Sullivan | Wohin gehst du, sexy Ginny? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Sullivan Wohin gehst du, sexy Ginny?


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-4670-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-4670-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach dem Tod ihrer despotischen Mutter will Ginny endlich einmal Spaß haben. Zum ersten Mal in ihrem Leben geht sie in eine Bar und bestellt sich mutig ein Bier. Die Wirkung auf die zierliche junge Frau ist verheerend: Beschwipst wirft sie sich dem attraktiven Cole McCallum an den Hals, der Ginny ungewöhnlich reizvoll findet. Diese sexy Lady scheint ihm der Himmel geschickt zu haben: Er braucht dringend eine Ehefrau, um sein Erbe antreten zu können! Außerdem muss Cole ehrlich zugeben, dass er durchaus bereit wäre, Ginny in die Geheimnisse der Leidenschaft einzuführen ...



Als Jane fünf war, schrieb sie ihr erstes Buch. Ihre Eltern sagten damals es sei ein Meisterwerk gewesen. Später erlangte sie einen B.A. in Journalismus an der Universität von Oklahoma aber viele Jahre vergingen, bevor sie ihre erste Publikation in den Händen hielt. Sie experimentierte für mehrere Monate mit unterschiedlichen Genres, bis sie sich fest entschieden hatte, was sie schreiben wollte. Ein Freund gab ihr fünf Liebesromane, die er auf dem Dachboden gefunden hatte. Sie las sie alle und war gefesselt. Ab diesem Zeitpunkt war es klar. Sie wollte Liebesromane schreiben. 1999 wurde Jane Finalistin für den 'Romance Writers of America's Golden Heart Award', was zum Verkauf ihres ersten Romans an einen Verlag führte. Jane Sullivan lebt mit ihrem Ehemann und ihrer 16-jährigen Tochter in einem gemütlichen Stadtteil von Richardson in Texas. Sie können Jane auf ihrer Website www.janesullivan.com besuchen oder ihr eine E-Mail an jane@janesullivan.com schicken. Sie freut sich darauf von ihren Leserinnen zu hören.
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1. KAPITEL

Cole McCallum näherte sich mit seinem Porsche dem Ortseingang von Coldwater in Texas und hätte am liebsten mitten auf der Straße gewendet, um nach Dallas zurückzufahren, wo er hingehörte. Eigentlich hatte er gedacht, dieses kleine Kaff nie wieder sehen zu müssen, doch dann hatte das Schicksal ihm übel mitgespielt.

Vor elf Jahren war er zum ersten Mal nach Coldwater gekommen. Damals hatte er Dallas verlassen müssen, um das letzte Jahr der Highschool hier zu verbringen. Sein Vater war damals wegen Scheckbetrugs ins Gefängnis gewandert; Coles Mutter war schon verschwunden, als der Junge erst sieben Jahre alt war. Das Vormundschaftsgericht hatte das Sorgerecht für Cole seiner Großmutter übertragen, die der Junge kaum kannte. Voller Komplexe war er nach Coldwater gekommen, und sein trotziges Auftreten in enger Jeans und schwarzer Lederjacke hatte ihm unter der örtlichen Bevölkerung schnell den Ruf als Unruhestifter eingebracht. In dieser Hinsicht hatte Cole die Leute auch nicht enttäuscht.

Bereits während der ersten Wochen verstieß er ein paar Mal gegen die Schulregeln und verabredete sich mit allen Mädchen, die ihn gewähren ließen. Klatsch und Tratsch besorgten den Rest. Schon während des nächsten Jahrs wurde er für alles, was schief ging, verantwortlich gemacht, egal, ob der Wasserturm mit Graffiti beschmiert war oder ob bei Angela Putnam die Regel ausblieb. Cole machte sich nicht die Mühe, sich zu verteidigen. Nur seine Großmutter wusste es besser, doch abgesehen von den Mädchen, die für Cole schwärmten, konnte sich niemand in der Stadt vorstellen, dass einmal aus ihm etwas Anständiges werden würde. Genau aus diesem Grund war Cole mit achtzehn aus der Stadt verschwunden und hatte Coldwater aus der einzigen Perspektive gesehen, die ihm gefiel: im Rückspiegel seines Autos.

Jetzt kehrte er zurück.

Er hatte diese verschlafene kleine Stadt als ein Niemand verlassen und sich etwas Eigenes aufgebaut. Nun war er voller Wut darüber, wie schnell die Dinge, die er sich so hart erkämpft hatte, ihm wieder weggenommen worden waren.

