E-Book, Deutsch, Band 2
Strick Trügerisches Paradies
2. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96817-988-9
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 2
Reihe: Dominique Demesy ermittelt-Reihe
ISBN: 978-3-96817-988-9
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Es geht weiter mit den spannenden Fällen für Privatdetektiv Dominique Demesy
Der fesselnde Cosy Krimi für Fans von Abenteuern und Reisen
Der französische Privatdetektiv Dominique Demesy und seine Tochter Jennifer arbeiten für eine renommierte Detektivagentur in Indien, deren zu lösende Fälle beide quer durch die ganze Welt führen. Waren sie eben noch auf der Suche nach gestohlenen Edelsteinen in Thailand, sind sie nun in einem Luxushotel auf den Seychellen, um einer Erpresserbande das Handwerk zu legen. Doch bald führt ihn ein Auftrag nach Shanghai, wo Dominique zwischen die Fronten zweier Geheimdienste gerät. Als wäre das nicht alles schon genug, muss er nach Istanbul, um dort die Profidiebin Giuliana Capriani zu überführen. Dominique rechnet jedoch nicht damit, dass er sich verlieben und dann noch in Lebensgefahr geraten würde …
Dies ist eine überarbeitete Neuausgabe des bereits erschienenen Titels Tödliche Nächte.
Erste Leser:innenstimmen
„Der Roman ist halb Krimi und halb Lebens- und Liebesgeschichte des französischstämmigen Protagonisten, was ich sehr reizvoll fand.'
„Das Insiderwissen über Indien wirkte nicht angelesen, sondern als hätte es die Autorin selbst erlebt!“
„Die Dialoge waren hervorragend entworfen.“
„Die Charaktere sind sehr tiefschichtig und glaubwürdig menschlich gezeichnet, ich hatte bald das Gefühl, sie lange zu kennen.“
„Perfekter Cosy Krimi zum Schmökern und sich in ferne Länder träumen!“
Sabine Strick wurde in Berlin geboren und wuchs dort auf. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits als Kind und sie begann im Alter von siebzehn Jahren, an ersten Romanen zu arbeiten. Doch erst 2017 entschloss sie sich, endlich die notwendigen Schritte für Veröffentlichungen in die Wege zu leiten. Und dann ging auf einmal alles recht schnell: Sie wird nun von der Agentur Ashera vertreten und veröffentlicht seit 2018 mehrere Romane in verschiedenen Genres bei verschiedenen Verlagen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1
New Delhi, 1992
Leise betrat Dominique Demesy die dunkle Wohnung. Es war ein Uhr nachts, und er hoffte, dass Jaclyn, seine Partnerin im Leben und im Beruf, bereits schlief. Er schlich ins Schlafzimmer und schlüpfte aus seiner Hose. Als er seine Socken auszog, wurde das Licht der Nachttischlampe angeknipst, und Jaclyn blinzelte ihm entgegen.
„Du bist noch wach?“, fragte er.
„Ich konnte nicht einschlafen.“ Sie hielt sich die Hand zum Schutz gegen das Licht über die Augen und musterte ihn prüfend. „War ja ein langer Tag für dich.“
„Das kann man wohl sagen.“ Dominique begann sein Hemd aufzuknöpfen. „Ich habe jemanden beschattet, zusammen mit Bikram Gupta, und das hat kein Ende genommen.“
„Trägt Gupta jetzt langes blondes Haar und Minirock?“, fragte sie spitz. „Oder war das die Zielperson, die du verfolgt hast?“
Er starrte sie schuldbewusst an. „Wie kommst du darauf?“
Jaclyn stieg aus dem Bett, trat langsam auf Dominique zu und griff prüfend nach seinem weißen Hemdkragen, auf dem sich eigenartige Flecken abzeichneten. „Make-up“, stellte sie mit gespielter Überraschung fest. „Und ich habe gedacht, das Mädchen hätte echte Sonnenbräune!“
„Ach, du meinst Pamela“, sagte Dominique mit erzwungener Nonchalance.
„So, so, das war also Pamela.“
„Ja, sie ist mal wieder auf Stippvisite in Delhi. Wir haben uns zufällig getroffen.“ Pamela war eine Flugbegleiterin der PAN AM, mit der er eine kurze Affäre gehabt hatte, bevor er Jaclyn kennengelernt hatte.
„Und vor lauter Freude über diesen Zufall hat sie sich dir an den Hals geworfen“, folgerte Jaclyn sarkastisch.
