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Summer | Head over Heels - Kein Cop für eine Nacht | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 276 Seiten

Summer Head over Heels - Kein Cop für eine Nacht

Liebesroman
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-96714-139-9
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Liebesroman

E-Book, Deutsch, 276 Seiten

ISBN: 978-3-96714-139-9
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Hauteng sitzende Uniform, Handschellen, ein umwerfendes Aussehen - das kann nur der Stripper sein! Blöd nur, dass es in Korit Valley mehr Polizisten als Stripper gibt, und prompt hat Ruby aufgrund dieses kleinen Missverständnisses die Aufmerksamkeit des heißesten Cops der Gegend auf sich gezogen. Dabei will die New Yorkerin doch nur einen Neubeginn in dem kleinen Städtchen. Etwas mit dem berüchtigtsten Schürzenjäger der Gegend anzufangen, kann sie so gut gebrauchen wie ein Loch im Kopf! Trotzdem sprühen zwischen Ruby und Jared die Funken, und je näher sie sich kommen, desto deutlicher wird, dass die beiden weit mehr verbindet, als sie sich hätten vorstellen können. Doch genau diese Erkenntnis könnte sie für immer trennen ...

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1
    So hatte sie sich ihren Start in Korit Valley nicht vorgestellt. Ruby kniff die Augen zusammen, zog den Kopf ein und wünschte sich in diesem Moment nichts sehnlicher, als unsichtbar zu sein. Bei ihrer Aufmachung wäre allerdings selbst Harry Potters Tarnumhang überfordert. Sie sah es bereits vor sich. Sobald sie die verflixte Turnhalle betrat, würden die ersten Blicke zu ihr schweifen und sich fassungslos an ihr festtackern. Einsetzendes Schweigen, Stöße in die Rippen und geflüsterte ›Guck dir das an‹ animierten dann auch die restlichen Gäste zum Hinsehen. Ihr zartrosafarbener Look würde alle zum Grinsen bringen, bis sich dieses Feixen zu einem lautstarken Lachen hinter vorgehaltener Hand entwickelte. Was Ruby ihnen nicht einmal übel nehmen könnte. Stünde sie auf der anderen Seite, würde sie vermutlich genau dasselbe tun. Aber da stand sie nicht. Sie musste sich in dem Saal zum Affen machen. Was tat man nicht alles, um das fette rote Minus auf dem Bankkonto einzudämmen? Exakt. Alles. Na ja, zumindest fast. Nur gut, dass sie hier niemand kannte. Die einzigen Personen, die sie bisher in Korit Valley zu Gesicht bekommen hatte, waren ihre Cousine Lyra und deren Mutter Violet. Und genau wegen Ersterer steckte sie nun, kaum als neuer Bewohner in der Kleinstadt eingetroffen, in diesem abscheulichen Kostüm. Dabei hatte sie noch nicht einmal ihren Koffer ausgepackt. Warum hatte Ruby auch nicht Nein gesagt? Was war an diesen vier Buchstaben so schwer auszusprechen? N. E. I. N. Nichts, oder? Anstatt Lyras Bitte abzuschlagen, hatte Rubys Helfersyndrom einfach das Reden übernommen und zugestimmt. Das hatte sie jetzt davon. Sie steckte in diesem Ding, konnte sich kaum bewegen, geschweige denn, in dem engen Wulst aus Schaumstoff vernünftig atmen. Lediglich ihr Gesicht war frei. Ein paar vorwitzige Haarsträhnen hatten sich aus ihrem Zopf gelöst und hingen ihr nun ins Gesicht. Watschelnd trat Ruby von den Spinden weg und versuchte, die Tür der Umkleidekabine zu erreichen. Dabei stolperte sie beinahe über ihre eigenen Beine, weil die zwei Kugeln, die direkt vor ihren Füßen hin- und herbaumelten, jeden Schritt erschwerten. Zu dem ohnehin schon superpeinlichen Outfit fehlte nur noch, dass sie sich auf die Nase legte. Mit Mühe und Not schaffte sie es zur Tür und öffnete diese, so