Aufgrund einer technischen Störung sind wir derzeit telefonisch nicht erreichbar. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Behebung. Bitte nutzen Sie in der Zwischenzeit unser Kontaktformular oder schreiben Sie uns per E-Mail. Die passende Adresse für Ihr Anliegen finden Sie auf unserer Kontaktseite. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Suchanek | Professor Zamorra 1057 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1057, 64 Seiten

Reihe: Professor Zamorra

Suchanek Professor Zamorra 1057

Zwischen den Welten
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7325-0565-4
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Zwischen den Welten

E-Book, Deutsch, Band 1057, 64 Seiten

Reihe: Professor Zamorra

ISBN: 978-3-7325-0565-4
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eliska Novak ist eine Renegatin unter den Dämonenjägern. Immer auf der Suche nach dem Bösen im Laufe der über hundert Jahre, die sie nun schon auf diesem Planeten lebt, kreuzt sie auch immer wieder den Weg von Zamorra und seiner Gefährtin Nicole Duval.

Und das geht nicht immer gut ...

Suchanek Professor Zamorra 1057 jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Prolog

Eliska fluchte lauthals. Es zeigte sich wieder einmal, dass sie aus der Übung war. Mit einer – mehr oder weniger – eleganten Rolle kam sie an einen der unteren Äste des riesenhaften Urwaldbaumes heran. Ihr Fall wurde ruckartig gestoppt. Aufstöhnend zog sie sich erneut in die Höhe.

Das hatte frau davon, wenn sie einmal den Ausblick genießen wollte. Doch jetzt erst recht! Eliska begann den Aufstieg von Neuem und dieses Mal erreichte sie die Baumkrone.

In dreißig Metern Höhe schaute sie über das Land. Der Anblick war atemberaubend. Zwischen dem alles bedeckenden Grün der Bäume lugten die Ziegelsteindächer der Tempel empor. Die Steppenlandschaft war über viele Quadratkilometer hinweg durchdrungen von Tempelbauten. Bagan, die historische Königsstadt in Myanmar, war eine Augenweide, aber gleichzeitig mehr als das.

Im Licht der untergehenden Sonne machte Eliska sich an den Abstieg, um sich wieder ihrem eigentlichen Ziel zu widmen.

Auf der ebenen Erde angekommen betastete sie ihren Körper. Der Fall hatte ihr etliche Schrammen eingetragen und ein Ast sich schmerzhaft in ihre Seite gebohrt – nichts Ernstes also. Sie verzichtete darauf, die Wunden mit Magie zu heilen. Vermutlich würde sie jedes Bisschen Kraft bald für das benötigen, was vor ihr lag.

Ihr Haar war zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, sie trug kurze graue Shorts, ein dunkelrotes T-Shirt und einen Rucksack, in dem sich das eine oder andere nützliche Artefakt verbarg. Derart ausgerüstet hatte sie eines der Bibliotheksportale benutzt, die sie dank ihres magischen Erbes verwenden konnte, und war hierhergekommen.

Staub wirbelte auf, als sie auf ihr Ziel zusteuerte. Die Luft roch nach trockenem Holz und Laub und Blumen. Erst nach und nach wurde Eliska bewusst, wie sehr sie das Abenteuer vermisst hatte. Jahrzehntelang hatte Svatopluk alias Marvuk sie in einem unfreiwilligen Zeitschlaf gehalten. Nach ihrem Erwachen hatte sie erst einmal wieder Fuß fassen müssen, hatte in Aktien und Fonds investiert, im Stillen über die Jahre ein kleines Wirtschaftsimperium errichtet.

Erst seit einigen Jahren verwendete sie ihre Magie erneut aktiv, um nach Artefakten zu suchen – ganz bestimmten Artefakten. Einem davon war sie heute dicht auf den Fersen.

Eliska keuchte.

Vor ihr erhob sich ein Teakbaum, der im Schatten eines Ziegelsteintempels wuchs. Die uralten Wurzeln verliefen über und unter der Erde. Im Näherkommen erspürte sie das Wirken von Magie. Sie lächelte. Ihr Instinkt hatte ihr einmal mehr den richtigen Weg gewiesen.

