Summer | Control of Love: Lass dich fallen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 170 Seiten

Summer Control of Love: Lass dich fallen


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96204-208-0
Verlag: Written Dreams Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz

E-Book, Deutsch, 170 Seiten

ISBN: 978-3-96204-208-0
Verlag: Written Dreams Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz



Nachdem Jonathan Davina seine Geheimnisse offenbart hat, verheimlicht diese ihre immer noch. Selbst dann, als sie vor die Wahl gestellt wird und der Preis dafür unerschwinglich hoch ist - der Abgrund dafür aber umso tiefer, denn dadurch kommt sie wieder ganz unten an und verfällt in alte Gewohnheiten. Letztlich steht Davina durch ihre Entscheidung vor einem Kampf, bei dem sie Jonathan mehr denn je braucht. Doch wie soll er ihr helfen, wenn er nicht die geringste Ahnung hat, was mit ihr los ist? Und davon abgesehen: Wie soll eine Beziehung zwischen zwei Menschen funktionieren, die vollkommen kaputt sind? Teil 2 des Control-Vierteilers. Nicht in sich abgeschlossen, aber alle Teile der Serie sind erschienen.

Der Gedanke 'Das kann ich auch!' motiviert Kate Summer 2015 dazu, ihr erstes Buch zu schreiben. Seitdem tut sie nichts anderes mehr und fühlt sich auch erst richtig wohl, wenn sie von Büchern und Geschichten umgeben ist. Anfangs hat sie die Geschichten nur für sich selbst geschrieben, als Hobby, um ihre Gedanken und Wünsche irgendwie festzuhalten und sich eine Welt zu erschaffen, in der alles möglich ist.

