E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: TRIAS
Storr Die 4-Wochen-Kur gegen Verstopfung
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-432-12010-2
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Darmträgheit besiegen: Ernährung, Massage, Übungen, Nährstoffe. Mit ballaststoffreichen Rezepten
E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: TRIAS
ISBN: 978-3-432-12010-2
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Neuer Schwung für den Darm
Verstopfung und Darmträgheit – viele Menschen kennen das, doch manche leiden dauerhaft daran. Der Bauch schmerzt, man fühlt sich aufgebläht, schwer und unbeweglich, der langersehnte Toilettengang wird zur Qual. Und die bange Frage, wann «es» endlich klappt, schränkt den Alltag enorm ein. Doch was tun, wenn Abführmittel und klassische Hausmittel wie Flohsamen und Haferkleie nicht mehr weiterhelfen oder man von den Medikamenten loskommen möchte? Die praktische 4-Wochen-Kur für zu Hause kann hier Wunder wirken.
- Anders essen: Die besten Lebensmittel gegen Verstopfung wie Haferflocken, Leinsamen, Kefir und Hülsenfrüchte und einfache und schnell zubereitete Gerichte, die köstlich schmecken.
- Das Mikrobiom stärken: Die Darmflora ist der Dreh- und Angelpunkt für eine gute Verdauung. Es gilt, die guten Darmbakterien mit Ballaststoffen, probiotischen Lebensmitteln und geeigneten Präparaten zu fördern.
- Den Bauch anregen: Auch von außen kann der Darm bewegt werden: mit Bauch- und Darmmassage, wirkungsvoller Yogatherapie, Bewegung und Entspannung.
- Wann zum Arzt? In welchen hartnäckigen Fällen ein Arztbesuch ansteht, was die versteckten Ursachen für Darmträgheit sein können und wie untersucht wird. Welche Medikamente im Notfall helfen und wie diese ausgewählt und optimal eingesetzt werden.
So bekommen Sie Ihren Darm wieder in Bewegung und fühlen sich wie neugeboren!
Zielgruppe
Gesundheitsinteressierte
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Der Vorgang der Verdauung
Wie kommt die Verstopfung nun zustande? Reden wir zunächst einmal über die normal funktionierende Verdauung und ihre Störungen.
Die Verdauung ist ein komplexer biologischer Prozess, der es unserem Körper ermöglicht, Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen und Abfallprodukte abzugeben. Mit der Nahrung nehmen wir Kohlenhydrate, Proteine und Fette auf, die während der Verdauung in kleine Teilchen zerlegt werden, die durch die Dünndarmschleimhaut in den Körper aufgenommen werden können. Unverdauliche Reste werden ausgeschieden.
Funktionierende Verdauung
In diesem Prozess arbeiten mehrere Organe zusammen, um die aufgenommenen Lebensmittel in verwertbare Nährstoffe umzuwandeln. In diesem Kapitel werden wir den Verdauungsprozess im Detail betrachten, damit Sie die Zusammenhänge besser verstehen.
Verdauungsorgane des Menschen
Die Mundhöhle: Der erste Schritt der Verdauung
Diese Verdauung beginnt bereits in der Mundhöhle. Wenn wir essen, kauen wir unsere Nahrung, um sie in kleinere Stücke zu zerkleinern. Dieser mechanische Prozess wird durch die Zähne und die Zunge unterstützt. Während des Kauens wird Speichel von den Speicheldrüsen produziert, der Enzyme wie die stärkespaltende Amylase enthält. Enzyme sind spezielle Proteine, die im Körper ablaufende Reaktionen beschleunigen. Die Amylase beginnt bereits im Mund mit dem Abbau von langkettigen Kohlenhydraten/Zucker, was die spätere Verdauung erleichtert. Sie können also aktiv den nachfolgenden Magen-Darm-Trakt entlasten, wenn Sie ausreichend ordentlich und lange genug kauen.
