Summer | After Three Years | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 175 Seiten

Summer After Three Years


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96204-242-4
Verlag: Written Dreams Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz

E-Book, Deutsch, 175 Seiten

ISBN: 978-3-96204-242-4
Verlag: Written Dreams Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz



Drei Jahre lang begegnen sich Mariella Torres und Matthew O'Brien täglich in der U-Bahn, aber mehr als heimliche Blicke haben sie nie miteinander ausgetauscht. Als Mariella schließlich ihren ersten Tag an einer Londoner Universität hat, steht sie ihrem attraktiven Mr Unbekannt plötzlich gegenüber - der sich als ihr Dozent entpuppt. Matthew versucht, dem Verlangen zu widerstehen, doch die Anziehungskraft zwischen ihnen wird so groß, dass er sich auf eine Nacht mit Mariella einlässt und letztendlich alles für sie riskiert: Seinen Job sowie seine Ehe.

Der Gedanke 'Das kann ich auch!' motiviert Kate Summer 2015 dazu, ihr erstes Buch zu schreiben. Seitdem tut sie nichts anderes mehr und fühlt sich auch erst richtig wohl, wenn sie von Büchern und Geschichten umgeben ist. Anfangs hat sie die Geschichten nur für sich selbst geschrieben, als Hobby, um ihre Gedanken und Wünsche irgendwie festzuhalten und sich eine Welt zu erschaffen, in der alles möglich ist.

