Swindells | Im Schatten der Angst | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 418 Seiten

Swindells Im Schatten der Angst

Thriller | Sie hat dem falschen Mann vertraut - muss sie dafür den höchsten Preis zahlen? Hochspannung für die Fans von Karen Rose und Lisa Jackson
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-270-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Thriller | Sie hat dem falschen Mann vertraut - muss sie dafür den höchsten Preis zahlen? Hochspannung für die Fans von Karen Rose und Lisa Jackson

E-Book, Deutsch, 418 Seiten

ISBN: 978-3-96655-270-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Wenn du niemandem mehr trauen kannst ... Der Thriller »Im Schatten der Angst« von Erfolgsautorin Madge Swindells jetzt als eBook bei dotbooks. Es sollen ihre zweiten Flitterwochen werden, aber sie enden tödlich: Als die Jacht von Clara Connor auf hoher See explodiert, überlebt sie nur knapp - von ihrem Mann Patrick fehlt jede Spur. Sind sie Opfer eines tragischen Unglücks geworden ... oder steckt etwas anderes dahinter? Clara fühlt sich zunehmend verfolgt. Wie eine kalte Schlinge legt sich die Angst um ihren Hals - erst recht, als sie herausfindet, dass Patrick ein Doppelleben führte. Der ermittelnde Inspektor Jonathan Fergus versucht, ihr zu helfen, doch immer mehr begreift Clara: Wenn sie ihr Leben retten will, muss sie selbst herausfinden, auf welches gefährliche Spiel Patrick sich eingelassen hat ... und ob sie darin jemals eine andere Rolle spielen sollte als die des Opfers! Jetzt als eBook kaufen und genießen: der mitreißende Spannungsroman »Im Schatten der Angst« von Madge Swindells für alle Fans der Bestseller von Lisa Jackson und Karen Rose. Wer liest, hat mehr vom Leben! dotbooks - der eBook-Verlag.

Madge Swindells wuchs in England auf und zog für ihr Studium der Archäologie, Anthropologie und Wirtschaftswissenschaften nach Cape Town, Südafrika. Später gründete sie einen Verlag und brachte vier neue Zeitschriften heraus, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Bereits ihr erster Roman, »Ein Sommer in Afrika«, wurde ein internationaler Bestseller, dem viele weitere folgten. Die Website der Autorin: www.madgeswindells.com Bei dotbooks veröffentlichte Madge Swindells ihre großen Familien- und Schicksalsromane »Ein Sommer in Afrika«, »Die Sterne über Namibia« und »Die Löwin von Johannesburg« - auch als Sammelband erhältlich -, »Eine Liebe auf Korsika«, »Die Rose von Dover«, »Liebe in Zeiten des Sturms« und »Das Geheimnis von Bourne-on-Sea« sowie ihre Spannungsromane »Zeit der Entscheidung«, »Im Schatten der Angst«, »Gegen alle Widerstände« und »Der kalte Glanz des Bösen«.
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Kapitel 1


Aus dem Augenwinkel nahm sie eine Bewegung wahr. Sie wirbelte herum, konnte dem Schlag aber nicht mehr ausweichen. Ein heftiger Schmerz explodierte in ihrem Schädel und raste von dort ins Genick, während sie mit dem Gesicht voraus zu Boden fiel. Ein grelles Flimmern vor den Augen blendete sie. Sekundenlang war sie wie gelähmt. Die Zeit verrann unendlich langsam, während der Schmerz über sie hinwegspülte. Blut lief ihr die Wange hinunter. Eine schwarze Gestalt vor schwarzem Hintergrund: Drohend stand sie über ihr, die funkelnde Axt zum Schlag erhoben. Dahinter die finstere See, vom Wind und den Gezeiten zu einer absurden Woge aufgetürmt, die sich kräuselte, erbebte, nie der stürzte. Endlich fand sie die Stimme wieder, doch ihr Schrei ging unter im Donnern des Wassers.

Schluchzend wachte sie auf. Im ersten Augenblick war sie ganz durcheinander und wusste nicht, wo sie war. Sie konnte die eisige Kälte und das Salzwasser fühlen, das ihr in Hals und Nase brannte. Ängstlich befühlte sie die Kopfwunde und rieb über die ungewohnten Nähte.

Sie hörte Schritte und zuckte zusammen. Im Licht, das ins Zimmer fiel, zeichnete sich die Silhouette ihres Sohnes in der Tür ab. Eine Sekunde lang starrte sie ihn verwirrt an. Dann wurde sie von Liebe zu ihm regelrecht überwältigt. Der Gedanke an ihn hatte ihr die Kraft zum Durchhalten gegeben.

