Swain | Terra - Science Fiction 01: Dunkles Schicksal | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 136 Seiten

Reihe: Terra (Science Fiction)

Swain Terra - Science Fiction 01: Dunkles Schicksal


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95719-913-3
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 1, 136 Seiten

Reihe: Terra (Science Fiction)

ISBN: 978-3-95719-913-3
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Auf einem Kleinplaneten liegt seit unzähligen Jahren eine wunderschöne Frau schlafend unter einer Kristallkugel. Der Freibeuter Haral befindet sich auf der Flucht und strandet auf diesem Planeten. Dort gerät er in einen Strudel fantastischer Abenteuer. Er trifft auf die schlafende Frau und deckt ein unglaubliches Geheimnis auf.

Dwight V. Swain wurde in Rochester, Michigan geboren, schloss ein Journalismusstudium mit dem BA ab, diente drei Jahre in der Army und hatte die unterschiedlichsten Jobs inne, vom Wanderarbeiter bis zum Universitätsdozenten. Ab 1941 begannen SF-Storys von ihm zu erscheinen, zuerst in Fantastic Adventures, dann, in den 50ern, vermehrt in den von William L. Hamling herausgegebenen Magazinen Imagination und Imaginative Tales. Sein Kurzroman The Transposed Man (1953) wurde einmal 1956 unter dem deutschen Titel Der Gestaltwandler als Utopia Nr. 75 veröffentlicht und 20 Jahre später erneut in der Reihe Zauberkreis Science Fiction. Dort erschienen in den 1970er Jahren noch zwei weitere Novellen von Swain. Seine farbigen, abenteuerlichen Stoffe (er schrieb auch Western und Krimis, teils unter dem Pseudonym Clark South) machen ihn zu einem idealen Autor für den BLITZ-Verlag. Titel wie Der Gestaltwandler, Station des Schreckens oder Treffpunkt Knossos sind in Vorbereitung.
Swain Terra - Science Fiction 01: Dunkles Schicksal jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Nackt, noch immer wie tot, ruhte die verschleierte Göttin, von den Menschen Xaymar genannt, auf einem golden verhängten Podest inmitten der großen, glänzenden Kristallkugel.

Xaymar, Königin der Stürme. Beherrscherin von Regen, Wind und des Blitzes, Kaiserin all der wogenden Kräfte, die ihren Aufruhr über die Himmel verbreiten. Heiliges Ungeheuer, böse Heilsbringerin. Alt wie die Zeit und jung wie ein Füllen. Geboren von einer Frau, verdammt von Männern, weise mit einer verloren gegangenen Weisheit.

Xaymar, heißblütige Göttin. Ein Wort, ein Mythos, ein verblassendes Bild in vergessenen Büchern. Ein Phantom, aufsteigend aus diesen geisterhaften, entkernten Städten, diesen Ruinen, die seit eintausend Jahren tot sind.

Dennoch lag sie hier in diesem tief versunkenen Gewölbe, nackt, von dem kurzen, perlenbestickten Schleier abgesehen, der die obere Hälfte ihres Gesichts bedeckte. Ihr Leib glänzte immer noch wie eine geschmeidige Elfenbeinstatue, ein Abbild schlanker, kurvenreicher Perfektion. Wellen pechschwarzen Haares umrahmten das bleiche, verschleierte Oval ihres Gesichts wie ein dunkler, strahlender Heiligenschein. Ein blasser, rosiger Glanz berührte Lippen und Brüste. Fast schien es, als ob sie bloß hier schliefe, nur Stunden und keine Äonen, als ob sie immer noch lebendig wäre und strahlend ... ganz Frau, ganz schreckliches, üppiges Versprechen ...

Kapitel 1

Der Shamon-Priester war vom Alter gebeugt, sein Gesicht ein Netzwerk aus tiefen Furchen. Der kurze Umhang, wie lebendig in einhundert kontrastierenden Schattierungen von Blau, bedeckte seine schmalen Schultern, und ein Toloid-Täfelchen, geschmückt mit der stilisierten Darstellung eines Blitzstrahls, Xaymars Zeichen, hing über seiner knochigen Brust.

Er sagte: „Ich möchte, dass du eine Frau tötest.“

Auf der anderen Tischseite saß der blaue Krieger namens Haral sehr still da. Er sprach kein Wort.

