E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Digital Edition
Summers Wohin die Nacht uns führt
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-2858-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-2858-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Was für ein toller Mann! Wie ihr Blind-Date endet, ist Cady sonnenklar: im Bett natürlich. Aber dann sieht sie Patton überraschend bei Vorbereitungen zu einer Hochzeit wieder, die sie beide verhindern wollen. Wenn sie sich bloß nicht ständig gegenseitig ablenken würden ...
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1. KAPITEL
Ein Wahnsinnstyp! Cady entdeckte ihn im Restaurant am vereinbarten Tisch. Sie war froh, dass sie zu spät kam. Das gab ihr die kleine Chance, sich von dem ersten Eindruck zu erholen. Bianca hatte ihr gesagt, dass er gut aussehend war. Gut? Der Mann war wie geschaffen für lange Tage nackt im Bett. Oder für lange schlaflose Nächte – im Bett … in der Dusche … auf der Couch … im Auto.
Sie ließ sich vom Ober zum Tisch führen und nutzte die Gelegenheit, ihr Date zu betrachten. Breite Schultern. Ein markantes Kinn mit einem sexy Hauch von Bartstoppeln. Schwarze Haare.
„Patton?“ Sie reichte ihm die Hand.
Die hellen Augen unter den dichten dunklen Brauen waren unerwartet. Der Blick, den er ihr daraus schenkte, war hellwach und durchdringend – und ließ ihr einen Schauer prickelnder Erregung über den Körper laufen.
Er erhob sich und sah auf ihre knapp einen Meter sechzig herab. „Cady?“
„Schuldig.“ Ihr schwirrten höchst erfreuliche Fantasien durch den Kopf.
Seine Hand war rau, warm und groß, ihr Druck kräftig, aber kontrolliert. Unwillkürlich fragte sie sich, wie sie sich auf ihrem Körper anfühlen mochte. Unkontrolliert.
Sie setzte sich und schob sich eine Strähne hinter das Ohr. „Tut mir leid, dass Sie warten mussten.“ Sie lächelte ihn an.
„Kein Problem“, murmelte er nur und nahm wieder Platz.
„Guten Abend, ich bin heute für Ihren Tisch zuständig.“ Der Ober reichte ihnen die Speisekarten.
Cady vertiefte sich in die Seiten und musterte dabei verstohlen ihr sexy Gegenüber. Auch er betrachtete sie, aber im Gegensatz zu ihr versuchte er nicht, diskret dabei zu sein: Er starrte sie unverhohlen an.
„Wir haben heute einen guten Rotwein im Angebot.“ Der Ober sah sie fragend an.
„Ich hätte gern einen Whiskey-Special mit extra Oliven.“ Sie lächelte den Mann an, und er lächelte zurück. Er sah auch nicht schlecht aus. Aber keine Frage: Ihr Date war eine Klasse für sich.
„Ich nehme ein Bier.“ Patton hatte eine dunkle, raue Stimme. Eine Schlafzimmerstimme.
Der Ober ließ sie mit den Speisekarten zurück.
„Wer hat Ihnen das angetan?“, fragte Cady und ließ den Blick über die Seiten gleiten, ohne aufzusehen.
„Was?“ Die Frage schien ihn zu verwirren.
„Wer hat Ihnen das Date eingebrockt?“, erklärte sie und lachte leise. „Ein Freund oder die Familie?“ Nun erst schaute sie auf.
Er grinste schief. „Die Familie. Und wer war es bei Ihnen?“
„Eine Freundin.“
Er ließ den Blick ihren Hals hinunter zur Schulter wandern, die unter ihrem schwarzen Pulli hervorlugte. „Das ist mehr Druck.“
„Inwiefern?“ Wieso kam es ihr so vor, als berühre er sie? Sie erschauerte.
„Familie hat man, Freunde sucht man sich aus.“
Sie lachte nur.
