E-Book, Deutsch, 367 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Strick Deadly Rendezvous – Süßer Kuss der Gefahr
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-0219-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 367 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7517-0219-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Hobbymalerin Lara kann es kaum glauben: Als sie ein selbstgemaltes Portrait des französischen Filmstars Brice Montaigneux auf Instagram veröffentlicht, meldet sich der Held ihrer Jugend persönlich bei ihr. Er lädt sie auf seinen Landsitz bei Bordeaux ein. Schon bei der ersten Begegnung der Beiden sprühen Funken - und aus der geplanten einen Übernachtung werden schnell mehr. Schließlich bleibt Lara ganz auf dem Weingut.
Doch die Harmonie trügt, denn Brice hat ein dunkles Geheimnis: Vor Jahren war er Verdächtiger in einem Mordfall, konnte aber nicht überführt werden. Und in seiner Villa stößt Lara auf geheimes Material, das Brice stark belastet. Er beteuert, unschuldig zu sein ... aber kann sie ihm wirklich trauen?
Eine traumhafte französische Kulisse, prickelnde Romantik und eine drohende Gefahr. Sabine Strick vereint gekonnt Liebesgeschichte und Spannung.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Schon als Kind hatte Sabine Strick Spaß daran, sich Geschichten auszudenken. Nachdem zwei ihrer Schulaufsätze auf der Kinderseite der Berliner Morgenpost veröffentlicht wurden und ein von ihr geschriebenes Theaterstück in ihrer Schule aufgeführt wurde, begann sie schon als Gymnasiastin, erste Romane zu schreiben. Später entdeckte sie auch das Reisen für sich, und viele der Eindrücke von Rundreisen durch die USA, die Karibik, den Mittleren Osten und diverse Länder Afrikas und Asiens flossen in ihre Romane ein. Heute lebt Sabine Strick in Berlin und tüftelt in ihrer Freizeit fleißig an neuen Geschichten.
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2
Brice und Lara saßen sich allein an dem langen Eichenholztisch im Esszimmer gegenüber. Stilvolle dunkle Möbel, weißes Leinen, poliertes Silber, das im Kerzenschein glänzte, Henri in seiner Butler-Livree, der die Speisen auftrug – Lara fühlte sich wie in einem historischen Film. Oder noch eher wie in einem Traum. Dinierte sie wirklich mit Brice Montaigneux und plauderte mit ihm über ihr Leben? Versenkte er tatsächlich immer wieder seine im Kerzenlicht dunkel schimmernden Augen in ihre und hörte ihr aufmerksam zu?
Das Essen war köstlich, und Lara liebte gutes französisches Essen, doch an diesem Abend erschien es ihr wie störendes Beiwerk, auf das sie sich nicht so richtig konzentrieren konnte.
»Seit wann leben Sie wieder in Deutschland?«, fragte Brice.
»Genau genommen bin ich zwei Mal nach Deutschland zurückgegangen. Das erste Mal mit zwölf, nachdem mein Vater gestorben ist. Meine Mutter hatte Heimweh und ist mit mir und meinem Bruder nach Mainz gegangen, in ihre Heimatstadt. Ich habe da die Schule fertig gemacht und dann in Heidelberg meine Ausbildung zur Europasekretärin. Danach habe ich angefangen in München zu arbeiten. Allerdings nur kurz, denn inzwischen hatte ich mich in einen Franzosen verliebt und bin mit ihm nach Bordeaux gegangen. Benjamin ist kurz danach geboren worden. Wegen der Arbeit sind mein Mann und ich nach Paris gezogen. In Bordeaux findet man nicht so leicht was, wenn man nicht von hier stammt.«
Brice nickte. »Ich weiß. Wir sind hier sehr regionalbewusst. Erst die Bordelaisen, dann die restlichen Franzosen, und Ausländer möglichst gar nicht. Jedenfalls war es noch so in den Neunzigern, als Sie hier gelebt haben. Inzwischen hat es sich etwas gelockert. Wir sind kosmopolitischer geworden. Also sind Sie wieder in Ihre Geburtsstadt Paris zurückgekehrt.«
»Ja. Fünf Jahre später Scheidung.« Lara nahm einen langen Schluck von dem exzellenten Bordeaux. »Ich brauchte einen Tapetenwechsel, und Benjamin war noch nicht in der Schule. Ich hatte auch gleich ein tolles Jobangebot. Als Vorstandssekretärin bei dem großen Unternehmen in Frankfurt, wo ich bis vor einem Jahr gearbeitet habe. Da habe ich zugegriffen. Auch weil meine Mutter gesundheitlich ziemlich angeschlagen war und ich sie nicht allein lassen wollte. Mein Bruder ist nämlich gleich nach dem Abi nach Paris zurückgekehrt, hat dort studiert und eine Familie gegründet. Er hat sich an Deutschland nie so richtig gewöhnen können.« Lara lachte ein wenig und schnitt einen Bissen von dem zarten Filetsteak ab.
