Summers | Sommer, Sonne, Strand & Liebe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 254 Seiten

Summers Sommer, Sonne, Strand & Liebe

Liebesroman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7487-8991-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Liebesroman

E-Book, Deutsch, 254 Seiten

ISBN: 978-3-7487-8991-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Was würdest du tun, wenn das Schicksal dir eine zweite Chance anbietet? Nele ist schon immer in Josh verliebt. Doch Josh weiß nicht einmal, dass es Nele gibt. Das ändert sich auf einer Kreuzfahrt im Mittelmeer, auf der Josh zusammen mit seinen Ex-Bandkollegen, den Blossoms Four, ein letztes Mal vor seinen Fans auftreten darf. Für Leadsänger Josh ist es eine Reise voller schmerzhafter Erinnerungen und bestürzender Erkenntnisse. Als er auf die lebenslustige Nele trifft, vergisst er für einen Moment die Dämonen seiner Vergangenheit. Er begehrt sie, auch wenn er weiß, dass sie tabu für ihn ist. So unbekümmert wie Nele auf Josh zunächst wirkt, ist sie nicht. Auch sie kämpft bis heute mit einer bedrückenden Erfahrung. Werden sie ihre Sorgen gemeinsam über Bord werfen können, um dem Leben und der Liebe eine neue Chance zu geben?   Bei 'Sommer, Sonne, Strand und Liebe' handelt es sich um einen in sich abgeschlossenen Einzelroman.