»Na also, geht doch.«

Sie ließ magische Essenz auf sich einwirken, sog tief die Luft in ihre Lungen, fühlte, roch, sah und schmeckte. Es war alte birmanische Magie, die hier wirkte. Etwas völlig anderes als das, was sie bisher kannte.

Minutenlang stand Eliska still zwischen den Wurzelsträngen des Baumes und untersuchte den Zauber. Schließlich wob sie mit den Händen ein Muster in der Luft. Es war einfache Illusionsmagie, die den Eingang zum Tempel verbarg, nichts Unüberwindliches, aber exotisch.

Sie murmelte ein letztes Wort.

Die Erde explodierte an einer Stelle, verwandelte sich in eine Wolke aus Schmetterlingen, die davonstoben. Eliska lachte. Sie hob die Hände und drehte sich in dem Schwarm aus bunten Flügeln, die überall um sie herum davonflogen.

Zwischen den Wurzeln erschien jetzt eine Treppe aus dunklen Ziegeln, die in die Tiefe führte. Sie zog eine Taschenlampe aus dem Rucksack und stieg die Stufen nach unten. Seltsamerweise verspürte sie keine Angst. Es war durchaus möglich, dass die Macht des Artefaktes dazu verwendet wurde, den Gegenstand selbst zu schützen. In diesem Fall hätte ein falscher Schritt sie in einen Aschehaufen verwandelt.

Ich werde leichtsinnig auf meine alten Tage.

Obwohl sie vor über hundert Jahren geboren worden war, besaß sie doch noch immer das Aussehen einer Frau Ende zwanzig. Durch den Zeitschlaf hatte sie Jahrzehnte übersprungen, ohne zu altern.

Rechts und links stand alle paar Schritte eine hüfthohe Statue. Magie wurde wirksam, während sie vorbei ging, ließ die Hüllen aus Ziegelstein durchsichtig werden. Im Inneren waberte ein feiner Nebel, der aus sich selbst heraus leuchtete.

Die Treppe mündete in einen schmalen Gang, an dessen Wänden ein Mosaik in das nächste überging. Eine dicke Staubschicht lag auf allem, Spinnweben hingen von der Decke. Hier war seit einer Ewigkeit niemand mehr gewesen.

Eliska wurde immer wieder aufs Neue von der Atmosphäre in alten Tempeln, Katakomben und Pyramiden überwältigt. Der Gedanke, dass vor Jahrhunderten Menschen diese Meisterwerke der Architektur errichtet hatten, dass sie über die Ziegelsteine des Bodens gegangen waren, die sie gerade beschritt und doch schon lange zu Staub zerfallen waren, machte sie wehmütig und euphorisch zugleich. Jedes Artefakt, jedes Bauwerk war etwas Einzigartiges und sie hegte tiefen Respekt vor den Erbauern.

Der Gang weitete sich und mündete in einer Empore.

Mit offenem Mund trat Eliska an den Rand des Geländers. Was sie sah, war unglaublich.

In dem Moment erlosch die Taschenlampe.

Eliska musste nicht lange im Dunkeln ausharren, obwohl der Schreck ihr im ersten Moment in die Glieder fuhr. Bevor sie sich mit Magie Abhilfe schaffen konnte, leuchtete eine kleine Miniatursonne unter der Decke des domartigen Raumes auf.

Von der Galerie führte eine Treppe, gehauen aus dem allgegenwärtigen Ziegelstein, in die Tiefe. Der Untergrund bestand komplett aus Sand und war doch ein Kunstwerk für sich. Roter, schwarzer, weißer und grüner Sand bildeten einen stilisierten farbigen Strudel am Boden ab.

Und in der Mitte …

Eliska begriff, dass sie hier keinen der Essenzsplitter der ersten Magier finden würde. Stattdessen erwartete sie etwas anderes. Aller Wahrscheinlichkeit nach ein Hinweis auf das Versteck des Artefakts!

Sie stieg die Stufen hinab. Mit einem ausklappbaren Holzstab aus ihrem Rucksack überprüfte sie die Tiefe des Sandes, es bestand keine Gefahr. Nach wenigen Zentimetern stieß die Stabspitze auf festen Untergrund.