„Wir haben zusammen mit ihren Kollegen ein paar Drinks an der Hotelbar genommen“, gab Dominique zu. „Und sie hat mich zur Begrüßung und zum Abschied umarmt. Das ist alles, du wirst deswegen doch wohl nicht eifersüchtig werden oder mir eine Szene machen.“
„Ich mache keine Szene, ich treffe nur Feststellungen“, erwiderte sie kühl. „Und diese Feststellung ist, dass ihr nach den Drinks um 20.45 Uhr auf ihr Zimmer gegangen seid, und du erst jetzt nach Hause kommst. Natürlich kann man annehmen, dass sie dir lediglich gezeigt hat, wie hübsch die Zimmer des Hotels Taj Mahal sind, und ihr danach weiterhin um die Häuser gezogen seid“, fuhr sie ironisch fort. „War es so?“ Wie immer beherrschte sie sich gut, in ihren hübschen Gesichtszügen zeichneten sich weder Verletzung noch Verärgerung ab, aber gerade diese Selbstkontrolle machte Dominique wütend.
„Was soll ich davon halten, dass du mir jetzt nachspionierst?“, fragte er gereizt, ganz nach seiner Devise, dass Angriff die beste Verteidigung war.
„Ich habe dir nicht nachspioniert. Ich hatte heute Abend lange im Büro zu tun, und Mr Stacy suchte dich vorhin ganz dringend“, erklärte sie. „Du hast ja deinen Pieper im Büro liegen lassen. Gupta wusste, dass du ins Hotel Taj Mahal gefahren bist, nachdem ihr mit eurer Beschattung fertig wart. Da es auf meinem Nachhauseweg lag, habe ich angeboten, dir Bescheid zu sagen. Du bist gerade mit Blondie aus der Bar gekommen, und ich habe nur noch gesehen, wie sich die Aufzugtüren hinter euch geschlossen haben. Da ich nicht wusste, wie deine Begleitung hieß, konnte ich nicht an der Rezeption nach ihrer Zimmernummer fragen.“
„Was wollte Stacy?“, versuchte Dominique abzulenken.
„Es geht um eine brisante Entwicklung in deinem neuen Auftrag. Ich habe Stacy angerufen und ihm gesagt, dass ich dich nicht gefunden habe. Was tatsächlich der Fall gewesen wäre, wenn ich ein paar Minuten später gekommen wäre.“
„Es tut mir leid“, murmelte er unangenehm berührt.
„Mach dir nichts draus. Stacy war zwar ziemlich ungehalten, aber er beruhigt sich auch wieder. Er denkt jetzt über die Anschaffung von Mobiltelefonen nach. Ist der große Renner in den USA. Nützt natürlich auch nur, wenn du es nicht irgendwo liegen lässt.“
„Jaclyn, das mit Pamela hat keine Bedeutung.“
Sie lachte bitter auf. „Du betrügst mich, und es hat nicht einmal eine Bedeutung für dich, das höre ich gerne!“
„Du weißt genau, wie es gemeint war.“ Dominique zog das Hemd mit den verräterischen Spuren aus und warf es wütend auf einen Stuhl. „Es tut mir leid“, wiederholte er. „Ich hatte es nicht geplant, es ist einfach passiert. Es ist mit mir durchgegangen, das hat mit uns beiden nichts zu tun.“
Schweigend ging sie ins Bett zurück, zog sich die Decke bis zu den Ohren und drehte Dominique den Rücken zu. Er verschwand kurz im Bad, um sich die Zähne zu putzen. Geduscht hatte er bereits bei Pamela. Schließlich legte er sich neben Jaclyn und löschte das Licht, konnte jedoch nicht einschlafen. Er hörte Jaclyn leise weinen, zum ersten Mal, seit er sie kannte.
„Jacky, bitte“, murmelte er hilflos und legte ihr vorsichtig die Hand auf die Schulter.
„Siehst du sie öfter?“, schluchzte sie.