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Kapitel 1
»Guten Morgen, mein Engel.« Jonathan lächelte, als ich die Augen aufschlug und zu ihm aufsah. »Morgen«, murmelte ich müde. Er betrachtete mich schweigend, ehe er mich an sich zog und mit einem tiefen Atemzug sein Gesicht in meinem Haar vergrub. Die jüngsten Ereignisse waren noch immer zwischen uns zu spüren. Jonathan wirkte unsicher und verletzlich, weil er sich mir gestern komplett geöffnet hatte. An all seinen Geheimnissen und Qualen hatte er mich teilhaben lassen und mir von seinem Dad und den Verhältnissen erzählt, in denen er und Amanda aufgewachsen waren. Als ich nun darüber nachdachte, bildete sich ein Kloß in meiner Kehle und ich rutschte näher an ihn heran, um das bedrückende Gefühl in meiner Brust zu vertreiben. Er brauchte mich – und ich brauchte ihn. Doch während Jonathan alles von sich preisgegeben hatte, hatte er keine Ahnung, was für Geheimnisse ich verbarg. »Lass uns heute zu Hause bleiben«, schlug er vor und ich seufzte. Wie schön das wäre. »Du weißt, dass das nicht geht. Ich muss zur Uni und im Büro wartet auch noch Arbeit auf mich.« Ich löste mich aus seinen Armen, obwohl es mir schwerfiel, und setzte mich auf. »Dann lass mich dich fahren.« »Sehr gern«, erwiderte ich und gab ihm einen Kuss, bevor ich ins Bad ging, um mich frisch zu machen. In der Uni starrte ich nachdenklich auf meinen Notizblock und dachte abermals über die vergangene Nacht nach. Sie ließ mich einfach nicht los, besonders der Moment, als Jonathan sich weinend an mich geschmiegt hatte. Es hatte mir das Herz zerrissen, ihn so zu sehen und ich war mir so hilflos vorgekommen, als ich ihn in meinen Armen gehalten hatte und nichts für ihn hatte tun können. Wie gestern verkrampfte sich meine Brust bei diesem Gedanken und ich spürte unter dem Mitgefühl auch das Unbehagen lodern. Jonathan hatte mir alles von sich erzählt und mir vertraut, obwohl es ihm schwergefallen war. Und was tat ich? Ich verheimlichte ihm weiterhin alles, und das war nicht fair. Aber was hatte ich für eine Wahl? Gar keine. Er würde mich nicht mehr ansehen können, sich von mir abwenden und mich verlassen. Das wollte ich um jeden Preis verhindern! Also blieb mir nichts anderes übrig, als weiterhin alles vor ihm geheim zu halten. In der Pause überlegte ich, Tom anzurufen und ihn um einen Rat zu bitten. Er kannte Jonathan von allen am besten und müsste wissen, wie ich nun reagieren und mit ihm umgehen sollte … doch dafür war es notwendig, dass ich mich Tom anvertraute. Diese Tatsache machte mich unruhig und gefiel mir überhaupt nicht. Was wäre, wenn er mich am Ende verriet und Jonathan alles erzählte? »Wissen Sie, Davina, ich habe Sie heute Abend beobachtet und glauben Sie mir, das kann ich sehr gut.« Er schaute mit einem wissenden Blick zu mir hinunter. »Ich glaube, ich kenne Ihr Geheimnis.« Trotz seiner Befürchtungen hatte er Jonathan nichts gesagt und unser Gespräch für sich behalten. Das sprach doch für ihn, oder nicht? Das bedeutete, ich könnte ihm diesbezüglich vertrauen und mit ihm reden … Könnte – aber sollte ich auch? Frustriert schob ich die aufkeimenden Zweifel beiseite und erhob mich. Schließlich hatte ich niemanden außer Tom, mit dem ich über all das sprechen konnte, ohne zu viel zu verraten. Also rief ich ihn in der Fighthall an – zum Glück gab es eine Homepage, auf der die Nummer stand. Sobald ich das erste Tuten hörte, versteifte sich mein ganzer Körper und als der Anruf entgegengenommen wurde, hielt ich abrupt den Atem an. »Fighthall, Sie sprechen mit Tom Lough.« Ich holte zur Beruhigung einmal tief Luft und räusperte mich, damit meine Stimme nicht zitterte. »Hallo, Tom, hier ist Davina.« Kurz herrschte Stille, so als müsste er erst realisieren, dass ich ihn wirklich anrief. »Davina! Schön, von Ihnen zu hören, wie komme ich zu der Ehre?« »Ich würde gern mit Ihnen sprechen. Persönlich – es ist wichtig«, erklärte ich und fügte noch hinzu: »Allerdings kann ich dafür nicht zu Ihnen kommen. Wäre es daher möglich, dass wir uns bei mir im Büro treffen?« Devid dürfte nicht mitbekommen, dass ich mich mit Tom traf. Er würde es sofort Jonathan erzählen. Und der gab dann so lange keine Ruhe, bis er seine Antworten hatte. »Das ist kein Problem«, versicherte Tom mir. »Um was geht es überhaupt? Gibt es Schwierigkeiten? Ist mit Jon alles okay?« »Nein … ich meine, doch!« Ich seufzte. »Es ist alles okay, machen Sie sich keine Sorgen, Tom.« Erleichtert atmete er aus. »Gut, dann nennen Sie mir bitte die Adresse, einschließlich Uhrzeit.