Er legte die Speisekarte beiseite, ohne Cady dabei aus den Augen zu lassen. Sie betrachtete seine markanten Gesichtszüge. Er war einfach … überwältigend. Überwältigend männlich.
„Wissen Sie, was Sie wollen?“
„Zum Essen?“
Zum ersten Mal sah sie ihn lächeln. Sie brauchte eine kalte Dusche. Eine sehr kalte Dusche. „Ist es nicht das, worüber wir reden?“
„Natürlich.“ Er lehnte sich zurück.
„Ein Mann vieler Worte“, bemerkte sie trocken.
Er zuckte nur die Achseln.
„Reden hilft im Allgemeinen bei einem ersten Date.“ Sie beugte sich vor. „Ich fange mal an. Lassen Sie mich raten. Sie nehmen ein Steak?“
Er nickte.
Der Ober erschien mit ihren Drinks. „Möchten Sie Ihre Bestellung aufgeben?“
„Ein Steak, medium, eine gebackene Kartoffel und den Haussalat.“ Patton gab die Karte zurück. Er mochte ein heißer Typ sein, aber er musste eindeutig noch an seinen Manieren feilen.
„Und für die Dame?“
„Ich bin mir noch nicht sicher …“
„Ich kann gern zurückkommen.“
„Nein, nein. Man soll niemanden warten lassen.“ Sie nippte an ihrem Drink. „Ich nehme das Gleiche wie der Herr.“
„Sehr gut.“ Der Ober nahm die Karten und verschwand.
Patton trommelte mit den Fingern auf der Tischplatte. Entweder war er gedankenverloren oder nervös. Sie beobachtete, wie er leicht die Augen zusammenkniff und die Lippen aufeinanderpresste, während er jeden Gast einer Musterung unterzog. Er überraschte sie, als er sagte: „Wenn Sie noch nicht so weit waren, hätten Sie es ruhig sagen können.“
„Oder Sie hätten fragen können.“ Sie trank noch einen Schluck.
Patton sah sie durchdringend an. Er nickte kaum merklich. Konzentrierte sich ganz auf ihre Lippen.
Sie war bereit, seine schlechten Manieren zu vergessen. Wer hätte ahnen können, dass ein Blind Date derartig … interessant sein konnte?
Ihre Freundin Bianca war fest entschlossen, ihr zu helfen, den Richtigen zu finden. Sie hatte sie schon mehrfach zu solchen Dates gedrängt. Die Männer, die sie dabei ausgesucht hatte, waren – nun ja, es war ein Fiasko nach dem anderen gewesen. Als Bianca ihr versprochen hatte, dieses werde definitiv ihr allerletzter Versuch sein, hatte Cady zugestimmt. Sie hatte keinerlei Erwartungen an das Date gehabt, hatte sich nur auf das Essen gefreut. Aber jetzt … Sie konnte sich nicht erinnern, sich je so spontan zu einem Mann hingezogen gefühlt zu haben. Es war etwas Animalisches. Magnetisches. Unwiderstehliches.
Ihr Handy vibrierte.
Nach einem Monat intensivster Arbeit – jeden Tag bis in die frühen Morgenstunden – hätte sie wissen sollen, dass es zu viel erwartet gewesen war, einen Abend ungestört zu bleiben. Aber sie hatte Charles, den Sohn ihres Chefs, aufs Auge gedrückt bekommen. Sie hatte den Eindruck, er könnte nicht einmal zur Toilette gehen, ohne sie vorher um Rat zu fragen. Aber wenn sie ihre Beförderung wollte, dann musste sie Charles’ fehlerhafte Programmierungen und seine ständigen Fragen ertragen. Zumindest für den Moment. Sie zog das Handy aus der Tasche und legte es auf den Tisch. „Entschuldigen Sie“, murmelte sie und las die SMS.
„Alles in Ordnung?“
„Kennen Sie das Gefühl, der Einzige zu sein, der weiß, was er tut?“ Sie tippte eine Antwort.