Der alte Shamon beeilte sich hinzuzufügen: „Alle sagen dasselbe, alle jene, mit denen ich gesprochen habe – dass du allein von allen Kriegern hier auf Ulna es wagen würdest, gegen den Banditen Sark anzugehen. Die anderen sind tapfer, bis sie seinen Namen hören. Dann singen sie rasch ein anderes Lied. Aber du ...“ Er zögerte, fummelte herum und blickte Haral unsicher aus feuchten, verblassenden Augen an. „Sag mir, o Blauer, ist es wahr, dass du allein nach Eros gegangen bist und den Tyrannenlord Querroon erschlagen hast, weil er es gewagt hatte, auf deinen Kopf einen Preis auszusetzen? Und dass du daraufhin der Föderation getrotzt hast, die dich aufhängen wollte, und dir deinen Weg durch die gesamte Flotte der Föderation mit deinem einen Schiff freigekämpft hast?“

„Es ist wahr.“

„Siehst du ...?“, rief der Alte tremolierend im Triumph. „Du siehst es, Sha Haral? Du bist ein Krieger, der dieser Bezeichnung würdig ist! In dir steckt Eisen anstelle von Schrot. Deswegen komme ich zu dir, damit du diese Frau tötest ...“

„Eine Frau ...?“, wiederholte Haral dumpf. Er wirbelte den feurigen Kabat in seinem Glas herum. „Warum sollte ich eine Frau töten?“

„Weil ich dich gut bezahlen werde“, krächzte der Shamon-Priester eifrig. Münzen fielen klirrend auf den Tisch. „Hier, sieh her! 200 Samori, Sha Haral. So viele für eine schlichte Aufgabe – genügend, um dich wieder von Ulan hinauszuschicken, um dich wieder einmal auf die Straße des Wohlstands und der Macht, des Ehrgeizes zu bringen ...“

Brütend starrte Haral hinab in die grünen, allzu mächtigen Tiefen von Kabat. Ganz plötzlich war er sich eindringlich des Rauchs und Gestanks und des schrillen Lärms bewusst, von denen die Schatten dieser schmuddeligen, übel riechenden Bruchbude durchdrungen waren, die ein Café sein sollte. „Wohlstand und Macht, Ehrgeiz?“ Er lachte laut heraus, und währenddessen war seine Zunge allzu schwer vom Kabat geworden. Dies war die Straße, zu der Ehrgeiz hinabführte – die Straße zu stinkenden Spelunken und trostlosen Nächten und noch trostloseren Tagen auf einer Außenseiterwelt namens Ulna. Die Straße zu Blut und Tapferkeit, einem Kriegernamen – und Angeboten zum Frauenmord.

Ehrgeiz? Ehrgeiz im Wert von 200 Samori. Wiederum lachte er bitter, tief aus der Kehle heraus. Das ließ sich anders, besser ausdrücken: Gier. Blutdurst. Eine verfluchte, unersättliche Machtlust.

Der alte Priester ergriff seinen Arm. „Dann 300! 300 Samori, Sha Haral!“

Düster starrte der blaue Mann in die Menge und den Rauch und die Schatten. Ihm dämmerte, dass bereits neue Gesichter hereingekommen waren, neue Gestalten, arrogant und prahlerisch.

Die Gestalten und Gesichter von Gar Sarks Räubern.

„300 Samori? 300 – um Gar Sark und seine ganze Bande herauszufordern, ebenso, um einen Mord zu begehen?“ Er lächelte ein dünnes, trostloses, freudloses Lächeln und schüttelte den Kopf. „Nein, alter Mann. Was du haben möchtest, ist ein Wahnsinniger, kein Krieger.“

„400 – 400 Samori für einen einzigen Schlag!“ Der Priester sabberte in seinem Eifer. „Nein? Dann fünf, Sha Haral! 500, nur für dich. Mehr habe ich nicht.“

Zum ersten Mal sah Haral den Shamon voll an. „Warum möchtest du ihren Tod?“, fragte er herausfordernd. Er ließ die Faust mit einem lauten Knall auf den Tisch fallen. „Warum? Das ist es, was ich wissen möchte. Wer ist sie? Was hat sie getan, das nach ihrem Tod ruft?“