Die Anspannung fiel von ihr ab, als die Erinnerung an den fünftägigen Krankenhausaufenthalt und an ihre Heimkehr zurückkehrte. Wie hatte sie so dumm sein und das vergessen können? Sie beruhigte sich beim Anblick des vertrauten Schlafzimmers mit den gebrochen weißen Seidenvorhängen, dem weichen grauen Teppich und den weißen Brücken darauf, dem einzigartigen Gemälde Sibyl Ferrettis, ihrer besten Freundin, das einen Reiher in den Sümpfen darstellte. Ihr Herzschlag normalisierte sich allmählich wieder, und die Ruhe, die sie auf einmal erfüllte, tat so gut wie ein Regen nach langer Trockenheit.

»O Jason! Ich dachte … Hab ich dich geweckt? Entschuldige, mein Schatz.«

Er wirkte verstört, seine schwarzen Pupillen waren riesig und seine Wangen bleich. Nervös kaute er auf der Unterlippe. Er war erst fünfzehn; das alles war einfach zu viel für ihn. Sie ergriff seine Hand.

»Es ist alles in Ordnung, Mum.« Er war im Stimmbruch und krächzte ein wenig. »Du bist daheim und in Sicherheit. Es ist vorbei.«

Es wird nie vorbei sein. Ich werde mein Leben lang damit leben müssen, dachte sie. Sie hatte den Schock noch immer nicht überwunden, und ihre Angst ließ keinen Raum für andere Gefühle.

Jock kam angeschlichen und setzte sich zitternd neben das Bett. Er war bullig, schwarz und hässlich, ein Muskelpaket mit dem Körper eines Labradors und dem Umfang und Kopf eines Staffordshire-Terriers. Seine gute Erziehung hielt ihn davon ab, aufs Bett zu springen. Stattdessen leckte er ihr die Hände und sah sie mit grenzenloser Liebe an.

»Es ist wunderbar, wieder daheim zu sein«, flüsterte sie und streichelte Jocks Kopf. Dann schaute sie auf, warf einen prüfenden Blick auf ihren Sohn und brachte ein strahlendes Lächeln zu Stande. »Mir geht es gut. Wirklich. Ich hab nur schlecht geträumt.«

Jason, ein linkischer Teenager, der mit seinen langen Beinen und seinem dünnen Hals ein wenig wie eine Gespenstheuschrecke aussah, war ein ganz normaler Junge mit Stupsnase, freundlichem Lächeln, sanften bernsteinfarbenen Augen. Dass er einen ungewöhnlich scharfen Verstand hatte, ließ er sich nie anmerken, weil es ihm schrecklich unangenehm war. Ihr fiel auf, dass er längst aus seinem Pyjama herausgewachsen war und sich ein zarter Flaum auf seinen Wangen zeigte.

»Geh wieder ins Bett. Du musst morgen in die Schule. Wo ist Sib?«

»Zu einer Verabredung. Ich hab gesagt, ich komm schon klar. Das ist doch in Ordnung, oder? Geht es dir auch wirklich gut?« Seine Stimme wechselte von hoch zu tief und wieder zurück – wie stets, wenn er aufgeregt oder wütend war. Er wurde rot und lachte rau.

»Aber ja.« Sie streckte die Arme aus und drückte ihn fest an sich. Sie fühlte seinen muskulösen Rücken, nahm den Geruch von Seife, Zahnpasta und warmer, frischer Wäsche wahr und stellte erstaunt fest, wie breit seine Schultern geworden waren.

»Du hast laut gestöhnt und dich wie wild herumgeworfen. Versuch, nicht mehr dran zu denken, Mum.« In seinen Augen spiegelten sich Kummer und Schmerz.

»Wenn ich mich doch bloß erinnern könnte, was genau passiert ist! Ich sehe immer wieder diese schrecklichen Bilder vor mir und habe das Gefühl, mit etwas Bösem in Berührung gekommen zu sein.« Nachdenklich hielt sie Jasons Hand umklammert.

»Möglicherweise hängen deine Albträume mit der Gehirnerschütterung zusammen. Vielleicht füllen sie sozusagen deine Gedächtnislücken aus.«

Er tat sein Bestes, um sie zu trösten, das wusste sie.

»Ja, kann sein. Das Einzige, woran ich mich ganz deutlich erinnere, ist, dass ich versagt habe. Ich bin zur Jacht zurückgeschwommen. Sie stand in Flammen, und Patrick war noch an Bord. Und ich habe ihn im Stich gelassen. Das war kein Traum.«

»Bitte, Mum, so darfst du nicht reden! Nimm dich zusammen.«

Sie sah die Angst und die Hilflosigkeit in seinen Augen und wünschte, sie hätte ihre Verzweiflung für sich behalten. Sie drückte seine Hand. »Geh wieder ins Bett, Jason. Tut mir Leid, dass ich dich geweckt habe.« Sie lächelte ihn liebevoll an. »Ich bin müde. Versuch, noch ein wenig zu schlafen. Wir reden morgen weiter. Und jetzt Abmarsch!« Es war nicht fair von ihr. Jason benahm sich zwar wie ein Erwachsener, aber in ein paar Monaten wurde er erst sechzehn. Sie hatte kein Recht, ihn mit ihren Sorgen zu belasten. Sie schloss die Augen und kehrte ihm den Rücken zu.

