Ihre Angst verstärkte sich, als die Hofmeisterin nicht antwortete. Langsam richtete sie sich auf und blickte sich um. Ethelgiva war nicht da! Das gleißende Sonnenlicht blendete. Thyra hob die Hand zum Schutz und versuchte, durch die aufgewirbelte Sandwolke die Menschen darin zu entdecken. Schreie. Ethelgiva, Solvor und Beorhtric waren Opfer dieser blutrünstigen, grausamen, mordenden Barbaren! Thyra hatte nur Augen für die Eisenschwerter, die sich in die Leiber der Menschen bohrten, welche ihr die Familie ersetzt hatten. Sie sah, wie glänzendes, rotes Blut von den Klingen auf die noch zuckenden Körper tropfte. Sie sah gefletschte Zähne und Schwerter der Wikinger in der Sonne blitzen. Thyra schluckte. Einer dieser Männer hob seinen Blick. Starrte sie an. Todbringend, gierig - lüstern.