»Und Sie?«
»Ich bin hin- und hergerissen. In Deutschland fühle ich mich wie eine Französin und in Frankreich wie eine Deutsche.« Sie seufzte. »Also immer etwas anders als die anderen.«
Während Brice Lara zuhörte und sie beobachtete, fühlte er sich schmerzlich an Anna erinnert. Die gleichen lebhaften braunen Augen unter fein gezeichneten Brauen, die edlen ebenmäßigen Züge mit den langen Grübchen in den Wangen, wenn sie lächelte, das weiche, lockige braune Haar und auch die gertenschlanke und dennoch weibliche Figur. Anna war lediglich etwas kleiner gewesen. Und sogar die schmalen, sorgfältig manikürten Hände ähnelten denen Annas, nur dass Lara sparsamer gestikulierte. Sie war eben keine Italienerin. Und sie wirkte weniger emotional, weniger zerbrechlich als Anna. Konnte sie sich in ihrem Beruf im rauen Klima von Vorstands- und Geschäftsführungsetagen sicher auch nicht leisten. Ihr spürbarer Pragmatismus tat ihm gut. Eine Frau von Welt, die mit beiden Beinen auf dem Boden und im Leben stand, das gefiel ihm.
Seit Carine hatte er sich nicht mehr so für eine Frau interessiert. In ihm keimte eine Idee, aber er wollte nicht mit der Tür ins Haus fallen. Er musste selbst noch einmal darüber nachdenken, bevor er entschied, ob er sich darauf einlassen wollte.
*
Als Lara am nächsten Morgen für das Frühstück ins Esszimmer ging, traf sie dort auf Brice, der Zeitung las und einen Café Crème trank.
»Guten Morgen. Gut geschlafen?«, erkundigte er sich.
»Ja, wunderbar. Und Sie?« Sie setzte sich ihm gegenüber, wo ein unbenutztes Gedeck auf sie wartete.
»Ich auch.« Er lächelte sie an.
»Kann mich Daniel heute Vormittag nach Bordeaux fahren?«, fragte Lara und nahm ein Croissant aus dem Körbchen, das auf dem Tisch stand.
»Er ist gerade mit der Haushälterin zum Einkaufen losgefahren. Danach, wenn Sie wollen. Ich will jetzt in meinem Weingut und auf meinem Gestüt nach dem Rechten sehen. Möchten Sie vielleicht mitkommen?«
»Ja, richtig: Wein, Pferde und Immobilien.« Lara erinnerte sich, dass Brice als avisierter Unternehmer galt, dem seine Geschäfte und Investitionen in den letzten Jahren angeblich mehr Millionen eingebracht hatten als die Filmrollen.
»Vergessen Sie nicht die Herrenkosmetik.« Vergnügt klopfte er sich auf die zart gebräunte Wange.
»Stimmt. Für die Anti-Aging-Produkte sind Sie selbst Ihr bestes Modell«, erwiderte sie kess. »Ist Ihr Aftershave auch Ihre eigene Kreation?«
»Natürlich. Ich habe es in erster Linie für mich selbst kreieren lassen.«
»Es riecht sehr verführerisch. Macht bestimmt jede Frau schwach. Obwohl Sie dafür mit Sicherheit noch nie die Hilfe eines Duftes nötig hatten.«
»Sie flirten ja mit mir«, stellte er amüsiert fest.
»So kurz vor dem Abschied werde ich mutig.« Lara verrührte lächelnd Zucker in ihrem Kaffee, den Henri ihr inzwischen eingeschenkt hatte. »Gibt es eigentlich noch dieses Damenparfüm unter Ihrem Namen – wie hieß es noch gleich?«
»Temps d’amour.«
Allein schon, wie er mit seiner rauen Stimme das Wort amour aussprach, schickte Lara einen wohligen Schauer über den Rücken. Und sein Blick, jetzt nicht mehr prüfend, sondern voller Schalk und Interesse in ihre Augen versenkt, gab ihr den Rest. Himmel, rief sie sich streng zur Ordnung. Jetzt verliebe dich nicht noch wirklich in ihn. In einer Stunde siehst du ihn nie wieder, außer im Fernsehen.