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Kapitel 1
  Nele   »Meinst du wirklich, es ist eine gute Idee, gerade jetzt in den Urlaub zu fahren?« Meine große Schwester sah mich mitleidig an, während ich meinen Koffer packte. Wahllos nahm ich stapelweise Shirts, kurze Hosen, Kleider und Unterwäsche aus dem Schrank zu meiner Rechten und legte sie auf das Bett. »Nachdem du deinen Job verloren hast, wäre es doch sicher klüger, erst einen neuen zu finden, bevor du eine solch teure Reise unternimmst.« Daher wehte der Wind. »Die Reise habe ich bei einem Preisausschreiben gewonnen. Wenn ich sie nicht antrete, dann ist der Gewinn futsch. Außerdem wäre Conny sicher böse, wenn ich plötzlich doch nicht mitfahren würde«, erklärte ich nüchtern. Meinen eigentlichen Grund, an der Kreuzfahrt mit der MeinBoot festzuhalten, verheimlichte ich Sybille lieber. So freute ich mich nämlich nicht nur auf eine Woche Auszeit, sondern auch auf ein exklusives Meet & Greet mit der Band, die mich meine Jugend über begleitet hatte. Zudem brauchte ich dringend einen Tapetenwechsel. Die Sache mit meiner Kündigung hing mir noch in den Knochen. Am liebsten würde ich diese ungute Angelegenheit weit, weit hinter mir lassen. »Ruf doch noch mal bei der Reederei an. Vielleicht können die dir den Gewinn ja auszahlen. Die verstehen deine Lage bestimmt, und Conny hat doch noch andere Freundinnen, die mit ihr verreisen könnten.« Ich lachte. »Sybille, da sitzen keine Gutmenschen, die nur darauf warten, dass jemand wie ich anruft und ihnen mein Leid klagt. Wenn ich nicht aufs Schiff gehe, dann ist mein Gewinn im Gesamtwert von dreitausend Euro weg.« Seit meine große Schwester Kinder bekommen hatte, war sie nicht mehr verreist. Sybille war knapp zehn Jahre älter als ich, und ihr größter Sohn war gerade ins Gymnasium gewechselt. Sie selbst arbeitete seit der Geburt ihrer Kinder nicht mehr. Schließlich war es als Deutschlehrerin kaum möglich, neben dem Job und den Kindern auch noch zu Hause zu korrigieren. Ein Ding der Unmöglichkeit, das hatte ich mir in den letzten Jahren immer wieder von ihr sagen lassen. Meine Eltern waren auch Lehrer und hatten sie stets in ihrer Entscheidung bekräftigt. Ich hingegen hatte mich für ein Wirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Marketing entschieden und war nach der Uni vom Fleck weg von einer großen Druckerei engagiert worden. Alles war gut gewesen, bis zu diesem einen Tag, nach dem nichts mehr so war wie zuvor. Auch wenn man mich ließe, ich würde nie mehr in dieses Büro zurückkehren können. »Dreitausend Euro?« Sybilles Stimme klang leicht hysterisch, während sich ihre Augen ungewöhnlich weiteten. »Das ist verdammt viel Geld.« Sie überlegte einen Moment. »Wenn du es irgendwie schaffen könntest, dass dir die Reederei das Geld ausbezahlt, könntest du demnächst vielleicht endlich in eine eigene Wohnung ziehen, dein Leben selbst in die Hand nehmen.« Freudestrahlend nickte sie mir zu wie ein Wackeldackel, der neben der gehäkelten Klopapierhaube auf der Rücksitzbank eines in die Jahre gekommenen Rentnerautos durchs Land fuhr. Auf diesen Vorschlag hatte ich gerade noch gewartet. Der bildete an diesem bescheidenen Tag nur die Spitze des Eisberges. Eines Eisberges, der unter der Wasseroberfläche mindestens so hoch war wie der Kilimandscharo. »Papa ist ganz froh, dass ich noch da bin. Er hat sonst keinen, der mit ihm Schach spielt. Mama geht lieber zu ihren Tupper- und Kirchenchorabenden, anstatt sich mit ihrem Mann zu beschäftigen.« »Nele«, echauffierte sich meine Schwester und schloss die Tür in ihrem Rücken. Ihre Kinder spielten unten mit Opa. Ich kannte Sybille nur zu gut. Es wäre ihr mehr als unangenehm gewesen, wenn die beiden etwas von unserem Gespräch mitbekämen. »Was ist bloß los mit dir? So kenne ich dich ja gar nicht. Die Sache mit deiner Arbeit scheint dich ganz schön aus der Bahn geworfen zu haben.« Ich schluckte, als die Bilder in meinem Kopf wieder aufflackerten, die ich seit Wochen zu verdrängen versuchte. »Nein, das ist es nicht. Ich muss einfach mal wieder raus, was anderes sehen, Abstand zu allem gewinnen.« Zu allem und jedem, schoss es mir durch den Kopf. Natürlich musste ich mir auch Gedanken machen, was ich nach meiner Kündigung mit meinem Leben anfangen wollte. Die kleine Auszeit mit Conny würde mir dabei helfen, wieder klarer zu sehen. Nun legte Sybille einfühlsam ihre Hand auf meine Schulter. »Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst. Das weißt du.