E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Strobach / Reichlin-Meldegg Das Beste kommt jetzt!
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-99040-570-3
Verlag: Kneipp Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
So gehe ich glücklich, gelassen und gesund in die zweite Lebenshälfte
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
ISBN: 978-3-99040-570-3
Verlag: Kneipp Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Hundert Jahre alt zu werden, wird immer wahrscheinlicher, so die aktuelle Forschung. Ein Weg dahin heißt „Achtsamkeit“: Im Moment sein, innehalten und eine freundliche Haltung zu sich selbst und der Welt entwickeln – Achtsamkeit ist mehr als nur ein Trend! Es ist die tägliche Übung, die zu einer Lebenshaltung wird, mit der wir gesund, gelassen und glücklich alt werden können.
Susanne Strobach und Hanni Reichlin-Meldegg wissen, wie wir körperlich und geistig fit ein hohes Lebensalter erreichen und genießen. Sie zeigen, dass der Weg der Achtsamkeit zum wahren Jungbrunnen werden kann. Aktuelle Erkenntnisse aus Altersforschung, Neurowissenschaft, Psychologie, Ernährung und Medizin kombinieren sie mit einfach in den Alltag integrierbaren, doch umso wirksameren Übungen.
Mit Beiträgen, u. a. aus den Bereichen Gender-Gesundheit, Medizin, Bewegung, Achtsamkeit und Positive Psychologie, von Dr. Markus Ebner, Prof.in Dr.in med. Alexandra Kautzky-Willer, Mag. Erwin Krall, Elisabeth Kirchmair, Mag.a Helga Luger-Schreiner, Dr. med. Wolf-Dieter Nagl, Dr. med. Florian Ploberger, Mag.a Petra Schwiglhofer, Dr.in med. Barbara Sciborsky, Mag. P. A. Straubinger.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
B
BEWEGUNG
Elisabeth Kirchmair ist Körpercoach und Haltungsexpertin nach der Methode „Cantienica® Körper in Evolution“. In ihrem Gastbeitrag zeigt Sie Ihnen, welchen Einfluss gute Haltung auf Ihren Körper hat. Freuen Sie sich auf eine „Bedienungsanleitung“ für den Körper!
Das ist ab 45 ganz normal!“ – „Alt soll man halt nicht werden, es nutzt sich eben alles ab.“ – „Alle in unserer Familie haben kaputte Füße/ Knie/Hüften oder Probleme mit dem Kreuz.“ Kennen Sie solche Glaubenssätze? Und: GLAUBEN Sie daran? Sind Sie überzeugt davon, dass Sie körperliche Einschränkungen hinnehmen müssen, allein aufgrund der Tatsache, dass Sie älter werden? Was aber wäre, wenn Ihr genialer Körper getrost 100 und mehr Jahre – im wahrsten Sinne des Wortes (ab) reibungslos – funktionieren würde, sofern Sie ihn nur richtig nutzen und benutzen?!
In diesem Sinne herzlich willkommen in diesem Kapitel! Genau das sollen die folgenden Seiten für Sie sein: eine konkrete Anleitung dafür, wie Sie sich Gesundheit und Beweglichkeit bis ins hohe Alter erhalten – oder wiederfinden – können.
Was Sie dazu brauchen: einen offenen Geist, Ihren wachen Körper, ein gesundes Maß an Selbstdisziplin und Konsequenz. Denn – da mache ich Ihnen nichts vor – wenn Sie die Gebrauchsanweisung für den anatomisch sinnvollen Gebrauch Ihrer Knochen und Muskeln nicht befolgen, können diese – und Sie! – langfristig nicht optimal funktionieren.
Die gute Nachricht: Sie haben 365-mal im Jahr eine neue Chance, damit zu beginnen! Und jeder Versuch zählt als Übung! Mit jedem einzelnen Impuls entstehen in Ihrem Gehirn, in Ihren Muskeln, Knochen, Bändern, Sehnen, Faszien neurologische und damit muskuläre Verbindungen. Je öfter Sie diese ansteuern, umso stabiler werden sie. „Gesund durch Haltung“ zu bleiben und zu werden, hängt also allein von IHRER Umsetzung ab! Und an unserer „Haltung“ gilt es ein Leben lang zu arbeiten, an der inneren wie an der äußeren.