gut es ihr sperriges Kostüm zuließ. Was für eine Herausforderung. Mühsam schob sie sich auf den Flur. Weil Ruby nicht schnell genug weiterging, versetzte ihr die selbstschließende Tür einen Stoß, ehe sie ins Schloss fiel. Sie schwitzte, und ihr schwarzes Tanktop, das sie darunter trug, klebte unangenehm auf ihrer Haut. »Du musst nur ein wenig im Saal auf- und abgehen«, hatte Lyra gesagt, als sie in deren Cabrio zu der Veranstaltung gefahren waren. Was sich vor knapp zwanzig Minuten angehört hatte wie ein Kinderspiel, entwickelte sich jetzt zur einem der beschämendsten Augenblicke ihres bisherigen Lebens. Vielleicht sollte sie kneifen. Sie könnte sich einfach umdrehen und gehen. Aber das brachte Ruby nicht übers Herz. Sie wusste, wie bedeutsam dieses Ereignis für ihre Cousine war. Wie viele Stunden sie mit der Planung zugebracht hatte. Umso ärgerlicher, dass ausgerechnet an diesem Tag einer der wichtigsten Akteure – der eigentliche Kostümträger – ausfiel. Würde Ruby nicht einspringen, wäre es eine Katastrophe. Im Schneckentempo wackelte sie den langen Gang entlang. Ihre Sneaker quietschten auf dem grünen Linoleumboden. Sonst war nichts zu hören. »Da steckst du ja.« Mit hochrotem Gesicht kam Lyra in ihrem schwarzen, engtaillierten Hosenanzug auf sie zugeeilt. »Es sind schon paar Besucher da und …« Ihre Cousine brach ab, und ein verkniffenes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus, was in keiner Weise zu Rubys Laune beitrug. »Lach ruhig. Wenn ich gewusst hätte, dass du mich in das da«, Ruby machte eine nickende Bewegung an sich hinab, »steckst, hätte ich dir nicht aus der Patsche geholfen. Egal, wie viel Geld du mir angeboten hättest.« Lyra konnte sich noch so sehr zusammenreißen, sie schaffte es nicht, nicht loszuprusten. »Sorry, ich … wusste nicht … Shit, das ist echt witzig.« Kurzzeitig überlegte Ruby sich ernsthaft, sich auf Lyra zu stürzen und sie zu erwürgen. Nur bekam sie leider ihre Arme nicht nach vorn! »Warte nur, bis ich aus diesem Teil rauskomme!« Lyra wischte sich die Lachtränen aus den Augen und fächerte sich Luft zu. »Sorry. Du hast ja recht. Ich meine …« Erneut kicherte sie los. »Den Penisneid der Frauen lebst du heute in vollen Zügen aus. Man kriegt nicht alle Tage einen Penis dieser Größe zu Gesicht. Damit gewinnst du jeden Schwanzvergleich. Der Anblick ist –« »Hahaha. Sehr witzig«, unterbrach Ruby sie. »Vergiss nicht, dass ich mich immer noch umdrehen und gehen kann.« Schlagartig sah Lyra sie ernst an. »Bitte tu das nicht. Ich brauche das Kondom und den Penis. Was wäre eine Anti-Aids-Kampagne ohne diese zwei Dinge?« »Mir völlig egal. Ich mach das hier nur dir zuliebe«, gab Ruby beleidigt zurück, »und als Dank muss ich mich von allen Leuten da drinnen auslachen lassen. Wenigstens du könntest fair sein und mich aufmuntern.« Rubys Worte zeigten Wirkung. »Du hast völlig recht. Entschuldige, Süße.« Lyra straffte ihre Schultern und strich ihre Handflächen an ihrem schwarzen Hosenanzug ab. »Ich schulde dir etwas, und damit meine ich nicht nur das Geld. Hör zu, wenn diese Veranstaltung zu Ende ist, lade ich dich ins Blues ein. Dort können wir was essen, ein Bier trinken und ein wenig Spaß haben. Okay?« »Mal sehen, ob ich mich nach diesem Auftritt überhaupt noch in die Öffentlichkeit traue«, murrte Ruby und pustete sich eine ihrer hellblonden Locken aus dem Gesicht. »Ach was«, Lyra winkte ab, »keiner wird dich in dem Kostüm erkennen. Die Kids da drinnen sind so damit beschäftigt, sich mit kostenlosen Kondomen einzudecken, da werden sie nicht sonderlich auf dich achten.