„Nur zu gut.“
Sie hielt inne und sah zu ihm hinüber. „Es nervt, oder?“
„Man muss damit leben.“
Sie drückte auf Senden und steckte das Handy wieder ein. „Genau.“ Vielleicht hatten sie doch etwas gemeinsam …
„Arbeit?“ Er deutete mit der Bierflasche auf ihr Telefon.
Sie nickte.
„Eine merkwürdige Arbeitszeit.“
„Stimmt. Aber in meinem Job zählt jede Minute. Wenn ich eine SMS bekomme, beantworte ich sie also sofort.“
„Gefällt Ihnen das? Immer gefragt zu sein?“
Sie wusste, dass er zusah, als sie den Zahnstocher mit der Olive in den Mund schob. Betont langsam zog sie die Olive mit den Zähnen herunter und schloss die Lippen darum. Sie antwortete erst, nachdem sie sie hinuntergeschluckt und an ihrem Drink genippt hatte. „Ich trage gern Verantwortung.“ Sie stützte die Ellenbogen auf den Tisch und war sich dabei sehr wohl bewusst, dass ihr Pullover weiter von der Schulter rutschte und noch mehr Haut sehen ließ. Sie sah, wie Patton ihre Schulter anstarrte. Es arbeitete sichtlich in ihm. Ihre Stimme war rau, als sie hinzusetzte: „Ich arbeitete hart dafür, dass es so bleibt.“
Er sah ihr in die Augen. Unverkennbar: Er wollte sie. Danach zu urteilen, wie seine Finger die Bierflasche umklammerten, wollte er sie sogar sehr. Interessant …
„Wofür sind Sie verantwortlich?“
„Beruflich, meinen Sie?“
„Ist es nicht das, worüber wir reden?“
„Stimmt. Ich bin Systemanalytikerin für Sicherheitssoftware.“
Seine Brauen hoben sich kaum merklich. Er schien beeindruckt.
„Ich weiß. Computer. Klingt wahnsinnig aufregend, nicht?“ Genüsslich schob sie die zweite Olive zwischen die Lippen.
Er stellte seine Flasche etwas fester als nötig auf den Tisch.
Sie verkniff sich ein Lächeln. „Und Sie?“
„Ich bin ein Cop.“ Er seufzte. „Detective.“
Sie musste sich eine alberne Bemerkung über Handschellen oder Fesseln verkneifen. „Wirklich?“ Sie durfte nicht an Patton und Fesseln denken. Verdammt, sie konnte an nichts anderes denken als an Patton und Fesseln.
Er musterte sie aus zusammengekniffenen Augen. „Sie sind sehr leicht zu durchschauen.“
Cady spürte, wie ihr das Blut in die Wangen stieg, aber sie hielt seinem Blick stand.
„Dann brauchen wir uns ja nicht lange mit dem Vorspiel aufzuhalten.“
Patton erkannte eine Einladung, wenn er sie hörte. Sein Körper nahm sie an. Aber er wollte die Entscheidungen an diesem Abend nicht von seinen Hormonen fällen lassen. Die Zeit seiner One-Night-Stands war eigentlich vorüber. Er hatte den Spaß daran schon vor Jahren verloren. Aber würde er sich darauf einlassen, könnte er dieser Frau nicht widerstehen.
Sich auf etwas anderes zu konzentrieren war unmöglich. Eine Frau wie sie hatte er noch nie getroffen. Zierlich. Weiblich. Voller Temperament. Glattes rotbraunes Haar, kinnlang, durchzogen von einer blonden Strähne. An sich bevorzugte er langes Haar, aber er konnte nicht leugnen, dass Cadys freiliegender schlanker Hals sehr viel Appeal hatte. Jedes verdammte Mal, wenn sie die Haarsträhne hinter ihr Ohr schob, stellte er sich vor,...