Was Sie davon haben!
Eine intakte Körperintelligenz
Ein gesteigertes Körper- und Selbstbewusstsein
Kein altersbedingtes „Schrumpfen“
Keine haltungsbedingten Beschwerden am Bewegungsapparat, egal ob diese sich durch Fußdeformationen oder Kieferknirschen zeigen
Mehr Atemvolumen durch eine aufrechte Haltung samt aktiver Zwerchfellmuskulatur
Sofortige Abhilfe gegen jegliche Form der Inkontinenz (auch bei Männern nach Prostataeingriffen)
Gelingende Prävention gegen alle Formen der Beckenbodenschwäche (Organprolaps und -senkungen, Hämorrhoiden)
Selbsthilfe gegen alle diffusen Rücken-, Gelenks-, Nackenschmerzen, gegen Lymphstau und erschlaffte Muskeln (auch jene, die Schnarchen, Schlafapnoe oder Reflux verursachen)
Optimale Vorbereitung für operative Eingriffe am Bewegungsapparat (bzw. Nachbereitung), Freude und Schmerzfreiheit beim Sex (Stichworte: Scheidentrockenheit, eingesunkene Scheidenwände oder Organe, die „im Weg sind“, besser trainierte „Lust“muskeln)
Mehr Ausdauer beim Stehen und Gehen
Leichtere Beine, einen schwungvollen „runden“ Schritt, einen geschmeidigen Bewegungsablauf
Lust am Leben, Freude an Bewegung
Eine wunderbare Portion Selbstliebe, täglich frisch
Haben Sie Gusto bekommen auf nachhaltiges Körperglück?
Los geht's!
Kurzprogramm zum Neuprogrammieren Ihrer Haltung
Grundposition im Sitzen
Diese Aufspannungsatmung regelmäßig in Ihren Alltag eingebaut, hilft gegen das Ein- und Zusammensinken bei Müdigkeit, Stress oder emotionaler Belastung. Glücklichmachhormone hausgemacht!
Bitte setzen!
… aber aktiv! Nehmen Sie Platz auf der Vorderkante eines Sessels. Die Füße sind hüftgelenkschmal im zarten V ausgerichtet. Das Becken auf beiden Sitzknochen aus- und aufrichten, bis sich gedanklich vom Damm bis zum höchsten Punkt Ihres Kopfes (dem Kronenpunkt) ein kerzengerades vertikales Lot durch den gesamten Rumpf bildet und das Rückenmark frei fließt. Die Lippen sind hauchzart geöffnet. Dehnen Sie mit dem Atem die Länge zwischen Sitzknochen und Kronenpunkt aus, indem Sie in der Vorstellung zum Damm einatmen, den Atem als Längsinformation Richtung Kronenpunkt mitnehmen und mit dem dortigen Ausatmen wachsen. Größer werden. Machen Sie so 2–3 Atemzüge in Ihrem Tempo und spüren Sie, wie Sie sich „aufspannen“ wie ein Gummiband.
Die Arme nacheinander nach vorne oben anheben, die entspannten Finger miteinander verschränken, die Ellbogengelenke strecken (aber nicht durchdrücken) und diesen „Armrahmen“ weiter nach oben führen, bis im Optimalfall die Arme neben den Ohren sind, der Kopf zwischen den Armen schwebt. Die Zungenwurzel Richtung Gaumendach aufrichten. Fühlt sich Ihr Kopf leichter, der Hals länger an, sind die Schultern freier … genauso sollte es sein, Gratulation!
Für einen straffen Hals:
Außer beim Sprechen und Essen liegt die Zungenwurzel (also das hintere Ende Ihrer Zunge, nahe am Rachen) im Bestfall immer oben am Gaumendach, die Zungenspitze entspannt sich. So aktivieren Sie die sieben Schichten Ihrer Halsmuskulatur, was Ihrem Hals nicht nur Schwanenlänge schenkt, sondern auch Straffheit und ein automatisches Glattbügeln etwaiger Doppelkinnansätze. Sie befreien sich von nächtlichem Kieferknirschen und lassen jene Muskeln jubeln, die gegen Schnarchen und Schluckstörungen wirksam sind. Als angenehme Nebenwirkung lernen Ihre Gesichtsmuskeln, sich gegen die Schwerkraft zum Hinterkopf aufzuspannen. Schließlich wollen Sie gerne 100 Jahre alt werden, wie ich vermute, und es wird Ihnen nichts ausmachen, wenn Sie dabei aussehen wie 50, oder?