« »Die Kids vielleicht nicht, aber was ist mit deren Eltern und …« »Mach dir keinen Kopf. In zwei Stunden hast du es überstanden, und jetzt komm mit, Elvis ist schon On Tour.« »Wer ist Elvis?« Ruby hatte Mühe, Lyra zu folgen, die den Gang entlangmarschierte. »Dein Gegenpart. Der Gummi.« »Ah ja.« Der Geruch von Schweiß und Gummimatten hing in der Luft und weckte alte Erinnerungen an ihre Highschool-Zeit. Ruby stieß ein gequältes Lachen aus, als sie daran dachte, wie sie sich damals, mit knapp fünfzehn ausgemalt hatte, wo sie in zehn Jahren stehen würde. Naiv genug zu denken, mit Fleiß könnte man alles erreichen. Doch der Wille und gute Noten hatten nicht ausgereicht. Nein, man brauchte schon das nötige Kleingeld, um sich ein College leisten zu können. Davon hatte Ruby leider in ihrem ganzen Leben nie genügend besessen. Egal, wie hart sie gearbeitet, wie sparsam sie gelebt hatte, es hatte nie gereicht. Jetzt, zehn Jahre später, war von dem Traum, Fotografin zu werden, nichts mehr übrig. Die Wirklichkeit hatte sie gleich nach dem Highschool-Abschluss mit voller Wucht auf den Boden der Tatsachen aufprallen lassen. Eine Realität, die sich fortan wie ein Faden durch ihr Leben zog. Lyra war bereits bei der Doppelflügeltür angekommen, legte ihre Hände auf den Griff und drehte sich zu ihr um. »Bereit?« »Hilft es, wenn ich Nein sage?« Lyra schüttelte den Kopf, und schon wieder zuckten ihre Mundwinkel. Das sah nicht nach Anteilnahme aus. Oder Gnade. »Dann habe ich ja kaum eine Wahl.« Ruby kam keuchend neben ihr zum Stehen. »Los gehts.« Schwungvoll riss Lyra die Türen auf. »Und ein kleiner Tipp: Du solltest beim Gehen nicht so arg den Kopf bewegen.« »Warum?« Mit weit aufgerissenen Augen starrte Ruby auf die Menschenmenge im Saal. Das sollten ›ein paar‹ Besucher sein? Es waren bestimmt mindestens hundert Leute. »Nun ja«, jetzt konnte Lyra das Schmunzeln nicht länger unterdrücken, »es wackelt da oben«, sie deutete über Rubys Kopf, »wackelt schon ziemlich stark.« Na Bravo. Jetzt war sie nicht nur ein wandelnder Penis, nein, sie war ein unkontrolliert zuckender Penis! »Ich bring dich um. Ernsthaft!«, zischte Ruby und versuchte eine Schweißperle auf ihrer Stirn an dem Stoff abzuwischen. Vergeblich. »Ich liebe dich auch, Süße.« Mit diesen Worten trat Lyra hinter sie und schob sie sanft, aber bestimmt in den Saal. Kaum, dass ihre Füße die Schwelle überschritten hatte, merkte sie, wie sie die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich lenkte. Es passierte genau das, was sie vorausgesagt hatte: Die Gesichter der Gäste erhellten sich, Mundwinkel wurden nach oben gezogen. Wie lange bekommt man für Mord?, fragte sie sich, während sie erneut von hinten angeschoben wurde. Wenn es unter Totschlag lief, zwanzig Jahre, oder? »Da vorne ist Elvis.« Lyra, die nun neben ihr war, deutete auf eine Person, die ein grellpinkes Regencape mit einer Noppe als Kappe trug. Es sah tatsächlich wie ein Kondom aus. Ohne Zweifel. Ruby wäre tausendmal lieber der Gummi. »Warum darf er das da tragen, und mich steckst du hier rein?« Vorwurfsvoll drehte sie sich zu ihrer Cousine um. »Nun ja.« Ruby wusste sofort, dass die Antwort ihr nicht gefallen würde. »Elvis hat sich geweigert und … Schau mich nicht so an!« »Wie schau ich denn? Vielleicht wie jemand, der sich gleich auf dich stürzen will?« Lyra nickte. Doch nun, da sie mitten in der Veranstaltung waren, die sie organisiert hatte, zeigte sie sich hochprofessionell. Von Reue war nichts mehr zu erkennen. »Du machst das schon. Lächle einfach und...



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