Nur zu gut konnte er sich an den Moment erinnern, als er mitten in der Nacht in Dallas auf der Straße gestanden hatte. Die Hitze des riesigen brennenden Gebäudes hatte auf sein Gesicht abgestrahlt. Das große Haus war fast fertig renoviert gewesen, und durch den Verkauf wäre Cole zum Millionär geworden.

Und genau wie das Haus lösten sich auch Coles Träume in Rauch auf.

Er hielt jetzt vor Taffy’s Restaurant direkt neben Ben Murphys nagelneuem Pick-up an. Cole stieg aus und drehte sich dann zur Straße. Aus dem Schönheitssalon gegenüber starrte ihn eine Brünette mit einem Kopf voller Lockenwickler an. Sie tippte eine Blondierte mit hochtoupiertem Haar an, und als Cole die Tür des Restaurants erreichte, hingen schon ein halbes Dutzend Frauen am Fenster des Schönheitssalons. Einer hingen Aluminiumfetzen im Haar, eine andere hatte ein Handtuch ums nasse Haar geschlungen, und einer dritten standen die Haare ungekämmt zu Berge.

Cole konnte sich nicht beherrschen. Er schenkte den Frauen ein strahlendes Lächeln.

Alle blickten sich gegenseitig an, und dann redeten sie anscheinend gleichzeitig aufeinander ein. Sicher erzählten sie sich die alten Geschichten und Gerüchte von damals. Cole McCallum, dem nachgesagt wurde, er hätte einmal mit der gesamten Cheerleader-Truppe in einer Nacht geschlafen, war immer für Klatsch gut. Die Berichte in der Dallas Morning News hatten den Gerüchten über ihn bestimmt neue Nahrung geliefert.

Er ging in das Restaurant und entdeckte Ben Murphy in einer Ecke am Fenster. Die Stimmen im Restaurant verstummten, als die Gäste mitten im Essen verharrten, um Cole zu beobachten. Er hörte nur dass die leisen Stimmen der Kellnerinnen, die sich darüber stritten, wer jetzt an Ben Murphys Tisch bedienen durfte.

Cole setzte sich gegenüber von Murphy und wurde von ihm mit Schweigen begrüßt. Der alte Mann biss die Zähne zusammen, und Cole konnte den Blick von Bens blauen Augen nicht deuten. Ben war zweiundsiebzig, was man ihm deutlich ansah, denn sein sonnengebräuntes Gesicht war von zahlreichen Falten durchzogen. Er kaute wie immer auf einem Zahnstocher. Ben Murphy war so eine Art Großvater für Cole, da er seine Großmutter geheiratet hatte. Das war allerdings auch schon alles, was die beiden Männer verband.

Eine Kellnerin kam zum Tisch und Cole erkannte Mary Lou Culbertson erst auf den zweiten Blick. Sie steckte in einer hellblauen Kellnerinnen-Uniform, die ihr vielleicht vor zehn Jahren mal gepasst hatte, als sie noch zehn Kilo leichter gewesen war.

„Hallo, Cole. Dich haben wir hier ja lange nicht mehr gesehen.“

„Hallo, Mary Lou.“

„Ich habe in der Zeitung von dem Brand gelesen. Du hattest es nicht gerade leicht, stimmt’s?“

„Das ist jetzt vorbei.“

„Was machst du denn hier in der Stadt?“

„Ich kümmere mich um einige Angelegenheiten.“ Er lächelte sie strahlend an. „Wie wär’s mit einer Tasse Kaffee?“

„Natürlich.“ Ihre Stimme klang dabei so sinnlich, als hätte Cole sie gebeten, schon mal auf dem Rücksitz seines Wagens auf ihn zu warten. Während sie hüftschwenkend zur Theke ging, hob Ben fragend die Augenbrauen.

„Du flirtest also immer noch auf Teufel komm raus, ja?“

Cole antwortete nicht. Stattdessen zog er ein paar Briefbögen aus der Jackentasche.