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Kapitel 1
Mariella Mein Herz raste. Es fühlte sich an, als würden die Flügel eines Kolibris wild in meiner Brust herumflattern und meinen Körper zum Vibrieren bringen. Gott. Warum war ich bloß jedes Mal so nervös, wenn ich auf die U-Bahn wartete? Immerhin sollte ich mich nach all der Zeit endlich daran gewöhnt haben. Doch dem war nicht so. Es brachte mich jeden Tag aufs Neue aus der Fassung, wenn ich durch die Türen trat, mich suchend umschaute und mein Blick auf graue Augen traf, die mich selbst in meinen Träumen verfolgten. Bei dem Gedanken, sie gleich wiederzusehen, erfasste mich ein warmes Prickeln, und ich seufzte verträumt auf. Als die Bahn endlich einfuhr, zwang ich mich, ruhig zu bleiben und das Zittern meiner Hände zu verbergen. Ich holte tief Luft, wartete, bis alle Fahrgäste ausgestiegen waren und glitt dann in einer eleganten Bewegung in den Waggon. Es dauerte nicht lange, bis ich den Grund für mein Gefühlschaos gefunden hatte und zu atmen vergaß. Da war er. Mr Unbekannt. Der Mann, der mich für sämtliche anderen verdorben hatte, weil er mir mit seinen grauen Augen, den stylisch frisierten braunen Haaren und dem markanten Kiefer, auf dem sich ein dunkler Bartschatten abzeichnete, den Kopf verdreht hatte. Seit ich ihm vor drei Jahren zum ersten Mal in der Bahn begegnet war, konnte ich nicht aufhören, an ihn zu denken. Und das Schlimmste daran? In all der Zeit hatte ich kein einziges Wort mit ihm gewechselt. Wir starrten uns lediglich an, entweder direkt oder durch das Spiegelbild eines Fensters, und das die ganze Fahrt lang. Es war deprimierend. Ich wandte den Blick von ihm ab und richtete ihn auf mein Handy, das mir eine Nachricht von Sarah anzeigte. Sie war meine beste Freundin und von heute an auch meine Mitbewohnerin, denn zusammen teilten wir uns ein Zimmer an der Uni. Sarah: Bringst du mir einen Kaffee mit? Habe verschlafen und schaffe es nicht. Ich: Klar, mache ich. Sarah: Du bist die Beste. Lächelnd steckte ich das Handy zurück in meine Tasche und schaute wieder zu Mr Unbekannt. Er hatte mich beobachtet, weshalb sich unsere Blicke trafen und es sich so anfühlte, als käme die Welt um uns herum zum Stillstand. Da war nur noch mein Herz, das mit jedem Schlag schneller klopfte. Sekunden vergingen, in denen wir uns unverwandt ansahen. Das Seltsame dabei war, dass ich eine Verbindung zu ihm spürte, obwohl ich ihn kaum kannte. Vielleicht lag es daran, dass er seit drei Jahren ein konstanter Teil meines Lebens und somit nicht mehr aus ihm wegzudenken war. Oder es war lediglich die Anziehungskraft, die mich wie ein magisches Band zu ihm hinzog. Natürlich war mir bewusst, wie verrückt das klang. Aber konnte es nicht möglich sein, dass es solche mysteriösen Verbindungen tatsächlich gab? Träum weiter, Ella. Seufzend und wieder in der Realität angekommen, sah ich auf seine kräftigen und gebräunten Hände, auf den silbernen Ring an seinem Finger. Er war der Beweis dafür, dass es keine Verbindung zwischen uns gab: Mein Traummann war nämlich verheiratet. Der Hauptgrund, warum ich ihn nicht ansprach – abgesehen von meiner Feigheit. Weil es fast schon wehtat, den Ring anzusehen, richtete ich meinen Blick wieder auf den von Mr Unbekannt, wobei mir seine Bewegung nicht entging. Er hatte die Hände übereinandergeschlagen, wodurch der Ring nicht mehr zu sehen war. Wieso tat er das? Sollte er nicht stolz darauf sein, verheiratet zu sein? Zumindest einer von uns beiden sollte sich darüber freuen! Verärgert wandte ich mich von ihm ab und starrte so lange aus dem Fenster, bis er sich erhob und zur Tür ging, an der ich noch immer stand. Seine grauen Augen taxierten mich und glitten gemächlich an meinem Körper entlang. Ich biss mir auf die Lippe und tat es ihm gleich, nutzte ein letztes Mal die Gelegenheit, um ihn zu betrachten. Himmel, sah er gut aus. Groß, breitschultrig und offensichtlich trainiert, denn durch das weiße Hemd, das er unter einem blauen Jackett trug, erkannte ich stramme Muskeln, die den Stoff spannten. Wie gern ich ihn einmal nackt gesehen hätte. Ups. Die Vorstellung sollte ich lieber nicht vertiefen. Als die Bahn zum Halten kam, ruckte mein Blick nach oben und traf abermals auf seinen. Mein Herz machte einen Satz. Er fixierte mich, während er nähertrat und damit meinen Puls ins Unermessliche trieb. Wurde es plötzlich eng hier? Nervös tastete ich nach dem Türgriff neben mir und umklammerte ihn, als wäre er der letzte Halt auf Erden, denn … dieser Mann verkörperte alles, was einen Adonis ausmachte und eine Frau wie mich zum Dahinschmelzen brachte. Er war