„Nein. Es war das erste Mal, dass ich dich betrogen habe, und es wird auch das einzige Mal bleiben, das schwöre ich dir. Ich liebe dich, Jaclyn.“
„Nicht mehr so wie zu Anfang“, sagte sie leise. „Irgendwas hat sich zwischen uns verändert.“
Dominique leugnete nicht. „Ich weiß nicht, ob ich dafür geeignet bin, auf Dauer mit einer Frau zusammenzuleben“, gab er zu. „Ich bin wohl zu sehr an ein unabhängiges Single-Leben gewöhnt.“
Sie drehte sich zu ihm herum. „Hast du den Eindruck, dass ich dir deine Freiheit nehmen will?“
„Nein, eigentlich nicht. Unabhängiger als dich kann ich mir eine Frau kaum vorstellen.“
„Vielleicht willst du ja lieber ein Heimchen am Herd, das ständig für dich da ist?“
„Nein, bestimmt nicht. Aber bei dir habe ich das Gefühl, dass du mich im Grunde gar nicht brauchst.“
„Unsinn. Nur weil ich gut alleine klarkomme, heißt das nicht, dass ich dich nicht brauche. Aber vielleicht sind wir zu schnell zusammengezogen“, meinte sie nachdenklich. „Wir hatten keine Zeit, uns langsam aufeinander einzustellen.“
„Ja, schon möglich. Aber du hast dich in Delhi einsam gefühlt und ich hatte es satt, auf der Couch zu schlafen, während sich Jenni in meinem Schlafzimmer breitgemacht hat.“
„Ihr hättet ja tauschen können.“
„Wie du weißt, gab es mit Jennifer schon so genug Spannungen.“
„Du kannst nicht immer wegrennen, wenn nicht alles so unbeschwert ist, wie du es gerne hättest, Nick.“ Jaclyn griff nach einem Kleenex und putzte sich die Nase. „Du bist in deinem Gefühlsleben nicht richtig erwachsen – deswegen kannst du auch nicht dauerhaft mit einer Frau zusammenleben. Sobald es Probleme gibt, hast du keine Lust, sie zu lösen. Du machst einfach Schluss, stimmt’s?“
„Ach, hör auf, das führt doch zu nichts.“
„Vielleicht läuft es ja auch deswegen mit uns schief. Wir wissen beide, dass es zu nichts führt.“ Jaclyn stützte sich auf einen Unterarm und sah auf Dominique hinunter.
Er runzelte die Stirn. „Was meinst du?“
„Nächsten Monat kommt Peter wieder. Wir haben das Thema immer wieder aufgeschoben, aber jetzt sollten wir endlich mal ernsthaft darüber sprechen – auch wenn dir solche Art von Gespräch verhasst ist.“
„Du weißt, dass Rajiv gekündigt hat. Ich bin sicher, dass du seinen Platz einnehmen kannst, wenn Peter wieder da ist.“
„Ja. Mr Stacy hat es mir bereits angeboten. Er erwartet meine Entscheidung. Und Langmaster in London will auch wissen, ob ich nun im Oktober zurückkomme oder nicht.“
Jaclyn arbeitete eigentlich für das Londoner Büro der Detektivagentur und war lediglich für ein Jahr nach Indien versetzt worden, um Dominiques Kollegen Peter Hestersant zu vertreten, der sich hatte beurlauben lassen, um persönliche Angelegenheiten in den USA zu regeln.
„Und wie wirst du dich entscheiden?“
„Wenn du sagst, dass du mit mir nach London gehst, würde ich mich sofort für London entscheiden.“
„London? Ewiges Nieselwetter und steife britische Manieren … Nein, das kannst du nicht von mir verlangen“, sagte er ablehnend.
„Ich habe es nicht verlangt, ich habe es nur vorgeschlagen. Es regnet nicht ständig, und die meisten Leute sind sehr cool.“
„Trotzdem. Großbritannien liegt mir nicht. Ich habe seit unserem Gespräch im Juli immer wieder darüber nachgedacht. Allenfalls kann ich mir vorstellen, irgendwann nach Frankreich zurückzukehren und mir dort etwas aufzubauen. Am besten im sonnigen Süden. Wir könnten das zusammen tun.“
„Mein Französisch ist nicht gut genug, um dort als Detektivin zu arbeiten“, wandte sie ein.
„Es war gut genug, um ein Jahr in Frankreich zu leben. Du würdest dich sehr schnell wieder zurechtfinden.“
„Das ist lange her. Und ich muss gestehen, ich habe Heimweh nach England.“
Sie schwiegen beide.
„Willst du, dass wir Schluss machen?“, fragte Dominique schließlich gepresst. „Möchtest du lieber nach London in dein altes Leben zurückkehren – allein?“
„Ungern ohne dich.“
„Lass mir noch ein bisschen Zeit“, bat er. „Wir könnten zu Weihnachten nach London fliegen. Und wenn du wieder dort bist, wirst du vielleicht feststellen, dass du es gar nicht mehr so erstrebenswert findest, dort zu leben. Sag Stacy und Langmaster, du willst noch ein halbes Jahr hierbleiben. Nur ein halbes Jahr, bitte, Jacky.“
„Ach, was wird das schon ändern.“ Ein verärgerter Blick ihrer grünen Augen streifte ihn. „Du wirst dich in einem halben Jahr auch nicht entscheiden können.“
„Sag mir, dass du mich noch liebst“, murmelte er und zog sie in seine Arme.
„Es ist ein schlechter...




