E-Book, Deutsch, 528 Seiten
Swan Das Geheimnis einer Winternacht
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-641-33318-8
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman - Romantik und Lichterglanz in Kopenhagen: der neue Weihnachtsroman der SPIEGEL-Bestsellerautorin
E-Book, Deutsch, 528 Seiten
ISBN: 978-3-641-33318-8
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ganz Kopenhagen erstrahlt in festlichem Lichterglanz. Doch Kunststudentin Darcy ist ganz und gar nicht in Weihnachtsstimmung. Ihr Freund hat sie verlassen, und sie möchte sich am liebsten mit ihren Büchern zu Hause verkriechen. Nur widerwillig lässt sie sich von ihrer besten Freundin Freja überreden, sich bis Weihnachten mit drei Männern zu treffen. Darcys Gedanken kreisen jedoch nicht um die Liebe, sondern um ein rätselhaftes Gemälde, das kürzlich entdeckt wurde. Bei ihrer Recherche begegnet sie dem attraktiven Anwalt Max – der sich ausgerechnet als ihr erstes Date entpuppt. Die beiden fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Aber Max hat ein Geheimnis …
Der große neue Weihnachtsroman der SPIEGEL-Bestsellerautorin – die perfekte Lektüre zum Fest der Liebe!
Pressestimmen zu Karen Swan:
»Tolle Plots, großartige Figuren und jede Menge Romantik.« Heat
»Herrlich glamourös und unwiderstehlich romantisch.« Hello!
»Fesselnd und zauberhaft.« Woman
»Karen Swan schreibt die bezauberndsten Weihnachtsromane.« The Visitor
»Es gibt nichts Besseres als einen Roman von Karen Swan, um in Weihnachtsstimmung zu kommen.« Woman & Home
»Weihnachtlicher Eskapismus vom Feinsten.« Women's Weekly
»Mit tollen Plot-Twists, Einfühlungsvermögen, Charme und Humor beschert uns Karen Swan die perfekte Einstimmung auf die Feiertage.« Yorkshire Post
Karen Swan arbeitete lange als Modejournalistin für Zeitschriften wie Vogue, Tatler und YOU. Heute lebt sie mit ihrer Familie im englischen Sussex und schreibt jedes Jahr zwei Romane – einen für die Sommersaison und einen zur Weihnachtszeit.
Weitere Infos & Material
1. Kapitel
Kopenhagen, 25. November 2024
»Was genau tust du da eigentlich?«, wollte Darcy wissen, während sie ihre eifrig auf dem Handy tippende Mitbewohnerin beobachtete. Allmählich beschlich sie der Verdacht, dass Freja nicht nach der Wettervorhersage suchte, wie sie behauptet hatte.
»Dir ein bisschen auf die Sprünge helfen«, antwortete Freja, ohne aufzuschauen. »Es sind jetzt schon drei Wochen.«
»Hast du nichts Besseres zu tun?« Darcy legte stöhnend den Kopf in den Nacken und starrte an die Kiefernholzdecke des Cafés, die mit künstlichen Tannenzweigen und Lichterketten dekoriert war.
»Du musst wieder unter Leute«, erwiderte Freja. Sie hatte einen Schnurrbart von ihrer heißen Schokolade, was sie aber nicht weiter zu stören schien. Alles, was sie aß oder trank, hinterließ irgendwelche Spuren an ihr.
»Sagt wer?«, fragte Darcy mit einem Blick auf ihre Mitbewohnerin, die sich in höchster Konzentration auf die Lippe biss.
»Deine Mutter zum Beispiel. Du bist sechsundzwanzig. Sie wünscht sich Enkelkinder.«
»Dafür hat sie Cara.«
»Cara ist neunzehn und gerade beim Wildwasser-Rafting in Thailand.«
Darcy verdrehte die Augen. Die Gap-Year-Abenteuer ihrer kleinen Schwester waren definitiv spannender als alles, was in ihrem eigenen Leben passierte, wo das Aufregendste ein Zahnarzttermin und die nächste Abgabefrist für ihre Dissertation waren. Hätte Lars sie nicht betrogen, wäre sie letztes Wochenende nach Stockholm gefahren, hätte am Freitag in einer Woche in der zweiten Reihe des The-Weekend-Konzerts gesessen und jemanden gehabt, der an Weihnachten am anderen Ende des Knallbonbons zog. Aber er hatte ja vor drei Wochen in einer Bar ein Mädchen küssen müssen, das er gerade mal achtundzwanzig Minuten gekannt hatte, was die Gefühle, die Darcy zwei Monate und fünf Tage in ihn investiert hatte, schlagartig ausgelöscht hatte.