genau mein Typ und leider auch der einer anderen Frau. Diese Tatsache war wie ein Eimer Eiswasser, der über mir ausgeschüttet wurde. Ich brach als Erste den Blickkontakt ab und stürmte förmlich hinaus, kaum dass sich die Türen geöffnet hatten. Frustriert biss ich die Zähne zusammen. Wann würde dieser beschissene Kolibri endlich aufhören, so wild herumzuflattern? Wusste er denn nicht, in was für einer miesen Lage wir uns befanden? Ein verheirateter Mann bedeutete letztendlich nur Kummer und Ärger. Etwas, das ich mir in meinem ersten Semester nicht leisten konnte. Nachdem ich zwei Kaffee besorgt hatte, wartete ich auf Sarah. Sie kam zehn Minuten zu spät und wirkte völlig abgehetzt, als sie neben mir stehen blieb. »Hey! Tut mir leid, ich kam einfach nicht aus dem Bett.« »Nicht schlimm. Wir liegen immer noch im Zeitplan.« Ich reichte ihr einen Kaffeebecher. »Danke, du bist meine Rettung.« »Das hast du schon öfter gesagt«, erwiderte ich schmunzelnd. Sie musterte mich mit ihren blauen Augen und hob eine perfekt gezupfte Braue. »Du wirkst morgens nie so gutgelaunt, es sei denn, du hast Mr Unbekannt gesehen.« Ich biss mir grinsend auf die Lippe, ehe die Worte aus mir herausplatzten: »Gott, er sah wieder umwerfend aus!« »Wusste ich´s doch. Du hast dann immer diesen verträumten Blick drauf – so, wie jetzt.« Das konnte ich nicht einmal abstreiten. »Mir ist klar, wie erbärmlich ich mich anhöre«, gestand ich seufzend. Sarah schüttelte den Kopf, wobei ihre blonden Locken auf und ab hüpften. »Du bist nicht erbärmlich, nur total verknallt.« »In einen verheirateten Mann«, fügte ich hinzu. »Tja, man kann es sich eben nicht aussuchen.« Sie umfasste mit der freien Hand den Griff ihres Koffers. »Und jetzt lass uns los, bevor wir an unserem ersten Tag zu spät kommen.« »Ach, was. Wir haben noch …« Ich warf einen Blick auf meine Armbanduhr und riss die Augen auf. »Shit, die Bahn kommt in fünf Minuten!« Sarah sah mich panisch an. »Welches Gleis?« »U13.« »Fuck.« Wir begannen zu rennen, wobei wir unser Gepäck hinter uns herzogen und den Leuten, so gut es ging, auswichen. Letztendlich kamen wir noch rechtzeitig am Bahnsteig an und schafften es in die Bahn, ehe sie losfuhr. »Gott sei Dank«, stieß ich schwer atmend hervor. »Das kannst du laut sagen«, stimmte Sarah mir zu und ließ sich auf einen freien Platz fallen. Ich setzte mich neben sie, schob meinen Koffer unter die Bank und machte es mir gemütlich. Die Fahrt würde circa eine halbe Stunde dauern, bis wir die Brunel University erreichten, und je näher wir unserem Ziel kamen, desto aufgeregter wurde ich. Mehrere Stationen später blieb die Bahn mit einem Ruck stehen, woraufhin die meisten Leute mit uns ausstiegen und die Uni ansteuerten. Sarah und ich folgten ihnen und stoppten schließlich an einer Information. »Hallo«, begrüßte ich die Dame dahinter. Sie hob den Kopf und lächelte mich an. »Hallo, wie kann ich euch helfen?« »Mein Name ist Mariella Torres und das ist Sarah Brown. Wir sind auf der Suche nach unserem Zimmer«, erklärte ich ihr. »Einen Moment, bitte.« Die Frau gab etwas in einem Computer ein, ehe sie sich wieder an uns wandte. »Ihr seid im Faraday Hall-Haus untergebracht und habt das Zimmer 213. Es befindet sich auf der Westseite.« Sie reichte uns die Schlüssel und eine Karte, auf der sämtliche Orte der Uni vermerkt waren. »Die wird euch in den ersten Tagen helfen.« »Danke.« Ich nahm die Sachen entgegen und verabschiedete mich von der Frau. Anschließend gingen Sarah und ich unseren Raum suchen. Sobald wir fündig wurden und aufgeschlossen hatten, betraten wir zum allerersten Mal unser neues Zuhause, welches mich irgendwie an ein Hotel erinnerte. Es gab einen Wohnbereich mit einem Fernseher und Regalen, zwei Zimmer mit jeweils einem Bett sowie einem großen Kleiderschrank, und ein angrenzendes Badezimmer mit einer Badewanne. Zum Kochen und Essen hatte man uns Studenten eine Gemeinschaftsküche zur Verfügung gestellt, die sich am Ende des Flurs befand. »Na ja, mehr kann man wohl nicht erwarten«, meinte Sarah schulterzuckend. Sie zog ihren Koffer hinter sich her und lief in das rechte Schlafzimmer. Unterdessen steuerte ich das linke an und begann, mein Gepäck auszuräumen. Im Anschluss gingen wir etwas essen und den Campus erkunden. Sarah sah sich neugierig um. »Hier gibt es ja echt süße Typen.« »Kann sein. Dafür sind wir allerdings nicht hier.« »Ach was, ein bisschen Spaß muss sein. Man geht schließlich nur einmal auf die Uni und wer weiß … vielleicht triffst du endlich jemanden, der dich Mr Unbekannt vergessen lässt.« Schön...



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