E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Bianca
Strom Mit Liebe habe ich nicht gerechnet
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-147-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Bianca
ISBN: 978-3-86494-147-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der erfolgreiche Unternehmer Rick Hunter ist Amerikas begehrtester Junggeselle - und will es auch bleiben! Doch seine geliebte Großmutter droht, ihn zu enterben, wenn er sich nicht bindet. Da kommt ihm die hübsche Allison gerade recht. Die natürliche junge Frau ist genau der Typ, den seine Großmutter sich wünscht. Und sie braucht dringend Geld für ihre wohltätige Stiftung. Also spendet Rick eine halbe Million Dollar, wenn Allison sich als seine neue Freundin ausgibt. Ein gewagter Deal, denn Rick hat nicht damit gerechnet, wie sehr er sich bald zu Allison hingezogen fühlt ...
Abigail Strom hat bereits mit sieben Jahren ihre ersten Geschichten geschrieben und konnte damit bis heute nicht aufhören. Sie war nervös und aufgeregt, als ihr erstes Buch unter Silhouette Special Edition, einer Reihe, die sie zuvor als Leserin für viele Jahre bewundert und geliebt hatte, veröffentlicht wurde. Sie arbeitet in Vollzeit als Personalspezialistin und lebt mit ihrer Familie in New England, USA. Schreiben Sie ihr eine E-Mail an: abigail@abigailstrom.com.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
„Ist es eigentlich schwer, eine Bank auszurauben?“
Sorgenvoll betrachtete Allison die Bilanzen auf ihrem Schreibtisch. Eine ihrer ehrenamtlichen Helferinnen, gleichzeitig ihre beste Freundin, war gerade mit einem Brief in der Hand in ihr Büro getreten.
„So schlimm?“, fragte Rachel mitfühlend.
„Wir könnten es auch mit einem Juwelenraub versuchen.“
„Wir ziehen uns schwarze Catsuits an“, schlug Rachel vor. „Und engagieren einen professionellen Dieb zur Unterstützung. Einen aus Ocean’s Eleven. Am liebsten einen, der aussieht wie George Clooney. Meinetwegen auch Brad Pitt.“
Allison schmunzelte. „Ich wäre eher für Cary Grant wie in Über den Dächern von Nizza. Aber ich bin ja auch altmodisch.“
Rachel nickte begeistert. „Die Idee gefällt mir immer besser.“ Dann wurde sie wieder ernst. „Okay, erzähl mir, was los ist.“
Seufzend schloss Allison die Augen und fuhr sich mit der Hand durch ihr kurzes braunes Haar. „Es war ein ziemlich mieser Tag. Kevin Buckley ist wieder im Krankenhaus. Ich habe es heute Morgen von seinen Eltern erfahren. Und unsere finanziellen Aussichten für das nächste Jahr sind auch ziemlich erschreckend. Seit der Wirtschaftskrise bekommen wir kaum noch Spenden. Wir müssen wohl oder übel einige Leistungen einschränken. Die Pläne für Megan’s House können wir auch verschieben – dieses Mal für wer weiß wie lang. Es wird schon schwer genug, überhaupt einige Programme am Laufen zu halten – ganz zu schweigen davon, etwas Neues auf die Beine zu stellen.“
Während sie die unerfreulichen Tatsachen aussprach, wurde sie immer deprimierter. Seit Jahren hatte sie davon geträumt, ein Haus für Familien mit krebskranken Kindern zu eröffnen. Bis vor Kurzem hatte sie noch gehofft, diesem Traum ganz nahe gekommen zu sein. Aber die Bilanzen vor ihr hatten ihn endgültig zunichtegemacht.
„Eines Tages wird es klappen“, murmelte sie jetzt halb zu sich und halb zu Rachel. Sie durfte sich in ihren Plänen nicht beirren lassen. Es war schließlich nicht das erste Mal, dass sie sich der harten Realität stellen musste. Wenn man eine Schwester an den Krebs verloren hatte – Megan war gerade vierzehn gewesen, als sie starb –, verlor man auch den Glauben daran, dass das Leben fair zu einem war.