Sie tippte mit einem Finger auf den kleinen quadratischen Tisch. » genehmige mir auch eine Auszeit, weißt du? Ich brauche mindestens weitere drei Wochen.«
»Abgelehnt. Dir macht es vielleicht nichts aus, wenn du Weihnachten allein verbringst, aber mich stört es. Und da du nicht mit mir zu meinen Eltern fahren willst, müssen wir eben jemanden suchen, der dir Gesellschaft leistet.«
»Freja, ich muss an meiner Dissertation arbeiten. Ich bin derart in Verzug, dass es schon nicht mehr lustig ist. Hätte ich Zeit, mit dir Weihnachten zu feiern, könnte ich auch zu meiner eigenen Familie in die Ferien fliegen. Ich würde auch lieber an einem Strand in Thailand faulenzen, anstatt hier zu hocken und zweitausend Wörter am Tag in die Tasten zu hauen.«
»Und genau deshalb brauchst du in den Pausen eine Auszeit mit einem Bad Boy.« Freja warf ihr einen Blick zu. »Außerdem wirst du nicht jünger.«
»Und anscheinend auch nicht klüger.«
»Sie sind nicht alle wie er.«
»Ach ja?« Darcy zog eine Braue hoch. »Ich hab ihn für einen von den Guten gehalten. Langweilig, aber solide, zuverlässig, mit einem anständigen Job und guten Aussichten.«
»Vielleicht liegt genau da das Problem: Du hast die Messlatte zu tief gelegt.«
»Oh, bist du zur Expertin geworden?«
»Allerdings«, entgegnete Freja mit einem selbstgefälligen Lächeln. »Ich schlafe seit einem ganzen Monat mit demselben Mann, und das bedeutet, dass ich zur anderen Seite übergewechselt bin. Plötzlich sehe ich alles ganz klar.«
Eine Spur Sarkasmus schwang in ihrer Stimme mit. Obwohl Darcy lachte, als sie nach ihrer heißen Schokolade griff, konnte sie sich nur schwerlich an diese neue verliebte Ausgabe ihrer Mitbewohnerin gewöhnen.
Freja hatte noch nie jemanden länger als eine Woche gedatet. Als Scheidungskind glaubte sie nicht daran, dass irgendetwas ewig hielt, Beziehungen schon gar nicht. Sie schaffte es nicht einmal, Miss Petals, ihre Zimmerpflanze, am Leben zu erhalten, was für eine auf Genomforschung spezialisierte Mikrobiologie-Doktorandin erschreckend war.
Die beiden Frauen hatten sich im Sommer auf der Toilette einer Studentenkneipe kennengelernt, als Darcy, die neu in der Stadt und auf der Flucht vor einem miesen Tinder-Date war, Freja dabei ertappte, wie sie mit einem Kragenstäbchen den Tamponspender zu manipulieren versuchte. Darcy hatte ihr das nötige Kleingeld für den Automaten gegeben, woraufhin Freja im Gegenzug ihr Date abserviert hatte: Sie habe Darcy wegen eines positiven Schwangerschaftstests weinend auf der Toilette gefunden, hatte sie geflunkert. Der Typ war auf der Stelle verduftet. Ihre Dating-Katastrophen hatten die beiden zu Freundinnen und Komplizinnen gemacht – jedenfalls bis zum Beginn von Frejas jüngster heißer Affäre vor wenigen Wochen, die einfach nicht abkühlen wollte.
Darcy schaute aus dem Fenster auf die Schlittschuhläufer, die ihre Mittagspause nutzten, um mehr oder weniger elegant über die Eisbahn im Tivoli zu gleiten oder zu stolpern. Obwohl der Dezember noch nicht begonnen hatte, war der riesige Weihnachtsbaum bereits aufgestellt worden, und in den Verkaufsbuden lagen Sojakerzen, Lavendelsäckchen und Holzspielsachen zum Befüllen der Weihnachtsstrümpfe bereit. Lichterketten schmückten die Bäume, die Leute führten ihre Hunde aus, und kleine Kinder mit an Schnüren baumelnden Handschuhen watschelten durch den Park. Junge und alte Stimmen übertönten die surrenden Geräusche der Fahrgeschäfte und das Zischen der Schlittschuhkufen auf dem Eis. An einem Ort wie diesem, der sich in Schnee hüllte wie in einen Schal und an dem die angeblich glücklichsten Menschen der Welt lebten, war es leicht, frühzeitig in Weihnachtsstimmung zu kommen.