« Ein kaum hörbarer Seufzer entfuhr meiner Kehle. Die Zeiten, in denen meine Schwester und ich uns nahegestanden hatten, waren lange vorbei. Sie war irgendwann gegangen, hatte geheiratet und Kinder bekommen, während ich in meinem Elternhaus, unweit von Frankfurt, geblieben war. Ich rang mich zu einem Lächeln durch und blickte meiner Schwester in ihre großen grünen Augen. Sie war das krasse Gegenteil von mir: groß, schlank, heller Teint, Sommersprossen, rotes, langes, glänzendes Haar. Um Sybille in die Augen blicken zu können, musste ich meinen Kopf ein ganzes Stück in den Nacken legen. Meine blonden, langen Haare standen morgens in alle Richtungen ab. Ich brauchte eine halbe Ewigkeit, um sie in Form zu bringen. Dagegen wirkte meine große Schwester immer wie aus dem Ei gepellt. »Klar doch«, erwiderte ich so überzeugend, wie es mir möglich war. Sybille lächelte. Augenscheinlich war es mir geglückt, sie von meinen Worten zu überzeugen. Dennoch nahm sie ihre Hand wieder von meiner Schulter. In unserer Familie war man nie besonders herzlich miteinander umgegangen. Während andere Kinder nach Klassenfahrten von der Umarmung ihrer Eltern beinahe vor Liebe zerquetscht worden waren, hatte Mama sich lediglich zu einem behutsamen Tätscheln der Schulter hinreißen lassen, und Papa hatte seine Mundwinkel kaum merklich angehoben. Neidisch hatte ich dann immer meine Mitschüler beobachtet, die mit so viel Liebe überschüttet wurden und es nicht einmal bemerkten. Aber das lag hinter mir. Genau wie das Leben in der Druckerei. Es gab nichts, was mich länger hier hielt. Mein Flug ging in knapp fünf Stunden. Bis dahin musste ich noch packen, Mama erklären, wie man ihr neues Tablet bediente, das sie heute von Papa zum Geburtstag bekommen hatte, und ein paar Romane auf meinen E-Reader laden. Papa hatte es wie immer nur gut gemeint, als er meiner Mutter das Tablet geschenkt hatte. Dumm nur, dass er solchen Medien überaus skeptisch gegenüberstand und damit auch keine Ahnung von der Materie hatte. So lag es mal wieder an mir, Mama diese neue technische Errungenschaft näherzubringen. Für gewöhnlich half ich wirklich gerne, aber im Moment blieb mir kaum Zeit dafür. »Sybille, sag mal, könntest du Mama nicht erklären, wie ihr Tablet funktioniert?« Meine große Schwester war aus Düsseldorf mit ihrer Familie zum Kaffee und Kuchenessen angereist. Zumindest an den Geburtstagen unserer Eltern und zu Weihnachten und Ostern ließ sie sich hier noch blicken. »Ich weiß nicht.« Seit sie ausgezogen war, blieben diese leidigen Techniksachen immer an mir hängen. »Du kannst das bestimmt viel besser. Schließlich arbeitest du doch viel mehr mit diesen neuen Medien und dem ganzen Kram.« »Welchen Kram meinst du?« Irritiert starrte ich Sybille an, die immer das neueste iPhone besaß und über zweitausend Follower auf Instagram hatte. Wahnsinn, wie interessiert die Leute an einer einfachen Hausfrau waren, die ab und an ein Bild aus ihrem Alltag hochlud und vorwiegend Naturfotos postete. »Na, hier, dieses …« Sybille schnippte mit den Fingern. »Du weißt schon …« Ich blickte sie fragend an. Wenn meine große Schwester nicht weiterwusste, dann begann sie, sich in abgehackte Sätze zu flüchten in der Hoffnung, man würde von ihr ablassen und zu einem neuen Thema übergehen. Doch so leicht würde ich es ihr dieses Mal nicht machen. »Komm schon, Sybille, eben sagst du noch, du bist immer für mich da, und dann lässt du mich doch wieder hängen. Du kannst ruhig auch mal was für unsere Eltern machen. Ich bin immer diejenige, die sich um die Neuanschaffungen kümmern muss, die Papa vorzugsweise an Weihnachten und Mamas Geburtstagen anschleppt.« Sie lächelte. »Weil du nun mal diejenige von uns beiden bist, die das besonders gut kann.« Die Tour wieder. Ich war es so leid, dass jeder glaubte, die gute Nele wäre für alle da und konnte schamlos ausgenutzt werden. Schließlich hatte ich ja keinen Partner oder gar Kinder, um die ich mich sorgen musste. Gleich würde sie wieder Finn und Lisbeth ins Rennen schicken. »Ich bin so froh, einmal nichts machen zu müssen. Finn ist gerade in der Pubertät, und Lisbeth hat einen imaginären Freund, den sie immer und überall mit hinnehmen will.« Ich seufzte. Diesmal so laut, dass es meine Schwester auch hören konnte. »Finn ist gerade einmal zehn Jahre alt, und erklär mir doch bitte, inwieweit dich Lisbeths Geist beansprucht.« Sybille schnaubte. »Hast du eine Ahnung. Finn ist in der Vorpubertät. Er hört nicht mehr auf mich, macht nur...



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