Ben Murphy warf einen Blick darauf. „Die Zeit wird langsam knapp, findest du nicht?“

„Laut Ednas Testament kommt es nur darauf an, dass ich innerhalb eines halben Jahres nach ihrem Tod heirate und mit meiner Frau sechs Monate lang auf der Ranch lebe. Dann gehört die Ranch mir. Wie ich es sehe, bleibt mir noch bis zum nächsten Sonntag Zeit, um einzuziehen.“

„Schon vor sechs Monaten hast du das alles erfahren. Da hast du gesagt, eher würde die Hölle zufrieren, als dass du heiratest und auf der Ranch lebst.“

Vor sechs Monaten hatte Cole auch noch viel Geld auf der Bank gehabt mit der Aussicht auf einen dicken Gewinn. Jetzt besaß er so gut wie nichts mehr. Er zuckte mit den Schultern. „Die Menschen ändern sich.“

„Manche ja, manche nie.“ Ben kaute auf seinem Zahnstocher. „Und manche investieren in Immobilien und lösen ihre Probleme dann mit Streichhölzern.“

Bens Worte brachten Cole in Rage. Es fiel ihm sehr schwer, sich zu beherrschen. „Anscheinend hast du vorgestern die Zeitung nicht gelesen. Mein Partner wurde verurteilt und nicht ich.“

Ben zuckte mit den Schultern. „Dann hattest du wohl den besseren Anwalt.“

In dieser Stadt änderte sich wirklich überhaupt nichts.

Als Cole mit achtzehn Coldwater verließ, fing er an, verwahrloste Häuser zu renovieren und hier und da ein bisschen Geld zu verdienen. Dieses Geld steckte er in immer größere Investitionen. Im Lauf der Jahre sammelte er auf diese Weise eine ganze Reihe von Mietshäusern und eine Menge Geld an.

Dann kaufte er zur Verwunderung der gesamten Branche mit einem Partner zusammen das Haus Nummer 77 in der Broadway Avenue, ein großes Gebäude aus der Jahrhundertwende. Sie ließen es aufwendig renovieren, und die Presse berichtete laufend über das Projekt.

Dann brach das Feuer aus.

Cole dachte, das sei das Schlimmste, was ihm zustoßen konnte, bis es hieß, der Grund des Feuers sei Brandstiftung gewesen. Sein Partner und er wurden zu Hauptverdächtigen. Es hieß, die beiden hätten daran gezweifelt, dass ihre Investitionen sich auszahlen würden, und deshalb hätten sie das Gebäude angesteckt, um die Versicherungssumme einzustreichen.

Cole hatte sein gesamtes Geld für die besten Anwälte ausgegeben und war davon ausgegangen, dass sein Partner ebenfalls unschuldig war. Dann stellte sich heraus, dass Coles Partner hohe Spielschulden hatte. Deshalb hatte er den Brand gelegt, um mit dem Geld der Versicherung seine Schulden bezahlen zu können.

Die Wut, die Cole bei dieser Erkenntnis überkam, wurde nur noch von seiner Verzweiflung übertroffen. Weil es sich um Brandstiftung handelte, zahlte die Versicherung keinen Cent, und Cole blieb nichts als ein Haufen Anwaltsrechnungen und ein ruinierter Ruf in der Geschäftswelt. Zehn Jahre lang hatte er daran gearbeitet, dass sich ein paar Türen für ihn öffneten, und diese Türen wurden ihm nun wieder vor der Nase zugeschlagen.

Dann fiel ihm das Testament seiner Großmutter wieder ein. Es war eine letzte Chance für ihn, sich wieder aus dem Sumpf zu ziehen. Diese Gelegenheit wollte Cole nutzen, auch wenn er dafür noch einmal ein halbes Jahr in Coldwater verbringen musste.

„Und wo ist deine Ehefrau?“, fragte Ben. „Von deiner Hochzeit habe ich keinen Ton gehört.“

„Am Sonntag werde ich sie dir vorstellen.“

Ben blickte Cole warnend an. „Ein Teil der Abmachung ist, dass du auf der Ranch arbeitest.“

„Das habe ich auch früher schon getan.“

„Und du hast es gehasst.“

Dagegen konnte Cole nichts einwenden. Allerdings wusste Ben Murphy sehr genau, dass er in dem Jahr auf der Ranch auch hart gearbeitet hatte. Cole hatte gewusst, dass Ben nur darauf wartete, zu Edna gehen zu können, um ihr zu sagen, dass Cole nicht seinen Anteil an der Arbeit leistete. Diese Genugtuung hatte Cole ihm nicht geben wollen, und er hatte alles daran gesetzt, dass Ben sich nicht über seine Arbeit beklagen konnte.

Mary Lou stellte Cole einen Becher Kaffee hin und lächelte aufreizend. Als sie wieder ging, schob Cole den Becher zur Seite.

„Laut Ednas Testament habe ich Anrecht auf ein...



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