„Warum ...?“ Schweiß trat dem Uralten auf das Gesicht. Unbehaglich rückte er hin und her. „Sie – sie – Sark ist ein Ungeheuer, und seine Männer haben sie für die Spiele morgen in der Arena ergriffen. Sie wird qualvoll durch ihre Hände sterben. Ich – ich kann es nicht ertragen, sie leiden zu lassen ...“

„Also würdest du mich anheuern, sie stattdessen zu töten?“ Haral lachte hart. „Ich höre deine Worte, alter Mann ...“

„Mein Name ist Namboina.“

„... Namboina, ich höre deine Worte. Aber eher würde ich auf deinem Planetoiden Vidal verrotten, bevor ich sie glaube. Zu viele andere Shamon sind auf Ulna für dich gestorben, um sich wegen eines weiteren Sorgen zu machen.“ Er leerte sein Glas und knallte es hin. „Nein. Suche jemand anderen für deinen Mord. Ich möchte gern die Tatsachen kennenlernen, bevor ich morde.“

Dem Priester standen jetzt große Schweißperlen auf der Stirn. Mit zittrigen Fingern wischte er sie weg. „Ich – ich sehe, dass ich dir alles sagen muss, Sha Haral. Die – die Frau ist Kyla, eine jungfräuliche Priesterin unserer Göttin Xaymar. Ihr Leben, ihr Leib, beides ist der Göttin geweiht. Aber Sark und seinen Räubern ist unsere Xaymar gleichgültig. In ihrer Blutlust und ihrem Wahn würden sie sogar ihre Priesterin Kyla schänden. Aber das darf nicht sein! Besser, dass Kyla stirbt ...“ Er brach ab und starrte Haral an. „Ich, Namboina, bin ein Hohepriester der Xaymar. Es ist meine Pflicht, Kyla vor der Schande zu bewahren, unsere Göttin vor der Schändung ...“

„Du lügst bei jedem Wort, Namboina“, sagte Haral. „Ich habe genügend von eurer dreifach geplagten Xaymar gehört, um zu wissen, dass sie die heißblütige Göttin genannt wird – und ihre Priesterinnen tun es ihr nach! Wenn es unter ihnen immer noch eine Jungfrau gibt, ist es für die Scharen der Räuber, die dieses Straßengewirr nach Frauen durchkämmen, etwas Neues.“

„Nein, nein ...! Nicht Kyla!“ Der schlaffe Mund des Shamon arbeitete. Sein Gesicht war eine Maske der Verzweiflung. „Sie ist eine Geweihte. Sie ist nicht wie die anderen ...“

Haral schob seinen Stuhl zurück und erhob sich. „Ich habe genug von deinen Lügen, alter Mann“, sagte er abschließend. „Singe jemand anderem dein Lied vom Mord.“

Namboinas tremolierende Stimme erhob sich, dünn vor Wut: „Verflucht sollst du sein, Fremder! Verflucht deine ganze ausländische Brut, die aus Ulna eine Jauchegrube gemacht hat ...“

Aber jetzt schnitt ihm eine neue Stimme das Wort ab, die durch die Schatten donnerte: „Das ist der, den wir wollen. Der Alte, der Priester, den sie Namboina nennen.“

Haral fuhr herum.

Ein Dutzend kämpfende Männer aus Sarks Räuberbande kamen auf ihn und Namboina zu. In einem bedrohlichen Halbkreis, Waffen gezückt und bereit, rückten sie wie kaltäugige, tödliche Schatten heran.

Haral fiel einen Schritt zurück, bis er mit dem Rücken an der Wand stand. Die Augen vor Furcht weit aufgerissen, sackte Namboina auf seinem Stuhl zusammen, als ob er versuchen wollte, sich hinter dem Tisch zu verstecken.

Da bemerkte Haral, dass sich eine Stille über die Kabat-Spelunke gelegt hatte. Die rauen Stimmen waren in Schweigen verfallen. Das Klirren der Gläser war plötzlich verstummt.

Dann fauchte ein glänzender Marsianer, der anscheinend die Räuberbande befehligte: „Ja. Dies ist er. Bringt ihn her!“

Der Tentakel eines Thorianers peitschte hervor, um Namboina zu ergreifen und ihn regelrecht von seinem Stuhl zu zerren.

Jetzt ruckte der schuppige Kopf eines Pervod zu Haral herum. „Was ist mit dem hier? Sie waren zusammen.“

Der Marsianer drehte sich für einen kurzen, verächtlichen Blick auf den blauen Mann herum. „Dieser...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.