Stuhr | Das Team 5: Die Sklaveninsel | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 240 Seiten

Reihe: Das Team

Stuhr Das Team 5: Die Sklaveninsel


10001. Auflage 2010
ISBN: 978-3-522-62019-2
Verlag: Thienemann Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 5, 240 Seiten

Reihe: Das Team

ISBN: 978-3-522-62019-2
Verlag: Thienemann Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ranjis Familie gehört zur reichen Oberschicht eines Inselstaats im Südchinesischen Meer. Seine Mutter kandidiert für das Amt der Premierministerin und hat den katastrophalen Umständen auf der Insel den Kampf angesagt. Doch dann wird Ranji entführt, um sie zur Aufgabe zu zwingen. Denn die mächtigen Fabrikanten wollen unbedingt verhindern, dass Kinderarbeit verboten wird. Zur selben Zeit schlägt der Zentralcomputer des Geheimdienstes I.B.F in London Alarm. Die Agenten Alex Wilken, Fiona Beck und François Brunèl, die auf der Insel sind, um die Fabrikanten zu überführen, die Kindersklaven beschäftigen, erhalten den Einsatzbefehl. Ihr Auftrag lautet: Ranji befreien und die Zukunft der Insel retten! Agententhriller ab 12 Jahren.

Michael Stuhr (Jahrgang 1950) arbeitete nach seiner Ausbildung als Werbemittelgestalter und Texter. Mit 35 Jahren brachte er sein Leben auf eine völlig neue Schiene und eröffnete ein Kunst- und Kunstgewerbegeschäft sowie eine Exportfirma, die es erforderlich machte, viel zu reisen und internationale Kontakte zu knüpfen. Er selbst bezeichnet sich als 'chronisch wissbegierig' und damit erklärt sich auch der etwas andere, untouristische Blickwinkel auf die Welt, der sich in seinen Büchern widerspiegelt. Fünfzehn unruhige Jahre später ergab sich die Gelegenheit, das Geschäft zu verkaufen. Derzeit arbeitet Michael Stuhr wieder als werbetechnischer Berater für verschiedene Firmen, bringt zusammen mit seiner Partnerin eigene Jugendtheaterstücke zur Aufführung und hilft ihr ab und zu, kleinere Kunstausstellungen zu organisieren.
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(S. 6-7)

Drei Bodyguards standen im Park nahe beim japanischen Pavillon und unterhielten sich. Die mattschwarzen Maschinenpistolen trugen sie an kurzen, schmalen Gurten über der Schulter und die Läufe zeigten zu Boden. Ranji wusste, dass wenigstens sechs weitere Sicherheitsleute auf dem Gelände waren.

Sein Vater hatte extra noch ein paar Mann mehr eingestellt, um seine Frau zu beschützen. So kurz vor den Wahlen war es leicht möglich, dass fanatische Anhänger der Gegenpartei nicht bis zur morgigen Stimmabgabe warten wollten, sondern ein Attentat planten, um die verhasste Gegnerin schon vorher zu beseitigen. Die ganze Familie war seit Wochen nervös und die Anspannung stieg mit jedem Tag. Ranji schaute misstrauisch über die weite Rasenfläche, aber es war nichts Ungewöhnliches zu entdecken.

Er glaubte auch nicht wirklich, dass es möglich wäre, an all den Bodyguards vorbeizukommen. Der ganze Park war von einer über drei Meter hohen Mauer umgeben, die mit den modernsten Überwachungsgeräten förmlich gespickt war;und wenn ein Eindringling die Alarm-Elektronik überlistete, dann würden Smith und Wesson, die beiden auf den Mann dressierten Rottweiler, ihn schnellstens aufspüren und stellen. Ranji trat vom Fenster seines Ankleidezimmers zurück und wandte sich dem Spiegel zu.

Er war zwar nicht besonders eitel, aber es war wichtig, dass er als Sohn der zukünftigen Premierministerin heute keinen Anlass zum Tadel bot. Das Junior-Poloturnier, an dem er nachher teilnehmen würde, war die letzte und auch die wichtigste Wahlkampfveranstaltung seiner Mutter. Es war ein Benefizspiel zugunsten eines Hilfsprojekts, die Eintrittskarten kosteten enorm viel Geld und fast die gesamte Prominenz der Insel würde anwesend sein. Ranji prüfte das Poloshirt und die weißen Reithosen auf Knitterfalten. Alles war in bester Ordnung und die knapp kniehohen Reitstiefel funkelten wie schwarzer Marmor, so perfekt hatte das Dienstmädchen sie poliert. Mit einem zufriedenen Nicken wandte Ranji sich vom Spiegel ab und ging noch schnell in das Bad, um sich zwei Tropfen Kenzo pour homme hinter die Ohren zu tupfen.

Er selbst fand das zwar überflüssig und sein Polopony würde ihn bestimmt verwundert anschauen, wenn es das edle Wässerchen roch; aber die Frau des Bürgermeisters mochte so etwas und Ranji wollte vorbereitet sein, wenn er nach dem Spiel aus ihren Händen den Siegespreis entgegennahm. Schnell noch ein Papiertaschentuch für alle Fälle eingesteckt, und dann war er bereit. Ein Blick auf die Seiko Titanium sagte Ranji, dass es Zeit wurde, aufzubrechen. Mit schnellen Schritten ging er durch den Schlafraum in sein Wohnzimmer und griff zum Haustelefon. Tjono bestätigte am anderen Ende der Leitung, dass der Nissan bereitstand, und Ranji legte auf. Mit einem raschen Blick vergewisserte er sich, dass er nichts vergessen hatte. Dabei fiel sein Blick auf den PC und die Playstation – jetzt eine Runde zu surfen oder ein heißes Autorennen zu fahren, wäre auch nicht schlecht gewesen, aber die gesellschaftlichen Pflichten gingen nun mal vor.



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