« Nachdem ich ihm beides genannt hatte, legten wir auf und ich ging wieder zu den anderen Studenten. Da summte plötzlich mein Handy und zeigte mir eine Nachricht von Jonathan an. Danke für gestern. Ich kann dir gar nicht beschreiben, wie froh ich bin, dass ich dich gefunden habe. Mein Herz zog sich zusammen. Wie konnte er mir dafür danken? Dass ich ihm zuhörte, ohne ihn zu verurteilen, war doch selbstverständlich! Und ich bin froh, dich zu haben. Als seine Antwort darauf kam, bemerkte ich wieder die Unsicherheit, die von den neuen Gefühlen zwischen uns stammte. Liebe – sie war wunderschön, aber schwer zu akzeptieren, weil sie so stark war und schwere Wunden hinterlassen konnte. Alles, was ich gestern gesagt habe, habe ich ernst gemeint. Mit einem trägen Lächeln schrieb ich ihm zurück. Ich weiß, das habe ich auch. Als ich gegen Mittag im Büro ankam, wartete dort ein weißer Rosenstrauß auf mich. Und eine handgeschriebene Karte von Jonathan, in der nicht mehr stand als drei Worte. Ich liebe dich. Drei Worte, die meine Gefühlswelt auf den Kopf stellten und mir Tränen der Rührung in die Augen trieben. Er liebte mich und zeigte es ohne jede Scheu, obwohl wir beide zwei Menschen waren, die sich vor solchen Bindungen und tiefgründigen Gefühlen fürchteten. Weil es einen verletzlich machte und wir schon oft genug verletzt worden waren. Aus diesem Grund bedeutete mir diese Geste so viel. »Davina?« Ich drehte mich zu Shannon, die hinter mir stand. »Da möchte jemand zu dir.« Kurz war ich irritiert, ehe mir das Treffen mit Tom wieder einfiel und ein Ruck von Nervosität durch mich ging. »Oh, natürlich, lass ihn rein.« Hastig wischte ich mir die eine Träne fort, die sich aus meinem Augenwinkel schlich, und wandte mich zu Tom. Er stand in einem grauen Pullover und ausgeblichenen Jeans im Türrahmen, den er mit seiner breiten Statur fast komplett einnahm. »Hallo, Tom, vielen Dank, dass Sie kommen konnten«, sagte ich und gab ihm zur Begrüßung die Hand. »Kommen Sie mit, wir gehen in einen anderen Raum, wo wir ungestört reden können.« Er nickte und folgte mir schweigend ins Wartezimmer. Hier waren wir allein, weil es zur Mittagszeit keine Termine mit Mandanten gab und Mr. Watson erst in circa einer Stunde zurück ins Büro käme. »Also, Davina, über was wollten Sie mit mir sprechen?« Er sah mich fragend an, während Sorge in seinen klugen, blauen Augen stand. Ich wusste nicht recht, wie ich anfangen sollte, sodass ich einen Moment brauchte, bis ich meine Stimme fand. »Jon hat mir gestern alles über sich erzählt …« Unsicher hielt ich inne und lugte zu Tom hinüber, um seine Reaktion nicht zu verpassen. Er wirkte überrascht, sagte aber nichts. Also fuhr ich fort: »Ich verstehe jetzt vieles besser. Jon hat Angst, dass ich ihn verlassen würde, und macht sich immer noch Vorwürfe, für das, was früher bei ihm zu Hause passiert ist. Ich habe versucht, ihm das auszureden, damit er endlich Frieden findet, aber ich weiß nicht, ob mir das gelungen ist.« »Sie können ihm das nicht ausreden, weil ihn die Ereignisse in seiner Jugend geprägt haben. Tag für Tag zusehen zu müssen, wie die geliebte Mutter misshandelt – und auch vergewaltigt – wurde, wie selbst die jüngere Schwester nicht davon verschont blieb, hinterlässt bei einem Teenager Spuren. Gerade bei Jon hat das große Auswirkungen gehabt, weil er sich täglich um die beiden gekümmert und sich später gegen seinen Vater zur Wehr gesetzt hat«, erklärte Tom, womit er meine Hoffnungen zunichtemachte. »Ich habe es zwar geschafft, ihn mit sechzehn da rauszuholen und bei mir unterzubringen – weg von dem ganzen Scheiß. Doch den starken Beschützerinstinkt und Kontrollwunsch, den er sich damals angeeignet hat, kann er nicht mehr ablegen. Wenn er Ihnen das alles aus freien Stücken erzählt hat, vertraut er Ihnen und macht Fortschritte. Schließlich hat er sich seitdem keiner Frau gegenüber mehr geöffnet, geschweige denn sich emotional an eine gebunden.« Ich dachte an die Therapie, die ich vor Jahren machen musste, als ich am Ende meiner Kräfte angelangt war: Sie werden es nie vergessen, werden aber lernen, damit zu leben. Wahrscheinlich war es bei Jonathan genauso. Er hatte über die Jahre gelernt, mit den Umständen zu leben und es zu akzeptieren, dass seine Familie ihn als Monster beschimpfte, nur, weil er sie beschützen wollte und sich deshalb gegen seinen Vater gestellt hatte. Letztendlich war die Folge davon, dass er sich vor allen anderen Menschen verschloss. »Ist es das, worüber Sie mit mir sprechen wollten – seine Familie?«, fragte Tom neugierig, und ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf ihn. »Nein. Ich weiß nur nicht, wie ich beginnen soll«, gestand ich und holte bebend Luft, als die Unruhe die...



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