Strick | Lava und Wellen: Tod auf dem Vulkan | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 264 Seiten

Reihe: La Réunion-Krimi

Strick Lava und Wellen: Tod auf dem Vulkan

Kriminalroman
19001. Auflage 2019
ISBN: 978-3-492-98499-7
Verlag: Piper Spannungsvoll
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kriminalroman

E-Book, Deutsch, Band 1, 264 Seiten

Reihe: La Réunion-Krimi

ISBN: 978-3-492-98499-7
Verlag: Piper Spannungsvoll
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein spannender Krimi um einen Mord auf La Réunion: Lucien Mahés erster Fall! Kurz vor dem Ausbruch des Piton de la Fournaise auf La Réunion wird nahe des Kraters die Leiche des Vulkanologen Xavier Lefèvre entdeckt. Seine Witwe Melissa beauftragt den ehemaligen Pariser Kriminalkommissar Lucien Mahé mit privaten Nachforschungen, denn der örtliche Kommissar Pascal Talon ist mit ihrer Familie verfeindet und würde ihr nur zu gerne den Mord in die Schuhe schieben.  Im Zuge der Ermittlungen, bei denen Lucien immer wieder mit Talon aneinander gerät, findet er heraus, dass etliche Leute ein Motiv für den Mord haben könnten. Und zweifelt sogar an Melissas Unschuld, während er gleichzeitig unerwünschte Gefühle für sie entwickelt. Dann trifft seine Tochter überraschend auf der Insel ein und wird zu Luciens Leidwesen in die Ermittlungen hineingezogen...

Sabine Strick wurde 1967 in Berlin geboren und wuchs dort auf. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits als Kind und sie begann mit siebzehn, an ersten Romanen zu arbeiten. Doch erst 2017 entschloss sie sich, endlich die notwendigen Schritte für Veröffentlichungen in die Wege zu leiten. Dann ging auf einmal alles recht schnell - neben verschiedenen anderen Publikationen erscheint der erste Band ihrer Krimi-Reihe 2019 bei Piper Spannungsvoll.
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PROLOG


Kriminalkommissar Pascal Talon saß in seinem Büro im Hôtel de Police in Saint-Pierre und korrigierte missmutig die Einsatzpläne seines Teams für die nächsten Tage. Der bevorstehende Vulkanausbruch auf La Réunion hatte seine Planung wieder einmal durcheinandergeworfen, da die meisten seiner Mitarbeiter der Gendarmerie angehörten und somit ebenfalls für die Sicherheit des Départements zuständig waren.

Sergent Pierre-Eric Bonnard betrat das Büro nach kurzem Anklopfen. »Mon Commandant, wir müssen sofort los zum Piton de la Fournaise. Dort wurde gerade eine Leiche gefunden.« Aus seinen jungen Augen leuchtete die Abenteuerlust.

»Wir sollen auf den Piton? Das Ding kann jeden Moment ausbrechen!«, sagte Talon entrüstet. »Sollte es schon letzte Nacht.«

»Im Observatorium meinen sie, in den nächsten Stunden wird er nicht ausbrechen. Frühestens am späten Nachmittag. Die Vulkanologen sind es auch, die den Toten entdeckt haben.«

»Ein neugieriger Tourist wahrscheinlich? Verdammt, es ist doch alles abgesperrt!« Gelegentlich wurden erfrorene oder dehydrierte Wanderer gefunden, die vom Weg abgekommen waren. Normalerweise mussten die Mitarbeiter der Kriminalpolizei deshalb jedoch nicht auf den Vulkan steigen.

»Kein Tourist, sondern der Leiter des Observatoriums. Hat wohl eine schwere Kopfverletzung. Und bei seiner Bedeutung auf der Insel …«

»Xavier Lefèvre?«, unterbrach ihn Talon ungläubig.

»Kennen Sie ihn persönlich?«

»Ich kenne seine Frau.« Er verzog grimmig das Gesicht. »Flüchtig.«

»Seine Frau hat heute Morgen bei der Wache in Le Tampon angerufen und wollte ihn als vermisst melden, weil er nachts nicht nach Hause gekommen ist. Aber nach zwölf Stunden Abwesenheit ist es für eine Vermisstenmeldung ja noch zu früh. Offenbar hat sie danach seine Kollegen alarmiert. Die haben mit dem Rettungshubschrauber nach ihm gesucht und ihn leblos an der Südflanke des Vulkans gefunden. Einer der Vulkanologen hat die Polizei benachrichtigt. Und da Xavier Lefèvre nicht irgendwer ist, wurde Général Delaborde informiert, und der hat entschieden, dass die Kriminalpolizei sich das vor Ort ansehen soll.«

Talon erhob sich und betrachtete verdrossen seine eleganten Halbschuhe aus poliertem Leder. »Soll ich damit etwa auf den Piton klettern?«

»Sie können sich Stiefel von einem der Gendarme ausborgen«, bot Pierre-Eric beflissen an.