Die Speiseröhre: Transport zur Speiseröhre
Nach dem Kauen wird die Nahrung zu einem weichen Brei geformt und über die Zunge in den Rachen geschoben. Von dort gelangt der Brei in die Speiseröhre, einem muskulären Schlauch, der den Rachen mit dem Magen verbindet. Durch eine rhythmische Bewegung der Muskeln, die als Peristaltik bezeichnet wird, wird die Nahrung in den Magen transportiert, um dort weiter zerkleinert und aufgespalten zu werden.
Der Magen: chemische Verdauung
Im Magen angekommen, wird die Nahrung mit Magensäure und weiteren Enzymen vermischt. Die Hauptbestandteile der Magensäure sind Salzsäure und das Enzym Pepsin, das Proteine abbaut. Die saure Umgebung im Magen tötet Bakterien und Viren ab und aktiviert die Enzyme, die für die Verdauung notwendig sind. Der Magen fungiert auch als Speicher, der die Nahrung für einige Stunden aufbewahren kann, während sie weiter zersetzt und zerkleinert wird. Hier helfen die Speicheldrüsen und die Peristaltik, also die rhythmischen Bewegungen der muskulären Magenwand, mit. Der Magen bringt auch die aufgenommene Nahrung auf Körpertemperatur. Ja, Sie lesen richtig, beim Essen entsteht Wärme, das verbraucht Kalorien. Im nächsten Schritt wird der Mageninhalt in den Dünndarm weitertransportiert. Der Magen ist ca. 20–30 cm lang und kann bis zu 1,6 Liter Inhalt fassen. Die Partikel, die den Magen in Richtung Dünndarm verlassen, sind ca. 1–2 mm groß.
Der Dünndarm: Ort der Nährstoffaufnahme
Vom Magen gelangt die teilweise bereits verdaute Nahrung in den Dünndarm, der in drei Abschnitte unterteilt ist: Duodenum, Jejunum und Ileum. Der Dünndarm ist der Hauptort der Nährstoffaufnahme. Hier wird die Nahrung weiter mit Enzymen aus der Bauchspeicheldrüse und Galle aus der Leber vermischt. Der Dünndarm hat eine Oberfläche von 200–300 m2. Die Wände des Dünndarms sind mit kleinen Ausstülpungen, den Zotten, bedeckt, die die Oberfläche vergrößern und die Aufnahme von Nährstoffen in den Blutkreislauf erleichtern.
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Duodenum: Im Duodenum werden die chemischen Prozesse fortgesetzt. Die Bauchspeicheldrüse produziert Enzyme, die Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße abbauen. Die Galle, die in der Leber produziert wird, wird in der Gallenblase gespeichert und bei Bedarf freigesetzt, um Fette zu emulgieren, was ihre Verdauung erleichtert.
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Jejunum und Ileum: In diesen Abschnitten finden die meisten Nährstoffaufnahmeprozesse statt.
Ist dies so weit abgeschlossen, werden die Reste, vor allem für uns unverdauliche Ballaststoffe, durch die peristaltischen Bewegungen weiter in den Dickdarm geschoben.
Der Dickdarm: Wasseraufnahme und Abfallbildung
Nachdem die Nährstoffe im Dünndarm aufgenommen wurden, gelangt der verbleibende, unverdauliche Teil der Nahrung in den Dickdarm. Der Dickdarm ist in mehrere Abschnitte unterteilt: Blinddarm mit Wurmfortsatz, Kolon (man unterscheidet mehrere Teile, aufsteigend, quer, absteigend und Sigmoid), Enddarm und Rektum.
Im Dickdarm werden Wasser und Elektrolyte aus dem Nahrungsbrei in den Körper aufgenommen, wodurch der Stuhl geformt und eingedickt wird. Im Dickdarm leben auch viele Bakterien, die sogenannte Darmflora. Heute spricht man vom Mikrobiom. Diese Bakterien spielen eine wichtige Rolle bei der Vergärung/Fermentation von unverdaulichen Nahrungsbestandteilen und der Produktion von Vitaminen, wie beispielsweise Vitamin K und Vitamin B12 oder den kurzkettigen Fettsäuren, die wichtig für unser Abwehrsystem sind. Dazu später aber noch mehr.