Sand wirbelte auf, als sie auf das Zentrum des stilisierten Strudels zuging. Ein Ziegelquader erhob sich dort, darauf auf den ersten Blick eine Art Pagode. Auf der Oberseite hatte ein talentierter Künstler die Silhouette einer Stadt aus Ton gefertigt. An den vier Seiten waren Sätze eingebrannt.

Eliska erkannte die Stadt auf einen Blick. Auch das »Gebäude«, die Spitze der Pagode darauf.

Der Eiffelturm war unverkennbar.

Wie konnte jemand vor Jahrhunderten vom Eiffelturm wissen?

Das Bauwerk in der französischen Hauptstadt war erst 1889 fertiggestellt worden. Im Verlauf ihrer abenteuerlichen Reisen rund um den Globus war Eliska oft auf Schriften gestoßen, deren Verfasser auf irgendeine Art Einblicke in die Zukunft erhalten hatten. Meist waren es nur Fragmente gewesen, die der jeweilige Seher in Reimen oder kryptischen Andeutungen niedergeschrieben hatte.

Sie besah sich die Stadt genauer. Es war eindeutig Paris. Erst als sie eine Lupe aus ihrem Rucksack nahm und die Gebäude aus der Nähe untersuchte, erkannte Eliska, dass der Künstler an einer Stelle eine Färbung in den Ton eingearbeitet hatte. Da sie die Stadt kannte, war sofort klar, worauf der Mann oder die Frau hatte hindeuten wollen.

Ich verstehe.

Sie lächelte. Womöglich war es an der Zeit, le professeur und Mademoiselle Duval einen Besuch abzustatten. Das war sowieso längst überfällig. Seit ihrem Abenteuer in der sterbenden Stadt der ersten Magier war sie abgetaucht, um nach den Essenzsplittern zu suchen. Dabei mochte sie den Parapsychologen und seine Lebens- und Kampfgefährtin mit dem Faible für immer neue Frisuren sehr.

Eliska ging in die Knie, um auch die in die Ziegelsteine eingebrannte Schrift zu untersuchen. Es waren birmanische Schriftzeichen. Sie musste Magie bemühen, um sie zu verstehen. Scheinbar waren sie mit einem Schutz versehen, denn obwohl Eliska die Worte lesen konnte, dauerte es lange, bis sie den Sinn dahinter begreifen konnte und nur einzelne Worte drangen tatsächlich in ihr Bewusstsein vor.

Sie las einen Satz, begriff aber nur die Worte ›Mond‹ und ›Burg des Magiers‹. Sie umrundete den Quader und las weiter.

Die nächste Inschrift wies eindeutig auf Paris und die Katakomben unter der Stadt, erwähnte außerdem einen Rubin, einen Saphir und einen Grünstein, was auch immer das sein mochte.

An anderer Stelle stand ›Teufel‹ und ›Sohn der Zigeunerin‹. Wie elektrisiert zuckte sie zusammen, als auf einer anderen Seite die Worte ›Schlaf der ersten Magierin‹ und ›Widersacher aus alter Zeit‹ in ihr Bewusstsein drangen. Das bezog sich zweifellos auf Jasna Novak – ihre Vorfahrin, Hüterin der Bibliothek und einzige Überlebende der ersten vier Magier – und Mavuk, der im Körper von ihrem Vorfahren Svatopluk sein Unwesen trieb.

Doch wie hing das alles zusammen?

Stirnrunzelnd ging sie ganz nah, um den letzten Satz in sich aufzunehmen. Entsetzt aufkeuchend fuhr sie in die Höhe, als ein weiteres Wort in ihrem Geist Gestalt annahm.

Ohne darüber nachzudenken, warf Eliska sich herum und rannte davon. Sie musste mit Zamorra sprechen. Wenn das, was sie in die Schrift hinein interpretierte, der Wahrheit entsprach, war das eine Nummer zu groß für sie. Vermutlich hatte nicht einmal Jasna damit gerechnet, die noch immer in ihrem...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.