»Nicht nötig«, knurrte Talon. »Zufällig hab ich welche in meinem Spind, zusammen mit meiner Uniform. Wo genau liegt die Leiche?«

Der Sergent trat an die Landkarte der Insel Réunion, die an der Wand hing und fuhr suchend mit dem Finger über das Gebiet des Piton de la Fournaise. Er tippte auf eine Stelle südlich des Hauptkraters.

»Hier, glaube ich. So in etwa.«

Der Kommissar ahnte Arges. »Und bis wohin führt die Straße?«

»Äh … bis hier. Ungefähr vier Kilometer entfernt.«

Talon fluchte leise. »Wir nehmen den Helikopter«, entschied er. Die Sachlage rechtfertigte dies vollkommen. »Wo treffen wir den Vulkanologen, der uns den Weg zeigt?«

»Ich habe ihm gesagt, dass Sie ihn zurückrufen und das mit ihm besprechen, mon Commandant.« Pierre-Eric hielt ihm einen Zettel mit einer Handynummer hin.

»Na schön, ich rufe den gleich an.« Talon stürzte seinen lauwarm gewordenen Kaffee in einem Zug hinunter. »Verständigen Sie den Rechtsmediziner und die Spurensicherung, Bonnard.«

Eine halbe Stunde später landete der Polizeihubschrauber auf der großen Wiese neben dem Vulkanobservatorium in La Plaine-des-Cafres. Dort wartete bereits der Rettungshubschrauber, der die Leiche nach der kriminalistischen Untersuchung abtransportieren sollte und dessen Pilot nun wieder die Rotoren anließ. Ein hochgewachsener dunkelhaariger Mann im roten Overall trat aus dem holzverkleideten Gebäude des Observatoriums, lief geduckt zur Tür des Polizeihelikopters und setzte sich auf den freien Platz neben dem Kommissar. Dieser wandte sich zu dem Vulkanologen und reichte ihm die Hand.

»Bonjour. Ich bin Kriminalkommissar Pascal Talon.«

»Marc Vergnier, stellvertretender Leiter des Observatoriums«, antwortete der andere und setzte sich das Headset auf, das als Lärmschutz diente und die Kommunikation mit den anderen Passagieren erleichterte. Der Helikopter hob wieder vom Boden ab.

»Sie haben den Toten also gefunden.«

Der Vulkanologe nickte betrübt. »Mein Chef.«

»Konnten Sie ihn eindeutig identifizieren?«

»Ja. Er liegt halb auf dem Bauch, und ich habe ihn vorsichtshalber ein wenig angehoben, um das Gesicht besser zu sehen. Es ist eindeutig Xavier Lefèvre.«

Talons zog die Augenbrauen zusammen. »Sie haben den Toten bewegt?«

»Ich konnte ja nicht sicher sein, dass er tot ist, oder? Hätte ja sein können, er lebt noch und braucht Hilfe. Da musste ich doch nachsehen. Und schließlich habe ich eine Ersthelfer-Ausbildung.«

»Schon gut.«

»Äh … mal ’ne andere Sache …« Lieutenant Ahmed Boukalif vom kriminaltechnischen Dienst, der neben dem Piloten saß, trommelte mit den Fingern auf seiner Armlehne herum. »Wie dicht neben dem Toten ist der Helikopter gelandet?«

»Oh, oh!« Talon wusste, worauf er hinauswollte und verzog das Gesicht, als habe er Zahnschmerzen.

»Nun ja, nicht direkt daneben. Ist mir schon klar, dass der Wind der Rotoren einiges aufwirbeln würde.«

»Wie dicht?«, insistierte Boukalif.

»So etwa fünfzig Meter entfernt.«

»Ach du Scheiße.« Talon seufzte, und Boukalif schlug genervt die Hand vor die Stirn.