Zurück bleiben die Stoffe, die wir nicht benötigen oder nicht aufnehmen können, die wir folglich als Stuhlgang, auch Fäkalien oder Faeces genannt, ausscheiden. In diesem Zusammenhang wird immer wieder davon gesprochen, dass der Stuhlgang sogenannte »Schlacken« enthält. Darunter stellt man sich Ablagerungen von unverdaulichen Bestandteilen vor, die im Körper verbleiben und ihn belasten. Solche Schlacken gibt es nicht, Leber und Niere sorgen für eine ausreichende Entgiftung des Körpers. Beim Stuhlgang handelt es sich hauptsächlich um abgestorbene Bakterien und Ballaststoffe.
Die Ausscheidung: Der letzte Schritt
Der letzte Schritt des Verdauungsprozesses ist die Ausscheidung. Der gebildete Stuhl wird im Enddarm, dem Rektum, gespeichert, bis der Körper bereit ist, ihn auszuscheiden. Das erfolgt durch den oben schon erwähnten Inhibitionsreflex, der den inneren Schließmuskel erschlaffen lässt. Durch das weitere unwillkürliche, reflexgesteuerte Zusammenziehen der Enddarmmuskulatur und der Bauchmuskulatur, ggf. in Kombination mit der Bauchpresse, wird der Stuhl durch den After, den Anus nach außen durch den muskulären Beckenboden gedrückt. Der Beckenboden bildet dabei die Halteplatte des Beckens, damit die Bauchorgane nicht nach unten rutschen. Der After wird durch einen äußeren Schließmuskel gesteuert. Die Öffnung des äußeren Schließmuskels erfolgt größtenteils willentlich und kontrolliert. Man kann es also selbst steuern. Sie sehen, die Darmentleerung ist wirklich ein hochkomplexer, teils unwillkürlich, teils willkürlich gesteuerter Prozess, bei dem auch einiges schiefgehen kann.
Steuerung der Verdauung
Die Verdauung ist ein koordinierter Prozess, der sicherstellt, dass unser Körper die Nährstoffe aus der Nahrung aufnimmt, die er benötigt, um zu funktionieren. Vom Mund über den Magen und den Dünndarm bis hin zum Dickdarm und zur finalen Ausscheidung arbeiten verschiedene Organe und Enzyme zusammen, um der Nahrung die verwertbaren Nährstoffe zu entnehmen und verbleibende Abfallprodukte effizient zu eliminieren.
Wichtig ist hierbei vor allem die Peristaltik, die koordinierten Darmbewegungen, die durch das Darmnervensystem, das enterische Nervensystem, gesteuert wird. Diese kann nicht direkt willentlich beeinflusst werden, sondern läuft autonom und unwillkürlich ab. Heute geht man davon aus, dass Fehlfunktionen dieses Nervensystems für einen erheblichen Teil der Verstopfungskrankheiten verantwortlich sind. Ein grundlegendes Verständnis, wie unsere Verdauung funktioniert, kann demnach helfen, gesunde Ernährungsgewohnheiten zu fördern und Verdauungsprobleme zu vermeiden.
Der peristaltische Reflex
Der peristaltische Reflex läuft autonom, also nicht beeinflussbar, ab und sorgt dafür, dass Darminhalt ausreichend rasch vom Anfang des Darms bis zum Ende des Darms transportiert wird. Hierbei koordinieren die Nervenzellen den Ablauf des peristaltischen Reflexes und die Muskelzellen, die dann den Darminhalt vorantreiben.
Der peristaltische Reflex wird vor allem durch die Anwesenheit von Darminhalt ausgelöst. Wenn die Darmnerven Inhalt spüren, dann kontrahiert sich die Darmmuskulatur oberhalb des Darminhalts, damit der Inhalt vorangeschoben wird. Gleichzeitig erschlafft die Darmmuskulatur unterhalb des Darminhalts, damit der Weg frei wird. Die Kraft, die dabei aufgewendet wird, ist unter anderem abhängig von der Menge des Darminhaltes, also dem Volumen. Mehr Darminhalt bedeutet mehr Kraft, und weniger Darminhalt bedeutet weniger Kraft. Dies erklärt gut, weshalb es so wichtig ist, ausreichend Darminhalt zu haben. Allein schon, um den peristaltischen Reflex auszulösen und zu...