Sie konnte ihm nichts vormachen. Jason wusste, dass sie nicht müde war. Er deckte sie zu, knipste das Licht aus und nahm Jock mit hinaus. Obwohl er vor Müdigkeit ganz benommen war, wollte die Anspannung nicht weichen. Weiß der Himmel, was Mum glaubte, das auf der Jacht passiert war. Seine Mutter war gar nicht fähig, jemanden im Stich zu lassen. Die Vögel wurden gefüttert, die Füchse bekamen eine großzügige Zuteilung, und eine ausgesprochene Grüne war seine Mum auch: Sie sortierte den Müll, und das Gemüse wurde biologisch-dynamisch angebaut. Sie konnte keiner Spinne etwas zu Leide tun. Statt sie einfach zu töten, wurde sie in ein Glas bugsiert und ganz hinten im Garten wieder in Freiheit entlassen. Seine Mutter liebte die Natur und ihre Geschöpfe. Warum sagte sie also so etwas?

Jetzt, da Patrick nicht mehr da war, würde sie vielleicht wieder der lustige, selbstbewusste Mensch werden, der sie einmal gewesen war. Viereinhalb Jahre mit seinem Stiefvater hatten seine Mutter seelisch und finanziell ruiniert. Sie hatte sich eingeredet, Patrick liebe sie, und das war anfangs vielleicht sogar der Fall gewesen, aber in den vergangenen beiden Jahren hatte er sie in einem fort gedemütigt. Auf grausame, subtile Weise. Für Jason war es eine Qual gewesen, mit anzusehen, wie seine Mutter alles tapfer wegsteckte und so tat, als wäre alles allein ihre Schuld.

»Ich bin froh, dass du tot bist, du Dreckskerl«, flüsterte er, als er ins Bett schlüpfte.

Das bunte Herbstlaub, das draußen zu Boden rieselte, leuchtete in der blassen, kraftlosen Sonne. Das Zimmer war erfüllt vom Duft der Rosen, die Sib am Morgen mitgebracht hatte. Clara hörte Vogelgezwitscher und fühlte sich angenehm losgelöst von der Welt und ihren Ängsten. Doch dann vernahm sie die Stimme eines Mannes, der sich unten mit Sib unterhielt. Clara runzelte unwillig die Stirn und versuchte, das flaue Gefühl in der Magengrube zu ignorieren, das der Gedanke an die unausweichliche Konfrontation mit der Realität und insbesondere mit Patricks Freunden auslöste. Augenblicke später öffnete sich die Tür einen Spaltbreit, und Sib guckte ins Zimmer.

»Ah, du bist wach, Liebes.«

Extravagant in eine orangefarbene Hose und einen smaragdgrünen Pullover gekleidet, strich sie sich die tizianrote Mähne zurück. Ihre grünen Augen funkelten. Clara erkannte an ihrem schelmischen Gesichtsausdruck, dass sie geflirtet hatte.

»Ich hab ein ganz schlechtes Gewissen, Sib.« Sie streckte die Hand nach ihrer Freundin aus. »Ich glaube, es wird Zeit, dass ich aufstehe. Du hast wirklich genug getan.«

»Mach dir keine Gedanken deswegen. Ich hab alles im Griff. Jason bekommt ausgewogene Mahlzeiten und macht seine Hausaufgaben. Jock geht es auch gut, er wird ganz schön verwöhnt.« Ernst fügte sie hinzu: »Himmel, Clara, ich wünschte, ich könnte mehr für dich tun!«

Claras Augen füllten sich mit Tränen. Es war wunderbar, eine Freundin wie Sib zu haben. Wie oft hatten sie einander in schweren Stunden schon beigestanden! »Schsch«, machte sie und drückte Sibs Hand.

»Bleib liegen, solange du willst. Ich hab nichts zu versäumen. Bernie wartet unten. Vielleicht hast du ihn gehört. Er will mit dir reden. Meinst du, du bist dazu in der Lage?«

»Ich glaub nicht, dass ich zu irgendwas in der Lage bin. Mein Rücken fühlt sich an wie eine überdrehte Kurbel, und dort, wo der Magen sein sollte, glüht ein Hochofen.«

Im gleichen Moment marschierte Bernard Fraser, Patricks Freund und Anwalt, herein und drückte Clara eine Zeitung in die Hand. Seine massige Gestalt schien das ganze Zimmer auszufüllen. Er hatte große, dunkle Augen, viel zu dichtes Haar, viel zu volle Lippen und war eingehüllt in eine aufdringliche Aftershave- und Tabakrauchwolke. Man konnte den Mann unmöglich ignorieren, und das gefiel Clara gar nicht. Als Kind war sie einmal über eine Weide geschlendert und hatte...



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