»Richtig, temps d’amour. Ich habe es geliebt als junge Frau. Es wurde nur kurze Zeit in den Neunzigern hergestellt, oder?«
»Genau. Sie haben meine Frage noch nicht beantwortet.«
»Ja. Die Antwort ist Ja.« Lara hatte inzwischen vergessen, was die Frage gewesen war, aber sie wollte sich nicht die Blöße geben zuzugeben, dass ihr kleiner Flirt sie so aus dem Tritt gebracht hatte.
»Gut, ich freue mich. Dann fahren wir los, sobald Sie gefrühstückt haben.«
Brice setzte sich selbst ans Steuer seines Mercedes Cabrio, und das nicht nur, weil Daniel mit der Limousine zum Einkaufen unterwegs war.
»Hin und wieder fahre ich gern selbst, damit ich es nicht verlerne«, erklärte er. »Nur den Stadtverkehr kann ich nicht leiden, da lasse ich mich lieber fahren.«
Brice’ Weingut lag im Médoc, jener fruchtbaren Region zwischen Bordeaux und Atlantikküste, die Weine hervorbrachte, die zu den besten der Welt gezählt wurden. Zahlreiche Schlösser verschiedener Größen und Epochen lagen an der route des vins, der berühmten Weinstraße, die dem Verlauf der Garonne folgte, bis sie zusammen mit der Dordogne in die Gironde mündete.
Lara war früher oft mit ihrem Mann und Sohn die route des vins entlanggefahren. Oder zum Baden an die langen Strände von Lacanau und Arcachon.
»Ich liebe diese Gegend«, sagte sie wehmütig aus ihren Gedanken heraus. »So nahe am Meer und Strand, und die vielen Kiefernwälder, die Seen, die Weinberge und Schlösser … Und auch die geheimnisvollen nebligen Wälder der Landes und der Gascogne. Ich habe das vermisst in all den Jahren.«
»Für mich ist Aquitanien auch die schönste Region Frankreichs. Liegt sicher daran, dass es meine Heimat ist. Warum sind Sie nie wieder hergekommen, wenn Sie es so lieben?«
Sie seufzte. »Zu viele Erinnerungen. Noch vor zehn Jahren hätte ich es nicht gekonnt.«
»Verstehe.« Er warf ihr einen nachdenklichen Seitenblick zu.
»Außerdem, seit Benjamin aus dem Gröbsten raus ist, sind wir oft ins außereuropäische Ausland in Urlaub gefahren. Wir wollten was von der Welt sehen.«
»Das ist nur zu verständlich.« Brice lenkte den Wagen in die breite Auffahrt eines imposanten Schlosses aus dem siebzehnten oder achtzehnten Jahrhundert. »Wir sind da. Darf ich vorstellen: Châteaux Montaigneux.«
»Wow, das Schloss ist nach Ihnen benannt worden?«
Er lachte. »Nein. Es hat noch immer seinen alten Namen, und unter diesem wird auch der Wein vermarktet. Aber Châteaux Montaigneux würde gut klingen, finden Sie nicht?«
»Allerdings! Warum leben Sie nicht hier?«
»Weil ich mein Landhaus schon vorher hatte und daran hänge. Ich finde es auch gemütlicher als ein zugiges altes Schloss, wo ständig was repariert werden muss. Außerdem wollte ich nicht die Familie auf die Straße setzen, die seit Generationen darin lebt. Sie sind nach wie vor Geschäftsführer des Weingutes und verstehen sehr viel von Weinherstellung. Im Gegensatz zu mir. Aber ich versuche, ständig dazuzulernen. Ich werde Ihnen was davon zeigen.«
In der folgenden Stunde führte Brice Lara über das Weingut, ließ sie von den heranreifenden Trauben kosten und zeigte ihr den feuchtkalten Weinkeller, wo der Médoc in großen Holzfässern gelagert wurde. Es schien ihm Freude zu machen, ihr alles zu erklären, er wirkte fast wie ein kleiner Junge, der seine Eisenbahn vorführen wollte.
Lara fragte sich plötzlich, ob er wohl einsam war und deshalb solchen Gefallen an ihrer Gesellschaft fand. Sie rief sich ins Gedächtnis, was sie...