„Es tut mir so leid.“ Rachel meinte es ernst, das wusste Allison. Doch ihre Miene war betrübter, als der Anlass es rechtfertigte.
„Hat dein Gesichtsausdruck etwas mit dem Brief in deiner Hand zu tun?“
Rachel nickte. „Leider habe ich weitere schlechte Nachrichten. Es geht um Julies Wunsch.“
Allison runzelte die Stirn. „Da kann doch gar nichts schiefgehen. Sie möchte nur den Geschäftsführer dieser Softwarefirma kennenlernen, der das Videospiel erfunden hat, das ihr so gut gefällt. Rick Hunter … oder so ähnlich. Er wohnt hier in Des Moines. Wo ist also das Problem?“
Hilflos hob Rachel die Schultern. „Er hat abgelehnt.“
Verärgert sah Allison sie an. „Das ist doch lächerlich! Er muss nicht einmal ins Flugzeug steigen. Sein Unternehmen besitzt dieses riesige Bürohaus auf der Grand Street. Er könnte zu Fuß zum Krankenhaus gehen, verdammt noch mal.“
„Er könnte, aber er will nicht. Stattdessen hat er uns eine Spende geschickt.“
Eine Spende. Natürlich.
Nicht, dass das Geld nicht willkommen wäre. Laut ihren Bilanzen konnten sie jeden Cent gebrauchen.
Aber sie wäre jede Wette eingegangen, dass Rick Hunter, Vorsitzender von Hunter Systems, nicht zum ersten Mal lieber sein Scheckbuch herausgezogen hatte, als seine Zeit zu investieren.
Und jetzt kaufte er sich vom Besuch einer kleinen Krebspatientin frei. Er schlug ihr einfach so ihren sehnlichsten Wunsch aus.
„Lass mich mal sehen“, bat Allison. Rachel gab ihr den Brief.
„Leider muss ich Ihre Bitte abschlägig bescheiden … sehr beschäftigt … zahlreiche Termine …“
Sie knüllte den Brief zusammen und zielte auf den Papierkorb, den sie um einen halben Meter verfehlte. „Sehr beschäftigt und zahlreiche Termine. Kannst du dir das vorstellen? Im vergangenen Jahr haben wir es geschafft, dass der Quarterback der Green Bay Packers eines unserer Kinder besuchte – und das sogar während der Football-Saison!“
Es war ein mieser Tag gewesen, und obwohl Rick Hunter nur zum Teil zu ihrer Enttäuschung beigetragen hatte, war er momentan das naheliegendste Ziel ihres Zorns.
Sehr nahe liegend sogar. Nur fünf Minuten mit dem Auto von ihrem Büro entfernt.
Sie schob ihren Stuhl zurück und stand auf.
„Du siehst ziemlich sauer aus“, stellte Rachel besorgt fest. „Du hast doch nicht etwa vor, etwas Verrücktes zu tun?“
„Kommt drauf an, was du für verrückt hältst. Ich möchte mich nur mal mit ihm unterhalten …“
Rachel riss die Augen auf. „Du willst ihn zur Rede stellen. Du wirst Rick Hunter anschreien. Allison, das kannst du nicht machen!“
„Nenne mir einen guten Grund, warum ich das nicht kann.“ Allison schaltete den Computer aus und griff nach ihrer Handtasche.
Rachel hatte sich mittlerweile an ihren Schreibtisch gesetzt und sortierte Akten und Papierstapel. „Zum einen, weil er reich ist. Er ist sogar verdammt reich. Zum anderen, weil er das beliebteste Videospiel der Welt erfunden hat. Er ist wichtig.“
„Julie ist auch wichtig.“
„Natürlich. Ich glaube nur … ah, da ist es ja“, verkündete sie unvermittelt und hielt ein Exemplar von People hoch.
„Was ist damit?“
Rachel schlug das Heft auf. Auf der linken Seite war ein Foto, auf der rechten stand ein kurzer Lebenslauf.
„Amerikas begehrtester Junggeselle“, sagte sie, als ob das alles erklärte.