Aufspannungsturm
Dieser Aufspannungsturm dient auch als „Zwischendurchdehner“ gegen Verspannungen im Kopf-, Nacken-, Schulterbereich.
Den Beckenboden wecken und entdecken
Die Fußpunkte Fersenbeinmitte, Groß- und Kleinzehenballen hauchzart in die Unterlage stupsen und gleichzeitig so tun, als hätten die Mittelfüße kleine Saugnäpfe aktiviert (nennen wir es also saugstupsen) und so die Verbindung zu den Sitzknochen wecken. Sind Ihre Sitzknochen aktiv, so ist es auch Ihre Beckenbodenmuskulatur!
Verzeihen Sie bitte die Frage, aber: Sind Sie noch ganz dicht?
Die Bezeichnung „Beckenboden“ fasst einen Verbund von Muskulatur zusammen, der das knöcherne Becken unten abschließt und alle Beckenknochen miteinander verbindet. Untrainiert, durch Schwangerschaften, Fehlhaltung, Falschatmung, operative Eingriffe, Hormonveränderungen, genetisch schwaches Bindegewebe, erschlafft diese mehrlagige Muskelschicht und lässt die Organe, ebenso wie das Bindegewebe, vorzeitig altern. Durch die anatomisch sinnhafte Vernetzung der drei Lagen des Beckenbodens mit der Muskulatur des gesamten Beckens, des Rückens, des Bauches, der Hüften und der Oberschenkel wird das Becken optimal aufgerichtet. So entsteht ein Muskelkorsett, ein Powerbecken, das die ganze Haltung positiv beeinflusst, die Wirbelkörper und Gelenke schützt und Verschleißerscheinungen aller Art erfolgreich vorbeugt.
Den aufgespannten Rumpf schräg nach vorne neigen, als wolle Ihr Brustbein zwischen die Knie. Spüren, wie Kreuzbein und Steißbein voneinander wegziehen und der untere Rücken sich dehnt. Anknüpfend ans Saugstupsen Ihrer Füße, die Kraft Ihrer Fuß-, Bein- und Becken(boden)muskulatur vernetzen, die Sitzknochen einige Male kraftvoll zueinander pulsieren und so nach und nach das Gesäß vom Hocker heben.
Aufrichten, obwohl es abwärts geht
Die Sitzknochen Richtung Zimmerdecke ausrichten, die Hände auf der Beinrückseite verschränken. Knochen auseinanderziehen, so wie am Bild erkennbar: Schambeinunterrand zwischen den Beinen durch nach hinten-oben ausrichten, die Fersenbeine Richtung Boden, die Kniekehlen nach vorne, die Ellbogenspitzen zur Seite.
Je mehr Platz Sie zwischen Ihren Knochen, Gelenken und Wirbeln schaffen, umso intensiver wird die Dehnung, umso mehr vibrieren alle Ihre tiefen Muskeln, umso eher landen Ihre Hände plötzlich auf dem Boden. Aus der Mitte Ihrer Kniekehlen die Beinrückseiten dehnen, die Knie durchlässig halten.
Zurück in eine tiefe Hocke und möglichst leicht und aufgespannt zum Sitzen am Boden kommen.
Übergang kopfunter
Kopfunter
Und wieder aktiv hingesetzt
Den Rumpf zwischen den Sitzknochen und dem Kronenpunkt längs dehnen und aufspannen.
Aufspannungsturm
Auch Liegen kann aktiv sein!
Den aufgespannten Rumpf zur Rückenlage bringen.
Die Knochen, wie schon bekannt, ausrichten: Füße hüftgelenkschmal im zarten V. Die Wirbelsäule gefühlt parallel über dem Boden schweben lassen, Fleisch und Muskeln liegen auf. Die Arme zur Seite ausgerichtet.