Auf der anderen Seite der Eisbahn posierte ein Paar gekonnt für ein Selfie. Er hatte ihr einen Arm um die Schultern gelegt, und sie hob den Kopf, als er sich für einen langen, innigen Kuss zu ihr hinunterbeugte.
Angesichts dieser ungenierten Zurschaustellung von Glück ließ sich Darcy genervt gegen die Stuhllehne fallen.
»Iiih, das ist ja ekelhaft!«
Freja schaute auf und folgte ihrem Blick. »Verstehst du, was ich meine? Die guten Männer werden dir vor der Nase weggeschnappt.«
»Dann zieh ich eben nach Paris. Oder Barcelona. Dort gibt’s auch jede Menge Männer.«
»Zu spät. Ich erkläre die Trauerzeit hiermit offiziell für beendet.«
»Aber ich trauere gern«, brummte Darcy mürrisch, den Blick immer noch auf das glückliche Paar gerichtet. »Ich mag Schwarz.«
Sie hob die Hände zu ihren langen hellbraunen Haaren. Die blonden Highlights vom Sommer waren im Gegensatz zu dem Stufenschnitt noch nicht vollständig herausgewachsen, aber die Ibiza-Bräune ihrer olivfarbenen Haut war mittlerweile verblasst.
»Ich sag dir, was wir machen werden …« Freja gab ihr mit einem triumphierenden Ausdruck in den Augen ihr Handy zurück. »Schau mal auf deinen Startbildschirm.«
»Was hast du gemacht?« Darcy runzelte misstrauisch die Stirn.
»Na los, guck nach.«
»Hm. Wonach suche ich denn?«
»Raya.«
»Raya?« Darcys Brauen schossen in die Höhe. »Raya wie in ›die Promi-Dating-App‹?«
»Das ist maßlos übertrieben«, wehrte Freja ab. »So viele Promis sind da gar nicht. Ich meine, ein paar, ja. Aber was du hauptsächlich da findest, sind Leute wie du und ich. Erfolgreich, exklusiv, vermögend …«
»Ich bin nicht vermögend! Ich muss mir überlegen, wie viele Bananen ich kaufe, damit sie nicht verderben und ich sie wegwerfen muss, das kann ich mir nämlich nicht leisten!«
»Aber du bist schön und intelligent, und genau das ist es, was diese Männer suchen.«
Darcy machte ein zweifelndes Gesicht. Ihrer Erfahrung nach hatten es Männer nicht gern, wenn die Frau klüger war als sie selbst. »Aufgenommen wird man doch nur auf Empfehlung, oder?«
»Stimmt. Tristan hat dich gestern Abend empfohlen.«
»Tristan ist auf Raya?« Darcy wusste zwar, dass Frejas aktueller Schwarm, den sie noch nicht kennengelernt hatte, erfolgreich war, aber sie hatte nicht gewusst, dass er erfolgreich war. Freja, die im Rahmen ihrer Promotion gerade ein Praktikum absolvierte, hatte ihr erzählt, sie und Tristan hätten nach einer Geschäftsreise was miteinander gehabt. Eigentlich hätte es ein One-Night-Stand bleiben sollen, aber inzwischen waren über dreißig Nächte daraus geworden – Darcy musste zu ihrer Schande gestehen, dass sie mitzählte.
»Er war«, antwortete Freja und verbesserte sich dann hastig: »Ich meine, er ist! Er ist! Im Augenblick lässt er die Mitgliedschaft bloß ruhen. Er wird wieder aktiv werden, bevor du auch nur sagen kannst …« Sie suchte vergeblich nach dem richtigen Wort.
»Flibbertigibbet?«, schlug Darcy vor, die zu ihrer Bestürzung erkannte, dass Frejas Glücksgefühle offenbar immer noch nicht abebbten.
»Flibb…?« Ein Zungenbrecher für jemanden, dessen Muttersprache nicht Englisch war.
»Hm.« Alles klar. Konnte es sein, dass Freja im Begriff war, sich in diesen Typen zu verlieben?
Darcy blieb keine Zeit, darüber nachzudenken, denn in diesem Moment langte Freja herüber und tippte auf die App. Zu ihrer Überraschung war sie bereits eingeloggt und …
»Ich habe einen Account?«
»Ich weiß doch, dass du dich nie dazu aufgerafft hättest«, erwiderte Freja achselzuckend. »Du wirst viel zu zynisch in deinem zweiten Lebensviertel.«
Freja hatte ihrer beider Lebenszeit in Fünfundzwanzigjahr-Phasen eingeteilt, und Darcy gefiel der kleine...