»Wieso?«

»Ein Helikopter sollte mit mindestens zwei Kilometern Abstand zu einem Tatort landen, sonst pusten die Luftverwirbelungen mögliche Spuren weg und verunreinigen den Tatort mit allem, was so auf der Erde liegt.«

»Nicht Ihr Ernst! Zwei Kilometer? Das wusste ich nicht. Außerdem wusste ich bei der Landung ja noch nicht mal, dass es vielleicht ein Tatort ist. Ich habe meinen Vorgesetzten leblos am Boden liegen sehen und wollte ihm so schnell wie möglich Erste Hilfe leisten«, verteidigte sich der Vulkanologe. »Und nicht erst eine halbe Stunde wandern müssen, bis ich ihn erreiche. Und es ist auch nicht so, dass ein Helikopter nach Belieben überall auf diesem Vulkan landen kann.«

»Ja, verstehe.« Talon dachte nach. Nun, da der Tatort ohnehin verunreinigt war, würde es ihnen ebenfalls einen Fußmarsch ersparen. Wie so oft siegte seine Bequemlichkeit über seine berufliche Sorgfalt. Der starke Wind, der über das Gebiet des Vulkans wehte, hatte die feinen Spuren sowieso bereits verweht. Vermutlich war es eh kein Tötungsdelikt, und er vergeudete nur seine Zeit.

»Da liegt er.« Vergnier beugte sich vor und gab dem Piloten ein Zeichen.

Talon spähte nach unten und erblickte einen reglos daliegenden Mann in einem leuchtend roten Anorak inmitten dieser mond- und marsartigen Landschaft aus dunklem und rötlichem Lavabasalt.

Der Helikopter landete auf einer der wenigen flachen Stellen in all dem Auf und Ab von Lavagestein, Fissuren und winzigen Kraterkegeln etwa hundert Meter von dem Mann entfernt. Der Rettungshubschrauber, der ihnen gefolgt war, landete kurz darauf in einigem Abstand auf der nächsten geeigneten Fläche. Die Kriminalbeamten, der Rechtsmediziner Frédéric Fougère und Marc Vergnier sprangen aus den Hubschraubern, luden die Köfferchen mit ihren Ausrüstungen aus und machten sich auf den Weg. Die Piloten blieben bei den Helikoptern.

Talon war noch nie auf dem Piton de la Fournaise gewesen, obwohl er nun schon seit über zwei Jahren auf La Réunion lebte. Er war kein Wanderfreund und hatte sich bisher lediglich von seiner Familie zu Touren in den üppig begrünten Talkessel Cirque de Cilaos überreden lassen.

Während Dr. Fougère und Ahmed Boukalif in ihre weißen Schutzoveralls aus dünnem Plastik schlüpften, blickte Talon sich um. Zuerst, um die unmittelbare Umgebung des Tat- oder Unfallortes zu prüfen, dann schweifte sein Blick über die Landschaft. Die Sicht war klar, und er musste zugeben, dass das Panorama unbeschreiblich schön war. Der bedrohlich wirkende grau-schwarze Vulkankegel stand in faszinierendem Kontrast zu den saftig grünen Regionen an seinem Fuß. Wenn man höher auf den Hauptkrater kletterte, konnte man wahrscheinlich auch den türkisblauen Indischen Ozean dahinter sehen. Die Lufttemperatur hatte sich um mindestens 15 Grad Celsius abgekühlt, und es pfiff ein scharfer Wind, doch der Lavaboden unter seinen Sohlen fühlte sich beunruhigend warm an.

»Er hatte selbst Anweisung gegeben, dass keiner mehr auf den Piton gehen sollte«, äußerte Vergnier und erinnerte Talon daran, dass er nicht wegen der Aussicht hier war. »Ich verstehe nicht, warum er im Alleingang hinauf ist. Generell machen wir so was nur mindestens zu zweit, damit im Notfall immer einer Hilfe holen kann.«

»Vielleicht war ja jemand bei ihm – sein Mörder«, gab der Kommissar zu bedenken.

»Glauben Sie wirklich, dass er ermordet worden sein könnte? Oh mein Gott – ich bin von einem Unfall ausgegangen.«

»Zurzeit wissen wir noch gar nichts«, schränkte Talon ein. »Deswegen sind wir ja hier – um alles gründlich zu untersuchen. Und bitte, halten Sie sich im Hintergrund. Wir wollen doch den Tatort nicht mit noch mehr Fremdspuren belasten.«

Vergnier zuckte die Schultern und trat einige Schritte zurück. »Da ich ihn vorhin berührt habe, sind meine Spuren wahrscheinlich ohnehin an ihm zu finden, tut mir leid.«

Wohl oder übel musste Talon den Blick von der faszinierenden Landschaft lösen und ihn dem weniger erfreulich anzusehenden Toten zuwenden.

Der mittelgroße, sportlich gekleidete Mann lag mit dem Kopf hangabwärts auf einem leicht abschüssigen Pfad halb...



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