„Wahrscheinlich hat Rick Hunter die Liste selbst zusammengestellt.“
„Na, wenn schon. Allison, schau ihn dir an. Du musst doch zugeben, dass man mit dem Mann andere Sachen machen könnte, als ihn anzubrüllen.“
Allison verdrehte die Augen, aber als Rachel ihr das Heft brachte, warf sie einen kurzen Blick darauf, um sie zufriedenzustellen.
Rick Hunter lag auf einem zerwühlten Bett, einen Ellbogen aufgestützt und ein Lächeln im Gesicht, als fände er die Person mit der Kamera amüsant. Er trug einen Smoking. Das Jackett hatte er abgelegt und die Fliege gelockert. Mit den Bartstoppeln am Kinn und der zerzausten Frisur strahlte er eine unterschwellige Dekadenz aus, als hätte er gerade eine sehr angenehme Zeit in diesem Bett verbracht.
Doch sein Blick hatte ganz und gar nichts Verruchtes. Seine Augen waren grün, und ihr Blick war wachsam, sogar ein wenig zurückhaltend, doch so intensiv, dass vermutlich jede Frau in seiner Nähe schwach geworden wäre.
Länger als beabsichtigt schaute sie in diese Augen. Als es ihr bewusst wurde, riss sie Rachel das Heft aus der Hand und warf es zurück auf ihren Schreibtisch.
„Zugegeben, er sieht dekorativ aus“, sagte sie. „Na und? Du rätst mir jetzt hoffentlich nicht, nett zu Rick Hunter zu sein, bloß weil er niedlich ist.“
„Welpen sind niedlich. Kätzchen sind niedlich. Dieser Mann ist fantastisch. Und ich meine wirklich großartig!“ Rachel schrie fast vor Begeisterung.
„Außerdem verwöhnt, selbstsüchtig, arrogant …“
„Das glaube ich nicht“, wandte Rachel ein. „Hast du den Artikel gelesen? Er …“
„Kein Interesse“, unterbrach Allison sie entschieden. „Er hat einem krebskranken Kind einen Korb gegeben. Dafür gibt es keine Entschuldigung, und das werde ich ihm sagen.“
Rachel griff nach ihrer Hand, als sie zur Tür lief. „Du musst erst nach Hause und dich umziehen.“
Allison schaute an sich hinunter. Wenn sie keine Verabredungen mit Krankenhausdirektoren oder wohlhabenden Menschenfreunden hatte, trug sie stets bequeme Kleidung – wie diese Jeans und das blaue Flanellhemd, dazu ein Paar alter Turnschuhe.
„Ich fahre nicht den ganzen Weg zu meiner Wohnung, um mich umzuziehen. Oder glaubst du, dass es in seinem Büro eine Kleiderordnung gibt?“
„Sehr komisch.“ Rachel griff nach ihrer Handtasche und begann darin herumzukramen. „Dann lass mich dich wenigstens ein bisschen schminken. Lippenstift, Mascara … irgendwas. Dein Gesicht ist vollkommen nackt.“
„Tut mir leid“, antwortete Allison entschlossen. „Das ist ein ganz spontaner Besuch.“
Rachel stellte die Handtasche auf ihren Schreibtisch. „Keine Frau würde zu Rick Hunter gehen, ohne sich vorher aufzubrezeln. Allison, du bist nicht normal.“
„Das habe ich schon mal gehört.“
„Ich hab dich trotzdem lieb.“ Rachel seufzte. „Viel Spaß beim Erstürmen der Burg.“
Rick Hunter hielt sich den Hörer vom Ohr, während seine Großmutter mit ihm redete. Mit der anderen Hand tippte er auf der Tastatur, und dazu konzentrierte er sich auf eine komplizierte Tabellenkalkulation.
„Nicht, dass ich prüde wäre … zu meiner Zeit hatte ich es faustdick hinter den Ohren, das kannst du mir glauben. Dein Großvater könnte dir Geschichten erzählen … wenn er noch am Leben wäre. Aber ich mag es gar nicht, dass mich alle möglichen Leuten anrufen, um über diesen schrecklichen Artikel zu diskutieren, in dem du übrigens als der ‚Playboy aus dem Mittleren Westen‘...




